Anders Johansen Das schwarze Loch in mir

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Inhaltsangabe zu „Das schwarze Loch in mir“ von Anders Johansen

Die geschützte Welt des autistischen David gerät aus den Fugen, als der Fortschritt über das archaische färöische Dorf Fjeldvig hereinbricht und er ungewollt in einen tödlichen Unfall verwickelt wird. Ganz Fjeldvig ist in Unruhe, denn ein Tunnel soll das völlig abgeschiedene Dorf mit dem Rest des Landes verbinden. Auch der autistische David fürchtet die Veränderungen, die das »schwarze Loch« auslöst. Zum Glück hat er seinen Bruder Peter, der seine behütete Welt zu erhalten versucht. Doch Peters plötzlicher Entschluss, Fjeldvig durch das »schwarze Loch« zu verlassen, lässt Davids Leben zusammenbrechen und löst einen tragischen Unfall aus. Ein berührender Roman zum Eintauchen, erzählt vor der faszinierenden Kulisse der Färöer-Inseln.

Die Geschichte wird in einem ruhigen Ton erzählt und gefiel mir eigentlich ganz gut, der Klappentext weckte jedoch falsche Erwartungen...

— Nachtschwärmer
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  • Autismus auf den Färöer - Das Schwarze Loch in mir von Anders Johansen

    Das schwarze Loch in mir
    bauerhepeter

    bauerhepeter

    09. November 2016 um 21:30

    Autismus auf den Färöerinseln - ein literarisches Wagnis im Hohen Norden von Anders Johansen Dem Autismus literarisch oder im Film zu begegnen ist bestimmt nicht einfach, denn diese doch komplizierte Entwicklungsstörung ist natürlich für Außenstehende schwer zu begreifen und nach vollzu ziehen. Die Färörinseln , eine Inselgruppe ziemlich in der Mitte von Norwegen, Großbritannien und Island uns in irgendeiner Form näherzubringen ixt bestimmt auch keine leichte Aufgabe . Und dies dann in einem überzeugenden Jugendroman zu verbinden , um damit erfolgreich dann Verlagen und einer jugendlichen Leserschaft entgegenzutreten . die nur zu gern in Action - und Fantasywelten eintaucht . ist bestimmt keine beneidenswerte Herausforderung , die es erstmal oder ein Wenn und Aber anzuerkennen gibt. Autismus kann man als eine Art Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung im Gehirn sehen ,die leider unheilbar ist .Sie ist angeboren und dann auch unter den Namen Kanner – und Asbergersyndrom einer breiterer Leserschaft bekannt. Autisten sind grundsätzlich sehr schüchtern und berührungsresistent , haben Defizite bei der Sprachentwicklung , scheinen aber auf einigen Gebieten dies zu gut kompensieren in dem sie dort zu herausragenden Leistungen fähig sind. Nur knapp über 50 000 Menschen leben auf diesen kleinen meist felsigen Inseln, die oft übersät sind mit der uns allen bekannten gelben Sumpfdotterblumen , stellvertretend für einen Waldbestand der sich klimatisch nicht von selbst entwickelt höchstens wenn er von Menschenhand in bestimmten Projekten besonders intensiv versucht wird zu kulzivieren. Die Einheimischen sehen sich als eigenes Volk in der Tradition der Wikinger und sind mit autonomen Rechten innerhalb Dänemarks versehen.18 kleine Inseln die meistens bewohnt oft nebelverhangen im Nieselregen. Hier lebt man von Fisch und Walfang und dies auch sehr lange gut denn es gab ihn zu genüge. Man gab das dort erwirtschaftete Geld gerne und mit vollen Händen wieder aus und begann sich mit ehrgeizigen Projekten die Moderne auf die Inseln zu holen. Alle Dörfer sollten mit Straßen und ehrgeizigen Brücken - und Tunnelprojekten miteinander verbunden werden ,was abernur teilweise gelang , denn man schlitterte in eine deftige Finanzkrise wie später auch der Nachbar Island . uns allen noch wohl bekannt. Tunnelprojekte – ein anschiebendes Wort nach einem Besuch auf diesen Inseln für diesen dänischen Autor ,der bei Aarhus lebt und nun sein erstes Buch in Deutsch bei uns präsentiert ,was fiktive Orte dort beschreibt. Denn ein solches Projekt wird auch bei dem autistischen Jungen David in einem beschaulichen Dorf namens Fjeldvig auf der Insel Tango in Angriff genommen .Man will das abgeschiedene und oft wetterbedingt nur schwer zu erreichende Dorf trotz hoher Berge besser an den Rest anbinden. David hat einen verlässlichen Bruder Peter , seine Eltern und den Dorfschullehrer und Pastor auf seiner Seite während viele ihn leider wegen seiner Eigenart hänseln und ihm sein ohne hin schwieriges Leben noch schwerer macht Dazu kommen noch einige Originale – verschrobene Dorfbewohner, die zahlreiche Macken und Schrulligkeiten aufweisen. Typische Protagonisten zahlreicher Bücher und Filme aus dem hohen Norden. Die in weiten Bereichen unberührte rauhe Natur und das wenige Licht , je mehr man sich dem Polarkreis nähert ,haben Menschen geformt ,die oft ein wenig neben der Normalspur ihren interessanten Lebensweg zu bestreiten scheinen. Wir können sie nicht immer gleich gut ein ordnen ,sie erscheinen oft unnahbar und wegen ihres Eigenbrödlertums schwer greifbar. Nicht selten werden die Menschen hier oben melancholisch oder entwickeln ob ihres Lebenseinen besonderen oft schon schwarzen Humor. Um so schöner dass skandinavischen Autoren und Autorinnen diese Vielfalt menschlicher Natur nur zu gern annehmen und ihre nicht alltäglichen Geschichten in einer ausgeprägten Form der Beschaulichkeit erzählen . Oft im Einklang mit der noch intakten Natur ziehen sich Betulichkeit und Unaufgeregtsamkeit als Spiegel der Gesellschaft in den Romanen wie rote skandinavischtypische Fäden durch die erzählten Geschichten. Dunkle Wälderschluchten, schneebedeckte Gletscherberge , Geysire ,trügerische Moore , reißende Stromschnellen , ausgedehnte Seenplatten und die Begegnungen mit stattlichen Bären, Rentierherden und Elchen haben nun mal entscheidend geprägt , wie zum Beispiel der stille Film " Die Rückkehr " eines Norwegers verdeutlicht , wo zwei Brüder ihren Vater tragisch verlieren. Dafür sind hier packende Handlungen und klare aufgebaute Spannungsbögen sehr rar. Die starken Momente liegen oft in psychologischen Einblicken interessanter vielschichtiger Personen. Menschen ,die sich wie bei diesem Buch " Das schwarze Loch in mir " konfrontiert sehen mit anstehenden Veränderungen ihres bis jetzt intakten kleinen Umfeldes . Menschen , die es als eine Art Bedrohung, vielleicht auch Chance oder Korridor in neue Freiheiten sehen. Menschen, die damit reifen , sich überfordert fühlen und sogar tragisch daran zerbrechen. Skandinavien schreibt vieler solcher Geschichten voller Seltsamkeiten ob es die Ellingromane von Ingvar Ambjornsen sind oder den Film " Wilbur wants to kill himself ".Der Norweger Roy Jacobsen beschreibt unaufgeregt " Den Sommer ,in dem Linda schwimmen lernte " und ein " Dorf der Wunder ".In " Das Mädchen aus der Villa Sorrenta " öffnet uns die Autorin einen tiefen Blick ind ie erschütterte Seele eines Mädchens ,welches seine Freundin verloren hat.Ake Edwardson betätigt sich eher traurig in " Samuraisommer " und dem Nachfolgeband " Drachenmond " und Stefan Casta erzählt eigensinnig einfühlsam von der geheimnisvollen Esmeralda auf einem schwedischen Bauernhof n " Frag mich nicht nach meinen Namen",Sie können emotional berühren soweit man sich diesen Menschengestalten öffnen kann.Man sollte aber immer auch ein gewisses Interesse an Skandinavien und der eigenen Art und Weise manche Dinge dort anzugehen, mitbringen.Eine Naturverbundenheit ist von Vorteil,denn nicht selten ,wie auch hier , spielen Landschaftsbeschreibungen der ausgedehnten Natur eine große Rolle.Kein Wunder denn auch der Autor Anders Johanson ist ein begeisterter Photograph dem hier nun mal die Möglichkeit des Malens mit der Kameralinse fehlt und so wird auch auf den Stift zurückgegriffen. Im Großen und Ganzen ein gelungenes Deutschlanddebüt mit Verbesserungspotential und ein erfolgreich bestandenes Wagnis unter der Voraussetzung es finden sich genug Leser die die gewissenen passenden oben dargestellten " Eignungen" :D dafür mitbringen. Ob sie alle in der angestrebten Zielgruppe der Jugendlichen ab 12/13 Jahren zu finden sein werden gilt zu bezweifeln , denn ein 14 jähriger Hauptdarsteller ist nicht automatisch eine Garantie, dass es eingeordnet als Jugendbuch so die angestrebte Leserschaft findet. Es gibt viele sogenannte Kinder- und Jugendbücher die dann in der Mehrzahl von Erwachsenen gelesen werden. Aber dies ist jetzt kein Grund , dass sich nichtangesprochen Fühlende dem interessanten Thema des Autismus abwenden denn es gibt , was ein Glück , .wie immer im Leben nach erfolgreichen Suchen sich auftuende Alternativen .So können wir auf der " Grünen Insel " nach "Der Junge, der sich in Luft auflöste" von Siobhan Dowd ,Irlands leider schon verstorbener führender Jugendbuchautorin schauen . wo einem erheblich m ehr Spannung in einem Art Jugendkrimi betreff des Themas erwartet. Dies lässt sich spannungstechnisch noch toppen in dem man sich die sehr gelungene Filmversion von dem belgischen Roman " BEN X "ausleiht .Im Gegensatz zum Roman , der darunter leidet ,dass er zu kurz geraten ist und dadurch nie in die Tiefe gehen kann , gibt der Regiedebütant seinen autistischen Helden hier genug Raum und Zeit und schert sich um keine Konventionen .Er liefert einen der besten Jugendfilme Belgiens ab und kombiniert auf höchstem Niveau Emotionalität und Spannung weil er auch die ganze Breite der Optionen in der virtueller Spielewelt kreativ nutzt und überzeugend rüberbringt. Erwachsene schauen sich in einer weißen Landschaft vielleicht die Indieperle " Der Geschmack von Schnee an " wo Sigourney Weaver eine Autistin wundervoll verkörpert aber nunmal wesentlich unbekannter als Dustin Hoffmans Rolle in " Rain Mian " . Hochdekortiert mit vielen Oscars und anderen Fimpreisen aber Hollywood mag es ja generell wenn Schauspieler und - innen in an ihre Grenzen gehende Rollen aufgehen ob Leonardo de Caprio der archarischen Naturgewalten trotzend in dem ausgezeichneten Werk " The Revenant " oder Matthew David McConaughey und Christian Slater , sich fast von der Kinoleinwand weghungernd , in den Filmen " Der Maschinist " und " Dallas Buyers Club ". In England kann man sich mit Mark Haddons " Supergute Tage " diesem Thema nähern und Daniela Schreiters Schattenspringer " Wie es ist, anders zu sein. " lädt uns immer herzlichst ein mit ihr gemeinsam auch Fachwissen zu diesem Thema anzueignen. Dabei geht sie ihren eigenen ungewohnten Weg und baut dies geschickt in Graphic Novels ein. Axel Brauns " Buntschatten und Fledermäuse. Mein Leben in einer anderen Welt " ist schon seit Jahren ein überall bekannter Klassiker Legen wir also alle unsere schützende Hand über sie, die Davids Bens , Raymonds . Lindas und wie sie alle heißen und machen ihnen ihr schweres Los nicht noch schlimmer und bedenken dabei nicht selten verfügen sie mit sogenannten Inselbegabungen über Fähigkeiten wie das überdurchschnittliche Erinnerungsvermögen mit denen sie uns jederzeit locker in die Tasche stecken können. :D Danke. Skandinavische Themen lassen sich jederzeit durch Mitgliedschaft in den Gruppen " Bücher aus Island " und " Fans von Literatur und Landschaft Skandinaviens " hier bei LB vertiefen.Man ist immer willkommen.:D

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  • Rezension: "Das schwarze Loch in mir" von Anders Johansen

    Das schwarze Loch in mir
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    03. October 2016 um 12:37

    Zum Inhalt: David lebt mit seinen Eltern und seinem großen Bruder Peter in dem beschaulichen Dorf Fjeldvig auf der Insel Tango. Durch das Storfjeld-Bergmassiv sind die Bewohner vom Rest des Landes getrennt, ein Besuch auf dem Festland ist mit einem mehrstündigen Marsch über den Berg verbunden. Schiffe oder Hubschrauber können Fjeldvig aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse oft tagelang nicht erreichen. In diesem Idyll ist die Welt noch in Ordnung. Davids Vater betreibt den kleinen Dorfladen, die Kinder von Fjeldvig gehen alle in die kleine Dorfschule, wo sie von Lehrer Joensen in einer Klasse unterrichtet werden. Sein Lieblingsschüler ist David, der bei den anderen Kindern und Dorfbewohnern jedoch nicht immer auf Freundlichkeit stößt. Denn David ist anders. Er ist begabt im Umgang mit Zahlen und Buchstaben und ein wandelndes Lexikon. Aber er versteht nicht, was Ironie ist, und er mag es nicht, berührt zu werden. Nur sein Bruder Peter hat einen besonderen Zugang zu ihm, ist sein Freund und Beschützer. Als die Regierung plant, einen Tunnel durch das Storfjeld zu sprengen und Fjeldvig mit dem Rest des Landes zu verbinden, ändert sich für die Dorfgemeinde und Davids Familie alles. Meine Meinung: "Das schwarze Loch in mir" ist so ein Buch, das mich eher emotionslos zurücklässt. Kernthema ist der Bau des Tunnels und die Veränderungen, die in dem (fiktiven) Dorf Fjeldvig vor sich gehen. Anfangs trifft man eine harmonische Dorfgemeinde, die mich vom Lebensstandard an ein Amish-Dorf erinnert, wenn man mal moderne Dinge wie Telefone oder die zwei Computer in der Schule ausblendet. Doch man merkt schnell, dass hier viele Reibereien bestehen. Der Streit um die allen Dorfbewohnern gehörenden Schafe, das Alkoholproblem mancher Einwohner, die fehlende Toleranz gegenüber Davids Autismus. Als sich dann noch durch den Tunnelbau das Dorf mit der modernen Welt konfrontiert sieht, läuft einiges aus dem Ruder. Die Geschichte wird aus Davids Sicht geschildert. Ich denke, dass es dem Autor durchaus gelungen ist, die Sicht eines Autisten realistisch wiederzugeben. David hat Probleme mit Ironie und Metaphern, er sieht Dinge natürlich anders als "normale" Menschen und ist oft mit einfachen Situationen überfordert. Obwohl er bereits 14 Jahre alt ist, hat er noch ein kindliches, unschuldiges Gemüt. Um sich selbst zu beruhigen, zählt er gerne Wetterrekorde und Vogelnamen auf, was zuweilen für die Anderen - und auch für den Leser - etwas anstrengend sein kann. Die diesem Buch zugrunde liegende Idee ist eigentlich gut. Aber mich hat die Geschichte ehrlich gesagt ziemlich gelangweilt. Sie plätscherte so vor sich hin. Zu keiner Zeit konnte ich für die Figuren in der Geschichte irgendwelche Gefühle entwickeln. David tat mir leid, da er von allen gehänselt wird und keine Freunde hat. Dennoch konnte ich keine Bindung zu ihm aufbauen. Den Vater empfand ich als sehr anstrengende Person. Er ist über alle Maßen bigott und könnte mit seinen Ansichten genauso gut ins Mittelalter passen. Ständig zitiert er Bibelverse. Von seinem Gehabe her könnte er einer dieser schrägen Wanderprediger sein. Davids Mutter ist sehr liebevoll, und Peter ist wirklich ein toller großer Bruder. Die anderen Dorfbewohner fand ich sehr unangenehm. Es gibt ein paar neutrale Leute, die ganz nett sind und zumindest nicht negativ auffallen. Aber der Rest ist einfach unsympathisch, und es ist frustrierend, dass fast niemand im Dorf mit David umgehen kann und auch nur ansatzweise versucht, ihn zu akzeptieren. Stattdessen wird er als Trottel beschimpft und ausgelacht. Wirklich positiv blieben mir nur der Lehrer und der Pastor im Gedächtnis. Durch die vielen Landschaftsbeschreibungen kann man sich Fjeldvig ganz gut vorstellen. Ich persönlich war noch nie auf einer solchen Insel und fand die vielen Beschreibungen irgendwann ermüdend, ich bin aber generell kein Freund davon. Ich habe vermutlich einfach nicht genug für die Schönheit der mir völlig fremden Färöer-Inseln übrig und empfand vieles eher negativ: Das schlimme Wetter, die Abgeschiedenheit, der Rückschritt auf Fjeldvig nicht nur technisch, sondern auch in den Köpfen der Einwohner. Die Altersempfehlung liegt bei 12 Jahren, aber ich zweifle etwas daran, dass das Buch junge Leser begeistert. Auch wenn es aus Sicht eines 14jährigen ist, fällt nicht nur die Identifizierung mit dem Protagonisten schwer. Auch die Handlung ist meiner Meinung nach nichts, was Teenager begeistert und fesselt. Der im Klappentext versprochene Höhepunkt in Form eines Unfalls kommt erst am Ende der Geschichte, so dass lange Zeit einfach keine Spannung aufkam und die Geschichte so vor sich hindümpelte. "Das schwarze Loch in mir" ist ganz nette Unterhaltung, und wer einen Bezug zu den Färöer-Inseln hat, hat bestimmt seine Freude an dem Handlungsort. Ansonsten stehe ich dem Buch recht emotionslos gegenüber.

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  • Perfekt

    Das schwarze Loch in mir
    buechermaus25

    buechermaus25

    18. August 2016 um 16:44

    Das Buchcover von dem Buch "Das schwarze Loch in mir" von Anders Johansen, zeigt das kleine verträumtes Dorf. Ich denke dort wohnen Peter, David. Die Vögel sollen bestimmt die Basstöpel zeigen, dies sind die Landesvögel und deren stolz.   Für mich die wichtigsten Charaktere:   David um ihn geht die Geschichte und man sieht alles aus seiner Sicht. David merkt sich alles sehr schnell.   Peter das ist der Bruder von David.   Reidar ist der Freund von Peter, beleidigt aber immer David.    Im Buch geht es um das Dorf Fjeldvig und wie es dort bald Fortschritte geben wird. Das Dorf Fjedlvig hat auch einen Dorfvogel das sind die Basstöpel. David ist ein autistischer Junge, der in seiner eigenen Welt lebt. Er braucht immer seinen Alltag, sonst geriet er durcheinander.  In der Schule, wird er meistens gehänselt, weil er anders ist als die anderen. Sein Bruder Peter unterstützt ihn soweit es geht. Peter ist für David ein Hüter, der auf ihn aufpasst.    Die Schreibweise ist recht flüssig, leicht verständlich und auch emotional. Man liest aus der Perspektive von David und weiß auch deswegen wie er  sich fühlt. Genauso merkt man auch, was er sich dabei denkt, wenn die Eltern sich streiten. Wenn man anfängt dieses Buch zu lesen möchte man es schnell weiterlesen. Da man unbedingt wissen möchte was weiter passiert.   Mein Fazit  Man sollte unbedingt dieses Buch lesen. Es ist was anderes das man kennt, es geht um einen Jungen der in seiner eigenen Welt lebt. Sehr empfehlenswert! Viel Spass beim lesen, wünsche ich euch

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  • Ein Tunnel verändert die Welt

    Das schwarze Loch in mir
    Miramis

    Miramis

    01. August 2016 um 21:40

    Im kleinen Dörfchen Fjeldvig auf den Färöer scheint die Zeit still zu stehen. Durch seine Abgeschiedenheit sind die Bewohner von vielen Errungenschaften der modernen Welt abgeschnitten - nur durch stundenlange Gebirgsmärsche oder per Fähre sind sie in der Lage, die nächste Stadt zu erreichen; im Notfall muss der Helikopter kommen. Das Leben ist beschwerlich; es gibt keine Fahrzeuge und der Strom wird limitiert vom Generator erzeugt. Die Fjeldviger leben von der Schafzucht und ziehen sich ihr Gemüse selbst. Trotzdem sind sie auf ihre Weise glücklich. Sie halten zusammen, pflegen die Gemeinschaft und ihre Traditionen, sind eng verbunden mit der Natur, dem Meer und trotzen unverdrossen dem unwirtlichen Wetter in ihrer Umgebung. Mitten unter ihnen: der autistische Junge David, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Er wächst behütet in dieser überschaubaren Gesellschaft und in seiner Familie auf, hat einen verständnisvollen und versierten Lehrer und ist ein scharfer Beobachter. Seine Begabung im Umgang mit Zahlen ist faszinierend, aber wo andere Menschen ihren emotionalen Kern haben, ist bei ihm ein schwarzes Loch. Dank der Hilfe von Lehrer Joensen hat er aber einige Verhaltensstrategien verinnerlicht, mit denen er recht gut durchs Leben kommt, solange alles in den gewohnten Bahnen verläuft. Da passiert das, wovon die Dorfbewohner zwar gehört, aber woran sie nicht geglaubt haben: ein Tunnel wird durch das Stjorfeld gebaut und sie erhalten damit eine geographische Anbindung an die benachbarte Stadt. Geschickt verknüpft der Autor hier die individuelle Geschichte von David und sein persönliches Erleben dieser unfassbaren Veränderung mit der Entwicklung der Dorfgemeinschaft. Der Tunnel ist noch nicht richtig fertig, schon gibt es Streit und Rivalitäten; ein tiefer Graben geht durch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt zerfällt. Werden die Dorfbewohner es schaffen, ihren gewachsenen Zusammenhalt den unhaltsamen Veränderungen in ihrem Dorf entgegenzusetzen? Und wie weit wird jeder einzelne gehen, um seine Rechte, seinen Besitz und seine Art zu Leben zu verteidigen? Aus harmlosen Plänkeleien wird bitterer Ernst, und mittendrin David, der die Welt nicht mehr versteht... Zunächst mal fand ich es sehr spannend, einen Roman aus Sicht eines Autisten zu lesen. Das Buch richtet sich an ein jugendliches Zielpublikum und entsprechend ist David mit 14 Jahren auch ein Protagonist, dessen Probleme und Ansichten sich durchaus mit denen anderer Jugendlichen decken dürfte. Dazu kommt aber der spezielle Aspekt des Autismus, der jegliche emotionale Interaktion mit seinen Mitmenschen zur fast unüberwindbaren Hürde werden lässt. Hier benutzt der Autor sehr schön ausgedachte Sprachbilder, um das innere Erleben seiner Figur transparent zu machen. Eine weitere Spezialität ist das Setting; die Färöer-Inseln und speziell das kleine, von der Außenwelt ziemlich abgeschiedene Dorf spiegeln Davids Zurückgezogenheit wieder und unterstreichen den Eindruck einer Blase, in der sich alles geordnet und behütet abspielt. Als die Blase zerplatzt und der Tunnel die Öffnung des Dorfes mehr oder weniger erzwingt, muss auch David sich der Veränderung stellen, was ihm als Autisten umso schwerer fällt als den anderen Bewohnern, und selbst die schaffen es auch nicht ohne Probleme. Insofern ist hier viel Stoff zum Nachdenken gegeben und der Roman hat mich sehr beschäftigt. Sehr gelungen finde ich die Darstellung der Insel und der Natur. Der Autor zeichnet intensive Bilder von rauen Landschaften und zerklüfteten Küsten, die bei Skandinavienfans durchaus Sehnsüchte wecken dürften. Insbesondere die vielschichtige Vogelwelt der Färöer wird ausführlich, liebevoll und versiert dargestellt, wobei es sich nicht um reine Beschreibungen handelt, nein; die Vögel spielen durchaus ihre Rolle in der Geschichte und sind Auslöser für so manche Entwicklungen und Handlungsverläufe. Der einfache und griffige Sprachstil passt perfekt zur Handlung und lässt einen Lesesog entstehen, der es schwer macht, das Buch wegzulegen. Am Ende war ich dann ergriffen und wehmütig, denn ich hätte mir für David und seine Familie durchaus ein anderes Ende gewünscht; bin mir aber im klaren, dass es wohl kaum eine andere Lösung für sie gegeben hätte. Anders Johansen hat hier eine wunderbare Lektüre für Jugendliche geschaffen, die mich mit ihrem außergewöhnlichen Schauplatz, dem feingeistig ausgearbeiteten Hauptprotagonisten und einer ganz besonderen Geschichte überzeugt hat, die noch viele LeserInnen verdient hat.

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