Stéphane Hessel Empörung - Meine Bilanz

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Inhaltsangabe zu „Empörung - Meine Bilanz“ von Stéphane Hessel

Nicht hinnehmen, was unannehmbar ist, und das Unwahrscheinliche zu denken wagen Das Vermächtnis des „Vaters“ der weltweiten Protestbewegungen Millionen haben seine Streitschriften gelesen. Für die Empörten in aller Welt ist er Pflichtlektüre: Empörung, Meine offenen Rechnungen ist das Vermächtnis des 94-jährigen Politikers, Diplomaten und Literaten Stéphane Hessel und die Quintessenz seines langen Lebens. Darin vertieft er die Fragen seiner Streitschriften, wogegen man sich empören und wofür engagieren soll? Dichter und Denker aus Deutschland, Frankreich und England haben sein Weltbild geprägt. Vor diesem reichen Horizont spricht der Wanderer zwischen den Kulturen über seine Ideale und Werte, über Menschen, denen er begegnen durfte, Ideen, die ihn beflügelt haben, Kämpfe, die er gekämpft hat und Rechnungen, die auch nach einem langen und erfüllten Leben immer noch offen sind. Als KZ-Überlebender, Mitglied der Résistance, Politiker und Diplomat hat er sich ein Leben lang für Freiheit, Gerechtigkeit und die Würde des Menschen eingesetzt. Diese Werte scheinen ihm heute im globalen Maßstab stärker bedroht denn je. Und deshalb appelliert er an seine Leser, sich zu engagieren und gegen „das Unannehmbare“ Widerstand zu leisten.

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  • Rezension zu "Empörung - Meine Bilanz" von Stéphane Hessel

    Empörung - Meine Bilanz
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. May 2012 um 10:44

    Nachglühen Nach dem fulminanten Erfolg seines Buches „Empörung“ legt Stephane Hessel nun im Alter von 94 Jahren noch einmal nach und zieht eine Bilanz seines Lebens. Wie im Geleitwort zu Recht betont, findet der Leser in dieser „Bilanz“ allerdings keine Autobiographie im klassischen Sinne vor, sondern eine „Quintessenz“ aus Leben und Denken des „politischen Literaten“ und des „literarischen Politikers“. Eine Essenz, die Hessel selbst eine „Architektur aus Prinzipien, Werten und Ethik“ nennt. Einer, der sich selbst überrascht zeigt von dem „Sturm“, den seine kleine Schrift „Empörung“ weltweit ausgelöst hat und der, von Beginn auch dieses Buches an, seine grundlegende Beobachtung, sein „Thema“ in den Mittelpunkt rückt. Dass man „damals“ eine bessere Welt unter dem Zeichen von Freiheit und Gerechtigkeit aufbauen wollte und konstatieren muss, dass diese Werte vielfach missachtet wurden. In Demokratien genauso wie in Diktaturen. Und nun legt Hessel dem Leser seine Prägungen, seine Wichtigkeiten im Leben offen, sieht dies sogar ausgesprochen als eine Frage nach der Rechtfertigung seines „Erfolges“ momentan. Er, der sich als einen „Überlebenden“ betrachtet, einen Zeugen aus vergangener Zeit, der diese Vergangenheit aber nicht nur erinnernd wach zuhalten gedenkt, sondern diese Erfahrungen und Einsichten transformiert in die Gegenwart hinein. „Wenden wir uns der Vergangenheit zu, das wird ein Fortschritt sein“ (Verdi) ist dabei Hessels Maxime. Und eben dieses: „Widerstand leisten heißt Neues schaffen; Neues Schaffen heißt Widerstand leisten“. Klare Sätze, klare Einsichten, klare Formulierungen. Auch wenn vieles an dieser Lebensbilanz auf Anekdoten sich entzündet, auf damaligen Begegnungen, Hessels Haltung ist klar erkennbar, wird deutlich benannt und trifft einfach ins Schwarze, anders kann man es nicht ausdrücken. Genau jene Werte, die er einklagt, für die er in jungen und jüngeren Jahren einstand und sich einsetzte, genau jene Werte sind es, die schmählich missachtet wurden an vielen Orten der Entscheidungsträger mit einer offenen und hohen Rechnung, die nun für diese Missachtung präsentiert wird. In einer Welt, wie Hessel feststellt, in der „Technologien die Welt schrumpfen lassen und individuelle Universen im selben Maße wachsen“. Und in der man „Widerstand leisten“ und gegensteuern muss, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Es zumindest zu versuchen. Es sind dabei durchaus auch, vielleicht sogar vor allem, die „kleinen“ Erwähnungen, die dem Leser die Person Hessel nahebringt. Seine Haltung zur Eifersucht, zu einer Affäre seiner Frau ist noch nicht mal mehr „modern“ zu nennen, sondern fast schon „zukünftig“, selbst wenn er diese Haltung vor Jahrzehnten bereits entwickelte. Einer, der in seinem Leben einfach umsetzt und lebt, was er als wertvolle und bedeutsam erkennt. Hier liegt sicherlich die Faszination seiner Person mit begründet, der man sich auch in diesem Buch nicht entziehen kann. Vielfach sind die angesprochenen Themen, von der privaten Seite der Liebe bis hin zur UNO, von Erinnerungen an seine Mutter bis zur Globalisierung. Man verzieht das assoziative und hier und da sprunghafte seiner Gedanken und Darlegungen in dieser Breite gerne, ist doch der Gewinn der Lektüre in den Gedanken der Solidarität, der gemeinschaftlichen Verantwortung, der persönlichen Freiheit und des mutigen nach vorne Denkens (und Gehens) hoch und die Anregungen zur eigenen Reflektion vielfältig.

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