An das Leid gewöhnt man sich nie

von Pietro Bartolo und Lidia Tilotta
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An das Leid gewöhnt man sich nie
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Ein Zeugnis großer Menschlichkeit und ein Buch, das ich am liebsten jedem politischen Entscheidungsträger in die Hand drücken würde

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Inhaltsangabe zu "An das Leid gewöhnt man sich nie"

Lampedusa ist der Schauplatz einer der großen menschlichen Katastrophen unserer Zeit. Und Pietro Bartolo ist zum heldenhaften Symbol der Insel geworden. Dies ist die bewegende und aufrüttelnde Geschichte eines Arztes, dessen Menschlichkeit ein Vorbild ist – für uns alle.Seit mehr als 25 Jahren ist er für sie da. Pietro Bartolo ist der Erste, der den Migranten auf europäischem Boden begegnet. Er versorgt sie, kümmert sich um sie, stärkt sie. Aber das Wichtigste: Er hört ihnen zu. Es sind Leidensgeschichten und Geschichten der Hoffnung, Erzählungen von Verlust und unendlichem Schmerz. Bartolo bekommt aber auch die unermessliche Erleichterung derer zu spüren, die es auf die sizilianische Insel geschafft haben und nun zögernd-hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. In seinem Memoir verwebt Bartolo all diese Geschichten mit seiner eigenen: Aufgewachsen als Sohn einer armen Fischerfamilie, musste auch er einen langen und harten Weg beschreiten. Heute kämpft er voller Wut und Verständnislosigkeit, aber auch mit Nächstenliebe und Solidarität dafür, dass es den Geflüchteten nach ihrer Ankunft besser geht. Ein großes Beispiel an Mut und Zivilcourage. Und ein Beispiel dafür, wie verflucht selbstverständlich Menschlichkeit sein kann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518468005
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:170 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:10.04.2017

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    Alaiss avatar
    Alaisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Zeugnis großer Menschlichkeit und ein Buch, das ich am liebsten jedem politischen Entscheidungsträger in die Hand drücken würde
    Die Geschichte des Arztes Pietro Bartolo auf Lampedusa - ein Zeugnis großer Menschlichkeit

    Anpacken und helfen, wenn Menschen in Not geraten, ihnen zuhören, wissen, dass man nicht die ganze Welt retten kann, aber zumindest die Schritte gehen, die einem möglich sind, und dadurch für den einen oder anderen Menschen eben doch seine ganze Welt retten - angesichts des dümmlichen und kaltherzigen Geschwätzes der Rechtspopulisten könnte man fast vergessen, dass die Menschheit noch nicht völlig degeneriert ist und es doch noch normale Menschen in dieser Welt gibt, die zu all dem in der Lage sind und Tag für Tag die wunderbare Kraft der Menschlichkeit unter Beweis stellen.
    Pietro Bartolo, Arzt auf Lampedusa, der bereits zahlreiche Bootsflüchtlinge, die sich retten konnten, in Empfang genommen und versorgt hat, sich aber auch um viel zu viele Leichen kümmern musste, ist einer von ihnen. Die Journalistin Lidia Tilotta hat in diesem Buch zusammen mit ihm seine Geschichte aufgezeichnet: von seiner Kindheit als Sohn eines Fischers auf dieser Insel bis hin zu seiner dortigen Tätigkeit als Arzt.
    Immer wieder kommen Flüchtlinge auf der Insel an, zu diesem kleinen tapferen Tor Europas, auf dessen Freundlichkeit wir Europäer stolz sein können und das doch nur einen kleinen Beitrag angesichts des Grauens, das die Flüchtlinge erleben müssen, leisten kann. Bartolo, mit Leib und Seele Arzt, geht für seine Patienten sehr weit. Besonders beeindrucken mich an ihm seine Bescheidenheit, immer wieder möchte er betonen, dass er nur einer von vielen Helfern ist, und sein Feingefühl - so hilft er einer jungen Frau, die zusammen mit ihrer Katze geflüchtet war, diese wiederzufinden. Sicherlich hätten viele Menschen dieser Wiedervereinigung wenig Wichtigkeit eingeräumt, er aber ist klug genug, um zu wissen, dass es die Bedeutung, die das Tier für die traumatisierte Frau hat, ist, die zählt und nicht, welche Bedeutung irgendein Entscheidungsträger der Katze zuschreibt.
    Trotz all der Traurigkeit ist es ein Buch, das Mut macht und nachahmenswerte Verhaltensweisen zeigt. Denn: "[...] wer Mauern errichtet und die Flüchtlinge zurückweisen will, verhält sich nicht anders als Hitlers Schergen, in denen die Philosophin Hannah Arendt die "Banalität des Bösen" am Werk sah." - wie es auf Seite 81 so treffend auf den Punkt gebracht wird.

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