Roman - Colette Erwachende Herzen

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 2 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(2)
(1)
(1)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Erwachende Herzen“ von Roman - Colette

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Der letzte Sommer der Kindheit …

    Erwachende Herzen
    Herbstrose

    Herbstrose

    26. February 2017 um 18:51

    Wie jedes Jahr verbringen die befreundeten Familien Audebert und Ferret aus Paris ihre dreimonatigen Sommerferien im gemieteten Haus am Meer in der Bretagne. Wie jedes Jahr sind Philippe und Vinca, die 16 und 15 Jahre alten Kinder der Familien, unzertrennlich. Dennoch ist etwas anders in diesem Jahr. Ihre bisher geschwisterliche Liebe ist weniger unbeschwert, weniger fröhlich, und hat einen Hauch wehmütigen Abschieds. Ein Ahnen, dass da in der Zukunft etwas anders sein könnte. Doch erst eine ältere Dame bringt Klarheit in ihre Gefühle … Die französische Schriftstellerin Colette, 1873 geboren, schrieb diesen Roman 1922 für das Feuilleton des Matin unter dem Titel Le Blé en herbe. Der Abdruck in der Zeitung musste allerdings wegen moralischer Entrüstung vieler Leser abgebrochen werden. Die deutsche Übersetzung des Werkes unter dem Titel „Erwachende Herzen“ erfolgte erst 1952. Erstübersetzung war 1927 unter dem Titel Phil und Vinca. Colette war zweimal verheiratet, war Mutter einer Tochter und hatte zwischen den Ehen auch Beziehungen mit Frauen. Ihr unkonventioneller Lebensstil machte sich auch in ihren Werken bemerkbar, in denen sie sich kritisch mit der Ehe auseinandersetzte und auch die Sexualität der Frau nicht tabuisierte. Im Alter von 40 Jahren hatte sie eine amouröse Affäre mit ihrem 16 Jahre alten Stiefsohn, was sie offenbar in diesem Roman sehr einfühlsam verarbeitete. Colette starb 1954 in Paris und bekam als erste Frau in Frankreich ein Staatsbegräbnis. Ein kleines Buch – ein großes Werk in der Literatur und eine Revolution in der damaligen Zeit. Dezent und delikat wird hier das weibliche Begehren und das Recht auf erotische Selbstverwirklichung geschildert. Der Schreibstil ist naturgemäß etwas „altmodisch“ für heutige Anforderungen – hat man sich aber erst einmal eingelesen, kann man sich gut daran gewöhnen. Unbeschwert und heiter, ganz der sommerlichen Szenerie angepasst, begegnet der Leser anfangs den beiden Protagonisten. Die anderen Personen sind nur Staffage und bleiben diskret im Hintergrund. Bei aller Leichtigkeit ist jedoch ständig zu spüren, wie bedeutend und einschneidend die erotische Erfahrung ist, die hier im Mittelpunkt steht. Fazit: Ein kleiner Roman, aber große Literatur!

    Mehr