Gertraud Klemm Aberland

(18)

Lovelybooks Bewertung

  • 16 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 1 Leser
  • 7 Rezensionen
(5)
(9)
(2)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Aberland“ von Gertraud Klemm

Bürgerliche Mütter, bürgerliche Töchter: ein bitterböses Porträt zweier Frauen-Generationen. Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist am ehesten charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht mit dem Künstler Jakob betrogen, sie hat der Schwiegermutter nicht die Stirn geboten und stellt noch immer nicht den Anspruch, ins Grundbuch der Jugendstilvilla eingetragen zu werden. Mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion beobachtet sie das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Kinder, vor allem Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen kann. Auch sie hat ihre Visionen nicht verfolgt, weder beruflich noch privat, und begnügt sich mit einem fast fertigen Studium und einem fast geliebten Mann. Es scheint, als habe sich dieser zahnlose Feminismus von einer Generation an die nächste vererbt. Gertraud Klemm, die mit einem Kapitel aus diesem Roman den Publikumspreis in Klagenfurt gewann, schildert eine gesellschaftliche Situation, in der mit viel »ja – aber« die wichtigen Entscheidungen verschoben und verhindert werden, und ihr Blick auf die Lage ist gnadenlos, bissig und (aus Verzweiflung?) wahninnig.

Scharfer Blick auf den Stand der weiblichen Emanzipation - realistisch, fast zynisch, mit gedämpft optimistischem Ausgang.

— alasca

Kurzweilig, spritzig, bissig und gesellschaftskritisch.

— Sikal

Zwei Frauenporträts werden dicht und auch berührend erzählt, ohne dabei jemals kitischig zu sein. Ein feministischer und witziger Roman!

— FranzHelle

Bemüht und konstruiert. Leider sehr mittelmäßig.

— Etoile

Bitterböse und gnadenlos! Einfach großartig. Wunderbar rotzig und kritisch beschreibt Gertraud Klemm das Scheitern der Gleichberechtigung.

— Blinkmotte

Stöbern in Romane

Der gefährlichste Ort der Welt

Sollte man in der Schule als Lektüre behandeln! Bietet viel Diskussionsstoff!

cheshirecatannett

Das Licht der Insel

Ein abolutes Juwel, unbedingt lesen.

BrittaRuth

Der verbotene Liebesbrief

Ich konnte mich gar nicht mehr von diesem spannenden Roman losreißen

Buchherz13

Dunbar und seine Töchter

Leider etwas schwach

leserattebremen

Die Lichter von Paris

Schöne Reise ins Paris der 20er Jahre!

Nina_1986

Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Ach, mein Herz... <3

PaulaAbigail

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Lebe dein Leben, wie du es für richtig hältst?

    Aberland

    Sikal

    18. February 2017 um 08:06

    Das Buch hat zwei Protagonistinnen, die uns an ihren Gedanken, Wertvorstellungen, Problemen und Seitensprüngen teilhaben lassen. Einerseits Elisabeth, 58, seit Beginn ihrer Ehe Hausfrau und Mutter, deren Mann ihr wenig Respekt entgegenbringt, dafür keinerlei finanzielle Sorgen aufkommen. Andererseits ihre Tochter Franziska, 35, die sich mit gerade dieser von ihr so verhassten Rolle nicht zufriedengeben will und doch genau dort landet: Hausfrau und Mutter. So nebenbei versucht sie noch ihre Dissertation zu schreiben, kommt mehr schlecht als recht voran und gibt allem voran ihrem erfolgreichen Mann daran die Schuld, der auch noch ein zweites Kind mit ihr will … So der Grundinhalt des Romans von Gertraud Klemm, die hier mit bissigen, jedoch unterhaltsamen Sequenzen über die Geschlechterrollen herzieht. Sie will hier bestimmt keine Wertung über Hausfrauendasein und Kindererziehung abgeben – im Gegenteil, sie weist auf diese noch immer nicht gebührend gewürdigten Arbeiten in unserer Gesellschaft hin. Hausfrau? Und was machst du sonst noch? Der gesellschaftliche Wert dieser überaus wichtigen Tätigkeiten befindet sich gleich bei null oder noch darunter. Sehr schön erkennt man die (überspitzte?) Darstellung in Aberland bei Elisabeths Ehemann, der von SEINEM Haus, SEINEM Auto, SEiNEM was auch immer spricht und dabei nicht wahrnimmt, dass auch Elisabeth ihren Beitrag geleistet hat, damit SEIN vorhanden ist – leider wurde es nie zu UNS. „Edith hat dem Schweigen ein Geräusch gegeben, ein leises Singen, das mich durch die dunklen Tage getröstet hat, mit gutem Wein und bitterem Lachen, auf Friedhöfen und bei Hochzeiten und wenn die Kinder gekommen sind, das Zusammensein mit Edith blieb eine Art Wäschespinne, auf der man alle Probleme ausbreiten konnte und alles wurde trocken und gut oder flog weg.“ Während Elisabeth sich - vielleicht aufgrund ihres Alters - mit ihrer Rolle arrangiert hat, viel in der Vergangenheit gedanklich festhängt und auch versucht dem Alter ein Schnippchen zu schlagen, gelingt es Franziska nicht, sich in ihr Hamsterrad drängen zu lassen. Sie verspürt Wut und oftmals Resignation, will die ihr zugedachte Rolle nicht hinnehmen. Leider erkennt sie aber auch keine Alternativen, außer hin und wieder aus ihrem Leben auszubrechen, sei es für eine Nacht oder auch nur für ein paar Stunden. Solange es in unserer Gesellschaft keinen höheren Stellenwert für Hausarbeit und Kindererziehung gibt, werden sich weiterhin die Geburten reduzieren, werden weiterhin Frauen sich nicht darauf einlassen wollen Beruf und Karriere an den Nagel zu hängen, um sich „nur“ der Familie zu widmen. Mir hat das Buch gut gefallen, der Schreibstil von Gertraud Klemm tut sein Übriges und lässt den Leser schon öfters schmunzeln, obwohl das Thema es eigentlich nicht zulässt. Doch bis zum Schluss gingen mir die oftmals zynischen Gedanken der beiden Frauen ziemlich auf die Nerven und somit gibt es für einen Punkt Abzug.

    Mehr
    • 3
  • Feminismus und Scheinidylle

    Aberland

    FranzHelle

    29. August 2016 um 20:29

    Zwei Frauenporträts werden dicht und auch berührend erzählt, ohne dabei jemals kitischig zu sein. Ein gesellschaftspolitisch hochaktueller, feministischer und witziger Roman, der Alltag und Realität unter die Lupe nimmt, dabei Scheinidyllen und normative Lebensentwürfe enttarnt und den Leser zugleich wunderbar unterhält. Auch die Struktur ist klug gemacht: Mutter und Tochter erzählen abwechselnd, die Kapitel orientieren sich an Familienfeiern und sonstigen gesellschaftlichen Ereignissen. Die Geschichte hat mich nachdenklich gemacht und zum Lachen gebracht.

    Mehr
  • Rezension zu "Aberland" von Gertraud Klemm

    Aberland

    aba

    04. June 2016 um 08:15

    Nichts ändert sich Zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können, aber Mutter und Tochter sind. Das sind Elizabeth und Franziska, die Protagonistinnen des Romans "Aberland" von der Österreicherin Gertraud Klemm. Elizabeth genießt ein Hausfrauenleben im Wohlstand, ihre Tochter Franziska hat ihre Karriere als Wissenschaftlerin unterbrochen, um sich um ihr Baby zu kümmern. Ganz wichtig: Franziska will nicht werden wie ihre Mutter - oberflächlich und einfältig. Sie will mehr, sie will auch als wichtiges und unverzichtbares Familienmitglied in dem Mini-Universum wahrgenommen werden, das aus geldverdienendem Vater, schwer schuftender Mutter und Kind besteht. Was Franziska für "oberflächlich und einfältig" hält, ist gerade dieses Hausfrauenleben, dem sie mit allen Mitteln versucht zu entkommen, und mit dem Elizabeth ihren Frieden gemacht zu haben scheint, aber das Schicksal aller Frauen ist, die mit der Entscheidung, für ihre Kinder da zu sein, automatisch eine Rolle übernehmen, der sie sich nicht entziehen können. Oder zumindest macht es ihnen unsere Gesellschaft sehr schwer, weil das schon immer so vorgesehen war: Der Mann verdient das Geld, die Frau arbeitet gratis für die Familie. Gertraud Klemm schildert in ihrem Roman die Gedanken dieser beiden Frauen sehr detailliert. Wüsste Franziska, was im Kopf ihrer Mutter wirklich vorgeht, würde sie sie bestimmt mehr schätzen und sie wäre ihr sicher eine gute Verbündete. Aber welche Tochter hat Lust, sich länger mit ihrer Mutter zu unterhalten? Ihr über ihre Probleme und Wünsche zu erzählen? Und welche Mutter würde vor ihrer Tochter zugeben, dass sie die Bequemlichkeit eines sicheren Zuhauses schätzt, aber daran denkt, fremdzugehen, sobald sie die Gelegenheit hat? Elizabeths und Franziskas Gedanken lesen sich wie eine Art "sich über alles Mögliche auskotzen". Das hat mir gefallen. Nichts gut finden, alles kritisieren, den Ehemann und sogar die eigenen Kinder - oder die Mutter - im manchen Momenten nur blöd finden. Wenn man schon nichts ändern kann, wenigstens in Gedanken alles richtig niedermachen dürfen. Interessant ist, dass auch sogar in Gedanken die Frauen sich selber belügen. Aber das ist normal, genau so normal wie am Ende wenig zu tun, um manche dieser Gedanken in die Tat umzusetzen. Und am Ende sind die Männer an (fast) allem schuld, und auch daran, dass alles so bleibt, wie es ist. Wissen sie, wie ihre Frauen denken und was sie wirklich wollen? Sie haben keine Ahnung, und es interessiert sie wahrscheinlich auch nicht. Was in den Köpfen der Männer dieser Frauen vorgeht, das kann man nur vermuten, denn sie kommen auch nicht zu Wort. Aber wen interessiert das auch.

    Mehr
  • Wer schafft sein Leben so zu leben, wie er es sich vorgestellt hat?

    Aberland

    Rotkäppchen

    07. March 2016 um 22:15

    Ein gelungenes Porträt zweier Frauen (Mutter und Tochter), die abwechselnd einen ungeschönten Blick auf ihr Leben werfen und erkennen, dass sie gewisse Lebensziele nicht erreicht haben. 
    Dieses Buch lädt zum Nachdenken ein - über eigene Wünsche, Ziele und die Frage, ob man eigentlich mit seinem Leben zufrieden ist.

  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

    Mehr
    • 1702
  • Traurige Realität ?

    Aberland

    vielleser18

    09. November 2015 um 14:48

    Franziska, 35, verheiratet, ein Kind und ihre Mutter Elisabeth (58) bilden das Szenario zu diesem Roman. Zwei Frauen, zwei Mütter mit Männern, die arbeiten und bei beiden ist die Geschlechterrolle klar definiert. Die Männer verdienen das Geld, die Frauen kümmern sich um Haushalt und Kinder, bzw. Elisabeth um die greise Schwiegermutter. Franziska hat ihr Kind schon früh in die Kinderkrippe gegeben um weiter an ihrer Dissertation zu schreiben, dennoch kann sie sich selten aufraffen, sie ist gefangen zwischen Haushalt und Kinderanimation, Kindergeburtstagen, Frauentratsch und einer kleinen Affäre. Ihre Mutter Elisabeth lebt auch nur noch an der Seite ihres Mannes, wenig verbindet die beiden, doch zum Trennen hat es auch nie gereicht. Abwechselnd erzählt die Autorin vom deprimierenden, bedrückenden Alltag der beiden. Beide hadern, mit sich, mit ihrer Umwelt, mit ihrem Leben. Wenig positves könnne sie berichten. Und dennoch, ändern können oder wollen sie auch nichts daran. Es wird einfach weiter gelebt. Es geht ihnen wie vielen Frauen. Voran gestellt vor jeden Abschnitt ist immer eine Karte, eine Einladung, ein angekündigtes Ereignis, das im jeweiligen Abschnitt dann auch eine (kleine) Rolle spielt. Einiges oder vielleicht auch vieles, dass die Autorin hier skizziert und drastisch darstellt, ist alltägliches in vielen Haushalten. Gertud Klemm hat gut beobachtet, vielleicht auch aus eigenen Erfahrungen berichtet. In einigen Szenen habe ich mich oder auch andere Frauen erkannt, dennoch ist es hier alles sehr düster, sehr geballt perspektivlos dargestellt. Bewusst von der Autorin, die ihre skizzierten Frauen durch die Kinder, die sie bekommen haben, in eine Abhänigkeit und eine Abwärtsspirale gezwängt hat, die mir so nicht gefallen hat. Wem gefällt auch die Aussicht, die dieses Buch hier aufzeichnet ? Zum Schreibstil: Gertrud Klemm gelingt es beiden Frauen einen eigenen Sprachmodus zu geben. Franziska, die Junge, die fast ohne Punkt endlose Sätze in ihrem Kopf herum spuken hat und die von einem Gedanken fast übergangslos zum nächsten hüpft. Bei Elisabeth sind die Strukturen klarer, die Sätze kürzer. Fazit: Ein Buch, das so anders ist als vieles, was ich bisher gelesen habe. Dennoch eine Geschichte über zwei Frauen, die mich nachdenklich zurück gelassen hat, auch wenn mir ihre trüben Gedanken, ihre Freudlosigkeit nicht gefallen haben. Die Protagonisten scheinen mir permanent unzufrieden zu sein, so dass man denken könnte, dass es mit einer Frau, die ein Kind bekommen hat, ab diesem Zeitpunkt nur noch abwärts zu gehen scheint. 3,5 Sterne von mir.

    Mehr
  • Von Falten, Fitness und Feiglingen

    Aberland

    Ginevra

    18. October 2015 um 16:31

    Die 58-jährige Elisabeth ist Hausfrau, gut situiert, verheiratet mit einem Mann, den sie nicht respektiert. Sie sorgt sich um ihre Attraktivität, die trotz aller Bemühungen langsam schwindet. Ihre Tochter Franziska ist 35, versucht Arbeit, Haushalt und Kindererziehung unter einen Hut zu bekommen - und ist nicht minder frustriert. Sie hadert mit ihrem Schicksal, mit der gesamten Frauenbewegung und der Gesellschaft, in der Ehemänner sich weiterhin hartnäckig weigern, die unangenehmen Pflichten zu übernehmen. Beide suchen ihr Glück in Seitensprüngen, bei anderen Männern, die vordergründig fortschrittlicher erscheinen - doch letztendlich bleiben sie alleine. Gertraud Klemm, bekannte österreichische Autorin ("Herzmilch"), will in ihrem Roman ein "bitterböses Porträt" der Frauenrolle in unserer Gesellschaft aufzeigen. Für mich hat sich das in diesem Roman leider viel zu wenig gezeigt. Die hektischen Gedankenschleifen der burnout-gefährdeten Franziska und die endlosen larmoyanten Monologe von Elisabeth haben mich erst belustigt, dann genervt, dann auf Dauer gelangweilt - auf jeden Fall konnte ich darin weder Ironie noch Überraschendes erkennen. Für mich blieben beide Frauen klischeehaft und fremd. Zwischendurch gibt es auch spannendere Passagen, wenn die lahmgelegten Hormone mal wieder ins Wallen geraten - aber richtige Highlights blieben für mich leider aus. Schade, denn vom Klappentext her hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut! Fantasievoll fand ich die Einleitung jedes Kapitels durch den Abdruck einer Einladungskarte (oder ähnlichem), das wirkte auf mich lebensnah und weckte Neugierde. Fazit: leider für mich KEIN bitterböses Buch über das heutige Frauenleben! 2 von 5 Sternen.

    Mehr
  • Deutscher Buchpreis 2015 - Die Longlist: Fragerunde mit Gertraud Klemm zu "Aberland"

    Aberland

    Fussel1986

    Fragerunde mit Gertraud Klemm, der Autorin von "Aberland" Im Rahmen unserer Aktion rund um die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 habt ihr die Chance, den Autoren, die mit ihren Werken nominiert sind, Fragen zu stellen und ihre Bücher zu gewinnen. Hier könnt ihr für euren Longlist-Favoriten abstimmen! Wir freuen uns sehr, in dieser Fragerunde am 07.09. Gertraud Klemm begrüßen zu dürfen! Ihr nominierter Roman "Aberland" ist ein bitterböses Porträt zweier Frauen-Generationen, in dem bürgerliche Mütter auf bürgerliche Töchter treffen.  Mehr zum Buch Elisabeth, 58, versucht würdevoll zu altern. Ihr gutbürgerliches Leben ist am ehesten charakterisiert durch das, was sie alles nicht getan hat: sie hat nicht studiert und nicht gearbeitet, sie hat ihre Kinder nicht vernachlässigt und ihren Mann nicht mit dem Künstler Jakob betrogen, sie hat der Schwiegermutter nicht die Stirn geboten und stellt noch immer nicht den Anspruch, ins Grundbuch der Jugendstilvilla eingetragen zu werden. Mit Zynismus und verhaltener Selbstreflexion beobachtet sie das Altern der Frauen um sie herum. Und sie beobachtet ihre Kinder, vor allem Franziska, 35, die zu Wutausbrüchen neigt, mit den Anforderungen der Gesellschaft an ihre Mutterrolle hadert und die theoretische Gleichberechtigung von Mann und Frau im Alltag nicht einlösen kann. Auch sie hat ihre Visionen nicht verfolgt, weder beruflich noch privat, und begnügt sich mit einem fast fertigen Studium und einem fast geliebten Mann. Es scheint, als habe sich dieser zahnlose Feminismus von einer Generation an die nächste vererbt.  Hier geht es zur Leseprobe! Mehr zur Autorin Gertraud Klemm wurde 1971 in Wien geboren und wuchs in Baden auf. Sie studierte Biologie, orientierte sich später aber um. Sie erhielt u.a. mehrere Stipendien und Förderpreise und veröffentlichte bereits einige Romane und Erzählungen. Mit ihrem Roman "Aberland" wurde sie für die Longlist des deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Zusammen mit dem Literaturverlag Droschl verlosen wir unter allen, die sich mit mindestens einer Frage an die Autorin beteiligen, 1 Exemplar von "Aberland"! Wer bei allen Fragerunden mit den Longlist-Autoren mitmacht, hat zusätzlich die Chance auf ein großes Buchpaket, vollgepackt mit allen nominierten Werken! Gertraud Klemm wird am Montag, den 7. September 2015  den ganzen Tag lang eure Fragen beantworten! Wir sind freuen uns auf eure Fragen und wünschen euch viel Spaß!

    Mehr
    • 127

    Buecherschmaus

    09. September 2015 um 14:03
  • Deutscher Buchpreis 2015: Fragerunden mit den Autoren der Longlist

    TinaLiest

    Seit dem 19. August steht es fest: Die Jury des Deutschen Buchpreises 2015 hat die Longlist aus 20 Büchern zusammengestellt. Hier seht ihr die komplette Liste! Wir haben für euch nun wie im letzten Jahr eine besondere Aktion erdacht: Ihr habt in den ersten Septemberwochen die Möglichkeit, den Autoren, die es mit ihren Büchern auf die Longlist geschafft haben, Fragen zu stellen & auch ihre Bücher zu gewinnen! Wir haben bereits Zusagen von Autoren aus dem Klett-Cotta Verlag, dem Verbrecher Verlag, dem Literaturverlag Droschl, dem Verlag Matthes & Seitz und dem Hanser Verlag. Diese Liste ist aber noch nicht final und wird womöglich noch um weitere Fragerunden und Termine ergänzt. Hier die Termine für die Fragerunden, die bisher feststehen: Dienstag, 1. September 2015: Anke Stelling - "Bodentiefe Fenster" Hier geht es zur Fragerunde! Montag, 7. September 2015: Gertraud Klemm - "Aberland" Hier geht es zur Fragerunde! Dienstag, 8. September 2015: Monique Schwitter - "Eins im Andern" Hier geht es zur Fragerunde! Mittwoch, 9. September 2015: Steffen Kopetzky - "Risiko" Hier geht es zur Fragerunde! Donnerstag, 10. September 2015: Frank Witzel - "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" Hier geht es zur Fragerunde! Sonntag, 13. September 2015 Rolf Lappert - "Über den Winter" Hier geht es zur Fragerunde! Dienstag, 15. September 2015 Vladimir Vertlib - "Lucia Binar und die russische Seele" Hier geht es zur Fragerunde! Sobald die Fragerunden eröffnet sind, werden wir sie auch hier verlinken. Ihr könnt den Autoren am jeweiligen Tag im entsprechenden Thema (also nicht hier im Thema!) Fragen stellen, die sie euch dann natürlich auch beantworten. Wenn ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, achtet bitte darauf, dass ihr eure Fragen über den blauen "Jetzt Bewerben"-Button stellt. Bitte beachtet außerdem, dass die Fragerunden teilweise nicht bis Mitternacht geöffnet sein werden, sondern die letzten Fragen schon am Abend gestellt werden müssen! Wie auch bei unseren Fragefreitagen werden wir unter allen Fragestellern einige Exemplare der Bücher verlosen, mit denen die Autoren nominiert sind. Unter den Teilnehmern an allen Fragerunden verlosen wir 1 riesiges Buchpaket mit ALLEN Büchern aus der Longlist 2015: Alina Bronsky - "Baba Dunjas letzte Liebe" Ralph Dutli - "Die Liebenden von Mantua" Jenny Erpenbeck - "Gehen, ging, gegangen" Valerie Fritsch - "Winters Garten" Heinz Helle - "Eigentlich müssten wir tanzen" Gertraud Klemm - "Aberland" Steffen Kopetzky - "Risiko" Rolf Lappert - "Über den Winter" Inger-Maria Mahlke - "Wie ihr wollt" Ulrich Peltzer - "Das besondere Leben" Peter Richter - "89/90" Monique Schwitter - "Eins im Andern" Clemens J. Setz - "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" Anke Stelling - "Bodentiefe Fenster" Ilija Trojanow - "Macht und Widerstand" Vladimir Vertlib - "Lucia Binar und die russische Seele" Kai Weyand - "Applaus für Bronikowski" Frank Witzel - "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" Christine Wunnicke - "Der Fuchs und Dr. Shimamura" Feridun Zaimoglu - "Siebentürmeviertel" Hier im Thema könnt ihr zwar keine Fragen stellen, aber ganz wunderbar diskutieren! Habt ihr schon eines oder sogar mehrere der Bücher gelesen? Welches ist euer Favorit für den Buchpreis? Ich wünsche euch ganz viel Spaß bei den Fragerunden und bin gespannt auf eure Meinungen!

    Mehr
    • 72
  • Lesemarathon zu Ostern vom 3. - 6. April 2015

    Panthertage - Mein Leben mit Epilepsie

    Daniliesing

    Ostern rückt immer näher und damit ein schönes, verlängertes Wochenende um mal wieder richtig viel zu lesen! Wir zumindest finden, dass das die perfekte Gelegenheit für einen Lesemarathon ist, bei dem wir uns so richtig Zeit für all unsere tollen Bücher nehmen. Wir freuen uns schon sehr und sind natürlich dabei - ihr auch? Was ist ein Lesemarathon? Bei unserem Lesemarathon kommen wir hier vom 3. - 6. April (Karfreitag bis Ostermontag) zusammen und tauschen uns darüber aus, welche Bücher wir gerade lesen. Der Lesemarathon ist die perfekte Gelegenheit, um sich mal wieder ganz bewusst Zeit fürs Lesen zu nehmen und das gleich für mehrere Tage. Sonst kommt ja doch immer wieder was dazwischen und plötzlich hat man die schöne Lesezeit mit Putzen, Fernsehen usw. verbracht. Natürlich müsst ihr nicht die gesamten 4 Tage durchlesen, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns über unsere Lesefortschritte und die gelesenen Bücher austauschen können. Wie kann man mitmachen? Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres Lesemarathons begleiten möchte. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier im Zeitraum der 4 Tage kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Bücher zu entdecken und sich sein eigenes Leseverhalten näher anzuschauen. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #lblm - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden. Jetzt heißt es nur noch, ein paar Tage warten und schon ist unser Lesemarathon da. Wir freuen uns auf viele spannende, berührende, lustige und einfach nur schöne Lesestunden mit euch! PS: Vielleicht wundert ihr euch, warum wir unseren Lesemarathon gerade zum Buch "Panthertage" angelegt haben? Wir möchten euch dieses Buch gern als persönliche Leseempfehlung ans Herz legen. Die Autorin Sarah ist eine ehemalige Kollegin von uns und hat hier fast 4 Jahre mit uns zusammen gearbeitet. Wir sind ganz begeistert von ihrem Buch und sehr stolz! Vielleicht sucht der ein oder andere von euch ja noch passenden Lesestoff?

    Mehr
    • 734
  • Ich wünsche dem Buch nicht nur weibliche Leser, sondern auch viele männliche

    Aberland

    WinfriedStanzick

    16. February 2015 um 11:32

    In ihrem neuen Roman befasst sich die österreichische Schriftstellerin Gertraud Klemm mit zwei Frauenfiguren, der 58- jährigen Elisabeth, die ihr Leben lang Hausfrau war an der Seite eines sehr gut verdienenden Mannes und deren 35- jährigen Tochter Franziska, die nach dem Studium und den ersten an einer Doktorarbeit herumwurstelt, an ihrer Mutterrolle leidet, und sich dann noch zu einem zweiten Kind von ihrem Mann überreden lässt. An diesen beiden Frauen und ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen macht sie auf eine bissige, aber niemals herabwürdigende, stellenweise auch sehr komische Weise deutlich, wie bestimmte mächtige Geschlechterrollen auch heutige moderne Frauen in alte Fallen tappen lassen. Als Gertraud Klemm beim Bachmann-Preis 2014 aus diesem Roman gelesen hat, wurde ihr von einem männlichen Kritiker vorgeworfen, ihr Text sei eine unangenehm berührende "Frauenzeitschrift-Aufschrei-Befreiungsprosa". Wer das ganze Buch gelesen hat, wird schnell davon überzeugt, dass dieser Vorwurf alles andere als berechtigt war. Obwohl sich, wie Gertraud Klemm in einem Interview einräumt, insbesondere Frauen von der Charakterisierung der beiden Hauptpersonen angegriffen fühlen: „Ich habe das Gefühl, dass sich Menschen vor allem dann angegriffen fühlen, wenn man ihren Lebensplan entlarvt. Wenn eine Frau sich ihr Leben lang aufgeopfert hat für ihre Kinder, immer Abstriche gemacht hat im eigenen Leben, dann werden die Kinder irgendwann ausziehen, sind total undankbar, und sie ist plötzlich ganz allein. Sie hat keine beruflichen Aussichten und einen sehr langen Tag, der irgendwie gefüllt werden muss. Irgendwann kümmert sie sich um die Enkelkinder oder pflegt jemand Älteres. Diese Frauen, die stets in einem dienenden Verhältnis sind, fühlen sich von mir angegriffen, weil ich sie im Text noch einmal entwerte. Andere stimmen mir aber auch zu.“ Es geht der Autorin überhaupt nicht um eine Diffamierung von Hausarbeit und Kinderaufzucht, sondern um deren gesellschaftlichen Stellenwert: „Ich sage, dass der volkswirtschaftliche Wert von dem, was diese Frauen leisten, sehr hoch ist. Aber solange nur Frauen die Haus- und Erziehungsarbeit machen und solange wir in einem kapitalistischen System leben, wird diese Arbeit nicht bezahlt und somit nicht bewertet. Es wird einfach davon ausgegangen, dass die Frau diese Arbeit gerne gratis macht.“ Gertraud Klemm, selbst Mutter von zwei adoptierten Kindern, hat viele eigene Erfahrungen in ihrem neuen Roman eingearbeitet. Sie kennt das „Aberland“ als Metapher für die ständige Beschneidung von Möglichkeiten von Frauen. Sie spricht von einer grundsätzlichen biologischen Ungerechtigkeit, die die Frauen in alten Rollen festhält. Das Gegenmittel sieht sie nur im täglichen Schwimmen gegen den Strom, zu dem sie gerade die Männer in Beziehungen auffordert. Die beiden Frauen in ihrem Roman, Elisabeth und deren Tochter Franziska, haben diese unterstützende Solidarität ihrer Männer nicht, tun aber selbst auch wenig, um aus den Fallen, in die sie ohne Not getappt sind, herauszukommen. Gefallen hat mir sehr, dass Gertraud Klemm die beiden Frauen und ihre Lebenslügen, ihr „Aberland“ ohne Häme schildert. Immer wieder ist so etwas wie Mitgefühl zu spüren, aber auch Ratlosigkeit über so wenig Kampfeswille. Ich wünsche dem Buch nicht nur weibliche Leser, sondern auch viele männliche. Denn auch sie müssen die angestammten Geschlechterrollen verlassen und sich auf den unsicheren Weg der Suche nach neuen Mustern machen. Und, würde die Autorin vielleicht sagen: „Denkt nicht, dass es einfach wird.“

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks