María Inés Krimer Sangre Kosher

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Inhaltsangabe zu „Sangre Kosher“ von María Inés Krimer

Alles Geschichte - das denkt sich auch Ruth Epelbaum, die als Archivarin in der argentinischen Provinz auf Spuren der Verbrecherorganisation Zwi Migdal stößt: eine jüdische Zuhälter-organisation, die in den 1930er Jahren das einschlägige Business in Argentinien dominierte. Doch sehr bald nach dieser Entdeckung wird sie nach Buenos Aires fortkomplimentiert, wo sie mit ihrer Schickse Gladys ein Privatermittlungsgeschäft betreibt. Wie aktuell Geschichte sein kann, merkt Ruth Epelbaum, als sie herausfindet, dass die Zwi Migdal weiterlebt. Modern, effizient, straff geführt. Und diesmal lässt sich Ruth Epelbaum nicht mehr stoppen.   Im ersten Roman um die Privatermittlerin Ruth Epelbaum betritt eine singuläre Erscheinung die Bühne der Kriminalliteratur: eine Dame in den besten Jahren, jüdischer Background, mit ihrer Haushälterin wunderlich verbunden - und mit knallharten Realitäten konfrontiert.   Chandler meets Almodóvar: Maria Inés Krimer ist die neue starke Stimme des argentinischen Kriminalromans.
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  • Eine im Krimigenre bisher einzigartige Figur

    Sangre Kosher
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    21. January 2015 um 09:26

        „Zwi Migdal« hieß nach einem ihrer Gründer und Anführer die argentinisch-jüdische Mädchenhändler-Mafia, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts das Geschäft mit der Prostitution in weiten Teilen Lateinamerikas bis hinein in die USA beherrschte. Die 500 straff organisierten Zuhälter kontrollierten allein in Argentinien mehr als 2000 Bordelle mit 30.000 Zwangsprostituierten. Die Belegschaft rekrutierten die Gangster in den Schtetln Osteuropas, wo sie junge Frauen aus armen Familien mit falschen Eheversprechungen oder Jobangeboten köderten. Bis heute bezeichnet in der argentinischen Umgangssprache »polaca« eine Hure. Ruth Epelbaum, die Hauptfigur von Maria Inés Kremers Buch, ist durch ihre jahrzehntelange Tätigkeit als Archivarin der jüdischen Gemeinde mit der Geschichte dieser Organisation vertraut. Vom Gemeindevorstand entlassen ( sie ging offenbar zu leichtfertig mit den internen Informationen um, was Unruhe in die Gemeinde brachte), lebt Ruth Epelbaum nun als alleinstehende Frau Mitte fünfzig in Buenos Aires. Von ihren Mann Hugo wurde sie vor langer Zeit schon geschieden, weil ihre Ehe eine gemeinsam getroffene Entscheidung zu einer Abtreibung nicht überlebte. Sie arbeitet dort als Privatdetektivin.   Eines Tages beauftragt sie ein Gemeindeglied, ein Juwelier namens Chiquito Gold, mit der Suche nach seiner Tochter Debora, einer bildhübschen jungen Frau, die seit etwa einer Woche verschwunden sei. Etwas widerwillig, aber sehr systematisch macht sich Ruth auf die Suche und entdeckt ziemlich schnell Anzeichen dafür, dass in diesem Fall ein professionell betriebener Frauenhandel den Hintergrund bildet. Bestens mit der Geschichte und der Struktur der damaligen Zwi Migdal vertraut, fallen Ruth immer mehr Parallelen auf zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Kann es sein, dass die damals 1930 angeblich zerstörte  Zwi Migdal immer noch aktiv ist? „Sangre kosher“ ist der erste auf Deutsch erschienene Roman der Reihe um Ruth Epelbaum, von der in Argentinien bereits drei Bücher erschienen sind. Maria Ines Krimer hat mit ihrer Detektivin eine im Krimigenre bisher einzigartige Figur erschaffen, mit der sie offenbar als ehemalige Anwältin selbst einige Züge teilt. Ruth ist eine reife, erfahrene und illusionslose Frau, die immer wieder tiefsinnige Überlegungen anstellt über das schwierige  Zusammenleben der Geschlechter, die Rolle der Frau und die Sinnlosigkeit menschlicher Existenz. Und sie gibt immer wieder einen Einblick in die Geschichte und die Gegenwart  der Welt des argentinischen Judentums, die hierzulande noch wenig bekannt ist.   Auf die nächsten Bände der Reihe darf man gespannt sein.

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