Silke Bauerfeind Blütenschwarz

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Inhaltsangabe zu „Blütenschwarz“ von Silke Bauerfeind

Wie ist es, wenn man seine Umgebung ganz anders wahrnimmt und sich wie "Aus der Welten Krümmung" geworfen fühlt? Davon erzählt ein junger Mann und vermittelt eine ganz ungewohnte Sichtweise auf das sonst Gewohnte. Was Elena mit dem „Geruch von Schnee“ verbindet, bleibt bis zur letzten Zeile ihrer Erzählung ein Geheimnis. Ihre Geschichte führt in eine Kindheit, die berührt und erschüttert, und in eine Gegenwart, die versucht, das Erlebte zu verarbeiten. Philosophisch angehaucht und lebenskritisch sind die Fragen, die eine Frau "an einen Dirigenten" stellt. In einer ausweglosen Situation sucht sie Halt und Trost in der Kunst. Auf drei Zeitebenen begegnen sich in „Bittermandel“ Menschen verschiedener Generationen, die eine Geschichte verbindet. Katharina schreibt rückblickend ein Stück Familienchronik und deckt dabei mehrere Geheimnisse auf. Die biographischen Aufzeichnungen dieser sehr unterschiedlichen Personen laden dazu ein, intensiv mitzuerleben und mitzufühlen. Spannend, sensibel, sorgsam recherchiert.

Tiefsinnig, feinsinnig, wertvoll

— sabine_wallefeld
sabine_wallefeld

Beeindruckend geschrieben. Hoch philosophisch. Grandiose Arbeit.

— JennyBooks
JennyBooks

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  • Vier berührende Erzählungen

    Blütenschwarz
    sabine_wallefeld

    sabine_wallefeld

    22. July 2016 um 18:32

    Das Buch „Blütenschwarz“ ist eine gelungene Komposition aus vier Erzählungen. „Aus der Welten Krümmung“ hat mich sofort in den Bann gezogen und zwar sprachlich wie inhaltlich. In sensibler poetischen Wortwahl entführt S. Bauerfeind mich als Leserin in das Leben eines autistischen Kindes, welches in einer Welt ankommt, für die die Sinne dieses Kindes nicht gemacht sind. Eine Welt, in der von Beginn an das Chaos herrscht. Detailliert und sehr einfühlsam wird das Anderssein dieses kleinen Menschen erzählt, ohne Verzweiflung oder Aussichtslosigkeit vermuten zu lassen. Bauerfeind wählt eine leise Sprache, leise Worte, die dennoch das Innerste des Lesers erreichen. Unaufdringlich, nachhaltig. Diese Geschichte hat mich tief berührt ohne Klischees zu bedienen. Für mich ist diese kleine Erzählung eine ganz Große, nämlich unvergesslich. „Der Geruch von Schnee“ erzählt die Geschichte Elenas, welcher in ihrem Leben unterschiedliche Formen von Gewalt widerfahren ist. Die Autorin versteht es, den Leser Schritt für Schritt in die dramatische Kindheit Elenas hineinzuziehen, bis einem fast der Atem ausgeht. Doch zum Ende hin, erlöst die Gegenwart die Tragödie der Kindheit. Es folgt die Befreiung einer jungen Frau, die in der Liebe, der Partnerschaft Halt und eine Zukunft findet, ohne die Vergangenheit zu verdrängen. „An einen Dirigenten“ ist eine philosophische Erzählung, die sehr dicht Betrachtungen zur Kunst darlegt. Eine Frau entführt den Leser in Gedankenwelten. Das Beobachten eines Dirigenten löst in ihr verschiedene Fragen aus. So als berühre jeder Ton ihr Innerstes. Die Melodien durchdringen die Beobachterin, bringen ihre Gedanken in Bewegung, lassen sie fließen, fluten, branden. Sie stellt die Frage nach dem Sinn und Zweck von Kunst, nach deren Daseinsberechtigung. Sie stellt die Frage, ob Kunst ein Mantel sei, der ein Wesen verbirgt, verzaubert, verändert? Friedlich endet die Erzählung. Friedlich, unaufgeregt, versöhnlich. „Bittermandel“ heißt die vierte Erzählung. Katharina ist alt und krank. Sie lebt in einem Haus am Meer, nur mit einer Katze. Sie blickt auf ihr Leben zurück und beginnt durch Tagebuchaufzeichnungen, Begebenheiten aus ihrer Familien zu erinnern. 10 Jahre ist sie alt, als der Krieg ausbricht und sie muss erleben, wie ihr behinderter Bruder Paul nach einer Sterilisation im Sinne des NS Regimes, stirbt. Ein Schlüsselerlebnis, das weitere Familiengeheimnisse nach sich zieht. Schonungslos werden diese aufgedeckt. Katharina steht am Ende ihres Lebens, kann sich dadurch eine grenzenlose Offenheit leisten. Durch die Stimmung am Meer im Winter und die Wahl der Worte, zuweilen der Wortfetzen, die keine wohlgeordnete Sprache mehr erlauben, da der Inhalt verletzt, entsetzt, stellt die Autorin den Leser nahezu nackt mitten in diese Tragödie. Es ist, als passiere es jetzt. Direkt und nah. Die Gewalttaten des Dritten Reiches versetzen in Atemlosigkeit, lässt die Verwundungen miterleben und dennoch herrscht am Ende der Erzählung ein tiefer Frieden. Auch in dieser Geschichte gelingt am Ende eine Wende. Das Gute deckt sich sanft über das Grauen der NS Zeit. Alle vier Geschichten berühren tief. Sie thematisieren psychische Probleme bis hin zu menschlichen Abgründen. Die blütenschwarze Seele, die sich durch das Erzählen öffnet und letztendlich lichtvoll erblüht. Danke an die Autorin, die sich nicht scheut, menschliche Schicksale zu ergründen, die tief in die Sinnhaftigkeit eindringt und den Leser am Ende in die Erkenntnis führt, dass alles, auch das Dunkle, das Negative einen Sinn hat und überwunden werden kann. Ein faszinierendes Buch, das es schafft, ohne Wertung menschliche Schwierigkeiten und menschliches Fehlverhalten differenziert aufzuzeigen, ohne auch nur ansatzweise in die Versuchung von Anklage zu verfallen. Im Gegenteil, es vollzieht sich eine starke Entwicklung der Charaktere, die aus ihrem Erlebten Kraft schöpfen. Der Autorin gelingt ein sehr würdiger und niveauvoller Umgang mit menschlichem Versagen oder Fehlverhalten. Es liegt nahe, dass der „Mantel der Kunst“, der auch S. Bauerfeind umgibt, sie zu einem versöhnlichen, wertvollen Menschen gemacht hat. Ein absolut zu empfehlendes Buch für Leser, die sich nicht scheuen mit den Grauschattierungen des Lebens philosophisch tiefgründig auseinanderzusetzen und daran zu wachsen. 

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  • Rezension Blütenschwarz

    Blütenschwarz
    JennyBooks

    JennyBooks

    13. December 2015 um 20:08

    Buchtipp! Rezension! :) Blütenschwarz  Silke Bauerfeind Inhalt: Wie ist es, wenn man seine Umgebung ganz anders wahrnimmt und sich wie "Aus der Welten Krümmung" geworfen fühlt? Davon erzählt ein junger Mann und vermittelt eine ganz ungewohnte Sichtweise auf das sonst Gewohnte. Was Elena mit dem „Geruch von Schnee“ verbindet, bleibt bis zur letzten Zeile ihrer Erzählung ein Geheimnis. Ihre Geschichte führt in eine Kindheit, die berührt und erschüttert, und in eine Gegenwart, die versucht, das Erlebte zu verarbeiten. Philosophisch angehaucht und lebenskritisch sind die Fragen, die eine Frau "an einen Dirigenten" stellt. In einer ausweglosen Situation sucht sie Halt und Trost in der Kunst. Auf drei Zeitebenen begegnen sich in „Bittermandel“ Menschen verschiedener Generationen, die eine Geschichte verbindet. Katharina schreibt rückblickend ein Stück Familienchronik und deckt dabei mehrere Geheimnisse auf. Die biographischen Aufzeichnungen dieser sehr unterschiedlichen Personen laden dazu ein, intensiv mitzuerleben und mitzufühlen.  Spannend, sensibel, sorgsam recherchiert. Meine Meinung: Normalerweise ist meine Lust auf Kurzgeschichten immer sehr gedämmt, so auch zu Beginn bei diesem Buch. Ich finde die Story dann meistens zu kurz und will nicht, dass sie endet. Doch in diesem Fall war es komischerweise ganz anders. Ich las zwar auch wegen der Story doch was mich am meisten überzeugte war der brilliante Schreibstil der grandios wortgewandten Autorin Silke Bauerfeind. Das ungewöhnlich stlistische Schreiben macht dieses Buch zudem was es ist. Auch die Geschichten waren interessant und einzigartig. Nicht mit mir bekannten vergleichbar. Erzählen alle von unterschiedlichsten Leben, die alle auf ihre eigene Art zerissen und zerbürstet sind. Obwohl es sich um Kurzgeschichten handelte, war ich nicht enttäuscht von der Länge, so wie sonst. Die Geschichten beinhalteten genau die richtige Menge, mehr und die spezielle Besonderheit jeder Geschichte wäre verloren gewesen. Nach jeder Kurzgeschichte folgte ein passendes Gedicht, ich als dichterisch begeisterte Leserin war davon völlig hin und weg. Das gab dem ganzen einfach nochmal das i-Tüpfelchen. Alle vier Geschichten sind in der Ich-Perspektive geschrieben und ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Protagonist seine Geschichte und seine Gefühle selber niedergeschrieben hat. Jede Geschichte hat die Emotionen auf eine individuelle Weise wiedergegeben, was es so glaubwürdig machte. Von Titel und Cover war ich allerdings vorerst nicht sehr angesprochen. Aber ein passendes Design für vier Erzählungen zu finden ist wahrscheinlich nicht so einfach, wenn es bei diesen überhaupt möglich gewesen wäre.  Eine Autorin die defintiv mehr Aufmerksamkeit verdient! Hochbegabte und intelligente Frau! Der Schreibstil macht eindeutig Lust auf das Lesen weiterer Werke. 

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