Anne Tyler Abschied für Anfänger

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Inhaltsangabe zu „Abschied für Anfänger“ von Anne Tyler

Als Aaron Dorothy kennenlernt, eine schlagfertige, selbstbewusste Ärztin, ist es für ihn, als ob ein frischer Wind durch sein Leben wehen würde. Die beiden heiraten bald und führen eine glückliche Ehe.
Doch Dorothy wird von einem Baum, der auf ihr Haus stürzt, getroffen und stirbt - und Aaron, Mitte dreißig, erstarrt in Trauer. Nur ihre Rückkehr von den Toten - die erstaunlicherweise niemand sonst wahrzunehmen scheint - hilft ihm, über die Runden zu kommen.
Während er seiner Arbeit als Lektor von 'Handbüchern für Anfänger' nachgeht, beginnt er zu verstehen, dass er selbst ein Anfänger ist: Er muss Schritt für Schritt lernen, was es heißt, Abschied zu nehmen.

Ein liebevoller Roman über einen absurden Unfall und die kleinen Schritte zurück ins Leben! Lesenswert!

— miro76

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    Abschied für Anfänger

    juni_mond

    08. February 2015 um 20:35

    "Doch dann wachte ich richtig auf, und ich dachte: 'Oh, sie ist tot'. Und es war kein bisschen leichter als ganz am Anfang." Trauer ist für jeden jedes Mal aufs Neue eine Sache, in der man sich wie ein Anfänger fühlt. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist etwas, wofür es kein System des Bewältigens gibt und Übung kann man darin auch nicht haben, man trauert schließlich immer um den Verlust eines einzigartigen Wesens. Aaron und Dorothy sind ein Paar, das erfrischend anders ist. Genau das hat mir an dem Buch so sehr gefallen, es ist keine 0815-Liebesgeschichte, es sind zwei völlig einzigartige Charaktere, die auch in ihrer Kombination als Paar nicht alltäglich sind.Aaron ist Lektor im Familienunternehmen, das seine Schwester leitet. Dorothy ist Ärztin und nicht gerade das, was sich die Menschen in Aarons Umfeld unter einer treusorgenden Ehefrau vorstellen. Aber genau das ist es, was Aaron auch überhaupt nicht braucht. Denn auf Grund einer Behinderung die andere oft dazu verleitet Aaron unterstützend zur Seite stehen zu wollen hat er eine Sensibilität Hilfe zu wittern, die er nicht nötig hat. Aber dann verliert er Dorothy - völlig unerwartet. Und was jetzt, was wenn man nach dem Tod eines Partners oder eines anderen geliebten oder nahe stehenden Menschen nicht nur Trauert, sondern das Gefühl hat, dass es da etwas gibt, was noch nicht geklärt war? Was, wenn man den anderen so sehr vermisst, dass man sich nicht so recht vorstellen kann, wie das Leben in der Zukunft sein soll, was wenn man das alles noch mit demjenigen besprechen könnte? Wenn er dafür noch einmal zurückkehren könnte? Bildet man sich so etwas ein oder gibt es das wirklich? "Stellen Sie sich vor, wie man mit einem Freund eine Menge durchquert - wie man, selbst ohne nachzuschauen weiß, dass er mit einem Schritt hält. So war es mit Dorothy. Besser kann ich es nicht beschreiben."

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  • Rezension zu "Abschied für Anfänger" von Anne Tyler

    Abschied für Anfänger

    detlef_knut

    05. March 2013 um 14:02

    Abschied für Anfänger ist ein stiller Roman mit Potenzial zu Gewaltigem. Die aus Minnesota stammende Schriftstellerin hatte 1989 für ihren Roman Atemübungen bereits den Pulitzerpreis erhalten. Man kann also davon ausgehen, dass sie mächtig etwas vom Schreiben versteht. Bereits der Titel dieses neuen Buches deutet an, dass es in der Geschichte um Abschied geht. Und Abschied hat immer etwas mit Trauer zu tun. Der Titel deutet noch etwas anderes an. Das "für Anfänger" scheint einer Artikelreihe eines Ratgeberverlages zu entstammen. Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen. Im Buch werden viele weitere solcher Buchtitel genannt, beispielsweise "Weinratgeber für Anfänger", "Hundetraining für Anfänger" oder "Schwangerschaft für Anfänger". Das kommt daher, weil der Protagonist und seine Schwester den Druckkostenzuschussverlag ihres Vaters nach dessen Tod weiterführen. Aaron Woolcott, der Ich-Erzähler dieser Geschichte, ist der Lektor der Anfänger-Reihe im Verlag. Aaron erzählt in amüsanter Weise den Lesern die Geschichte seiner Ehe. Grund hierfür ist der Unfalltod seiner Frau Dorothy. Sie wurde im eigenen Haus von einem umgestürzten Baum erschlagen. Aaron ist Mitte 30 und bereits Witwer. Nur schwer wird er damit fertig. Da nützen auch die Hilfen und Ratschläge vieler Menschen um ihn herum nichts. Kaum einer scheint bis zu ihm durchzudringen. Dies alles und wie er die robuste Ärztin Dorothy, die ihre Tasche immer diebstahlsicher über Schulter und Brust hängen hatte, kennen gelernt und geheiratet hat, erzählt Aaron. Und er erzählt, dass Dorothy nach ihrem Tod zurückgekehrt ist. Keiner seiner Angehörigen, Nachbarn und Kollegen hat sie gesehen, außer er selbst. Dabei ist er sich aber auch nicht sicher, doch wie sonst hätte er sich mit Dorothy nach deren Tod unterhalten sollen? Dem Protagonisten fällt der Abschied von seiner Frau sichtlich schwer. Nun könnte man denken, es müsste sich bei diesem Thema um einen depressiven Roman handeln. Dem ist allerdings ganz und gar nicht so. Aaron, der körperlich leicht behindert ist und etwas stottert, scheint sich über alle Hilfsbereitschaft der Menschen um ihn herum zu amüsieren. Es hängt ihm zum Halse raus, wie sie ihn, den frischen Witwer, bemuttern. Er will davon nichts wissen, sie aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Während sie ihm also gut gemeint eine gekochte Mahlzeit nach der anderen bringen, kippt er sie quasi hinter ihren Rücken gleich in den Müll. Anne Tyler, und mit ihr die Übersetzerin Christine Frick-Gerke haben eine äußerst anregende Sprache für den Ich-Erzähler Aaron Woolcott gefunden. Leiser Humor schwingt ständig mit, aber je weiter man sich dem Schluss nähert, umso großartiger wird dieser Humor, der so manches Mal zum lauten Lachen führt. Beinahe zum Running Gag mutiert das Wort "auftauchen", denn sobald Dorothy die Bühne der Handlung betritt, taucht sie in der Handlung auf. Doch nicht genug, dass die Geschichte von einem stillen See zu einem tosenden Meer wird, präsentiert sie ein überraschendes Ende, welches den Leser zufrieden zurücksinken lässt, wenn er das Buch zu klappt. Zum Abschluss einen winzigen Ausschnitt, in welchem Aaron erkennt, dass Dorothy nach ihrem Tod vielleicht noch viel öfter nach ihm gesucht hat. „Ich wartete. Und wartete. Tagelang blieb ich im Ausnahmezustand und wartete darauf, dass sie wieder kam. Da Sie in unserer Straße aufgetaucht war, glaubte ich, sie würde dort am ehesten wieder auftauchen. Tatsächlich hätte ich mich dafür ohrfeigen können, nicht schon früher dorthin gegangen zu sein. War sie in all den Monaten auf der Rumor Road herumgeirrt und hatte sich gefragt, wo ich sei? Es war kaum zu ertragen, wenn ich in all die verpassten Gelegenheiten dachte.“ Ein sehr einfühlsames, keineswegs trauriges Buch von der Verabschiedung eines nahen Menschen. Die Traurigkeit kann man eigentlich schon vergessen, wenn man an der Ratgebertitel dieses Buches denkt. Tyler, Anne Abschied für Anfänger Kein und Aber, Zürich ISBN: 9783036956428 AAA © Detlef Knut, Düsseldorf 2013

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  • Rezension zu "Abschied für Anfänger" von Anne Tyler

    Abschied für Anfänger

    R-E-R

    14. January 2013 um 17:33

    Herzliches Beileid, tiefempfundene Trauer, dankbares Gedenken. Tröstlicher Ausdruck der Anteilnahme für jemand der einen lieben Menschen verloren hat. Bei Aaron ist es seine Frau Dorothy, die nach nur vier Jahren Ehe durch einen schrecklichen Unfall starb. Gerade noch hatte das junge Paar gestritten und sich in verschiedene “Schmollwinkel” des kleinen Hauses zurückgezogen, als sich der Rückzugsort Dorothys als tragischer Fehlgriff erweist. Sie hinterlässt ihren traumatisierten Ehemann nicht nur mit einem unersetzlichen Verlust sondern auch mit Schuldgefühlen nach dem Motto: “Wenn ich die Zeit zurückspulen könnte, würde ich mich nie wieder allein in ein Zimmer zurückziehen. Ich würde dir nachlaufen, mich hinter dich stellen, bis du dich umdrehst“. Anne Tyler spult für den Leser die Zeit sehr wohl zurück. In Rückblenden lässt sie den Ich-Erzähler Aaron die kurze Zeitspanne, die er mit seiner Frau erlebte Revue passieren. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf Aarons Art und Weise seine Trauer zu verarbeiten oder vielmehr dies nicht zu tun. Der Verlust seiner geliebten Frau ist für ihn so schmerzlich, dass er sie imaginär wieder heraufbeschwört. Ihre “Heimsuchungen” sind für ihn so real, dass er mit ihr redet, spazieren geht, einkauft und sogar streitet. Durch diese postmortalen Begegnungen lernt er seine Frau noch einmal kennen und verstehen, wie es ihm zu ihren Lebzeiten nie möglich war. Am Ende kann er loslassen und neu beginnen. Anne Tyler ist eine Meisterin darin Tiefgründigkeit leicht und humorvoll zu beschreiben, ohne es am nötigen Ernst fehlen zu lassen. Aus all ihren Romanen spricht ein tiefes Grundverständnis für alles menschliche. Sie umgibt ihre Figuren geradezu liebevoll damit. Sei es der verschrobene Mr. Leary, der erst durch die Liebe zu einer Hundetrainerin an seinem eigenen Leben teilnimmt. Oder Maggie Moran, die sympathisch zerstreut, auf einer langen Autofahrt mit ihrem Mann ein ganzes Leben gedanklich aufdröselt und dem Leser vor Augen führt, was Glück und Zufriedenheit bedeuten. Für diesen Roman “Atemübungen” erhielt Tyler 1989 den Pulitzerpreis. Zentrales Thema in all ihren Romanen ist das besondere Wesen und der Zusammenhalt in Familien oder familienähnlichen Strukturen. Alle “Tyler Familien” weisen Ähnlichkeiten auf. Eigentümliche Berufe, physische Besonderheiten, skurrile Gewohnheiten oder sonstige Kuriositäten. Das gilt auch für den vorliegenden Roman. Aaron ist leicht behindert. Seit einem Unfall in seiner Kindheit muss er eine Beinschiene tragen und sich mit einem Gehstock fortbewegen. Sein Humpeln und das ab und an auftretende Stottern haben ihn selber zwar nie gestört, jedoch dazu geführt, dass ihn seine Umgebung immer zu sehr “bemuttert” hat. Nur Dorothy hat das nie getan. Nun muss er (oder meint es zu müssen) seine Selbständigkeit gegenüber den gutgemeinten Hilfsangeboten verteidigen. Auch, oder gerade, im familieneigenen Verlag bei dem er für seine Schwester arbeitet. Die drei Angestellten sind für ihn wie einer Erweiterung der Familie und dementsprechend fürsorglich. Sein Arbeitsalltag ähnelt denn auch mehr einem Kaffeeklatsch, bei dem man ständig zuviel Kuchen angeboten bekommt. In Romanen von Anne Tyler steckt viel Lebenserfahrung und Weisheit. Sie begleiten einen sozusagen durchs Leben und man nimmt sie immer wieder gerne zur Hand. Sie sind humorvoll, intelligent und bereichern durch ihr lebensbejahendes Gefühl. Ihren Figuren würde man gerne einmal begegnen bzw. Freundschaft mit ihnen schließen, so sonderlich sie auch sein mögen. “Abschied für Anfänger” ist ein leiser, aber intensiver, Roman über die Begegnung mit dem Tod und den Umgang damit. Aarons Freund Luke erklärt auf die Frage ob die Toten einen heimsuchen: “Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass sie einen nicht heimsuchen. Aber man kann sich, wenn man eine Person richtig gut kennt und man ihr im Leben genau zugehört hat, durchaus vorstellen, was sie einem jetzt zu sagen hätte. Wichtig ist also, im Leben gut achtzugeben”. Im Leben und im Tod gut aufeinander achtzugeben. “Abschied für Anfänger” zeigt wie.

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