Adi Mira Michaels Peterchens Schlittenfahrt

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Inhaltsangabe zu „Peterchens Schlittenfahrt“ von Adi Mira Michaels

Klappentext Peterchens Schlittenfahrt

Peterchen ist Mami Irmgards großer Junge. Sie hat es nicht leicht mit ihm. Sie, die alleinerziehende Mutter, die schon vor ihrem Abitur begonnen hatte, ihren Lebensunterhalt, damals noch das Taschengeld, mit Leistungen im ältesten Gewerbe der Welt zu verdienen. Ein Job, den sie wirklich gerne macht. Peterchen ist auch nicht durch einen Unfall entstanden, Eugen war ihre große Liebe. Doch als sie kurz vor der Niederkunft war, verschwand Eugen und entpuppte sich in allem als falsch. Das goldene Haar, die leuchtend blauen Augen, der Name, der Wohnort, die Arbeit… Nur seine Statur, seine breiten Schultern, seine perfekte Ausstattung, die waren echt gewesen.
Irmgard war damals viel zu naiv, sich von ihm wenigstens mal mehr Daten zeigen zu lassen, doch heute? In dem Job ist ein falscher Name immer noch besser als gar keiner. Sie heißt ja im Beruf auch nicht Irmgard.
Peter wächst bei ihren Eltern auf, bis sie ihn im Alter von fünf Jahren zu sich nimmt. Warum, das erfährt der Junge er sehr viel später und versteht es, ehrlich gesagt, auch dann noch nicht. Opa hatte ihm nicht mal beim Pinkeln geholfen, sondern immer nur Oma gerufen; solange das noch notwendig war.

Irmgard und Peter ziehen nach Nürnberg, als Peter zehn Jahre alt ist, 1998. Er ist ein kluger Junge, gut in der Schule, im Gymnasium noch besser – und er ist selbständig. Egal, bei was. Mum ist ja im Regelfall nicht da, wenn er sie bräuchte. Wenn sie in der Früh heimkommt, geht er zur Schule, ist er zurück, schläft sie noch und dann muss sie auch bald wieder zur Arbeit. Macht nichts, kochen kann sie ja auch nicht.
Aber Irmgard ist trotzdem eine gute Mutter. So sieht es Peter. Und sie verdient gut. Schöne Urlaube verbringen sie zusammen. Als Peter 14 ist, geht es zum Beispiel in die USA. Er ist nur einer von zwei Jungs in der Reisegruppe und er freundet sich schnell mit Mike an, seine Mutter mit Mikes Vater. Bald „tauschen“ sie die Zimmer, die Jungs ziehen zusammen, die Elterntiere auch – nun ja, Mike ist auch nicht viel älter und bald ist Peter keine Jungfrau mehr. Eine Befreiung für ihn! Während Mike „nicht schwul“ ist, braucht Peter noch ein wenig, seine eigene Identität zu finden. Er findet sie und als er in Mamas Fußstapfen tritt ... ist er irgendwo froh, dass sie es nicht weiß.

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  • Wie aus einem kleinen Jungen ein schwuler junger Mann wird

    Peterchens Schlittenfahrt

    Schirri66

    04. May 2017 um 13:34

    Der neueste gayle Roman von A. M. Michaels führte mich diesmal auf eine andere ganz Art und Weise an das Leben eines schwulen jungen Mannes und dessen Erlebnisse heran. Der Autor beginnt seine Geschichte, als der Titelheld, Peterchen, 3 Jahre alt ist und die Woche über bei seinen Großeltern lebt. Ungewöhnlich ist auch, dass vom Leben einer Prostituierten erzählt wird, Peterchens Mutter. Ihr einziger Sohn ist das Ergebnis ihrer einzigen großen Liebe, die sie allerdings noch während der Schwangerschaft verließ. Ich erlebte hautnah mit, wie Peterchen vom 5. Lebensjahr an bei seiner Mutter aufwächst, wie er seine eigene Sexualität entdeckt und wie er während einer USA-Reise mit seiner Mutter gerade mal 14jährig die ersten homosexuellen Erfahrungen macht. Dort in den USA begegnete mir als Adi-Mira-Michaels-Fan ein Ort wieder, den ich schon aus den Romanen „Taylor & Son“ kenne: „Alan’s Diary Ranch“! Nach dieser Reise ist für den Jungen Peter nichts mehr, wie es einmal war. Allmählich beginnt er sich seiner eigenen Homosexualität bewusst zu werden, woran nicht zuletzt der misslungene Versuch, eine Beziehung zu einem Mädchen aufzubauen, seinen Anteil hat. Mit 16 Jahren macht Peter die gleiche Erfahrung wie seine Mutter im selben Alter, dass man durch Sex mit Männern auch Geld verdienen kann. Aber er verliebt sich auch in den zwei Jahre jüngeren Ernst, und die beiden genießen ihr Zusammensein. Mir hat an diesem Roman besonders gefallen, wie der Autor die innere Auseinandersetzung von Peter mit seiner Sexualität künstlerisch gestaltete. Er lässt ihn traumartige Gespräche mit einem inneren blauen Flämmchen führen und verdrängte Gefühle in einen imaginären Gefühlsschrank verstecken. Warum jedoch der Autor seinen Roman „Peterchens Schlittenfahrt“ nannte, sollten die hoffentlich zahlreichen Leser dieses schönen Romans selbst herausfinden. Nur so viel: Mit einer echten Schlittenfahrt durch den Schnee oder gar mit anderem „Schnee“ hat es nichts zu tun.

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