Ingrid Strobl Respekt

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Inhaltsangabe zu „Respekt“ von Ingrid Strobl

Man kann den Mangel an Respekt bedauern. Oder selbst anfangen, andere zu respektieren. Mobbing im Büro, Rücksichtslosigkeit im Alltag, Verachtung für sozial Schwächere: Wir werden ständig mit Respektlosigkeit konfrontiert und leiden darunter. Jeder Mensch möchte Wertschätzung erfahren, ernst genommen und beachtet werden. Wer niemals und von niemandem ein Mindestmaß an Respekt erfährt, geht seelisch zugrunde. Mit ihrem Buch will Ingrid Strobl aufrütteln, nachdenklich machen und eine wichtige Debatte anstoßen, damit wir endlich achtsam miteinander umgehen. Denn: „Respekt tut gut – denen die man respektiert und einem selbst.“ Und: „Respekt ist machbar!“

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  • Rezension zu "Respekt" von Ingrid Strobl

    Respekt

    WinfriedStanzick

    13. May 2011 um 10:08

    Die Autorin des vorliegenden Buches, Ingrid Strobl, gehört als Mitglied des Jahrgangs 1952 zu der Generation, die dem Wort Respekt und der damit verbundenen Haltung mit Skepsis, vorwiegend sogar mit Hohn, Spott und Verachtung begegnete. Sie erachteten den Respekt, der von ihrer Elterngeneration auch ihnen abgefordert wurde, ähnlich wie die Tugend der Disziplin, der Ordnung und der Zuverlässigkeit genau für die Charaktereigenschaften eines autoritären Charakters, wie ihn Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ihn in ihrer berühmten Studie beschrieben und als einen Nährboden für die Entstehung des Nazifaschismus identifiziert hatten. „Ich selbst“, sagt Ingrid Strobl, die sich nicht nur wegen dem Thema ihrer Dissertation mit der Geschichte und der Sozialpsychologie des Dritten Reiches sehr gut auskennt, „ ich selbst habe in meiner Jugend und auch noch in den frühen Erwachsenenjahren das Wort Respekt nicht in den Mund genommen. Es sei denn, ich wollte darüber herziehen oder mich darüber lustig machen. Heute weiß ich, wie lebenswichtig er ist.“ In einer Gesellschaft, die in den letzten Jahrzehnten kälter gewordne ist, die gespalten ist und in der ein Drittel der Bevölkerung vom sozialen Anstieg betroffen oder davon bedroht ist, in einer Welt, in der Geiz geil und Egoismus und Egozentrismus die bevorzugten Lebenseinstellungen sind, hat der Respekt der Menschen untereinander abgenommen. Natürlich hat das, wie auch der Verfall und die Denunziation anderer Werte, mit der langen Missachtung und Verhöhnung nach 1968 zu tun. Doch die Autorin weist überzeugend und mit vielen persönlich getönten Beispielen nach, wie wichtig die Wiederbelebung des Respekts sowohl für den einzelnen als auch für die Gemeinschaft und die Solidarität innerhalb einer Gesellschaft ist, die ohne solche Werthaltungen ihre Zukunft nicht bestehen wird. Doch es kann nicht mehr der Respekt sein, der sich allein an Macht, Erfolg und Position eines Menschen orientiert. So wurde er vor und nach dem Krieg gelehrt und praktiziert. Diese autoritäre Form de Respekts hat sich überholt, und auch ihre undemokratische Wirkung gezeigt. Was Not tut ist die Entwicklung eines Respekts, der sich am Menschen orientiert. Ein Respekt, der gegenseitig ist, der den anderen als gleichwertig anerkennt und mit Offenheit, Interesse und Wertschätzung einhergeht. Man kann Respekt lernen und man erfährt ihn von anderen, wenn man ihn selbst zeigt. Kaum vorzustellen, wie angenehm und menschlich unser Zusammenleben wäre, würden nur mehr Menschen diesen respektvollen Umgang mit sich selbst und anderen üben.

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