Natalia Wörner Heimat-Lust

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Inhaltsangabe zu „Heimat-Lust“ von Natalia Wörner

Endlich Heimkommen. 18 Jahre alt ist Natalia Wörner, als sie ihre schwäbische Heimat verlässt. Sie bricht auf, um der Enge zu entfliehen. In Paris, Mailand, New York und Berlin macht sie Karriere als Model und Schauspielerin. Sie dreht mit international renommierten Regisseuren, erhält zahlreiche Auszeichnungen und wird von Ken Follett als attraktivste Frau bezeichnet, die ihm je begegnet sei. Was kann da noch passieren? Richtig: die Auseinandersetzung mit der Heimat. Schließlich muss man wissen, woher man kommt, um zu entscheiden, wohin man will. Dazu ist jetzt die richtige Zeit: Natalia Wörner nimmt ihre Leser mit auf eine persönliche Reise ins "Ländle" das einzige Bundesland, das vom Schöpfer bevorzugt wurde: Als dieser nämlich die Dialekte verteilte, beschwerte sich der Schwabe, er hätte keinen abgekriegt. Da musste Gott lachen und meinte "Ha, no. Du schwätsch doch so wie I!"

Im Wandel der Zeiten

— Clari
Clari

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    Heimat-Lust
    Clari

    Clari

    30. April 2016 um 15:41

    Die bekannte Schauspielerin Natalia Wörner hat ein Buch geschrieben in Anlehnung an ihre Reflexionen über das, was „Heimat“ uns sein kann oder auch nicht sein kann.Herausgekommen ist ein durchaus lesenswertes Buch. Detailreich und flott in der Sprache berichtet sie über die verschiedenen Geschichtsphasen ihres Heimatortes Stuttgart Cannstatt, wo sie die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht hat. Sie erzählt über Mutter, Großmutter und Vater. Ihre Jugend hat sie schon frühzeitig als Rebellin in verschiedenen Schulen und Orten, immer jedoch noch in der Nähe von Stuttgart, verbracht. Sie ist ein neugieriges Kind, tatkräftig, durchsetzungsfähig und geliebt von Vater und Mutter, die sich früh schon getrennt hatten.„Zupacken“: dieses für sie charakteristische Verhalten zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Aufzeichnungen. Sie hat jede Gelegenheit beim Schopf gepackt, um weiter- und hochzukommen. Dabei ist es wohl weniger der Ehrgeiz als die Neugierde, die sie antreibt. Sie will unentwegt Neues erproben, Erfahrungen ansammeln und vorwärtsstreben. Da nimmt es nicht Wunder, wie viele Menschen mit bekannten Namen sich in ihren Erinnerungen wiederfinden. Von fast beneidenswerter Unabhängigkeit beseelt schreitet sie durchs Leben.Stark, fleißig und munter scheint sie alle Hürden zu meistern, denn sie weiß aus jeder Erfahrung das Positive herauszuziehen. Es hat den Anschein, dass sie mit ihrem charismatischen Auftreten leicht die Herzen der Menschen gewinnt. Neben ihr zu bestehen, mag nicht immer ganz einfach sein!Wenngleich ihre Aufzeichnungen von kluger Nachdenklichkeit zeugen, ist sie mit Sicherheit keine Grüblerin. Man fragt sich, ob sie Tiefen und Kummer kennt, denn davon spricht sie nicht. Ausgenommen sind davon ihre Erlebnisse bei dem schweren Tsunami in Thailand 2004, den sie hautnah miterlebt hat. Auch daraus aber ergab sich für sie flugs ein neues Engagement in der Gründung von Kinderhilfswerken.Ihre inneren Verfassungen sollten vermutlich hier nicht Thema sein, denn ihr geht es wohl eher um die Verortung des Menschen an Orten und mit Menschen, die sie liebt und die sie lieben. Da sie von den geschichtlichen Veränderungen ebenso beredt zu berichten weiß wie von den Orten, an denen sie Station gemacht hat in ihrem Leben und von den Menschen, die ihr begegnet sind, bleibt die Lektüre immer unterhaltsam und wird nie langweilig.Ihre Schilderungen bieten Gelegenheit, sie in ihrer Selbstwahrnehmung kennenzulernen.Sie erscheint dem Leser wie ein Glückskind, und das wünscht man ihr auch weiterhin.  

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  • Woher man kommt

    Heimat-Lust
    Bri

    Bri

    23. September 2015 um 20:58

    Wann macht man sich Gedanken über Heimat? Wenn man sie verloren hat oder auch wenn man sie freiwillig verließ? In alten oder jungen Jahren? Verändert sich die eigene Einstellung zu Heimat? Und was ist das überhaupt? Fragen über Fragen, die Natalia Wörner sich selbst, Familienmitgliedern und Freunden gestellt hat, um so einem sehr nebulösen Begriff näher auf die Spur zu kommen. In Bad Canstatt geboren, entflieht sie schon mit gerade 18 Jahren der Enge, die sie verspürt. Zunächst wird die schöne Schwäbin Model, mittlerweile ist sie vor allem als Schauspielerin bekannt. Sie trifft viele interessante Menschen, die ihren Weg ein Stück begleiten, ihm vielleicht auch eine gewisse Richtung geben, ohne dass Natalia Wörner dabei die eigenen Vorstellungen verleugnet. Eine bereichernde Zeit, die immer noch anhält. Natalia Wörner nähert sich diesem für viele Menschen schwierigen Begriff Heimat aus der Ferne, in die es sie früh zog und mag es mittlerweile doch sehr, ihre Wurzeln zu zeigen. In manchen Fällen sofort erkennbar ist die Herkunft über die gesprochene Sprache und schwäbisch ist für Wörner eine Herzenssprache. Kann sie doch in ihr Dinge präziser, direkter und gleichzeitig charmanter ausdrücken als in neutralem Hochdeutsch. Liegt das daran, dass der Dialekt - wenn man in einer Gegend aufwächst, in der dieser noch gepflegt wird - quasi mit der Muttermilch aufgenommen werden kann? Ich weiß es nicht. Ich lebe seit zehn Jahren fern meiner Geburtsstadt, spreche einigermaßen hochdeutsch, doch mit sehr hörbarer Sprachmelodie und ausgeprägtem rollenden R und dem, was man in Franken in manchen Kreisen liebevoll - spöttisch bilabiales Waffel-L nennt. Doch viele gebürtige Schwaben verorten meine Herkunft aufgrund meiner (Aus-)Sprache im Schwäbischen - das sind Wurzeln, die mir über meinen Vater, der selbst aus Bad Canstatt ins schöne Frankenland kam, mitgegeben wurden. Für mich sprach er immer genauso fränkisch, wie meine dort geborene Mutter. Kein allzu breites, aber doch hörbares. Wenn es ans Eingemachte geht, dann gräbt er allerdings hin und wieder seine schwäbischen Sprachwurzeln aus, und auch ich kenne dieses Phänomen, durch die ich mein momentanes Innenleben einfach direkter zeigen kann. Was also macht Heimat aus? Das Gefühl, verstanden zu werden - tatsächlich sprachlich und im übertragenen Sinne, die Verbindungen zu den dort lebenden Menschen? Natalia Wörner beleuchtet diese Fragen sehr klug. Sie zieht die Historie heran, um sich ihrem Geburtsort zu nähern. Sie sammelt neben ihren Gedanken die von vielen anderen Menschen - diese setzt sie jedem Kapitel voran. So entsteht anhand ihrer eigenen Biographie ein zwar noch etwas unscharfes, aber wohlwollendes Bild. Denn neben der Heimatlust, die sie durchaus empfindet, nachdem sie lange und weit entfernt gelebt hat, kennt sie auch den Heimatfrust, der sich doch ab und zu einstellt, wenn man dorthin zurückkehrt, wo man her kommt. Das Verständnis von Heimat, das dem meinen an nächsten kommt, stammt von Giovanni di Lorenzo: "Heimat ist der Ort, den man mit eigenen guten Geschichten besetzt hat." In Wörners interessantem, autobiographischen, klugen, fundierten und flüssig zu lesenden Buch meine ich herauszulesen, dass auch sie vor allem die Orte als Heimat erkennt, die sie mit ihren eigenen Geschichten besetzen konnte. Und doch sind es die unverortbaren Momente in ihrem Leben, die sie als ebenso wichtig erachtet, zeigen sie einem in der Entwurzelung doch erst, wo die wahren Wurzeln liegen: "Das sind die Momente der Entwurzelung, jenseits des Ortes, und das können sehr kreative Momente sein. Denn man betrachet sich und sein Tun und die Menschen, mit denen man sein Leben verbringt, wie durch einen Filter, und meistens sieht man sehr klar Kontur und Tiefe." (S. 249) Manchmal muss man ein Stück zurücktreten, um den Blick zu schärfen und manchmal muss es eben die Herzenssprache sein.

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