Im Mittelalter

von Ian Mortimer 
3,9 Sterne bei12 Bewertungen
Im Mittelalter
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Unterhaltsam geschrieben, rückt es anhand von Quellen und moderner Wissenschaft manche romantische Vorstellung vom Mittelalter zurecht.

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Inhaltsangabe zu "Im Mittelalter"

Nicht berühmte Herrscher, grausame Kriege oder denkwürdige Ereignisse sind das Thema des Historikers Ian Mortimer, sondern der Alltag der Menschen im Mittelalter: Wie feierten sie? Worüber lachten sie? Wie liebten sie? Mortimer beschreibt, wie es in den engen Gassen roch, welche Mahlzeiten sich die Bewohner zubereiteten und wie man sich auch ohne Handy und SMS in Windeseile verständigte. Endlich ein Buch, das zeigt, dass Geschichte nicht nur studiert, sondern auf einer Zeitreise erlebt werden kann!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492307130
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:10.08.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Kendras avatar
    Kendravor 3 Jahren
    sehr viel wissenswertes....dennoch manchmal etwas zu detailliert für meinen Geschmack


    „Im Mittelalter : Handbuch für Zeitreisende“ von Ian Mortimer ist ein Geschichtsbuch in Form eines Reiseführeres, der sich schwerpunktmäßig auf das 14. Jahrhundert konzentriert und uns in die damalige Zeit mitnimmt.
    Zitat Seite 22:
    „Der Schlüssel, um etwas über die Vergangenheit zu erfahren, mag ein verfallenes Gebäude oder ein Archiv sein, doch dass Instrument, mit dem wir sie zu erschließen suchen, sind wir selbst und das wird immer so bleiben“

    Ein Buch das für mich jedoch eher eine Art Schmöker war, als ein Buch dass man in einem Rutsch lesen konnte, da es den Leser ansonsten aufgrund der Masse an Informationen leicht erschlagen und ermüden kann. Dennoch sind einige Themen die vom Autor aufgegriffen wurden sehr interessant und verstehen durchaus den Leser zu fesseln. Daher habe ich mich selbst damit begnügt (die für mich spannendsten) Punkte durchzugehen.

    Wir erfahren in diesem „Buch“ nicht nur wie die damalige Gegend im 14. Jahrhundert aussah, nein wir bekommen detaillierte Schilderungen zum Aufbau der Dörfer geliefert. Ebenso bekommen wir wissenswertes über den damaligen Altersdurchschnitt zu lesen und erkennen dass nur 5 % der damaligen Menschen in diesem vergangenen Zeitraum nur älter als 65 Jahre wurden. Außerdem bekomme ich wieder ein mal (als selbst über 30 Jährige) vor Augen geführt, dass man früher in diesem Alter bereits als „Winterfutter“ deklariert wurde....nicht gerade sehr aufbauend, dennoch bestärkt es mich in meiner Meinung, dass ich froh bin damals nicht gelebt zu haben sondern in der heutigen Zeit.
    Doch der Autor unterstützt auch meine Ansicht dass das damalige Leben nicht gerade sehr lebenswert erschien, mit dieser folgenden Aussage:
    Zitat Seite 251:
    „Der wichtigste Grund, das mittelalterliche England zu meiden, sind nicht die Brutalität, der üble Humor, die schlechten Straßen, die Ungleichheiten des Klassensystems, die Einstellung zur Religion und Häresie oder der extreme Sexismus. Es sind die Krankheiten“

    Ganz davon abgesehen würden mich auch bereits die anderen aufgezählten Punkte durchaus davon abhalten dem Mittelalter einen Besuch abzustatten^^

    Der Leser nimmt seine Aufgabe als Reiseführer sehr ernst und gibt uns sehr genaue Einblicke in die damalige Zeit, hierbei bekommen wir nicht nur Übersichten von damaligen Preisstufen, sondern auch die damalige Strafverordnung mit der jeweiligen Strafverordnung und deren Geldbußen zur Schau gestellt. Spätestens hier kann der Leser erkennen, dass der Autor sehr viel Zeit, Arbeit und Herzblut in dieses Projekt investiert hat um uns das Mittelalter näher vor Augen zu führen. Dennoch muss ich gestehen, dass mir manchmal gerade die Masse in Informationen einfach zu viel des Guten war und ich mich gefreut hätte, dieses Wissensbuch in einer etwas abgespeckten Form vor mir liegen zu haben.

    Sehr schön empfand ich die farbigen Bilder im inneren des Buches , die uns einige Szenarien aus der damaligen Zeit zeigen und uns somit noch näher in die Vergangenheit bringen.

    Bezaubernd fand ich am Schluss die Anmerkung des Autors und zitiere hier auf Seite 380 folgendes von ihm:
    „Es geht nicht nur die Analyse von Quellen, das Ausrollen von Pergamenten oder das Bestehen von Prüfungen. Es geht darum, die Bedeutung der Vergangenheit zu verstehen – sich die ganze sich entfaltende Geschichte der Menschheit über Jahrhunderte vor Augen zu führen, nicht nur unsere eigene Lebenszeit“

    Einfach voll-trefflich. Denn es ist wirklich wichtig zu wissen wer wir einst waren, um zu begreifen wir wir zu denen geworden sind die wir nun sind . Und evtl können wir nur somit eine kleine Ahnung von der Zukunft erhaschen, die noch unentdeckt vor uns liegt und ebenfalls bald schon ihre eigene Autoren hervorbringen wird, die gleichermaßen versuchen werden unser heutiges Zeitalter zu rekonstruieren.

    Kommentare: 1
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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 4 Jahren
    'Es ist ein Versuch, mit unserer eigenen Zeit zurechtzukommen [...].'

    'Es ist ein Versuch, mit unserer eigenen Zeit zurechtzukommen, indem wir uns anschauen, wie die menschliche Erfahrung in anderen Jahrhunderten aussah.'

    Inhalt:
    Ian Mortimer hat ein Buch über das Mittelalter geschrieben und möchte darin die Fragen klären, die die Menschen von heute beschäftigen, wenn sie an das 'dunkle Zeitalter' denken.

    Er legt seinen Fokus auf das 14. Jahrhundert und auf England, berichtet von Themen wie Wohnsituation (z.B. Stadt versus Land), Menschen (z.B. Lage der Frauen), Wesen (z.B. Gewalt, Humor), Alltag (z.B. Sprachen, Uhrzeit, Höflichkeit), Kleidung, Reisen und Unterkünfte auf Reisen (z.B. Gasthäuser, Klöster), Speisen und Getränke (z.B. Hunger, saisonale Rhythmen), Gesundheit und Hygiene (z.B. Pest, Lepra), Recht und Gesetzgebung sowie Zeitvertreib (z.B. Lanzenstechen, Jagd).

    Mein Eindruck:
    'Im Mittelalter' liest sich sehr schnell und flüssig, ist fast durchgehend unterhaltsam. Ich fand die Ausführungen des Autors oft sehr spannend, und auch der Stil des Buches hat mir gut gefallen.

    Bisweilen empfand ich die Sprache jedoch als zu flapsig und umgangssprachlich, die Sicht auf bestimmte Dinge etwas zu naiv (z.B. bei der Lage der Frauen), die Schilderungen manchmal etwas zu ungenau und zu wenig authentisch (dies vor allem bei der Wortwahl).

    Zudem finde ich, dass dem Buch Kürzungen gut getan hätten, manche Beschreibungen empfand ich als zu langatmig, und auch die im Buch vorkommenden Listen hätte ich persönlich nicht gebraucht.

    Mein Resümee:
    Spannende Infos, aber da der Autor bisweilen etwas ungenau ist, stellt sich mir die Frage, ob die Infos auch wirklich alle korrekt sind.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Rezension zu Im Mittelalter: Handbuch für Zeitreisende von Ian Mortimer

    Mehr meiner Rezensionen findet ihr auf meinem Blog: Anima Libri - Buchseele

    Eins sollte man beim Lesen dieses Buchs auf jeden Fall im Hinterkopf behalten: Auch wenn es ein Sachbuch ist, ist es doch eine Erzählung und keine wissenschaftliche Fachliteratur. Ja, Ian Mortimer ist Historkiker und ja, er bezieht sich in diesem Werk auch immer wieder auf durchaus wissenschaftlich anerkannte Quellen, aber man sollte nichtsdestotrotz das Gelesene nicht einfach für bare Münze nehmen.

    Nicht, dass ich “Im Mittelalter: Handbuch für Zeitreisende” schlecht fand, ganz im Gegenteil, es hat mir absolut großartig gefallen, aber man muss sich immer wieder bewusst machen, dass vieles in diesem Buch eben doch eher in den Bereich Fiktion fällt.

    Okay, Fiktion ist vielleicht nicht ganz korrekt, aber vielen Thesen in diesem Buch fehlt es in der Realität an stützenden Beweisen, als dass sie in einem wissenschaftlichen Zusammenhang wirklich Halt hätten und nicht selten interpretiert der Autor bestimmte Zusammenhänge auch mal etwas freizügiger zu Gunsten seiner Erzählung oder betrachtet einzelne Aspekte nur recht einseitig, obwohl es in der wissenschaftlichen Welt dazu starke Gegenthesen gäbe.

    Ich gebe gerne zu, dabei handelt es sich eigentlich immer nur um Kleinigkeiten, teilweise vermutlich auch um mangelhafte Übersetzungen (oder aber vereinfachte Begrifflichkeiten), aber auch wenn ich keine Historiker bin, wenn man seinen Studienschwerpunkt auf Mediävistik legt, reicht das doch schon aus, um einen dafür zu sensibilisieren, wie wenig eigentlich wirklich über das Leben des einfachen Mannes aus dieser Zeit bekannt ist und wie vieles daher nur Spekulation und mit Vorsicht zu genießen ist – so wie eben viele Teile dieses Buchs.

    Nichtsdestotrotz macht Ian Mortimers “Im Mittelalter: Handbuch für Zeitreisende” einfach Spaß. Es ist interessant, es ist informativ (wenn auch eben nicht immer ganz wahrheitsgetreu und teils rein spekulativ) und einfach unterhaltsam. Und es wird ja auch klar als “Erzählung” bezeichnet – zumindest vom deutschen Verlag. Für alle Mittelalterfans und Hobbyhistoriker jedenfalls eine spannende Lektüre, die ich durchaus empfehlen kann.

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    fantafees avatar
    fantafeevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Unterhaltsam geschrieben, rückt es anhand von Quellen und moderner Wissenschaft manche romantische Vorstellung vom Mittelalter zurecht.
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    mercurial_minds avatar
    mercurial_mindvor 2 Jahren
    N
    Nossack81vor 3 Jahren
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    esther_graces avatar
    esther_gracevor 3 Jahren
    I
    Interessentvor 3 Jahren

    Gespräche aus der Community zum Buch

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