Chalat Saeed

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Ich wähle die Freiheit

Ich wähle die Freiheit

 (9)
Erschienen am 14.06.2019

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Rezension zu "Ich wähle die Freiheit" von Chalat Saeed

Der Weg aus Unterdrückung und Gewalt zu einem neuen Leben in Freiheit
Hannicakevor 7 Tagen

Chalat Saeed erzählt ihre Geschichte - ihr Leben, geprägt von Zwangsheirat, Gewalt und grenzenloser Unterdrückung.


Aufgewachsen im Irak stand sie unter dem Schutz ihres Vaters, der dafür gesorgt hat, dass ihr auch nach seinem frühen Tod keine Gewalt zugefügt wird. So besuchte sie die Schule, welche sie als Klassenbeste mit viel Potenzial im Alter von zehn Jahren verlassen musste, um ihrer Mutter im Haushalt zu helfen und die Aufgaben einer frommen und gefügigen Frau zu erlernen.
Verkauft wurde sie für zwölf Goldringe mit 14 Jahren an einen älteren Mann, der Bezüge zum IS hatte und ihr keinerlei Freiheiten gewährte. Mehr als einmal musste sie unter seiner Gewalt leiden und wäre bei einer dieser Attacken beinahe tot geprügelt worden. Ihre Familie? Die schaut einfach wort- und tatenlos zu und versucht so, ihr Ansehen zu bewahren. Eine Scheidung? Unmöglich, ohne die Kinder zu verlieren.

Erzählt wird eine sehr berührende und erschreckende Geschichte, die zugleich wachrüttelt und zeigt, wie schlecht es vielen Frauen auf der Welt auch heute noch geht und wie machtlos sie in vielen Fällen sind. Sie werden unterdrückt, genießen kaum Bildung und werden eingesperrt. Nur wenigen gelingt die Flucht und die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Bereits das Vorwort, welches von der ältesten Tochter geschrieben wurde, macht deutlich, wie viel Überwindung es Chalat Saeed gekostet hat, dieses Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, denn noch immer hat sie Angst vor ihrer Familie und insbesondere vor ihrem Mann. Dennoch hat sie es gewagt und uns Lesern einen Einblick in ihr Leben und in das vieler anderer Frauen gewährt.
Dieser Einblick ist aus meiner Sicht gelungen. Es ist eine Geschichte, die viel Potenzial und wichtige Aspekte enthält, die zum Teil auch mögliche Vorurteile gegenüber den Frauen ausräumen können.

Der Schreibstil ist jedoch aus meiner Sicht gewöhnungsbedürftig. Er ist zumeist gekennzeichnet durch eine einfache Satzstruktur und somit auch durch kurze Sätze. Auch wenn dies zu der Autorin passt, da sie erst seit wenigen Jahren in Deutschland ist, benötigte ich Zeit, mit dem Schreibstil warm zu werden.
Zwischenzeitlich kommt Chalat Saeeds Stimme leider nicht ganz durch, sondern es werden mehr oder weniger nüchtern die Fakten ihres Lebens geschildert. Dies ist jedoch nur teilweise so und kann ihr nicht verübelt werden, da dies zumeist bei der Beschreibung traumatischer sowie einschneidender Erlebnisse der Fall ist. Besonders gegen Ende des Buches ist jedoch die erhoffte Reflexion ihres Lebens und mehr Tiefgang vorhanden. Sie äußert interessante Gedanken und wirkt authentischer als zuvor - schade, dass dies nicht durchgehend der Fall war.
Auffällig ist ebenfalls, dass diese Biographie in Roman-Form geschrieben ist und von Dialogen lebt. Die Geschehnisse werden zumeist nicht reflektiert, sondern aus Sicht der Chalat geschildert, die sie in der Situation war - aus Sicht eines Kindes, einer jungen Frau, sowie aus Sicht der Chalat, die sie heute ist. Dies ist jedoch nicht negativ aufzufassen, allerdings benötigte ich dadurch ein wenig Zeit, mit der Geschichte warm zu werden.

Ebenfalls ein wenig schade fand ich, dass der Lebensabschnitt ihrer Flucht und ihrer Ankunft in Deutschland nicht thematisiert wird. Dies wäre meiner Meinung nach ebenfalls sehr spannend gewesen, aber wahrscheinlich hätte dies den Rahmen gesprengt. Immerhin wird auf das Buch ihrer ältesten Tochter verwiesen, welches sie später einmal schreiben möchte. So erhält der Leser vielleicht die Chance, diesen Lebensabschnitt noch einmal lesen zu können.

Alles in allem ist die Geschichte sehr berührend und geht ans Herz. Die Geschichte - die wahren Ereignisse - sind erschreckend. Umso wichtiger finde ich, mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, zu zeigen, diese Frauen und ihr Schicksal gibt es wirklich, auch noch im 21. Jahrhundert!

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Rezension zu "Ich wähle die Freiheit" von Chalat Saeed

Hinter den verschlossenen Fenstern einer irakischen Familie
Curinvor 13 Tagen

Chalat Saeed wächst im Irak in einer kurdischen Familie auf und erlebt dort viel Gewalt. Nach wenigen Jahren in der Schule muss sie zu Hause bleiben und wird dann an einen älteren Mann verheiratet, der sie ebenfalls misshandelt und der in der islamistischen Szene aktiv ist. Doch Chalat träumt immer von einem freien Leben und fasst in Deutschland einen mutigen Entschluss... .
Schon zu Beginn des Buches stellt Chalat klar, dass sie den Lesern einen Einblick hinter die verschlossenen Fenster einer irakischen Familie geben möchte. 
Auf diesen Blick hinter die Fassaden war ich gespannt und bin jetzt nach dem Lesen noch immer sehr schockiert, was sich dort abspielt und was gerade junge kurdische irakische Mädchen erleben und durchmachen müssen. 
Neben körperlicher und vor allen Dingen auch psychischer Gewalt, ist leider auch die Beschneidung etwas ganz Normales. Doch vor allem fand ich es sehr schlimm, dass keine der Frauen und Mädchen selbst über ihr Schicksal und über ihr Leben entscheiden können.
Chalat schreibt manchmal erstaunlich offen, dann wieder werden Dinge für mich nicht zufriedenstellend erläutert. Gerade zu Anfang des Buches lässt sie sich taufen, doch wie sie überhaupt Christin wurde und wie sie ihren Glauben auslebt, kommt kaum zu Sprache. 
Den Schreibstil selbst fand ich oft irgendwie komisch und mir haben beim Lesen auch etwas die Emotionen gefehlt. 
Mich persönlich hat Chalats Geschichte sehr betroffen gemacht. Man sieht einfach, wie Dinge, die hier in Deutschland selbstverständlich sind, in anderen Ländern für die Frauen undenkbar sind.
Insgesamt habe ich ,,Ich wähle die Freiheit" gerne gelesen und empfehle das Buch hier weiter.

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Rezension zu "Ich wähle die Freiheit" von Chalat Saeed

Aus dem Leben einer kurdischen Frau
heckenhexevor 20 Tagen

Chalat erzählt zu Anfang in einer bildreichen Sprache aus ihrem Alltag als kurdisches Schulmädchen, das ehrgeizige Träume und Ziele hat. Die von ihrer Familie beschützt wird, bis es Zeit wird für die Kultura ihrer Famile. Sie wird als Ehefrau an einen Islamisten, der tief mit al-Quaida  verwurzelt ist, verkauft, für den es auch nur eine Zweckehe ist. Er misshandelt sie immer wieder. Seine Mutter und Schwester sind ebenso bösartig ihr gegenüber, bis sie sich gegen die "Magie" der Mutter wehrt. Sie bekommt 2 Mädchen. 

Nach und nach, durch die Hilfe eine Nachbarin und ihre Arbeit als Näherin, bekommt sie Anerkennung und ihre Nähstube wird zu einem geheimen Treffpunkt der muslimischen Frauen, die sich dort austauschen. So erfährt sie von Deutschland, dem Land in dem Frauen und Männer die gleichen Rechte haben, wo der Staat die Frauen vor gewalttätigen Männern schützt. 
Langsam begreift sie, welche Rolle ihr Mann spielt; dass ihr Mann an der Enthauptung von Nicholas Berg und diversen Planungen von Selbstmordkommandos beteiligt ist. Als die Pershmerga mit den Amerikaner die Oberhand gewinnt. Flieht die kleine Familie mit falschen Pässen, da Chalats Mann seine Bekanntheit im Irak zum Verhängnis werden könnte. Sie kommen nach Deutschland.

Chalat wollte mit diesem Buch ein Fenster zu ihrer Kultur und dem irakischen Leben öffnen. Leider gelang es ihr und dem Co-Autoren nur teilweise. 

Es wurde in meinen Augen eine große Chance vertan.  

Ich hätte mir gerne ein paar mehr Anmerkungen und Erklärungen zu einigen Traditionen gewünscht. Mit der Zwangsheirat geht der leicht geöffnete Vorhang wieder zu. Vieles ist verwirrend, da es nur kurz angerissen wird. Wie es ihr und den Kindern letztendlich auf der  Flucht nach Deutschland ergeht und zu der Trennung von ihrem Mann kommt bleibt seltsam vage.

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Gespräche aus der Community

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In diesem Monat gibt es eine unserer Neuerscheinungen aus dem neuen Herbstprogramm:

https://www.adeo-verlag.de/index.php?id=842



Chalat Saeed Ich wähle die Freiheit



Ich wähle die Freiheit



Zum Inhalt:



Wenn vom Irak die Rede ist, geht es um Krieg, um Islamismus, Terror und Hass. Es scheint so, als gäbe es dort nur Männer. Die Frauen sind unsichtbar. Frauenrechte gibt es nicht. Frauen sind nicht etwa Bürger zweiter Klasse - nein, sie sind nicht besser gestellt als Haustiere.

Auch Chalat Saeed war eine dieser unsichtbaren und unterdrückten Frauen. Mit 10 Jahren nahmen ihre Brüder sie aus der Schule, mit 14 wurde sie mit einem deutlich älteren Mann verheiratet, einem radikalen Muslim mit Verbindungen zum IS, der sie einsperrte und misshandelte. Sich von ihm zu trennen war undenkbar, schon weil er dann das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder bekommen hätte.

Doch die ganze Zeit ahnte Chalat, dass es ein anderes Leben geben muss, eines, in dem Frauen frei sind, ihre Träume zu verwirklichen. Und dass es einem Gott geben muss, in dessen Namen nicht zu Gewalt gegen Frauen und zum Terror aufgerufen wird. Und dann, eines Tages, eröffnet sich unverhofft ein Weg in dieses andere Leben ...

Dies ist ihre Geschichte.




Infos zur Autorin:




Chalat Saeed





Chalat Saeed

geboren 1981 im Irak. Als 14-Jährige wurde sie mit einem deutlich älteren, radikalen Muslim zwangsverheiratet, der Verbindungen zum IS hatte. 2015 kam sie mit ihrem Mann nach Deutschland und die Ehe wurde wegen häuslicher Gewalt geschieden. Sie ist Mutter von vier Kindern und arbeitet als Näherin in Duisburg.

Foto: Boris Breuer






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Letzter Beitrag von  Hannicakevor 7 Tagen
https://www.lovelybooks.de/autor/Chalat-Saeed/Ich-w%C3%A4hle-die-Freiheit-2035011060-w/rezension/2146482732/ Hier ist meine Rezension, die ich auch auf anderen Seiten teilen werde. Ich habe leider ein wenig gebraucht, mich auf das Buch und den Schreibstil einzulassen, aber im großen und ganzen hat es mir trotz einiger "Schwachstellen" bzw. Stellen mit "Optimierungsbedarf" gut gefallen. Ich denke es steht uns nicht zu, ihr Leben zu verurteilen. Lediglich zur Umsetzung bzw. zu der Gestaltung des Buches kann ich sagen, dass es an einigen Stellen besser hätte sein können. ABer es weist viel Potenzial auf, aus dem man bestimmt noch etwas schönes machen kann. Trotz allem habe ich ihre Geschichte aber gerne gelesen und möchte mich bedanken, dass ich im Rahmen dieser Leserunde die Chance dazu bekommen habe.
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