Der Roman bietet eine wichtige feminine Sichtweise in das Leben von Yara, einer palästinensisch-amerikanischen Frau, die mit den kulturellen Erwartungen und mit Traumata aus ihrer Kindheit kämpft und in ihrer Rolle als Ehefrau zunehmend erstickt. Mit Hilfe von Therapie und Beschäftigung mit sich selbst, versucht sie Verhaltensmuster ausfindig zu machen, die Vergangenheit aufzuarbeiten und Veränderungen in Gang zu setzen. Wie viele Rückschläge sie erleiden muss und wie wenig Zuspruch von der Gesellschaft und Unterstützung sie dafür bekommt, ist traurig zu lesen, aber leider noch immer die Realität. Eigentlich sollte es ihr ja gut gehen, sie hat einen Ehemann, der zwar noch immer die alten traditionellen Werte und Normen vertritt, der sie aber nicht schlägt und der sie arbeiten lässt, sie hat zwei tolle Kinder, aber wo bleibt sie selbst? Yara schreibt sich in ihren Tagebucheinträgen ihre negativen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und mit ihren Eltern von der Seele. Zwischenzeitlich ist es nicht leicht zu lesen, da sie in eine Depression abrutscht und zunehmend negative Gedanken hat, trotzdem ist die Entwicklung von Yara über die Zeit hinweg als positiv zu sehen, mit Rückschlägen und Schwierigkeiten, emotional und ungeschönt. Das Buch geht unter die Haut und wirkt auch nach dem Lesen noch lange nach, ist aber ein mutiger Schritt, um Missstände aufzuzeigen und auch Mut zu machen, dass sich harte Arbeit an sich selbst und den Lebensumständen lohnt.
Etaf Rum
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Etaf Rum
Evil Eye
Evil Eye (German Edition)
A Woman is No Man (English Edition)
Neue Rezensionen zu Etaf Rum
Zu Beginn: Ich hatte wohl ganz andere Erwartungen an das Buch und war deshalb sehr hin- und hergerissen.
Man durchlebt wirklich Schritt für Schritt Yaras Charakterentwicklung und leidet sehr mit. Nach 60% vom Buch war ich jedoch der Meinung, dass alles ein wenig auf der Stelle tritt. Ich hätte mir mehr gewünscht, dass wir viel mehr von Yara‘s „Ausbruch“ aus dem festgefahrenen miterleben. Ihre Gedankenspirale hat sich immer wieder wiederholt und das fand ich ein kleines bisschen mühselig zu lesen.
Das Ende wurde mir viel zu schnell erzählt und das fand ich wirklich sehr schade. Da hatte ich das erste mal das Gefühl, dass sich wirklich was tut! Schade, dass es davon nicht mehr Seiten gab. Ich verstehe ihre innere Zerissenheit, vor allem weil sie ein Generationsvererbtes Trauma hat und versucht aus ihrer vorgegebenen Bahn zu entfliehen. Zusätzlich kommt eine Identitätskrise dazu und der Wunsch, ihre künstlerische Ader ausleben zu können.
Ihre Zerrissenheit war wirklich gut dargestellt und ich als Leserin konnte es durchs Buch fühlen.
Das Buch lässt mich ein bisschen ratlos zurück. Einerseits habe ich das Buch gerne gehört und ich fand die Geschichte von gesellschaftlichen Normen und die Emanzipation und das Ausbrechen da heraus super spannend. Andererseits machte mich die Protagonistin und ihr Nicht-Handeln manchmal wirklich wahnsinnig.
Ich weiß, es ist natürlich Teil ihres Charakters und der Story, aber wollte ihr so gerne helfen...
Also es hat definitiv etwas ausgelöst und so sollte es ja sein
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