Nina Sonnenberg , Fiva Klub Karamell

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Inhaltsangabe zu „Klub Karamell“ von Nina Sonnenberg

Bekannt ist Fiva alias Nina Sonnenberg vor allem für ihre Texte, die einzigartig im deutschen HipHop sind: Texte mit Herz und Verstand, offen, kritisch, intelligent und lyrisch. Nicht ohne Grund begeistert sie damit auch dem Rap weniger zugeneigte Hörer. Fiva ist eine genaue Beobachterin und ironische Kommentatorin des Jetzt, sie findet treffende Zustandsbeschreibungen für die Gesellschaft in der wir leben. In ihren Texten geht es aber auch um persönliche Dinge wie Liebe und Einsamkeit, Selbstbewusstsein oder zu große Egos. Fiva hat dem deutschen Rap ganz neue, eigene Inhalte und Facetten gegeben – nun erscheint ihr erstes Buch mit 'Sprechtexten'. 'Klub Karamell' liegt eine CD mit von ihr selbst vorgetragenen Texten bei.

ganz toll wundervolle texte!! fiva schreibt direkt aus dem herzen.. fantastisch! live ist sie zwar noch besser aber das buch is wirklich toll!

— volci
volci

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  • Rezension zu "Klub Karamell" von Nina Sonnenberg

    Klub Karamell
    Rat_Krespel

    Rat_Krespel

    10. August 2008 um 21:09

    „Doch wenn einer von denen denkt, dass er besser ist als ich war / So komm er auf die Bühne hoch und definiere Dichter!“ Da zuckt der der geneigte Rezensent zwar kurz zusammen, denn das ist eine hohe Messlatte – aber zum Glück müssen Kritiker das, was sie besprechen nicht besser können, als der Künstler, den sie besprechen! Was ist Klub Karamell? Ein Buch mit Hör-CD? Oder ein Hörbuch mit Texten? Nina Sonnenberg, alias Fiva präsentiert mit diesem Buch beides. 62 Seiten Lyrik und eine CD mit den Texten – gelesen von der Autorin selbst. Bevor man den ersten Text gelesen (oder gehört) hat, fällt auf jeden Fall die schöne Aufmachung des Buches auf. Ein abwechslungsreiches Layout, eine schöne, aber nicht aufdringliche Präsentation der Gedichte stechen bei dem kleinen Büchlein sofort ins Auge. Die 1978 geborene Rapperin, Moderation, Betreiberin eines Musiklabels präsentiert in Klub Karamell sehr heterogene Texte, sowohl was die Länge, als auch was die Art der Gedichte betrifft. Einheit findet sich eher beim Inhalt: Viele der Gedichte drehen sich um Zwischenmenschliches, die Beziehung zu einem Partner, einem Liebhaber, aber auch einem Vater oder zu einem Publikum, alles mit einem kritischen, skeptischen, hinterfragenden Grundton. Und dann gibt es noch die Lebenslaufcharts – Gedankensplitter zu bekannten Songs, aber auch diese Splitter fügen sich zu kleinen Geschichten. Es mag ein Vorurteil sein, dass Rap etwas mit Wut zu tun hat, aber Nina Sonnenberg ist da am stärksten, wo die Texte wütend sind, Gedanken raus müssen, Emotionen einen Ausdruck suchen. Daneben gibt es dann aber auch leider Zeilen wie „Der Zeitsand zieht abwärts / Der Kopf kratzt am Himmel“ – da ist Kitsch nicht mehr weit. Doch glücklicherweise überwiegen die starken Texte. So doch eher positiv gestimmt, legt man die CD ein, um das Ganze auch zu hören – und Stirnrunzeln ist die harmloseste Reaktion, die einen dann überkommt. Eine Aufnahme, die klingt, als ob Nina Sonnenberg in einem ausgeräumten Zimmer sitzt und uninspiriert Gedichte liest, nein herunterliest. Kaum Intonation, kaum Modulation – jede Emotion wirkt aufgesetzt – Gedichte vorlesen in der Schule hatte eine ähnliche Qualität. Eine Ausnahme gilt es hervorzuheben: „Vätermarsch“ – das musikalischste der Gedichte. Und hier ist auch der gehörte Text stark, spürt man auch beim Hören die Emotion. Dass die Texte im Buch und die gelesenen nicht immer ganz übereinstimmen, mag bei kleinen Unterschieden („meine Schlüssel“ oder „meinen Schlüssel“) zu vernachlässigen sein. Aber wenn der Sinn des Gedichtes sich verändert, dann wird es ärgerlich: „Wenn du mir nimmst, was du brauchst / Bleibt nichts von mir im Paradies / Bis ich dem letzten Schnee zuschau / wie er durch deinen Finger fließt“ steht da geschrieben und zu hören ist: „Wenn du dir (!) nimmst, was du brauchst / Bleibt nichts von mir im Paradies / Bis ich dem letzten Schnee zuschau / Wie er durch seine (!) Finger fließt“. Oder: "Wenn mich was berührt" gegen "Wenn Du mich berührst". Das ist keine Absicht, das ist nachlässig und verstärkt nur den Eindruck, dass die CD noch schnell mitproduziert wurde. Mit Klub Karamell ist Nina Sonnenberg eine kleine, teilweise sehr gelungene Textsammlung gelungen, aber jeder, der sie kauft, sollte sie lesen und nicht hören, denn dann bleiben die Texte wirklich stark. Und da ich selber nicht auf die Bühne will und Dichter definieren möchte, zitiere ich nur: „Wenn ich dir zuhöre. / Bist du dann endlich still?“

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