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engel-07

vor 10 Monaten

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Du hast ja in deinem Buch philosophische Gedanken einfließen lassen.

Was genau gefällt dir daran so gut?
Gibt es einen bestimmten Philiosophen, den du besonders magst oder bewunderst? und wenn ja warum?
Oder denkst du einfach nur sehr gerne über das was "hinter unserem offensichtlichem Dasein ist" nach?

Frank1

vor 10 Monaten

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Meine Gedanken sind zwar nicht gerade philosophisch, da sie aber in keinen der Teile passen, sondern das ganze Buch betreffen, schreibe ich sie mal hier.

Die Äbtissin ist ja vom Prinzip her 'eine Gute'. Als Lilly entlastet werden soll, um ihr Spezialwissen zu lernen, stellt sie ihr eine Nonne als Helferin zur Seite. Aber kommt sie als erfahrene Druidin denn nicht auf die Idee, speziell neu eingetroffenen Waisen, wie Lilly und Victor jemanden zur psychologischen Betreuung zu schicken? Auch die 'Kummerkasten-Nonne' scheint ja nicht von sich aus auf seelisch am Boden liegende Schüler zuzugehen. Auch in der Leseprobe des nächsten Teils kommt ja wieder zum Ausdruck, dass Lily die Belastungen immer noch als zu hoch empfindet. Wären da nicht ein paar Veränderungen angebracht?

Und wie viel wissen die normalen Nonnen denn eigentlich von den 'speziellen Umständen' ihres Klosters?

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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Hallo engel-07 und Frank1,

ich muss Euch noch ein bisschen mit den Antworten auf Eure Fragen vertrösten. Der Alltag hat mich momentan voll im Griff. Ich hoffe, ich schaffe es die Tage.

GLG Kristina

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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Frank1 schreibt:
Meine Gedanken sind zwar nicht gerade philosophisch, da sie aber in keinen der Teile passen, sondern das ganze Buch betreffen, schreibe ich sie mal hier. Die Äbtissin ist ja vom Prinzip her 'eine Gute'. Als Lilly entlastet werden soll, um ihr Spezialwissen zu lernen, stellt sie ihr eine Nonne als Helferin zur Seite. Aber kommt sie als erfahrene Druidin denn nicht auf die Idee, speziell neu eingetroffenen Waisen, wie Lilly und Victor jemanden zur psychologischen Betreuung zu schicken? Auch die 'Kummerkasten-Nonne' scheint ja nicht von sich aus auf seelisch am Boden liegende Schüler zuzugehen. Auch in der Leseprobe des nächsten Teils kommt ja wieder zum Ausdruck, dass Lily die Belastungen immer noch als zu hoch empfindet. Wären da nicht ein paar Veränderungen angebracht? Und wie viel wissen die normalen Nonnen denn eigentlich von den 'speziellen Umständen' ihres Klosters?

Hallo lieber Frank,

heute nun zu Deinen Fragen …

Warum werden die Kinder im Kloster nicht um einiges mehr psychologisch unterstützt?

Beim Eintreffen im Kloster hast Du sicherlich recht, das hätte man vielleicht besser machen können. Im weiteren Verlauf stellen sich mir diesbezüglich aber andere Fragen. Aus Sicht der Äbtissin mag es womöglich eine Sache der Einstellung sein. Ich sag mal so, wie soll Lilly die Welt retten, wenn sie allein schon mit dem Klosteralltag nicht zurechtkommt? Andere Frage, würde Lilly nun, da sie um ihre Familie und Unterstützer im Kloster weiß, nicht jemanden ansprechen, wenn sie Hilfe wollte? Lilly fühlt sich überfordert, stimmt, aber vielleicht möchte sie damit ja erst einmal allein klarkommen?

Und mal ganz im Ernst: Wie sieht das denn heutzutage so aus? Mein persönlicher Eindruck ist, dass viele Kinder in der Schule völlig überfordert sind. Mag sein, dass es Vertrauenslehrer gibt, aber inwieweit wird das Angebot angenommen? Wenn sich „ein Problem“ erst unter Schülern herumspricht, wird der oder diejenige oft genug zum Außenseiter. Das ist fast so, als wenn Du dick bist, Sommersprossen hast oder keine Markenklamotten trägst. Alles was anders ist, wird auch so behandelt.

Und wie sieht es mit den Fachlehrern aus? Da geht doch selten mal jemand hin und erkundigt sich nach dem seelischen Gemütszustand eines Kindes, die sind teilweise selbst völlig überlastet! Also findet denn nun heutzutage im realen Leben wirklich jedes Kind, das dringend Hilfe bräuchte, Unterstützung? Glaubst Du das wirklich? Ernsthaft? Nehmen wir den Samowar einmal raus (:D), ich finde, die Welt da draußen hat schon sehr viel Ähnlichkeit mit meiner im Kloster. Leider. Aber wie gesagt, ich möchte das nicht verallgemeinern, das ist definitiv nur mein ganz alleiniger und persönlicher Eindruck.

Und nun zu Deiner zweiten Frage: Wie viel wissen die normalen Nonnen von den „speziellen Umständen“ ihres Klosters?

Tja, das ist ein weiterer wichtiger Punkt, auf den Du mich hinweist. Deine Frage mit „die normalen Nonnen wissen nichts“ zu beantworten, geht ja schlecht. In dem Fall machen die ersten fantastischen Elemente wie der Samowar (wohl mit ein Grund dafür, warum Ihr sie erwähntet) einen Strich durch meine Rechnung. Die Antwort kann also nur lauten: Die „normalen Nonnen“ haben zwar keine Kräfte, sind aber eingeweiht. Das wird aber nirgends explizit erwähnt, müsste es vielleicht aber. Ich kann mir allerdings vorstellen, worauf Du hinausmöchtest: Wie steht es dann aber mit der Religion? Wie vereinbaren diese Nonnen ihren Glauben mit den fantastischen „übersinnlichen“ Geschehnissen im Kloster?

Darauf könnte es wiederum zwei Antworten geben: Es sind ausschließlich jene Nonnen im Kloster, die das mit ihrem Glauben irgendwie vereinbaren können oder die zweite, und die ziehe ich hier mal vor: Darüber habe ich mir bis jetzt noch keine großen Gedanken gemacht. Manchmal ist es vielleicht besser, bestimmte Dinge außen vor zu lassen, bis es soweit ist. Kann sein, dass ich mich in einem späteren Teil damit noch gründlich auseinandersetzen muss. Ich habe es schließlich angefangen, also werde ich es auch zu Ende bringen, und Antworten gibt es immer, man muss sie halt nur finden :D

Ich hoffe, ich konnte zumindest Deine Fragen beantworten :D

GLG Kristina

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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engel-07 schreibt:
Du hast ja in deinem Buch philosophische Gedanken einfließen lassen. Was genau gefällt dir daran so gut? Gibt es einen bestimmten Philiosophen, den du besonders magst oder bewunderst? und wenn ja warum? Oder denkst du einfach nur sehr gerne über das was "hinter unserem offensichtlichem Dasein ist" nach?

Hallo lieber engel-07,

vorab ein dickes Danke dafür, dass Du dieses Angebot hier nutzt und Dich als Erste getraut hast!

Ich hatte mir das jetzt zwar ein bisschen anders vorgestellt – also dass Ihr hier Eure Gedanken über die Gespräche und Ideen aus dem Buch bzw. zum Thema Religion und Philosophie mit mir austauscht – aber, wie Victor bestimmt sagen würde: „Es kommt immer woanders als man denkt.“

Und nun zu Deinen Fragen:

Was genau gefällt mir an philosophischen Gedanken?

„Wer wie was warum? – Wer nicht fragt bleibt dumm!“, diesen Spruch aus der Sesamstraße fand ich schon immer toll und wenigstens einmal am Tag habe ich den Song im Ohr :D

Wer oder was entscheidet darüber, ob Du als König oder Bettler geboren wirst? Gott – Allah – JAHWE, Karma oder einfach nur der Zufall, das Leben als solches?

Auch wenn ich nie verstehen werde, warum ich lebe und warum ich ausgerechnet ich geworden bin, kann ich es ja wenigstens versuchen. Und wie mache ich das am besten? Indem ich darüber nachdenke. Deshalb ist für mich jeder Gedanke über das Leben ein philosophischer. Für mich gibt es keine großen oder kleinen oder wichtigen oder besonderen Gedanken und Ideen über das Leben, jeder einzelne Gedanke ist ein großartiges Wunder. Wer kann das Leben schon erfassen oder begreifen? Religion und Philosophie versuchen das Leben zu beschreiben und ihm einen Sinn zu geben. Warum bei der eigenen Suche nicht jede dargebotene Hilfe nutzen?

Religion und Philosophie sind mir also wichtig. Sicher kann man ohne leben, aber wie Gardenia in Teil 1/ „Lillys erste Lektion“ schon ganz richtig fragt: „Wenn Sie nicht an Gott glauben, woran glauben Sie denn dann? Was gibt Ihrem Leben einen Sinn?“ - Es muss ja nicht unbedingt Gott sein, man kann an alles Mögliche glauben, selbst an nichts zu glauben wäre ja auch ein Glaube, nur irgendetwas sollte es schon sein, einfach weil es dem Leben einen Sinn verleiht und es erträglich macht. So sehe ich das jedenfalls.

Gibt es einen bestimmten Philosophen, den du besonders magst oder bewunderst? und wenn ja warum?

Buddha, Jesus, Mohammed, die großen Religionsstifter oder herausragende Persönlichkeiten der Geschichte wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela u.v.a. sind für mich alle große Philosophen. Jede gewaltfreie, Frieden, Gleichheit und/ oder Hoffnung und Liebe propagierende, menschenachtende Religion und/oder Philosophie ist für mich eine großartige und Sinn gebende.

Auf die als solche geltenden unzähligen Philosophen der Geschichte möchte ich hier nicht eingehen, sondern nur die zwei nennen, die Einfluss auf Lilly Flunker hatten, und das sind Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche.

Die großen Themen im Buch einerseits sind ja Verlust, Trauer und Schmerz, also das Leid im Leben. Über das Leid hat Schopenhauer jede Menge philosophiert. Seinen „Pessimismus“ finde ich ausgesprochen traurig. Wie kann das Leben nur aus Leid bestehen (außer der Kunst und Musik seiner Meinung nach)? Vielleicht ist das jetzt naiv von mir, aber das muss ein ziemlich einsamer und verzweifelter Mensch gewesen sein, der sich sowas ausdenkt, oder? Ja, es gibt unendlich viel Leid auf der Welt, aber doch nicht nur! Darum ging es mir, ich wollte zeigen, dass wir manchmal auch unnötig leiden, einfach nur aufgrund der Unkenntnis des Gesamtbildes. Und dann: Wie ist das zum Beispiel, wenn man einem glücklichen Kind (vielleicht sogar dem eigenen) in die Augen schaut oder man fühlt, dass man geliebt wird? Das ist doch kein Leid, das ist Glück!

Die großen Themen andererseits (und demgegenüber) sind Glaube, Hoffnung und Liebe und vor allem Schein und Sein. Und mit letzterem bin ich bei Nietzsche: Für mich ist das ein ganz großer, nur leider in mancher Hinsicht falsch verstandener Philosoph. Schein und Sein spielen im wahren Leben wie auch in Lillys Geschichte eine bedeutsame Rolle. Viele Menschen sind sehr schnell mit ihren Vorurteilen, das ist evolutionsbedingt und war zu Jäger und Sammlerzeit sicher nicht verkehrt. Aber wie sieht das heute aus? Der Verstand hat sich wahnsinnig schnell entwickelt, nur der Instinkt konnte nicht so richtig mit ihm Schritt halten. Diese schnellen Entscheidungen, die dem Menschen damals das Leben gerettet haben, machen es ihm heute leider oft genug schwer und wie gesagt, dann kommt der Schein noch obendrauf. Die Wahrheit herauszufinden ist oft sehr schwer …

Und am Ende: Ist das, was ich sehe, denn wirklich wahr? Wer bin ich und wer bist du? Und wo verschwimmen die Grenzen zwischen realer und übernatürlicher Welt? Wenn ich mich selbst nicht kenne, kann ich auch niemals jemand anderen wirklich kennen. Das geht einfach nicht, denn das Eine ist Voraussetzung für das Andere. Und da das Eine unmöglich ist (ich werde schließlich nie meinen letzten Daseinsgrund erfahren), kann das Andere auch nie eintreten. Was ich damit sagen möchte: Wir sollten uns alle nicht so wichtig nehmen, letztlich bleibt die eigene Meinung nur subjektiv und eine unter vielen und oft genug sind unsere Annahmen falsch :D

Vieles von dem spiegelt sich mal mehr mal weniger in Lillys Geschichte wider. Dementsprechend lautet die Antwort auf Deine letzte Frage:

Ja, ich denke oft und gern über das "was hinter unserem offensichtlichem Dasein ist" nach. Und ich weiß, dass ich – wie Sokrates – im Grunde nichts weiß. Aber immerhin, das ist ja schon mal was … :D

LG Kristina


P.S.: Ich erhebe absolut keinen Anspruch auf die Richtigkeit meiner Gedanken und selbstredend sind sie unvollständig. Ich wollte nur endlich mal auf Deine Fragen antworten. Ich glaube aber, wenn ich das wirklich vollständig versuchen würde, würde daraus ein neues und ziemlich dickes Buch werden. Ich hoffe, dass Dir dieser „kleine“ Einblick in meine Gedankenwelt genügt :D

Cornelia_Ruoff

vor 10 Monaten

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Warum gerade Schopenhauer und Nietzsche? Weil Schopenhauer den Willen zum Leben proklamiert. In die Welt als Wille und Vorstellung, beschreibt er die Natur als einen Kriegsschauplatz. Eine Wiese deren Bewohner jeder für sich ums überleben kämpft. Ich glaube, der Mensch hat die Möglichkeit, sein Leben optimistischer zu gestalten. Mir gefällt Jaspers mit seinen Grenzsituationen sehr gut . Ich finde überhaupt die Herangehensweise der Existentialisten ans Leben sympathischer. In Grenzsituationen wie Tod von näherstehenden Menschen, das Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit, Krankheit, verlustängste, erschüttern unsere Verankerung im Leben. Seit Jahrtausenden wirkt der Mensch dagegen, mit Mythen, Religionen, Sekten, Suchtmitteln, sex Nietzsche gefällt mir punktuell. Man muss denke ich, unterscheiden zwischen dem, was Nietzsche wirklich geschrieben hat und dem, was seine Schwester posthum daraus für die Nationalsozialisten passend gemacht hat. Zarathustra ist für mich eine traumhafte Schrift, die dazu anregt, aufgeklärt zu leben und sich seines Verstandes zu bedienen. Gott ist tot, bedeutet auch, keinem Herdentrieb zu folgen, sonder selbst ethisch und moralisch aus der eigenen Sicht heraus zu leben.

Cornelia_Ruoff

vor 10 Monaten

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Ich mag sartre und Camus sehr. Das eigene Leben entspricht Sysiphos doch sehr. Aber genau hier setzt meine Lebensbewältigung sind: jeden Morgen nehme ich meine Fesen und schiebe ihn mit aller Kraft den Berg hinauf. Endlich bin ich oben. Und dann auf dem Gipfel, weiß ich, ich werde es immer wieder tun müssen. Also schubse ich meinen Felsen selbst runter und springe freudig mit ins Tal. Ich bin frei, weil ich mich selbst dazu entschieden habe, meine Aufgabe zu vollbringen. Oder mit den Worten Camus‘ wir müssen uns Sysiphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. Oder mehr nach Hegel Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit. So für heute erst mal genug. Morgen mehr zu Sartre. Liebe Grüße Connie

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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Cornelia_Ruoff schreibt:
Warum gerade Schopenhauer und Nietzsche? Weil Schopenhauer den Willen zum Leben proklamiert. In die Welt als Wille und Vorstellung, beschreibt er die Natur als einen Kriegsschauplatz. Eine Wiese deren Bewohner jeder für sich ums überleben kämpft. Ich glaube, der Mensch hat die Möglichkeit, sein Leben optimistischer zu gestalten. Mir gefällt Jaspers mit seinen Grenzsituationen sehr gut . Ich finde überhaupt die Herangehensweise der Existentialisten ans Leben sympathischer. In Grenzsituationen wie Tod von näherstehenden Menschen, das Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit, Krankheit, verlustängste, erschüttern unsere Verankerung im Leben. Seit Jahrtausenden wirkt der Mensch dagegen, mit Mythen, Religionen, Sekten, Suchtmitteln, sex Nietzsche gefällt mir punktuell. Man muss denke ich, unterscheiden zwischen dem, was Nietzsche wirklich geschrieben hat und dem, was seine Schwester posthum daraus für die Nationalsozialisten passend gemacht hat. Zarathustra ist für mich eine traumhafte Schrift, die dazu anregt, aufgeklärt zu leben und sich seines Verstandes zu bedienen. Gott ist tot, bedeutet auch, keinem Herdentrieb zu folgen, sonder selbst ethisch und moralisch aus der eigenen Sicht heraus zu leben.

Liebe Connie,

ABSOLUT!
ABSOLUT PERFEKT!

"Gott ist tot, bedeutet auch, keinem Herdentrieb zu folgen, sondern selbst ethisch und moralisch aus der eigenen Sicht heraus zu leben." Genau deshalb ist es so wichtig, eine persönliche ethische und moralische Basis zu bilden und zu besitzen, um "sich seiner selbst bewusst" und selbstverantwortlich zu entscheiden und zu handeln, dem gibt es nichts hinzuzufügen, genau so ist es gemeint!

Was für ein traumhafter Beitrag! Vielen vielen Dank dafür!

Zum Rest dann vielleicht später mehr ...

GLG Kristina

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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Cornelia_Ruoff schreibt:
Ich mag sartre und Camus sehr. Das eigene Leben entspricht Sysiphos doch sehr. Aber genau hier setzt meine Lebensbewältigung sind: jeden Morgen nehme ich meine Fesen und schiebe ihn mit aller Kraft den Berg hinauf. Endlich bin ich oben. Und dann auf dem Gipfel, weiß ich, ich werde es immer wieder tun müssen. Also schubse ich meinen Felsen selbst runter und springe freudig mit ins Tal. Ich bin frei, weil ich mich selbst dazu entschieden habe, meine Aufgabe zu vollbringen. Oder mit den Worten Camus‘ wir müssen uns Sysiphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. Oder mehr nach Hegel Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit. So für heute erst mal genug. Morgen mehr zu Sartre. Liebe Grüße Connie

Liebe Connie,

in puncto "Sysiphos" möchte ich der Geschichte eigentlich lieber nicht vorgreifen ...

Aber: Ich kann nicht anders ... :D

Hegels "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit", nenne ich eine Einsicht! Und richtig, es handelt sich dabei um eine begrenzte Freiheit, die man annehmen oder ablehnen kann. Nehme ich sie an, habe ich die Chance, ein glücklicher Mensch zu werden und zu sein, denn ich mache die Aufgabe, das tägliche Überlebenwollen zu mir selbst. Lehne ich sie ab, werde ich immer gegen das Leben ankämpfen, mich daran aufreiben und niemals glücklich werden! So gesehen bewege ich mich wieder im Kreis des Stein hoch- und runterschiebens, nur in der Negativschleife, aus der es kein Entrinnen gibt. Es sei denn, ich akzeptiere die abgesteckten Grenzen jener Freiheit und entscheide mich bewusst zum Glücklichsein!

Einfach wunderbar! Vielen Dank, dass Du Dich hier so aktiv einbringst!

LG Kristina

Buecherfreundinimnorden

vor 10 Monaten

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Ja, das tiefere Thema ist wohl schon die Frage, wie Kinder mit Verlusten umgehen. Durch die Beiträge der Mitleser wird es ganz deutlich. Lilly ist Waise und Victor auch, gerade Lilly’s Abschied von den Eltern kommt durch den Unfall ja sehr abrupt. ...Hilft der Glaube? Ich denke schon, denn er gibt Struktur und einen tieferen Sinn. Wenn man Kindern hier eine Stütze und einen Halt geben kann, ist das bestimmt wertvoll.

YvetteH

vor 10 Monaten

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@Buecherfreundinimnorden

Da kann ich dir nur zustimmen, hier hilft nur viel Liebe und etwas woran man glauben kann.

engel-07

vor 10 Monaten

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@KristinaTiemann

Wow, vielen lieben Dank für diesen genauen Einblick in deine Gedanken. Ja das nachdenken, warum wir der sind der wir nun mal sind ist auch für mich schon philosophisch. Aber auch das Thema, ob wir uns unser Leben nicht doch selbst ausgesucht haben.... zumindest haben wir in unserer Familie den Glauben, dass wir alle "Engel" sind und uns in unserem "Engelsdasein" ausgesucht haben, als was wir wieder auf die Welt kommen wollen. Auch welche Dinge wir erleben wollen (also ob wir z:b. das Erlebnis der Armut kennen lernen wollen). Ich persönlich stelle mir nun nicht den klassischen Engel vor. Dieses Bild biete ich den Kindern an, mir reicht das Gefühl. Ich lebe nach dem Motto: Leben und leben lassen. Mir ist es ganz wichtig, dass jeder seine eigene Meinung hat und haben darf. Es gibt kein richtig oder falsch, wenn es um den Galuben geht. Es gibt nur ein "ist" und dass kann für jeden unterschiedlich sein.

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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engel-07 schreibt:
(...) Aber auch das Thema, ob wir uns unser Leben nicht doch selbst ausgesucht haben.... zumindest haben wir in unserer Familie den Glauben, dass wir alle "Engel" sind und uns in unserem "Engelsdasein" ausgesucht haben, als was wir wieder auf die Welt kommen wollen. Auch welche Dinge wir erleben wollen (also ob wir z:b. das Erlebnis der Armut kennen lernen wollen). (...) Ich lebe nach dem Motto: Leben und leben lassen. Mir ist es ganz wichtig, dass jeder seine eigene Meinung hat und haben darf. Es gibt kein richtig oder falsch, wenn es um den Galuben geht. Es gibt nur ein "ist" und dass kann für jeden unterschiedlich sein.

Lieber engel-07,

„leben und leben lassen“ und/ oder „glauben und glauben lassen“ ist ein sehr schönes Lebensmotto, wie ich finde. U. a. im buddhistischen Glauben spielt das Karma die schicksalsbestimmende Rolle schlechthin. Du erntest, was du säst und bist was die nächste(n) Inkarnation(en) betrifft nur insofern frei selbstbestimmt, als dass Du es im gegenwärtigen Hier und Jetzt durch Dein Handeln beeinflusst.

Die Vorstellung, man könnte sich als ein Engel, das nächste Leben auf der Erde, so es denn eins gibt, frei wählen, ist wunderschön. Vielen Dank, dass Du uns an diesem Gedanken teilhaben lässt!

LG Kristina

Cornelia_Ruoff

vor 10 Monaten

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Liebe Kristina, Ich bin begeistert, wie die die griechischen und römischen Götter und Halbgätter so lässig in die Geschichte einwebst. Auch die wichtigste Frage: die Frage nach der eigenen Identität und inwiefern sie einer Prädestination unterliegt. Wegen seiner Antwort auf diese Frage liebe ich Jean Paul Sartre. Er sagt, der Mensch ist nicht vorbestimmt, sondern wird in Die Welt geworfen. Er ist das, was er aus sich macht und dafür genügt es nicht es Verbal zu tun, sondern der Mensch bestimmt sich in seinen Handlungen. Dies ist ein Grundsatz nachdem ich immer lebe und bis jetzt hat er sich bewahrheitet. Dein Buch erinnert mich überhaupt sehr an Sartres Schrift „Der Existentialismus ist ein Humanismus. Ich freue mich schon auf deine Antwort

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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@Cornelia_Ruoff

Hallo liebe Connie,

dankeschön und schön, dass Du da bist :D

Muss mal schauen, wie weit ich heute komme ...

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Abend und entspannten Sonntag, hoffentlich mit einem guten Buch (haha) ...

GLG Kristina

KristinaTiemann

vor 10 Monaten

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@Cornelia_Ruoff

Hallo liebe Connie,

ich werde Dir auf jeden Fall noch antworten, ich möchte es gern ausführlicher tun, aber irgendwie kommt immerzu alltagstechnisch was dazwischen ... Bitte um ein wenig Geduld ...

Ich wünsche Dir einen schönen Tag,
GLG Kristina

Cornelia_Ruoff

vor 10 Monaten

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@KristinaTiemann

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