Jürgen Volk Unbedingt

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Inhaltsangabe zu „Unbedingt“ von Jürgen Volk

24.12.1888. Völlig übernächtigt kommt Paul Gauguin morgens nach Hause, wo er von der Polizei verhaftet und an das Bett Vincent van Goghs geführt wird, der bewusstlos und halb verblutet daliegt. Was war am Vorabend zur Weihnacht 1888 geschehen? Der Roman Unbedingt zeichnet eine Begegnung, die heute als eine Sternstunde der Kunstgeschichte gilt, in ihrer ganzen Dramatik nach. Es geht um die Suche nach der modernen Malerei, um Freundschaft und Rivalität, und um ein dunkles Geheimnis, das beide Maler mit dem Ende der Nacht vor Heiligabend teilen sollten.

Etwas langatmig.

— wandablue

Unbedingt lesenswertes Buch über die Kunst und das Leben!

— LesenLeben

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  • Rezensionen
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  • Ein Kammerspiel, ein spezieller Roman.

    Unbedingt

    Dunkelkuss

    An dieser Stelle möchte ich zuerst dem Autor Jürgen Volk für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und für die Leserunde danken! Inhalt:  24.12.1888. Völlig übernächtigt kommt Paul Gauguin früh morgens zurück nach Hause, wo der Maler von der Polizei verhaftet und an das Bett Vincent van Goghs geführt wird, der bewusstlos und halb verblutet mit verbundenem Kopf da liegt. Was war am Vorabend zur Weihnacht 1888 geschehen? Jürgen Volk widmet sein Erstlingswerk acht Wochen, die die Kunstgeschichte revolutioniert und zu einer Sternstunde der modernen Kunst geführt haben. (Quelle: lovelybooks, gekürzt von mir.) Meinung: Ich bin ehrlichgesagt, was diesen Roman angeht, sehr zwiegespalten. Zum Einen achte und bewundere ich den Autor Jürgen Volk, ein solches Buch auf die Beine zu stellen, auf der anderen Seite hatte ich als Rezepient so meine lieben Probleme und hing oft in der Handlung „fest“. Ich bin der Meinung, bei diesem Roman handelt es sich um ein Kammerspiel in Prosaform, ein spannendes Genre! Aber auch ein gefährliches Pflaster – denn das muss man als Leser einfach mögen. Wir begleiten Gauguin und van Gogh acht Wochen lang, während sie in besagtem Haus leben, tauchen in deren Welt ein, hören ihnen beim Diskutieren zu und erwischen sie schließlich dabei, wie die Sympathie kippt. In Form von vielen Dialogen und dem „Fernbleiben“ eines tatsächlichen Erzählers kann das anstrengend sein und das war es für mich auch. Der Überfluss an Informationen ist schon anstrengend, wenn man zwischendurch innehalten und sich vielleicht das eine oder andere nochmals durchlesen muss. Vieles kann man vielleicht als Nicht-Kunsthistoriker einfach nicht verstehen – das ist wie ein Buch in einer Fremdsprache lesen, die man nicht perfekt beherrscht. Insgesamt habe ich mich sehr lange sehr schwer getan, dieses Buch zu bewerten und die richtigen Worte zu finden – etwas, das Herr Volk auf jeden Fall besser kann als ich. Es ist ein Buch, das einen beschäftigt, weil es einem Kopfkino einpflanzt. Aber es ist anstrengend, so viele, so lange und solch unverständliche Dialoge zu lesen. Es tut mir schon ein wenig Leid, dieses Buch nicht so mit fünf Sternen ehren zu können wie es vielleicht verdient hätte. Fazit: Für Van Gogh-Interessierte und Liebhaber speziellerer Bücher als des üblichen Trivialkrams, der wird das Buch lieben!

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    • 3

    Dunkelkuss

    26. May 2015 um 12:23
  • Leserunde zu "Unbedingt" von Jürgen Volk

    Unbedingt

    JVo

    Unbedingt. Van Gogh und Gauguin im gelben Haus (Künstlerroman) Ein "van Gogh-Jahr" wurde zum 125. Todestag des Künstlers ausgerufen... ...und zu Ehren Vincent van Goghs werden Jubiläumsausstellungen eröffnet, Opernarien gesungen, Theater- und Filmpremieren gefeiert. Damit rauscht wieder einmal ein Kulturevent an uns vorbei und am Ende bleibt ein Name, ein Datum, ein flüchtiger Eindruck. Für alle, die mehr über Vincent van Gogh wissen und dabei auch sein Leben feiern möchten, startet diese Leserunde, wobei die Bekanntgabe der Teilnehmer ebenfalls an einem Jahrestag stattfindet: Am 30. März, dem Geburtstag Vincent van Goghs. Bewerbungsschluss ist der 27.03.2015. Mein Verleger hat dankenswerterweise 15 Expl. der Printausgabe zur Verfügung gestellt. Wer also mitlesen, mitdiskutieren und anschließend eine Rezension schreiben möchte, bewirbt sich bitte bis 27.03.2015 unter 'Bewerbung/Ich möchte mitlesen'. An der Verlosung nehmen alle teil, die auf die folgende Frage antworten: Welche Persönlichkeit aus dem 19. Jahrhundert würdest du für ein Wochenende zu dir einladen, wenn du den Mietvertrag im gelben Haus unterschrieben hättest? Selbstverständlich steht die Teilnahme an der Leserunde auch allen offen, die nicht zu den glücklichen Gewinnern eines Verlosungsexemplars gehören. Das Buch 24.12.1888. Völlig übernächtigt kommt Paul Gauguin morgens nach Hause, wo er von der Polizei verhaftet und an das Bett Vincent van Goghs geführt wird, der bewusstlos und halb verblutet daliegt. Was war am Vorabend zur Weihnacht 1888 geschehen? Der Roman zeichnet eine Begegnung, die heute als eine Sternstunde der Kunstgeschichte gilt, in ihrer ganzen Dramatik nach. Es geht um die Suche nach der modernen Malerei, um Freundschaft und Rivalität, und um ein dunkles Geheimnis, das beide Maler mit dem Ende der Nacht vor Heiligabend teilen sollten. Im Zentrum steht der unbedingte Freiheitswille zweier grundverschiedener Charaktere, vereint in ihrer Auflehnung gegen die Konventionen einer aus den Fugen geratenen Welt zum fin de siècle. Hier gehts zur Leseprobe! Der Autor Jürgen Volk studierte Allgemeine Rhetorik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Tübingen. Während des Studiums begann auch die Arbeit an seinem Debütroman "Unbedingt". Er war in verschiedenen Bereichen der Kulturbranche tätig, u. a. am Theater, in der Ausstellungsorganisation und der Verlagsbranche. Neben "Unbedingt. Van Gogh und Gauguin im gelben Haus" (Print und E-Book) ist das Sachbuch "eDampfen kurz & praktisch" (E-Book) von ihm erschienen. Aktuell schreibt der Wahlberliner an seinem zweiten Roman, gründet mit zwei weiteren Streitern den Verlag duotincta, brütet über der Doktorarbeit und ist als Tutor am Internationalen Studienzentrum Berlin engagiert. www.unbedingt-der-roman.de www.facebook.com/unbedingtderroman www.facebook.com/PloettnerVerlag www.duotincta.de www.facebook.com/duotincta

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    • 144
  • Gefällt mir das Buch oder nicht????

    Unbedingt

    mielikki

    23. May 2015 um 21:03

    „Unbedingt“ ist der Debütroman von Jürgen Volk. Im Buch geht es um die beiden Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin, die im Jahr 1888 für eine kurze Zeit eine Art künstlerische Wohngemeinschaft bildeten. Das gemeinsame Wohnen und Arbeiten endete am Heiligen Abend 1888, als Gauguin morgens nach Hause kommt und ihn die Polizei und ein halb verbluteter van Gogh erwarten. Das Buch beschreibt die gemeinsamen Wochen der beiden grundverschiedenen Maler, ihr gemeinsames Arbeiten, ihre hitzigen Diskussionen und ihren gemeinsamen Freiheitswillen. Mir fällt es schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Ich weiß nämlich auch heute, Tage nach Beendigung des Buches, immer noch nicht, ob mir das Buch gefallen hat oder nicht. Was auf jeden Fall zu sagen ist: das Buch ist gut recherchiert und es entspricht in Stil und Sprache auch der damaligen Zeit. Dadurch wirkt es durchaus authentisch. Allerdings habe ich irgendwie immer das Gefühl gehabt, es müsse doch mal etwas passieren (wobei das Buch natürlich eine Handlung hatte – ich habe sie nur nicht gespürt). Phasenweise wirkte das Buch auf mich dadurch etwas langatmig. Die Perpektiven wechselten auf die Sicht von van Gogh und Gauguin. Für mich waren die Passagen aus van Goghs Blickwinkel wesentlich lebendiger und flüssiger zu lesen als die aus Gauguins Sicht. Aber aös Gesamtwerk – da kann ich es nicht einordnen. Da das Buch einige Stärken hat, und vieles, was mich an dem Buch störte andere sicher überhaupt nicht tangiert gebe ich dem Buch trotz meines zwiespältigem Eindrucks 4 Sterne. In ein weiteres Buch des Autors würde ich sicher hineinschauen.

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  • Frei und ohne Bedingungen

    Unbedingt

    Starbucks

    Wenn ich an Kunst denke, so bin ich schon seit meiner Schulzeit Fan der französischen (in diesem Fall: holländischen) Im- und Expressionisten, der Maler wie Van Gogh, Cézanne, Gauguin, Monet, Manet, Matisse, etc. So habe ich in der 9. Klasse selbst einmal die Sonnenblume von Van Gogh als Gemälde „kopiert“ und bin seither nicht mehr über den Virus „Van Gogh“ darüber hinweg gekommen, der ja als Künstler kaum ein Bild verkaufen konnte und eigentlich erst nach seinem Tod berühmt wurde. Dank seiner Familie wurde ihm ja ein ganzes Museum in Amsterdam gewidmet, das ich mir natürlich auch schon angeschaut habe. Toll! Das Buch „Unbedingt – Van Gogh und Gauguin im gelben Haus“ von Jürgen Volk widmet sich den beiden Künstlern, die einige Wochen gemeinsam im Haus des Künstlers Van Gogh verbringen und dem Leser das normale Künstlerleben mit den Ausflügen in die Umgebung und viele Diskussionen näher bringt. Van Gogh und Gauguin sind Freunde, die sich immer weniger verstehen und immer mehr Differenzen haben. Volk hat sich in großen Teilen an die bekannten Übermittlungen zu den beiden Künstlern gehalten. Das Buch scheint gut recherchiert und – wenngleich man manches so gar nicht glauben mag, so werden sich die Geschehnisse wohl so zugetragen haben. So ist das Buch letztendlich ein Zusammenschnitt aus guter Recherche und Fiktion. Fazit: Es war schön, mit diesen beiden künstlerischen Größen im Wohnzimmer sitzen zu dürfen. Ich habe aber etwas gebraucht, mich in dieses doch recht anspruchsvolle Buch einzufinden. Am Ende weiß ich nicht, ob ich Van Gogh und Gauguin nun besser zu kennen glaube. Dennoch ist dieses Buch eine Bereicherung für den eher anspruchsvolleren Leser. „Unbedingt – Van Gogh und Gauguin im gelben Haus“ ist eine mutige Rekonstruktion der Ereignisse in Romanform. Das Buch mit dem sehr gelungenen und gut harmonierenden Cover bekommt von mir vier Sterne.

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    • 2
  • „Es hat seinen Preis, frei zu sein, un-bedingt zu sein!“ Unbedingt lesen!

    Unbedingt

    Insider2199

    28. April 2015 um 21:34

    "Es hat seinen Preis, frei zu sein, un-bedingt zu sein" Unbedingt lesen! Dieser Künstler-Roman – genau genommen eigentlich mehr ein Kammerspiel in Prosa (keine Biografie!) – ist das Roman-Debüt des auch als Lektor tätigen Autors, der Allgemeine Rhetorik, Kunstgeschichte und Philosophie studierte und derzeit im Fach Allg. Rhetorik zum Thema Kunstmanifeste promoviert. Zum Inhalt: Zwei charakterlich grundverschiedene Maler – Vincent van Gogh (1853-1890) und Paul Gauguin (1848-1903) – treffen im „Gelben Haus“ in Arles, in van Goghs „Atelier des Südens“ aufeinander, doch Vincents Traum von einer Maler-Gemeinschaft soll so schnell zerbrechen wie sie begonnen hat, zu unterschiedlich sind die Malern in ihrem Denken und Schaffen. Was geschah wirklich in der Weihnachtsnacht des Jahres 1888 als van Gogh sich angeblich sein Ohr abschnitt? Ein Künstler-Roman um Freundschaft, Rivalität und um ein dunkles Geheimnis, das beide Künstler mit ins Grab nahmen ... Meine Meinung: Mir persönlich hat dieses Kammerspiel ausgesprochen gut gefallen. Ganz nah wird der Leser ins „Gelbe Haus“ an den Küchentisch der Künstler geführt, darf dort Platz nehmen und den sehr interessanten, manchmal auch endlosen, oft ins Nichts führenden, sich erschöpfenden Gesprächen bzw. Streitigkeiten lauschen. Und obwohl mir als interessierter Leser vielleicht nicht alles klar verständlich war – ich fühlte mich manchmal als Eindringling, der sich etwas mehr Insider-Wissen vom Erzähler gewünscht hätte – so hatte ich doch am Schluss das Gefühl, diese beiden Maler besser verstehen, ihre oft erhitzten Gemüter nachempfinden sowie ihre Gedanken und Visionen über Kunst klarer sehen zu können. Daher muss ich zugeben, dass mein Vorwissen und meine Verbundenheit zu van Gogh mir sicherlich für diese sehr anspruchsvolle Lektüre sehr gelegen kamen, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich weniger verstanden hätte, wäre ich diesen Malern im Roman zum ersten Mal begegnet – sagen wir mal so, das Verständnis hätte sich die Waage gehalten, aber der Lesegenuss hätte sicher etwas gelitten. Trotz allem ist dieser Roman auch nicht eingeweihten Lesern zu empfehlen, die sich jedoch für Kunst und Philosophie im Allgemeinen interessieren. Der Schluss macht jedenfalls aufmerksam auf eine neue Theorie, die van-Gogh-Kenner sicher nachdenklich stimmen wird. Sprachlich ist der Roman auf sehr gehobenem Niveau und angepasst an die Schreibweise des 19. Jahrhunderts (der Autor hat hier wirklich umfangreiche Recherche betrieben, auch was gemeinsame Interessen der Maler angeht wie beispielsweise der von beiden sehr verehrte französische Schriftsteller Émile Zola) – wobei ich sagen muss, dass ich ganz sicher auch ein sprachliches Hineinholen der Künstler in unser modernes Jahrhundert sehr interessant und innovativ gefunden hätte. Was ich als problematisch empfand und mich oft aus dem Lesefluss holte bzw. mein Verständnis erschwerte, war die Wahl eines Auktorialen Erzählers, der sich jedoch als Personaler Erzähler „verkleidet“, d.h. es wurde ein Abschnitt in der Perspektive eines Malers begonnen und mitten im Absatz zur nächsten Sichtweise gewechselt und das leider mehrmals hintereinander. So war für mich oft verwirrend, wer mit all den Personalpronomen jeweils gemeint war. Abschließen möchte ich mit einem sehr schönen Zitat Vincent van Goghs aus dem Roman, der die Kernthese und den Titel wunderschön umschreibt: „... Es hat seinen Preis, allein zu sein. Frei zu sein. Sehen Sie, die deutschen Philosophen haben da ein anderes Wort für frei, sie sagen unbedingt, das heißt, etwas ist nicht durch etwas bedingt außer sich selbst. Das ist Freiheit. Ich glaube, es liegt in unserem Charakter, uns durch nichts und niemanden bedingen zu lassen, aber genau das ist geschehen.“ Fazit: Ein Künstler-Roman, der sich liest wie ein Theaterstück, bei dem der Leser hautnah am Geschehen dran ist, obwohl er vielleicht nicht alles verstehen mag, was ihn nicht weiter kümmern wird, weil er durch die Sprache und die sich entfaltende Dramatik zwischen den Malern gefesselt bleibt. Mich hat der Roman wunderbar unterhalten, ich hätte ihm gerne 5 Sterne gegeben, muss aber leider einen Stern abziehen, weil ich teilweise mit der Perspektive nicht ganz klar kam und gerne mehr von den Gesprächsthemen verstanden hätte. Dennoch sehr zu empfehlen für Kunst- und Philosophie-Interessierte. UNBEDINGT lesen!

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  • Eingetaucht ins 19. Jahrhundert - ein Theaterstück in Prosa

    Unbedingt

    wandablue

    Ein Theaterstück in Prosa. Die Leseerwartung geht ja manchmal an dem vorbei, was angeboten wird. So ist es mir mit dem vorliegenden Werk „Unbedingt. Van Gogh und Gauguin im Gelben Haus“ gegangen. Denn zwar wollte ich mehr über Vincent Van Gogh und über Paul Gauguin erfahren, aber ich wollte nicht ins 19. Jahrhundert eintauchen, als ob ich dabei gewesen wäre. Der Autor jedoch hat genau das getan - und seine Leser mitgenommen - , hat sein eigenes Jahrhundert vorübergehend verlassen, ist auch lektüremässig ganz in die Historie des 19. Jahrhunderts eingetaucht, hat viel Emile Zola gelesen (den ich leider immer schon als besonders öd empfand genau so wie Balzac, man mag halt nicht alles), und hat sich so, bestens präpariert, sprachlich ganz auf seine Leute einlassen können. Denn Zola war ein Lieblingsautor der beiden Maler, aus seinen Werken zitieren sie häufig oder beziehen sich auf dessen Figurvorlagen, als ob es ihre Nachbarn wären. Und so landet man mit der Zeitmaschine von "Unbedingt" von Jürgen Volk vorübergehend im 19. Jahrhundert. In „Unbedingt“ wird nicht in erster Linie informiert oder über die beiden Maler gesprochen oder ihr Verhalten und Werk interpretiert, sondern man begegnet ihnen persönlich: Sie agieren selbständig auf der Bühne in Arles, dessen südfranzösische Atmosphäre einigermaßen eingefangen wurde. Vincent als Epileptiker und als psychisch krank bekannt, sinniert in ellenlangen Monologen vor sich hin, die Gespräche zwischen Gauguin und ihm drehen sich in der typisch manierierten Weise dieser Zeit um die Theorie des Malens, ohne dass ich darin auf weite Strecken viel Sinn erkennen könnte, jedenfalls keinen, den ich nicht in drei, vier Sätzen zusammenfassen könnte. Die Informationen des gesamten Buches, kann ich auf zwei Seiten in einem Museumsführer nachlesen. So wie ich es verstanden habe, wollte der Autor einen Film ablaufen lassen, in dem man mithören und mitsehen kann. Diesem Anspruch ist er gerecht geworden. Was kann der Autor dafür, dass ich in der Sprache meines Jahrhunderts, frisch, sachlich, unschwülstig und schnell informiert werden möchte, allerdings auf literarische Art, sonst hätte ich ja tatsächlich einen Museumsführer zu Rate gezogen. Wie soll ich „Unbedingt“ überhaupt einordnen? Eine Biographie ist es nicht, obwohl ein wichtiger biographischer Ausschnitt dargestellt ist. Reine Belletristik ist es auch nicht, da die vielen Bildbeschreibungen eher an eine Kunstvorlesung erinnern. Für einen Schulaufsatz ist das sprachliche Niveau wiederum viel zu hoch. Am ehesten ist "Unbedingt" ein Theaterstück in Prosa. Als Theaterstück in Prosa erfüllt „Unbedingt“ die meisten Wünsche. Als Roman waren mir die vielen Monologe und Dialoge, zusammen mit der spärlichen Handlung viel zu langatmig, das Ganze zu wenig raffiniert präsentiert. Fazit: Mein Lesevergnügen hielt sich in Grenzen. Kategorie: Unterhaltung Verlag: Plöttner Verlag, 2015

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    • 8
  • Sprachliche Intelligenz !

    Unbedingt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhalt: 24.12.1888. Völlig übernächtigt kommt Paul Gauguin früh morgens zurück nach Hause, wo der Maler von der Polizei verhaftet und an das Bett Vincent van Goghs geführt wird, der bewusstlos und halb verblutet mit verbundenem Kopf da liegt. Was war am Vorabend zur Weihnacht 1888 geschehen? Jürgen Volk widmet sein Erstlingswerk acht Wochen, die die Kunstgeschichte revolutioniert und zu einer Sternstunde der modernen Kunst geführt haben. Es geht um die Suche nach der modernen Malerei, um Freundschaft und Rivalität der beiden Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin, und um ein dunkles Geheimnis, das beide nach den Geschehnissen der Nacht vor Heilig Abend fortan teilen sollten. Es geht aber auch um den unbedingten Freiheitswillen zweier grundverschiedener Charaktere, der sie vereint in ihrer Auflehnung gegen die Konventionen einer aus den Fugen geratenen Welt zum fin de siècle. (Quelle des Klappentextes/des Verlages) Meinung: Dieses Buch erzählt das Leben/die Geschichte der beiden Künstler Vincent Van Gogh und Paul Gauguin und ist dabei vielleicht selbst ein Kunstwerk in Worten. Als Leser entwickelt man; noch bevor man das Buch zur Hand genommen hat, seine ganz eigenen Vorstellungen über Handlung, Stil, Aufmachung und Zielsetzung des Buches, also welches Ziel verfolgt das Buch. Und ich glaube diese Erwartungen, muss man bei diesem Buch vollkommen ablegen, denn keine der Erwartungen wird auch nur ansatzweise an den eigentlichen Stil des Buches herankommen. Denn dieses geht ganz eigene manchmal geradezu ambivalente Wege. So ist dieses Buch keine Biographie über die beiden Maler Vincent Van Gogh und über Paul Gauguin, es ist aber eben auch kein Roman, es ist "Unbedingt" das Buch von Jürgen Volk, es ist stilistisch vollkommen einzigartig und ein Vergleich zu einem anderen Buch ist deshalb schier unmöglich. Der Autor legt in diesem Buch einen sehr gehobenen und ansprechenden Erzählstil vor, weshalb dieses Buch gerade durch das sprachliche Feingefühl glänzen kann, mit dem einen der Autor in die Historie des 19. Jahrhunderts entführt und dies tut er wahrlich. Mit einen besonderen Blickwinkel auf die damalige Zeit, gibt einem Autor ungeahnte Einblicke in das Leben beider Maler, welches durch die menschliche Darstellung meist von Fiktion oder nicht belegten Wissen geprägt ist. So entführt uns der Autor in höchst interessante, manchmal auch nervenaufreibende Dialoge beider Maler, die so komplex sind, dass sie sich manchmal in Verwirrungen im eigenen Kopf wiederfinden. Und eben hier beginnt die Fiktion, denn man kann eben nicht zu 100 % wissen, wie beide in gewissen Situationen gehandelt hätten oder wie ihre Dialoge, die im Buch leider nicht immer glaubhaft erscheinen, verlaufen wären, wie diese sie geführt hätten. Und gerade diese Spielerei zwischen Fiktion und Realität, war für mich an einigen Stellen zu viel des Guten, wobei dies eine rein subjektive Meinung ist, da ich mehr auf eine Biographie oder eben auf einen Roman mit viel Wissen über beide Persönlichkeiten gehofft hatte. Fazit: Alles in allem ist dieses Buch, ein besonderes Werk von sprachlicher Brillanz, welches komplett eigene Wege geht und dies sicherlich nicht immer nur zur Freude des Lesers. Außerdem vermittelt es die Liebe zur Kunst und einige interessante Fakten über beide Künstler, wenn ich mir auch noch mehr Wissen über beide Künstler gewünscht hätte und weniger ein Buch mit fiktiven Dialogen. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch lesenswert, auf eine ganz ambivalente Weise, die manchmal begeistert und manchmal eben auch nicht. Ein literarisch interessantes Werk, welches ich weder uneingeschränkt empfehlen, noch davon abraten kann und möchte. Wer sich für Kunst und literarisch anspruchsvolle Lektüren z.B Klassiker interessiert, der solle einmal in den Stil des Autors hineinlesen und sich ein eigenes Bild machen. 3,5 von 5 Sternen

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    • 3
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