Ella Theiss Die Spucke des Teufels

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Inhaltsangabe zu „Die Spucke des Teufels“ von Ella Theiss

Lisbeth, Wirtin des Gasthauses zum Ochsen, hat gerade ihren Mann beerdigt, da quartieren sich preußische Gardisten bei ihr ein. Der Lohn: ein Sack Kartoffeln, eine Frucht, deren Triebe giftig sind und die als ungenießbar gilt. Zudem ächtet der Pastor Kartoffeln als ›Spucke des Teufels‹, während dagegen Friedrich II., der König von Preußen, seinem Volk die nahrhafte Knolle schmackhaft machen will. Lisbeth lernt, mit der Frucht umzugehen, doch mit anderem kann sie sich nicht abfinden: Major Kreutzer glaubt, die schöne Wirtin als sein Eigentum betrachten zu können, ein fünfjähriges Mädchen landet im Freudenhaus, seinem dreizehnjährigen Bruder droht als Deserteur die Hinrichtung und der fahrende Barbier Jost wird der Landesgrenzen verwiesen. Durch die Hilfe des Müllers Willem scheint sich alles zum Guten zu wenden, aber dann wird Lisbeth von ihrer Vergangenheit eingeholt …

In Sprache und Inhalt wird eine Epoche abseits aller Klischees wahrhaft lebendig,

— gudrunL

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    Aljona-poems

    21. October 2012 um 21:50

    Ella Theiss: "Die Spucke des Teufels" - ein interessantes Buch. Interessant im Sinne von überraschend, spannend, merkwürdig, unterhaltsam. Die Geschichte handelt von der jungen Witwe, Lisbeth, die nach dem Tod ihres Mannes das Gasthaus zum Ochsen allein weiterführen will. Die Geschichte spielt am Niederrhein zu einer Zeit, als die Preußen sich dort, gelinde ausgedrückt, nicht gerade besonders großer Beliebtheit erfreuten. Nun quartieren sich ausgerechnet im Gasthaus preußische Gardisten ein, die Lisbeth um viel zu geringen Lohn bewirten muss, man stellt ihr aber großzügig einen Sack Kartoffeln zur Verfügung. Dann wirft ausgerechnet der Major ein Auge auf sie (wobei er nicht der einzige ist). In ihrer Not muss Lisbeth zu ungewöhnlichen Mitteln greifen. Das Buch ist durchaus humorvoll geschrieben, wobei es dabei ziemlich derb zugeht. Man schließt die Protagonisten Lisbeth, Willem, Jost sowie das "Fränzken" und das "Hannken" schnell ins Herz. Eben aus diesem Grunde fand ich den Schluss der Geschichte schon beinahe traurig. Was mich an Lisbeth stellenweise irritiert hat, ist ihr Aberglaube und vor allem, nennen wir es mal, die Gesellschaft mit der sie sich unterhält, wenn sie abends ganz alleine ist. Also die Gespräche mit der Mutter sehe ich ja noch ein, aber die anderen... Zuviel will ich nicht verraten, aber dies ist der Punkt, an dem ich das Buch eher als merkwürdig beschreiben würde. Die "bösen" Charaktere, wie der Ochsenwirt und der Major, sind durch ihre Handlungen und Ausdrucksweise treffend beschrieben, abstoßend. Äußerst faszinierend aber ist die Figur des Giselher von Wolzogen, obwohl keine historisch belegte Persönlichkeit hätte ich von ihm gern noch mehr erfahren. Mein Fazit: Ein schöner Schmöker für zwischendurch, den auch ein Langsamleser wie ich locker in zwei Wochen durchkriegt.

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    Gospelsinger

    20. July 2011 um 15:22

    Die Witwe Lisbeth führt die Wirtschaft ihres im Jahre 1755 verstorbenen Mannes weiter und bekommt unerwünschte Einquartierung. Für die Versorgung der preußischen Soldaten, die sie aufnehmen soll, bekommt sie einen Sack Kartoffeln, die am Niederrhein bisher unbekannt sind. Aber die Soldaten essen lieber Fleisch und lassen die aufwendig zubereiteten Kartoffeln als ungenießbar auf dem Teller. Friedrich II. hatte es nicht leicht, die Bauern dazu zu bringen, Kartoffeln anzubauen, denn was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Kartoffeln waren unbeliebt, weil man lange nicht wusste, wie man die überwiegend giftigen Dinger zubereiten soll. Die damaligen Sorten enthielten noch mehr Gift als die heutigen, Todesfälle waren also nicht unüblich. Aber Lisbeth bekommt heraus, wie man aus den Kartoffeln eine gute Suppe kocht. Nicht für die Einheimischen natürlich, denn dann würde sie Ärger mit dem Pfarrer bekommen, für den Kartoffeln die „Spucke des Teufels“ sind. Eine unabhängige Frau hatte es im 18. Jahrhundert schwer. So muss sich Lisbeth nicht nur gegen Schikanen der Obrigkeit, sondern auch gegen die Nachstellungen eines preußischen Majors wehren. Hilfe erhält sie von dem schüchternen Müller Willem, der in sie verliebt ist, und von dem Barbier Jost. Die größte Hilfe erhält sie allerdings von ihrer verstorbenen Mutter und weiteren Geistern, die im Wirtshaus herumspuken und wertvolle Ratschläge geben. Sie sorgen dafür, dass Lisbeth sich wehren kann, wenn auch auf eine höchst fragwürdige Art. Aber Frauen mussten in dieser Zeit halt auch zu harten Maßnahmen greifen, um sich behaupten zu können. Lisbeth hat also mein vollstes Verständnis und meine Sympathie. Erst recht, weil sie sich so vehement für ein missbrauchtes Kind einsetzt. Besonders gefallen haben mir auch die Rezepte im Buch, die angeblich aus dem Kochbrevier „Die gute Volksküche“ von 1802 stammen. Die Autorin selbst hat auch das richtige Rezept gefunden, nämlich für einen kurzweilige Geschichte, die eine gelungene Mischung zwischen einem historischen Roman und einem spannenden Krimi bietet, mit einer Protagonistin, deren Charakter überraschende Abgründe aufweist, und einem überraschenden Ende. Ein Appetit anregender Erstling, auf den hoffentlich noch weitere Bücher dieser Autorin folgen.

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    RiaKlug

    02. June 2011 um 14:00

    Welch ein großartiges Buch! Eigentlich mag ich am liebsten zeitgenössische Krimis, aber dieser hat wirklich alles, was zu einem guten Krimi gehört: Die Atmosphäre des barocken Preußen rückt der Leserin beängstigend nah auf die Pelle, viel Spannung durch Konflikte, die Charaktere sind mehr als überzeugend und so vielschichtig angelegt, dass sie nie vorhersehbar sind. Bevor man dazu kommt sich zu fragen, warum diese Geschichte zu den Krimis zählen soll, ist wenigstens das halbe Buch schon gelesen und soviel Konfliktstoff angehäuft, dass ein Weglegen nicht mehr in Frage kommt. Erst ganz am Ende öffnet uns die Autorin die Augen für die kriminellen Hintergründe und das kommt so überraschend, wie ein Schlag auf den Solarplexus. Ella Theiss teilt auch kräftig aus: Gegen die Glorifizierung des Staates vom Großen Fritz, gegen die Bigotterie der Kirche und der Obrigkeiten, gegen die Überhöhung der sogenannten Aufklärung. Das vollbringt sie auf eine fast perfide, leise und und subversive Art, wodurch es noch überzeugender wirkt. Ab und an streut sie zudem noch ein Kochrezept und ein paar verzichtbare kommentierende Sprechworte ein. Beides finde ich eher überflüssig. Die Rezepte, weil die Geschichte nicht gerade appetitanregend ist, die kommentierenden Sprechworte, weil sie redundant sind. Das ist aber auch alles, was aus meiner Sicht kritikwürdig ist. Und das tut dem gelungenen Gesamteindruck keinen Abbruch!

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    Klusi

    02. June 2010 um 21:27

    Es ist das Jahr 1775 im November. In Lissabon bebt die Erde und zerstört weite Teile der Stadt. Die Katastrophe hat weit reichende Ausläufer. Auch in Hassum am Niederrhein sind Erdstöße spürbar. In dieser Zeit wird die junge und schöne Lisbeth zur Witwe. Ihr brutaler Mann, der Ochsenwirt, stirbt an der Ruhr und hinterlässt ihr ein gut gehendes Gasthaus. Die junge Frau beschließt, dieses alleine weiterzuführen. Ganz auf sich gestellt, muss sie sich im täglichen Leben mit allen möglichen Widrigkeiten "herumschlagen", was teilweise wörtlich genommen werden kann. Preußische Soldaten beziehen bei ihr Quartier, und ganz besonders der unsympathische Major Kreuzer setzt der jungen Frau arg zu. Im Zwiespalt zwischen der christlichen Lehre und altem Aberglauben verlässt sich Lisbeth bei ihren Problemen am liebsten auf den Rat der Verstorbenen, die ihr als hilfreiche Geister erscheinen, so zum Beispiel ihre alte Mutter, die heilige Irmgard von Aspel oder ein Indianer, der sie sogar in der richtigen Zubereitung der „Tartoffeln“ unterweist, wie die Erdknolle damals genannt wird. Mit den Kartoffeln hat der Preußenkönig Friedrich II. seine liebe Not, will er sie doch im Niederrheingebiet heimisch machen. Allerdings beobachtet sowohl die Kirche als auch die Bevölkerung das neue Gemüse mit großem Misstrauen und sind gar nicht erbaut vom königlichen „Kartoffelbefehl“, bezeichnet doch der Pfarrer die unscheinbare Knolle sogar als „Spucke des Teufels“. Zum direkten Handlungsverlauf möchte ich mich nicht weiter äußern, um der Geschichte nichts von seiner Spannung zu nehmen. Es sei nur so viel gesagt, hier lohnt es sich, zwischen den Zeilen zu lesen, denn dort offenbart sich dem Leser so manche Überraschung. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Schon die Einbandgestaltung mit der Kartoffelpflanze finde ich sehr ansprechend. Es liest sich sehr kurzweilig, in einem Stück weg. Die Autorin schildert die Handlung aus wechselnden Blickwinkeln der Protagonisten. Interessant fand ich, dass zwischendurch mehrere Auszüge aus einem Tagebuch auftauchen, welche an unterschiedlichen Stellen und zu ganz verschiedenen Zeiten "entdeckt" wurden. Sie alle rundendas Bild ab und stammen eindeutig aus der Feder des fahrenden Barbiers Jost. Der Umgangston, welcher Zeitweilen recht derb ist, wirkt hier einfach stimmig und sehrauthentisch. Die Leute reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Manche Szenen wirken grotesk und etwas makaber, aber alles passt zum Gesamtbild, das die Autorin, teilweise mit bissigem Humor, von der damaligen Zeit gezeichnet hat. Wie sie selbst im Nachwort ausführlich erklärt, kam es ihr nicht unbedingt auf die korrekte Wiedergabe historischer Ereignisse an, sondern sie hat ihre künstlerische Freiheit genutzt und einige Daten sowie Ereignisse zu ihrem Zweck verändert oder auch frei erfunden. Aus ihrer eigenen Versuchsküche stammen auch die "alten" Rezepte, die zwischendurchauftauchen und die Speisen wiedergeben, welche Lisbeth ihren Gästen im Ochsen serviert. Sie machen den Roman zu einem ganz besonderen Schmankerl, deftig und delikat, wie ein gut gewürzter Kartoffeleintopf.

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    Maeve

    21. March 2010 um 08:52

    Die Spucke des Teufels: wunderbar, sonderbar, irgend etwas zwischen einem historischen Roman und einem Krimi! Toll zu lesen, schöner Aufbau, schöne Wortwahl. Ein schönes Lesevergnügen !!

  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    LindaSarah

    10. March 2010 um 14:31

    Eine interessante Geschichte über die Einführung der Kartoffel, das Leben der Landbevölkerung um 1800 und die, of sehr brutalen, Auswirkung der preußischen Regierung. Bevor ich das Buch gelesen habe, wusste ich kaum etwas über diese drei Punkte und das Buch hat auf anschauliche Weise neues Wissen vermittelt. Besonders gelungen finde ich das Ende und die Erklärungen der Autorin im Anhang.

  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    Letterus

    21. February 2010 um 17:55

    Das ist mal ein historischer Roman der anspruchsvollen Sorte, dabei hochamüsant, manchmal burlesk komisch und spannend. Thema ist die gewaltsame Einführung der Kartoffel in Preußen im 18. Jh. Ob der Zweck die Mittel heiligen kann, diese Frage wird facettenreich dargelegt. Die Figuren sind zwar nicht durchweg, aber doch überwiegend differenziert gezeichnet. Die Schilderung des harten Lebens der Landbevölkerung damals ist packend und oft sehr anrührend. Dennoch hält sich der Roman durch eine feine Ironie und in kluger Distanz zu seinen Protagonisten. Zusammengefasst: Sehr empfehlenswert. differenziert ge

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  • Rezension zu "Die Spucke des Teufels" von Ella Theiss

    Die Spucke des Teufels

    papalagi

    02. November 2009 um 13:22

    Klappentext: "Lisbeth, Wirtin des Gaushauses zum Ochsen, hat gerade ihren Mann beerdigt, da quartieren sich preussische Gardisten bei ihr ein. Der Lohn für Kost und Logis: ein Sack Kartoffeln, eine Frucht, deren Triebe giftig sind und die als ungeniessbar gilt. Zudem ächtet der Pastor Kartoffeln als "Spucke des Teufels und aus dem Leib einer Sünderin entstammend", während dagegen Friederich II, der König von Preussen, seinem Volk die nahrhafte Knolle schmackhaft machen will. Lisbeth lernt, mit der Fruch umzugehen, doch mit anderem aknn sie sich nicht abfinden: Major Kreutzer glaubt, die schöne Wirtin als sein Eigentum betrachten zu können, ein fünfjähriges Mädchen landet im Freudenhaus, seinem 13-jährigen Bruder droht als Deserteur die Hinrichtung und der fahrende Barbier Jost wird der Landesgrenzen verwiesen. Durch die Hilfe des Müllers Willem scheint sich alles zum Guten zu wenden, aber dann wird Lisbeth von ihrer Vergangenheit eingeholt...". Spannend, amüsant und dazu noch lehrreich erzählt uns Ella Theiss von einer Frau Mitte des 18. Jahrhunderts. Die rothaarige Lisbeth, die nach dem Tod ihres Mannes - sie trauert ihm nicht wirklich nach - sehr schnell erfahren wird, was es heisst als Frau alleine zu sein. Sie weiss sich aber zu behaupten, bekommt immer mal wieder Tipps von ihrer verstorbenen Mutter und einem Indianer-Geist. Auch der heilige Bartholomäus setzt sich mit seinem Kopf unter dem Arm gerne zu ihr, um sie aufzumuntern. Aberglaube und Angst vor der Obrigket prägen diese Zeit und das kommt bei der Lektüre sehr gut durch. Auch wie schwer es war, die Kartoffel unter den Bauern beliebt zu machen. Viel lieber pflanzte man Topinampur an, der hat wenigstens keine giftigen Triebe. Die Kartoffel sollen doch die verhassten Preussen essen. Aber die Bauern haben schnell herausgefunden, dass Kartoffeln im 3. Anbaujahr - dem Brachjahr - sehr gut geeignet sind: Sie wachsen und gedeihen ohne grosses Zutun, wie Unkraut. Die geernteten Kartoffeln verfütten sie den Schweinen, diese geben viel Mist und der wird zusammen mit dem Kraut wieder untergepflügt und so ist der Boden bestens gerüstet für die Sommersaat. Ella Theiss arbeitet als freie Redakteurin und Fachjournalistin überwiegend zum Themenkrei Ernährung. Dieser historische Roman ist ihr äusserst gelungen und ich hoffe, sie hat noch viele Ideen. Am Schluss des Romans zeigt sie noch Abweichungen zur Geschichte auf und gibt so noch kurze Erklärungen.

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