Antonin Varenne Die Treibjagd

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Inhaltsangabe zu „Die Treibjagd“ von Antonin Varenne

Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme. Fein gesponnener, archaischer Thriller um Schuld und Sühne vor der grandiosen Kulisse einer einstmals erhabenen Landschaft.

alte Geschichte neu und gut erzählt

— MellieJo

Spannend, kämpferisch und doch auch ein romantischer Krimi,,,

— Angie*

Starkes, archaisches Stück aus dem Zentralmassiv um Macht, Liebe, Wut und Rache!

— Gulan

Ich war beeindruckt über den Hass, die große Macht der Natur und der langen stetig anhalten Feind- und Freundschaft.

— kassandra1010

Für Liebhaber französischer Autoren.

— Kaisu

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  • alte Geschichte neu und gut erzählt

    Die Treibjagd

    MellieJo

    25. October 2017 um 16:06

    4,5 von 5 🌟 alte Geschichte neu und gut erzählt Inhalt Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme. Fein gesponnener, archaischer Thriller um Schuld und Sühne vor der grandiosen Kulisse einer einstmals erhabenen Landschaft. Hui, ein für mich ganz neuer Schriftsteller, aber wohl in Frankreich mehr als nur ein Geheimtipp. Dementsprechend war ich dann doch gespannt, was auf mich zukommt. Erster Gedanke nach dem Klappentext war, Romeo und Julia in Frankreich. Zwei verfeindete Familien und eine tiefe Liebe ❤! Diese Ähnlichkeiten sind auch das einzige Manko an diesem Thriller. Das Cover vermittelt passend zur Geschichte eine Beklommenheit aus, der Fluss, der dunkel durch eine karge Landschaft schlängelt. Auf der Rückseite steht einsam und verlassen eine Gestalt vor dem Meer. Tolle Gestaltung! Der Schreibstil ist flüssig und absolut fesselnd, man verspürt einen Sog, der ein regelrecht in die Handlung reinzieht! Der junge Revierjäger, Rémi Parrot ist ein Fremder und im Gesicht nach einem Unfall in der Jugend entstellt, dementsprechend argwöhnisch wird er begutachtet und für sein Land geneidet. Er ist aufgrund des gesellschaftlichen Ausschluss sehr einsam bis er seine Jugendliebe Michèle wieder trifft. Ich finde Rémi sehr sympathisch, ein starker Charakter, der nicht wie so oft bei Protagonisten, ein perfektes Aussehen vorweisen kann, aber das macht er durch seine beschriebenen Charme mehr als wett.Michèle ist ebenso interessant, denn obwohl sie die Abneigung der andere Rémi gegenüber zwar wahrnimmt, diese aber ignoriert. Aber auch ein sehr interessanter Charakter, zumal sie auch selbst das eine oder andere noch zu bekämpfen hat!Und nachdem Rémi erste zarte Bande knüpft mit seiner Jugendliebe, dann verschwindet ein weltbekannter Umweltaktivist! Die ganze Geschichte ist ist sehr tiefgründig und interessant geschrieben! Klare Leseempfehlung! Fakten304 Seiten  Buch 10,00 €Ebook 8,99 €Erschienen im @Penguin Verlag Kaufen kann man das Buch direkt beim Verlag und hier :https://www.amazon.de/gp/aw/d/332810156X/ref=mp_s_a_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&qid=1508932395&sr=8-1&pi=AC_SX236_SY340_FMwebp_QL65&keywords=die+treibjagd+varenne&dpPl=1&dpID=51qD0h36LYL&ref=plSrchIch möchte mich bei @Randomhouse für die Verfügung Stellung des Rezensionsexemplars bedanken.Ihr findet diese Rezension auch wie immer auf unserem Blog:http://ourfavorbooks.blogspot.de/?m=1

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  • Todbringende Beziehungen,,,

    Die Treibjagd

    Angie*

    21. October 2017 um 15:31

    INHALT/Klappentext: Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme. Fein gesponnener, archaischer Thriller um Schuld und Sühne vor der grandiosen Kulisse einer einstmals erhabenen Landschaft. MEINE MEINUNG: Diese Geschichte und die Stellung des Revierjägers und Aussenseiter Rémi Parrot in der sozialen Gemeinschaft wird vom Autor Antonin Varenne äusserst interessant und in etwas anderer Strukturierung als üblich dargestellt. Die Überschriften der Kapitel  sollten unbedingt beachtet und genauestens gelesen werden . Auch die Zeitpunkte der Ereignisse sollte der Leser im Kopf speichern oder  sich sogar einige Notizen machen. Dadurch erschliesst sich der Leserschaft nämlich das Romangeschehen genau und einprägsam. Der Schreibstil ist  ansonsten sehr unterhaltend, spannungsreich und flüssig gestaltet. Rémi lebt in einer abgelegenen Waldhütte, das einzige Landstück, das ihm und seiner Schwester vom Verkauf seines Anwesens an die einflussreichen Familien der Messenet und Courbier geblieben ist. Während seiner  Zusammenarbeit  mit dem Umweltaktivisten Philippe und dessen plötzlichem Verschwinden  kommt Rémi einem unglaublichem Skandal auf die Schliche und deckt die Machenschaften der  sogenannten *Mächtigen* auf.  Jahrhundertelange, eingefahrene soziale Beziehungen der Bevölkerung untereinander, daraus folgende Konflikte in Kleinstadt und ländlichem Raum hat der Autor sorgfältig beschrieben und analysiert. Auch in der 3. Familien-Generation, von Rémi Parrot verkörpert, wird man von der Bevölkerung immer noch als fremder Eindringling gesehen und muss um Anerkennung kämpfen.  Ein  resoluter und starker Kämpfer ist Rémi. Als Jugendlichem wurde  ihm eine Hälfte seines Gesichts durch einen Unfall zerstört und er war dem Tod näher als dem Leben. Aber er überlebte und hat klaglos über zwanzig Operationen überstanden.  Nur die Schmerzen sind  ihm geblieben und er erfährt durch Medikamente immer nur kurzzeitige Linderung. In diesem Roman kämpft Rémi auch um seine Jugendliebe Michèle, die zu der einflussreichen Familie der Messenet gehört.  Aber ohne die Hilfe seines engen Freundes , dem Schreiner Jean, hätte er kaum eine Chance gehabt, all diese Probleme in Ruhe und Gelassenheit anzugehen, zu beobachten und vor allen  Dingen aus diesen Erkenntnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ein Kriminalroman, der mir sehr gefallen hat durch die schönen Beschreibungen von eindrucksvollen Natur - und Landschaftsbildern und den aufregenden und gefährlichen  Schilderungen vom  Anpirschen und Jagen des Wildes ,hauptsächlich von Wildschweinrotten, im abgelegenen Zentralmassiv von Frankreich. Meine Bewertung: Fünf ***** Sterne für diesen spannenden Roman über Familientragödien, Freundschaften und todbringende Feindschaften. 

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  • Provinzfehden.

    Die Treibjagd

    Gulan

    16. October 2017 um 18:58

    Der Alte fuhr einen uralten verbeulten und schmutzigen Citroën C15. Er stieg aus und richtete sich langsam auf. Schon ein halbes Jahrhundert trug er diese kakibraune Kunststoffhose, wasserdichte Stiefel und dieselbe Arbeitsjacke. […] Dennoch wussten diejenigen, die ihn kannten, Bescheid: Paul Courbier war der schlauste und durchtriebenste Geschäftsmann der Region, vergleichbar nur mit dem alten Messenet. Die beiden Alten hatten die Hälfte der kleinen Höfe der Gegend aufgekauft. Paul Corbiers Wort, so hieß es, war nur in einem einzigen Fall von Wert: wenn er geschworen hatte, jemandem den Garaus zu machen. (S.85) Eine kleine Stadt im Zentralmassiv: Zwei rivalisierende Familienclans kontrollieren das Gemeinwesen. Nur wenige sind nicht einer der beiden Seiten zuzuordnen, unter anderem der Revierjäger Rémi Parrot. Mit dem Verschwinden eines Umweltschützers und Freund Parrots kurz vor der jährlichen Treibjagd wird eine Kette an Ereigissen in Gang gesetzt, die den Ort bis in die Grundfesten erschüttern werden. Die Fronten sind in der Stadt R. geklärt: Den Courbiers gehören die Wälder und der holzverarbeitende Betrieb, den Messenets gehören die Weideländer. Damit bestimmen diese beiden Familien in der strukturschwachen Region die wirtschaftlichen (und letztlich auch die sozialen) Geschicke. Diese Macht kosten die Clans dann auch reichlich aus, samt ständiger Rivalitäten. Doch es herrscht Unruhe im Ort, seitdem Umweltschützer Sabotageakte verüben und ein Sinticlan Wilderei betreibt. Der verschwundene Umweltschützer wird schließlich auch tot aufgefunden und es wird nicht der letzte Leiche bleiben. Der Revierjäger Rémi Parrot lebt in einer Hütte in den Wäldern auf dem letzten Stück Land, das seiner Familie geblieben ist, seitdem sie systematisch von den beiden Clans ruiniert wurde. Damals vor zwanzig Jahren musste Rémi seinem Vater auf dem landwirtschaftlichen Hof helfen. Bei einem Unfall mit einer Maschine wurde Rémi schwer verletzt, eine Gesichtshälfte ist seitdem entstellt. Aus dieser Zeit rührt auch seine Liebe zu Michèle Messenet. Aufgrund seiner Verletzung und jahrelanger Krankenhausaufenthalte zerbrach die Beziehung, Michèle verließ die Stadt. Rémi blieb und führt mehr oder weniger ein Leben als Einzelgänger. Wegen seiner Verletzung nimmt er starke Schmerzmittel und ist tablettenabhängig – und doch ist der Schmerz sein ständiger Begleiter. Er hat den Status Quo in der Stadt nie in Frage gestellt, doch nun ergibt sich eine neue Situation: Michéle ist nach vielen Jahren zurückgekehrt und durch Unterlagen seines getöteten Freundes kommt Rémi einem Umweltskandal auf die Spur, in den beide Familien verwickelt sind. Autor Antonin Varenne ist in Frankreich bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Auf Deutsch sind neben „Die Treibjagd“ noch sein erfolgreichstes Buch „Fakire“ und „Die sieben Leben des Arthur Bowman“ erschienen. Varenne lebt im Departement Creuse, in dem dieser Roman auch spielt. Der Nordwesten des Massif Central ist ein sehr ansprechender Schauplatz. Varenne bringt dies exzellent zur Geltung, besonders hervorheben möchte ich den Auftritt einer Wildschweinrotte an zwei Stellen des Buches. Er beschreibt eine reizvolle, aber durchaus auch raue Landschaft, die allerdings auch starkem ökonomischem Druck ausgesetzt ist. Ebenso überzeugt auch die Darstellung der Kleinstadt R., die wirtschaftlich darnieder liegt, wo der Filz wie ein Krebsgeschwür wuchert und wo offenbar auch die Geschäfte der beiden Clans nicht mehr so laufen wie früher. „Sie und Mademoiselle Messenet haben mich zwar belogen, mir aber auch die Augen geöffnet, was hier geschehen ist. Wie für fast alle, die ich befragt habe, gilt auch für Sie, dass ihre Antworten die Situation ebenso sehr erhellten wie in einen Nebel hüllten, in dem die Wahrheit nicht mehr auffindbar ist. Ich habe Leute befragt, die verdächtigt wurden, Verbrechen begangen zu haben, die sie nicht begingen […] - obwohl sie zweifellos für andere Dinge verantwortlich sind, von denen wir nie mehr etwas hören werden. Ich habe noch nie so viele Lügen gehört, so viele Feinde verhört, die sich gegenseitig decken. Bis zu dem Punkt, an dem es unmöglich und absurd wird, zwischen guten und bösen Absichten zu unterscheiden.“ (S.235) . Der Autor schafft es, durch seine Erzählweise und den reizvollen Aufbau des Buches, die Spannung und Intensität noch zu steigern. Er erzählt nicht chronologisch, sondern streut immer wieder Kapitel ein, in denen Michèle Messenet und Rémi Parrot vom Polizeichef Vanberten befragt werden und so zusammen mit den Kapitelüberschriften weitere Ereignisse andeutungsweise vorwegnehmen. Bestechend an diesem Buch ist auch die Zeitlosigkeit. Obwohl es im Jahre 2012 spielt, kann man die Thematik und den Plot problemlos um Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte zurückversetzen. Antonin Varenne gelingt es in diesem französischen „Country noir“ sehr eindrucksvoll, die Themen Liebe, Macht, Wut und Rache zu einer kraftvollen, düsteren und melancholischen Geschichte zusammenzubringen.

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    • 4
  • Fremd in dritter Generation

    Die Treibjagd

    walli007

    20. August 2017 um 08:48

    In einem kleinen Ort des  Zentralmassivs im südlichen Frankreich erledigt der Revierjäger Rémi Parrot seinen Dienst. Er ist Fremder in dritter Generation, bereits sein Großvater bewirtschaftete einen kleinen Hof. Und den alteingesessen Familien war schon dieser Fremde ein Dorn im Auge. Gerne hätten sie die Hofstelle aufgekauft. Doch noch immer befindet sich Land in Rémis Besitz. Nach einem Unfall, den er in seiner Jugend nur knapp überlebt hat und von dem er entstellende Narben im Gesicht zurückbehalten hat, läuft Rémi wie ein Mahnmal durch sein Revier. Als seine Jugendliebe Michèle in den Ort zurückkehrt schöpft Rémi neue Hoffnung. Doch dann verschwindet ein bekannter Umweltaktivist. Zwei Familien, die sich spinnefeind sind, beherrschen den kleinen Ort und die Umgebung. Sie besitzen das meiste Land und haben den größten Einfluss. Und meist setzen sie ihre Macht für eigennützige Ziele ein. Beliebt sind sie nicht, aber Strukturen, die schon immer so waren, bricht so schnell keiner auf. So behalten sie ihre Postion und können nach Gutdünken schalten und walten. Um die Strukturen schert sich Rémi nicht, er will seine Arbeit, die ihm teilweise Polizeirechte gibt, ordentlich ausüben. Allzu gerne möchte er auch die Bekanntschaft mit Michèle erneuern. Diese hat jedoch mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen. Antonin Varenne hat seine Geschichte von Rémi, Michèle und den Familien interessant strukturiert. Manchmal wird die Handlung in ihrem zeitlichen Verlauf erzählt, dann befindet man sich in Verhören oder auch vor den Ereignissen. Es lohnt sich daher, die Kapitelüberschriften genau zu studieren. Wenn man die Hinweise erstmal eingeordnet hat und sich die geschickte Konstruktion erschließt, wird man von dem Buch gefesselt sein. Varenne versteht es einfach, eine hintergründige Geschichte zu erzählen. In dieser muss manchmal sehr tief gebohrt werden, um an den Kern der Dinge zu gelangen. Ist die Neugier geweckt, will man immer mehr erfahren über Rémi und Michèle und die anderen überraschenden Konstellationen, die sich nach und nach ergeben. Ein Dorfdrama, in dem jeder jeden kennt, aber nicht jeder am Ende gut dasteht, besticht schließlich durch die Erkenntnis, dass aus einem Fremden in dritter Generation ein Einheimischer in erster Generation werden kann.

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  • Mehr davon!!!

    Die Treibjagd

    jaylinn

    14. August 2017 um 11:59

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Die Treibjagd ist 2015 Frankreich und 2017 auf Deutsch bei Penguin erschienen und umfasst 302 Seiten. Autor Antonin Varenne ist gebürtiger Franzose. Er lebt in der Gegend, in der die Handlung seines Buches spielt. Seine Romane wurden mit den wichtigsten französischen Krimipreisen ausgezeichnet. Auch in der ZEIT stand der Vorgänger von Die Treibjagd wochenlang auf der Krimibestenliste. Inhalt: „Zwei rivalisierende Familien kämpfen seit Generationen um die Herrschaft über ein gottverlassenes Nest im Massif Central. Die Courbiers und die Messenets führen ihre Provinzimperien mit harter Hand und unter rücksichtsloser Ausbeutung von Mensch und Natur. Rémi Parrot, der seit seiner Jugend entstellte Revierjäger, kämpft als einsamer Cowboy gegen die verkrusteten Clanstrukturen und um die Liebe der schönen Michèle Messenet. Als er einem Umweltskandal auf der Spur ist, beginnt eine mörderische Treibjagd durch düstere Wälder und unterirdische Tunnelsysteme. Fein gesponnener, archaischer Thriller um Schuld und Sühne vor der grandiosen Kulisse einer einstmals erhabenen Landschaft.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Der Schauplatz des Romans ist das fiktive Dorf R. in Frankreich. Die wirtschaftliche Situation dort hat sich über die Jahrzehnte nicht gerade verbessert, viele junge Menschen hat es von dort weggezogen. Es muss etwas passieren – das wird der Grund für die Geschehnisse, die im Laufe der Geschichte passieren. Eines kann verraten werden: Schön wird es nicht! Die Bevölkerung des Dörfchens R. kann man als Mikrokosmos der realen Gesellschaft betrachten: Es gibt die Mächtigen, die Nörgler, die Kritiker, die Veränderer und die Mitläufer. Alle sind durch glaubhaft konstruierte Charaktere vertreten, das hat Varenne sehr gut geschafft. Es geht um Intrigen, Machtverhältnisse, uralte Besitzansprüche, einen Umweltskandal und um Rache und vermeintliche Gerechtigkeit. Die Handlung ist lange nicht so einfach zu durchschauen. Man braucht einige Zeit, um die Querverbindungen der Protagonisten zu erkennen und zu verstehen. Das ist für mich aber auch das Reizvolle an Die Treibjagd. Der Titel ist auf mehreren Ebenen passend: Treibjagd zur Revierpflege (für mich eher uninteressant), die Jagd im Verborgenen, um Linientreue durch Einschüchterung zu erreichen, aber auch das Getriebensein, das Weglaufen vor denen, die man als Bedrohung empfindet. Ein klug gewählter Titel! Das Cover des Buches unterstützt den Inhalt zusätzlich. Für mich, die ich Frankreich nicht gut kenne, war die Orientierung zunächst nicht ganz so einfach. Gleiches gilt für die Namen. Ich bin aber schnell in die Geschichte reingekommen, da die Kapitelüberschriften eine sehr gute Orientierung bildeten. Der Spannungsaufbau und die knappe emotionslose Sprache ziehen einen – ob man will oder nicht – magisch an. Zum Schluss wollte ich nur noch weiterlesen und hoffe sehr, dass die Geschichte aus R. weitergeht. Fazit: Die Treibjagd ist kein typischer Krimi. Das Buch ist eher ein psychologisch fein gesponnenes Konstrukt, bei dem jeder Baustein immens wichtig ist. Versetzt oder zerstört man einen, kippt dieses Konstrukt und es passiert eine Katastrophe. Ich werde auf jeden Fall weitere Krimis von Varenne lesen, denn Treibjagd hat Suchtpotential!

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  • Menschliche Abgründe, spannend inszeniert

    Die Treibjagd

    tootsy3000

    27. July 2017 um 13:02

    Schon das Cover lässt einen recht düsteren Thriller hinter der Geschichte vermuten. Und das ist er dann auch, voller Hass und Rivalität, einem Umweltskandal, tiefe Freundschaft und einer verzweifelten Liebe. Das Massif Central mit seinen tiefen Schluchten, ausgedehnten Wäldern und Hochplatteaus ist Schauplatz dieses düsteren, psychologisch bestechenden Thrillers. Rémi Parrot, der Revierjäger, ist in dieser Gegend aufgewachsen. Schon als Kind galten er und seine Familie bei den machtbesessenen Courbiers und Messenets als unerwünschtes Pack. Sie versuchten alles um die Parrots von ihrem Land zu vertreiben. Besonders die Beziehung zwischen Rémi und Michèle als Teenager, war der Familie Messenet ein Dorn im Auge. Als Rémi nach einem schweren Unfall war, erhofften sich die beiden Clans, dass die Parrots nun endlich verschwinden würden. Zwanzig Jahre später, baut sich Rémi ein Blockhaus im Wald und Michèle kehr in die Heimat zurück. Wieder tun die Messents und die Corubiers alles um die Beiden voneinander fern zu halten. Als der junge Förster Phillip nach einem Streit mit den Clanchefs nicht mehr auftaucht, beginnt eine verzweifelte Suche. Dies ist der Auslöser tragischer Ereignisse und unfassbarer Entdeckungen, in dessen Mitte sich die Messenets, Courbiers und auch Rémi, seine Freunde und Michèle befinden. Der Thriller punktet vor allem durch seine psychologisch gut durchdachten Charaktere und tiefsinnigen Handlungsstränge. Der Aufbau der Geschichte ist interessant, aber auch gewöhnungsbedürftig. Besonders am Beginn tat ich mich nicht ganz leicht einzuschätzen in welcher Phase der Handlung ich mich gerade befinde. Die Kapitel wechseln ihre Perspektiven vom hier und jetzt zu Vorkommnissen in jüngerer Vergangenheit. Mein Fazit: Ein düsterer Thriller, der menschliche Abgründe behandelt und lange nachwirkt.

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  • Ein großer Thriller über Feind- und Freundschaft!

    Die Treibjagd

    kassandra1010

    20. July 2017 um 22:24

    Rémi, der Revierförster im Nationalpark lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Erst als sein Kollege Philippe spurlos verschwindet, begibt sich Rémi auf die Suche. Dass Philippe sich bei den beiden herrschenden Familienclans in der Gemeinde keine Freunde mit seinem ökologischen Gewissen gemacht hat, war allen bekannt und er kassierte dafür regelmäßig Prügel. Jean, Rémis einziger Freund findet mit seinem Jagdhund das, was von Philippe übrig ist und es hagelt Blei. Während die Polizei machtlos versucht, aus den Verflechtungen und den Machtverhältnissen dem Mörder auf die Spur zu kommen, hat Rémi die Fährten bereits gelesen und muss feststellen, dass ausgerechnet seine alte Jugendliebe Michéle mehr als einmal seinen Weg kreuzt. Ich war beeindruckt über den Hass, die große Macht der Natur und der langen stetig anhalten Feind- und Freundschaft. Ein wahnsinnig spannender Thriller, bepackt mit großer Macht, unerreichter Liebe und einer Verschrobenheit, die in der heutigen Zeit unvorstellbar scheint.

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  • "Battues"

    Die Treibjagd

    Kaisu

    16. July 2017 um 12:51

    „Es geht nicht um mich. Ich führe keinen Krieg. Und ich glaube, du siehst die Dinge nicht mehr, wie sie sind.“ (S.41) Zwei Familienclans, die sich nicht ausstehen können. Die ihre Ländereien direkt nebeneinander liegen haben. Zaun an Zaun. Grashalm an Grashalm. Erdklumpen an Erdklumpen. Theoretisch. Wenn da nicht diese Stadt wäre, die beide haben wollen, aber keiner so recht bekommt. Die Stadt, die einst vor industriellem Reichtum nur so strotzte. Sie lebte mit dem Puls der Zeit und zog viele Arbeiter an. Und heute? „Die Hälfte der Häuser steht leer, alles ist heruntergekommen, die Geschäfte in der Hauptstraße wechseln jedes Jahr den Besitzer, und die Hälfte der Läden steht zum Verkauf.“ (S.8) Die Mittel und Wege, die beiden Familien – die Courbiers und die Messenets – seit Jahren benutzen um sich das Leben schwer zu machen, lastet schwer auf den Schultern der Einwohner und allem voran der Natur. Das „massif central“ liegt im südlichen Frankreich und ist ein traumhafter Flecken Erde. Der mit den Füßen getreten wird. Einer der einsamen Gegner ist Remi Parrot. Er ist Revierjäger und wird eher geduldet als akzeptiert. Doch er hat sich einen harten Panzer zugelegt. Nur zwei Faktoren können ihn aus der Ruhe bringen: Die Zerstörung der Natur und seine Jugendliebe Michele Messenet. Witzigerweise sind es genau diese beiden Punkte, die fast zeitgleich zu einem Eklat führen. Remi ist seit seiner Jugend optisch entstellt und rechnet nicht damit von einer Frau geliebt zu werden. Also ist er eben ein Einsiedler. Was ihm dann jedoch durch seinen Freund Philippe zu Ohren kommt ist nicht mehr witzig. „Rémi spürte, dass sich sein Herz zusammenzog, oder vielmehr war es andersherum: Sei Blut schien sich bis zu den äußersten Rippen auszudehnen. Er sah den Wald ringsum und musste sich zurückhalten, um nicht laut Phillippes Namen zu rufen.“ (S.77) Plötzlich ist dieser verschwunden. Und das direkt vor der Jagd, die für die Dezimierung des Wilds wichtig ist. Entschlossen will Rémi diese Absagen. Immerhin läuft da draußen sein Freund umher. Wahrscheinlich ohne Warnweste, er könnte für Wild gehalten werden. Aber keiner will wegen eines gesuchten Anwohners dieses Event absagen. Ein Kampf gegen Windmühlen und die böse Saat, bekommt er zu spüren. Kurz zuvor war Michele nach über zwanzig Jahren an diesen gottverlassenen Ort zurückgekehrt und verdreht ihm auf anderer Gefühlsebene den Kopf. Letztlich nützt alles nichts. Wenn jemand meint, „seine“ Landschaft zerstören zu wollen, muss er erst an ihm vorbei. Koste es was wolle! Und so beginnt ein fieser Machtkampf zwischen den Fronten. „Ich bin zurückgekommen, weil mir, nachdem ich wegging alles missglückt ist.“ (…) „Und nun?“ „Ein Schlachtfeld, von Toten bedeckt, ist das ein friedlicher Ort? Aber das ist es nicht, was ich wollte.“ (S.112) Familienkrieg – klingt nicht sonderlich spannend. Kennt man aus diversen Büchern, die sich mit dieser Form der Unterhaltung beschäftigen. Was dieses Buch jedoch aus der Masse hervorstechen lässt ist, neben dem markanten Charakter Rémi, der Schreibstil und Aufbau des Buches. Kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Schnörkellos und geradlinig begleitet man die wichtigsten Figuren durch das Treiben in dem kleinen Ort R. Mal aktuell im Geschehen dabei, mal bei einer kleinen Befragung und in kleinen Dialogen. Die Kapitelüberschriften sind dabei besonders gut gelungen. Statt Zahlen oder Zeitangaben im ursprünglichen Sinne, gibt es Hinweise wie „Zwanzig Jahre nach Terre Noire, acht Tage nach dem Brand, vier Tage vor der Jagd, Morgen des ersten Zusammenstoßes“. Allerdings auch nicht in chronologischer Reihenfolge. Was gut für den Spannungsaufbau ist. Denn lange Zeit weiß man nur, dass es z.B. einen Brand gab/gibt. Nur nicht warum und wieso und wer involviert ist. Alles in allem war ich recht positiv überrascht von dem Buch. Liest man die ersten Seiten, weiß man direkt auf welchen Stil man sich einlässt und dieser ist sicher nicht nach dem Geschmack jeden Lesers. Da ich den Stil französischer Autoren mag, bin ich auch hier schnell in den Worten des Autors versunken. Eine kurze Geschichte über einen Eigenbrödler, der aus seinem sicheren Panzer ausbricht und alle spüren lässt, was für ein sturer Bock in ihm stecken kann.

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  • sehr empfehlenswert

    Die Treibjagd

    gagamaus

    25. June 2017 um 13:09

    „Die Treibjagd“ von Antonin Varenne spielt im Massif Central, einem Gebirge in der Mitte des südlichen Frankreichs. Aber es könnte tatsächlich überall anders auf der Welt spielen, wo die Gegebenheiten ähnlich sind. Die Ausgangssituation erinnert mich an andere Romane, die ich im letzten Jahr gelesen habe. Z.B. Monteperdido (Spanien) oder The Dry(Australien). Es ist eine ländliche abgelegene Gegend, in der die Natur hart und unerbittlich ist und wenige Reiche das Land und die Macht unter sich aufteilen wollen. Die Menschen sind ein Abbild ihrer Lebensumstände. Rauh und spröde, wortkarg und von äußeren und inneren Narben versehrt. Rémi Parrot ist der örtliche Revierjäger. Auf gewisse Weise ist er ein Eigenbrödler. Durch einen schweren Unfall entstellt, lebt er in einer Hütte am Waldrand. Seine große Liebe Michèle hatte vor Jahren das Dorf verlassen. Unerwartet kehrt sie zurück und eröffnet einen kleinen Laden. Ihr Bruder versucht, wie früher, eine Beziehung der beiden mit allen Mitteln zu verhindern und gerät sofort mit Rémi aneinander. Aber bald ist das Nebensache, denn der Forstinspektor Philippe verschwindet unter ungeklärten Umständen im Wald und was die Männer nach tagelanger Suche finden wirft die Frage auf, wer wollte ihn mundtot machen und warum. Der tote Freund hat Rémy einen Stapel Unterlagen hinterlassen, weil er bereits um sein Leben fürchtete. Und daraus geht hervor, dass einer der mächtigsten Grundbesitzer der Gegend in einen Umweltskandal verwickelt sein könnte. Ist dies das Mordmotiv? Bald ist auch hinter Rémy jemand her. Ich mag Bücher wie „Die Treibjagd“. Neben starken Haupt- und Nebencharakteren spielt auch die Natur eine wichtige Rolle und der Mensch kämpft nicht nur gegen Seinesgleichen sondern ebenso gegen Kälte und Hitze, karstige Bergregionen, wütende Wildschweine und ähnliches. Es ist ein Kampf ums Überleben. Und ein Kampf eben FÜR diese Natur, die andere ausbeuten und zerstören wollen. Rémy ist ein adäquater Held, der integer und mutig ist, sich nicht um seine Vorgesetzten oder Drohungen schert und doch ein ganz normaler Mensch mit all seinen Schwächen und Fehlern bleibt. Hervorragend passt das Cover zur Geschichte und der Erzählstil ist kraftvoll und intensiv, verlangt nach der Aufmerksamkeit des Lesers und schenkt dafür Bilder und Eindrücke, die das Kopfkino aufs Vortrefflichste befeuern. Ich wurde in einen spannenden Sog gezogen und kann das Buch nur wärmstens empfehlen.

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