Andrew I. Port Die rätselhafte Stabilität der DDR

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Inhaltsangabe zu „Die rätselhafte Stabilität der DDR“ von Andrew I. Port

Die Frage, was zum Zusammenbruch der DDR führte, ist noch immer ein brisantes Thema. Dabei scheint man mitunter zu vergessen, dass der sozialistische deutsche Teilstaat immerhin vier Jahrzehnte lang existierte – länger als die Weimarer Republik und das Dritte Reich zusammen. So gesehen war die DDR ein rätselhaft stabiler Staat, dessen Bestand dringend einer Erklärung bedarf. In seiner Studie präsentiert der amerikanische Historiker Andrew Port eine originelle Lösung für dieses Rätsel: Weder Repressionen und die berühmt-berüchtigte Stasi noch der Rückzug ins Private oder die Loyalität gegenüber dem angeblich fürsorglichen Regime können die Stabilität der DDR hinreichend erklären. Port verweist vielmehr auf die ostdeutschen Funktionäre an der Basis, die immer wieder Kompromisse mit den Massen eingingen. Außerdem war das vermeintliche Miteinander der Ostdeutschen oftmals ein Gegeneinander: Soziale Spannungen verhinderten kollektive Aktionen gegen den Staat. Das Buch, das sich vor allem auf Material aus dem thüringischen Kreis Saalfeld gründet, besticht durch klare Thesen sowie eine überwältigende Fülle an Primärquellen und Zeitzeugeninterviews. Port verklärt nicht, noch dämonisiert er. Vielmehr zeichnet er ein realitätsgetreues Bild des Alltags im sozialistischen Deutschland.

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  • Rezension zu "Die rätselhafte Stabilität der DDR" von Andrew I. Port

    Die rätselhafte Stabilität der DDR
    Sokrates

    Sokrates

    15. August 2011 um 22:18

    Entgegen den klassischen Erklärungsmodellen strebte der Autor einen anderen Weg der Ursachenforschung an: warum hat sich die DDR ganze 40 Jahre lang scheinbar unhinterfragt und weitgehend in gesellschaftlicher Ruhe halten können? Warum gab es keine bzw. nur anfänglich – 1953 – Unruhen und artikulierten Widerstand in der Bevölkerung gegen die Staatsmacht? Die klassische, bislang weitgehend vertretene These ist die der Repression, im Wesentlichen ausgeübt durch die Stasi, die mit Hilfe ihres Bespitzelungssystems, das weit in die engsten familiären und freundschaftlichen Verbindungen reichte, genug Druck ausgeübt hat, um Widerstand bereits im Keim zu ersticken. . Andrew I. Port geht in seiner Arbeit von einem anderen Standpunkt aus. Zwar haben Stasi und Re-pression grundsätzlich zur ‚rätselhaften Stabilität‘ beigetragen, sie sind jedoch nicht ihr ausschließli-cher Grund. Stattdessen haben materielle Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten und -gruppen zu einer dauernden und prägnanten Unterscheidung beigetragen. Wer offiziell Kritik übte riskierte nicht nur die eigene Freiheit, sondern auch den materiellen Status. Am Beispiel des Bergbaus in Saalfeld schilderte Port noch eine andere Eigenheit des Systems: die Masse der Bergarbeiter dort sah auf keine lange bzw. überhaupt keine Bergarbeitertradition zurück. Es bestand kein ‚Berufsethos‘, keine Familientradition, zu einerseits ein berufliches Selbstbewusstsein mitbrachte, andererseits die Erinnerung an Zeiten, die einmal besser oder schlechter für die eigenen Kumpels waren. Mangels dieser Tradition konnten sich die dortigen Bergarbeiter nicht wirklich organisieren; ein innerer Zusammenhalt fehlte. Andererseits herrschte materieller und sozialer Mangel vor Ort für jeden in der Gesellschaft; selbst der unmittelbar dem Regime dienende (Polizei o.ä.) besaß nicht in jedem Fall über umfangsreiche Privilegien. Nahrungsmittelknappheit bekamen in der Regel alle Bürger gleichermaßen zu spüren. . Insgesamt ein lesenswertes Buch. Auch wenn ich – zugegebenermaßen – an manchen Stellen Port’s Argumentation nicht in Gänze folgen und zustimmen kann. Er untermauert seine Thesen zwar mit einer Fülle historischer Dokumente, die er insbesondere im Thüringer Staatsarchiv ausgegraben hat, aber irgendwie können mich seine Thesen nicht restlos überzeugen; ein Fünkchen Unglauben bleibt leider bestehen.

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