Daphne du Maurier Rebecca.

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Inhaltsangabe zu „Rebecca.“ von Daphne du Maurier

Trotz des für heutige Zeiten ungewohnten Schreibstils konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Die zweite Hälfte war richtig spannend.

— Gelis
Gelis

Ein gelungener Klassiker über Geheimnisse, Verrat und Liebe, der sich in die traditionellen Schauerromane einreihen kann.

— Kopf-Kino
Kopf-Kino

Fesselnd bis zum Schluss. Ein Buch, an das man sich noch lange erinnern wird.

— Jelena
Jelena
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  • Gestern träumte ich, ich sei wieder in Manderley.

    Rebecca.
    Kopf-Kino

    Kopf-Kino

    Ich spürte noch das gekünstelte steife Lächeln um meine Lippen, das von der Verzweiflung in meinen Augen Lügen gestraft wurde. Der verwitwete Aristokrat Maxim de Winter heiratet überstürzt eine schüchterne Gesellschafterin und nimmt sie mit auf das mächtige Herrenhaus Manderley. Inmitten der düsteren Atmosphäre des Anwesens verdichtet sich das Leben der jungen Ehefrau zu einem Albtraum, das sie aus Liebe unterwürfig erduldet: Obgleich niemand mit ihr offen über Rebecca sprechen möchte, ist Maxims erste Frau immer noch allgegenwärtig. Selbst nach deren Tod wirft sie ihren Schatten auf das Familienanwesen – samt seinen Bewohnern. Somit nimmt das Drama seinen Lauf und den Leser gefangen. Das Haus war ein Grabmal unserer Hoffnungen, und unsere Leiden lagen in den Ruinen begraben. Es gab keine Wiederauferstehung. Wenn ich bei Tag an Manderley dächte, würden die Gedanken nicht bitter sein. Meine Rezension bezieht sich auf die gebundene Ausgabe des Verlags 'Reader's Digest' mit der Übersetzung von Katrin von Schaub und den Illustrationen von Nanette Biers. Der Autorin Daphne du Maurier ist mit der Mischung aus Schauerroman, Thriller und Romanze eine anspruchsvolle Unterhaltungslektüre gelungen, die ich sehr gerne las. Nicht nur die beängstigende und geheimnisvolle Aura, die sowohl von Manderley als auch von dessen Haushälterin ausgeht, sondern ebenfalls die Wahl der Perspektive intensivieren ein beklemmendes Gefühl beim Lesen: Indem du Maurier die Protagonistin als namenlose Ich-Erzählerin auftreten lässt, sorgt deren Unwissenheit für Spannung und birgt so manch unerwartete Wendung. Da die realistische Beschreibungen einem ständigen Wechsel von (recht romantischen) Tagträumen unterlegen sind, stellte die Autorin ihre Hauptfigur gewiss bewusst verstört dar - schließlich vermag der Leser nicht zu unterscheiden, ob manche Erlebnisse lediglich im Kopf der Protagonistin stattfinden oder auf tatsächlich erfahrene Begebenheiten beruhen. Sie sahen durch mich hindurch oder über mich hinweg mit einem kalten ausdruckslosen Blick, der in eine Folterkammer starrte, wohin ich ihm nicht folgen konnte, in eine innere Hölle, zu der ich keinen Zugang hatte. Das literarische Ich erleben wir hier als eine hochsensible und überängstliche Figur mit einem (zunächst) naiven Charakter, die wohl in jungen Jahren nur wenig Selbstbewusstsein aufbauen konnte und erst lernen muss, sich zu entwickeln. Zu viele Sätze empfinden wir als Stiche, die nur leicht dahin gesagt wurden. Zwar ordne ich den Klassiker ebenfalls als Liebesroman ein, möchte mich jedoch vehement dagegen wehren, dem Buch das Siegel „Frauenroman“ aufzudrücken – dafür beschäftigt sich der Roman viel zu wenig mit Liebe, sondern vielmehr mit Machtverhältnissen innerhalb einer Ehe. Um nicht zu viel zu verraten, möchte ich lediglich das Schlagwort 'Byronic Hero' in den Raum werfen. Auch psychologisch gesehen ist der Roman nicht zu verachten, leitet sich doch der Begriff 'Rebecca-Mythos' aus diesem Klassiker her. Wir waren wie zwei Schauspieler, die im gleichen Stück auftreten, aber nicht aufeinander eingespielt sind. Wir allein litten darunter; wir mußten diese klägliche, verlogene Komödie zu Ende führen, weil alle diese Menschen es von uns verlangten, diese Menschen, die ich nicht kannte und die ich nicht wiedersehen wollte. Du Mauriers Sprache kommt sehr atmosphärisch und malerisch daher; andere könnten dies eventuell als „zu blumig“ empfinden. Da das Buch vor über 70 Jahre geschrieben wurde und mich sprachlich manchmal an die Viktorianische Literatur erinnerte, kann der Roman für heutige Verhältnisse recht behäbig und langsam erzählt wirken. Trotz der einfach Schreibweise traf der Schreibstil meinen Geschmack, da er in meinen Augen sehr wohlklingend und angenehm unaufgeregt daherkommt. Ich stand plötzlich davor; das hemmungslos nach allen Seiten wachsende Dickicht hatte die Sicht versperrt, und ich stand da, das Herz pochte mir in der Brust, und ich fühlte den Schmerz aufquellender Tränen in meinen Augen. Da war Manderley, unser Manderley, schweigend, verschwiegen, wie es immer gewesen war; [...] Die Zeit konnte das vollkommene Ebenmaß jener Mauern nicht zerstören und nicht die Harmonie der Lage – ein Kleinod in einer offenen Hand. Da ich bereits die Viktorianische Literatur erwähnte, muss ich noch ergänzen, dass mir ein paar Parallelen zu einem Werk auffielen, weshalb ich dem Buch einen halben Stern abziehe. Näheres dazu unter der Spoiler-Markierung. Grundsätzlich bin ich mir uneinig, wer nun die wahre Protagonistin ist: Rebecca ist schrecklich präsent, aber nicht da. Die andere muss ohne Namen auskommen; man erfährt nicht viel über sie und sieht doch alles durch ihre Augen. Meine Meinung nach ist dies eine sehr interessante Konstellation, die ich jedem ans Herz legen möchte, der Gefallen an vielschichtigen Geschichten hat. Der Klassiker bekommt von mir 4,5 Sterne und einen festen Platz in meinem Bücherregal. Ach ja: Wer weitere Empfehlungen aus dem Hause du Maurier hat, möge sie mir bitte in die Kommentarfunktion schreiben. Danke. [...] aber eine andere Stimme in meinem Unterbewusstsein warnte mich davor, zu viel wissen, zu viel hören zu wollen. ++++++++++++++++SPOILER++++++++++++++++++++++++++ Mir fielen ein paar Ähnlichkeiten zu 'Jane Eyre' – ein Buch, welches ich ebenfalls sehr lesenswert finde – auf: Beide Erzählerinnen sind sehr jung und Waise, recht scheu, halten sich selbst für unscheinbar und sind aufgrund ihrer Mittellosigkeit abhängig. In beiden Fällen sind die Protagonisten reich, doppelt so alt und Bryonic Heroes. Beide Bücher enthalten ein düsteres Herrenhaus, welche von einem schrecklichen Geheimnis umschattet werden und mit den früheren Ehefrauen der männlichen Figuren zusammenhängen. Am Ende gehen beide Anwesen in Flammen auf. Nun, dies sind natürlich Stoffe, aus denen gute Literatur gestrickt werden kann. Beide Autorinnen haben dies meiner Meinung nach geschafft, fand ich jedoch bei du Maurier aufgrund der eindeutigen Parallelen etwas schade.

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