Adam Horovitz

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Lebenslauf von Adam Horovitz

Die Beastie Boys sind ein Trio bestehend aus Michael »Mike D« Diamond, Adam »AD-ROCK« Horovitz und Adam »MCA« Yauch (1964–2012), das sich 1981 in New Yorks Hardcore-Punk-Underground gründete und zu einem der ersten großen HipHop-Acts wurde. Das Debütalbum der Band, Licensed to Ill, war das erste Rap-Album der Musikgeschichte, das Platz 1 der US-Pop-Charts erreichte. Zwischen 1986 und 2004 produzierten die Beastie Boys sieben platingekrönte Alben, darunter Klassiker wie Paul’s Boutique, Check Your Head, Ill Communication, Hello Nasty und To the 5 Boroughs, was sie einem der langlebigsten und erfolgreichsten HipHop-Acts weltweit machte. 2012 wurden sie in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Adam Horovitz

Cover des Buches Beastie Boys Buch (ISBN: 9783453272071)

Beastie Boys Buch

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Erschienen am 26.11.2018

Neue Rezensionen zu Adam Horovitz

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Rezension zu "Beastie Boys Buch" von Adam Horovitz

Zeitreise mit den Beastie Boys
GetReadyvor 9 Monaten

Zuerst die unwichtigen persönlichen Fakten, wer nur die Kritik lesen möchte, ich markiere, wo es losgeht.


Wieso lese ich ein Buch über die Beastie Boys?

Ich mag keine Biografien oder Autobiografien, aus vielen Gründen.
Sie sind in unterschiedlichster Weise schlecht geschrieben, sie sind "und dann Erzählungen", zu sehr aus der verehrenden Perspektive entstanden oder Selbstbeweihräucherungen, sie sind schlecht recherchiert, sie sind zu intim, ich komme mir voyeuristisch vor und sie machen mir zumindest vorübergehend das Werk der Künstler kaputt.

Und dann die Beastie Boys! Klar, ich habe alle Platten hier, einige auch zeitweilig in Dauerschleife gehört. Obwohl einer meiner liebsten Songs aller Zeiten und auch das beste Musikvideo dazu von ihnen stammt, sie waren nie eine Band, die ich nannte, wenn mich jemand nach absoluten Lieblingsbands fragte. Nachdem Kirk diesen Song im geklauten Auto hörte, liebte ich den Star Trek Film uneingeschränkt. Aber die Band wurde nicht wichtiger.

Ich habe meinen besten Freund 1987 im Tempodrom blamiert, als ich nach einem langen Blick auf die Bühne sehr laut fragte: "Wieso haben die eigentlich keine Gitarren-Amps auf der Bühne?" 
Das Konzert war schlecht, weil die größenwahnsinnigen, postpubertären Beasties sauer waren, dass ihnen das feministisch bewegte Tempodom verbot, nackte Tänzerin in Käfigen auf der Bühne zu präsentieren, denn es waren die Zeiten der feministischen "Schwanz ab"- Splittergruppen, die in Berlin kleine Independentkinos für die Aufführungen von, tatsächlich künstlerischen, Pornos angriffen. Der Kompromiss bestand dann in einer etwas bekleideteren Dame, wenn ich mich korrekt erinnere.
Immerhin gaben Run DMC ein großartiges Konzert.
Alle andern Konzerte, die ich von den Beastie Boys erleben konnte, waren super.

**************** Review beginnt****************************
Und dann trudelte kurz vor Weihnachten dieser Brocken von Buch als Geschenk von ebendiesem Freund bei mir ein. Und ich liebe es.
Weil es nichts von allem ist, was ich an Büchern über Musik und Kunst nicht mag.
Es besteht aus vielen Bildern und jeweils recht kurzen Texten von Horovitz, Diamond und  Weggefährten. Es enthält jede Menge Aufzählungen von Songs, die inspirierend waren,  Berichte von Videodrehs, selber besuchten Konzerten, Kochrezepte,  die Beurteilung der Looks, Anekdoten vom Feinstern ( der Ring) und es macht einfach Spaß. Die meisten Texte sind sehr persönlich, ohne zu  privat zu sein. Der Fokus bleibt auf der musikalischen Entwicklung der Band. 
Das Buch ist ein Mixtape in Textform, wenn jemand bei der Erstellung Liebe und Sorgfalt investiert hat, ist es perfekt, besser als jede Playlist. Warum wird auch im Buch erklärt
Alles fängt an mit den Kapiteln, in denen das frühe New York der Achtziger geschildert wird. Die Stadt meiner Sehnsucht, die ich nie erlebte, weil ich es erst rüberschaffte, als Gentrifizierung und Giuliani alles zerstört hatten, was für mich NY ausmachte. Dank dieses Buches kann ich es ein wenig erleben.

Irgendwann treffen sie auf Rick Rubin und der Erfolg kommt. In den Texten zu dieser Zeit, sind sie durchaus selbstkritisch, was ihre frühere Attitüde angeht. Sie geben zu, ihre eigene Ironie plötzlich für bare Münze genommen zu haben, ihnen der Erfolg zu Kopf stieg. Obwohl sie später natürlich ganz anders unterwegs waren, imponiert mir diese Selbstreflexion, weil sie selten öffentlich stattfindet, wenn überhaupt.
Zwischendurch gibt es auch recht technische Abschnitte, die mich weniger interessierten, für die Musiker unter den LeserInnen aber sicher spannend sind. Selbst dort konnte ich noch kleine Dinge finden, die mich bei der Stange hielten.
Nicht immer ist das Buch chronologisch, was ich sehr angenehm fand, weil es ja in der Vielzahl der unterschiedlichsten Texte, eher eine Art Kaleidoskop oder Mixtape im Buchform ist.
Im letzten Drittel fiel mir auf, wie sehr eigentlich die dritte Stimme fehlt, die des verstorbenen Adam Yauchs.
Es ist nur  konsequent, dass sein Fehlen auch in dieser Form immer mehr auffällt. In den Kapiteln wird immer deutlicher, wie wenig die Restband mit der Erkrankung und seinem Tod umgehen kann. Das wird auch erwähnt. 

Eingerahmt wird die Geschichte der Beastie Boys von 2 Texten über Yauch, in denen sich auf das Bild von ihm Ski fahrend mit einem Cello auf dem Rücken wiederholt. Sie verdeutlichen, wie sehr Yauch als kreativer Mensch, Bandmitglied, Freund und Weltverbesserer fehlt.

So möchte ich über Künstler lesen: relativ uneitel, lustig, leidenschaftlich, informativ. Ich möchte den Kontext verstehen, den Zeitgeist fast erleben, über Menschen die berührt haben.
In dieses Buch wurden Liebe, Kenntnisse und Sorgfalt gesteckt.

Offtopic:
Ich habe große Zweifel daran, dass sich Heyne Hardcore damit einen Gefallen getan hat, das Buch mit einem Zitat des überschwänglichen Lobes von Ulf Porschardt zu bewerben. Denn eines kann bei allen seinen Äußerungen sicher sagen: Er hat verharrt immer noch gänzlich unironisch in der "You gotta fight"-Phase und scheint die Bedeutung von persönlicher, kreativer und gesellschaftlicher Weiterentwicklung, sowie das Buch nicht verstanden zu haben.

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