Der Sonnenschirm des Terroristen

von Iori Fujiwara 
5,0 Sterne bei3 Bewertungen
Der Sonnenschirm des Terroristen
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Wenn die Geister der Vergangenheit rufen, hilft kein Ohrenzuhalten mehr

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Inhaltsangabe zu "Der Sonnenschirm des Terroristen"

An einem sonnigen Samstagmorgen im Oktober geht in einem Park mitten in Tokyo eine Bombe hoch. Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Die Polizei vermutet einen terroristischen Anschlag. Im Park genehmigt sich der abgehalfterte Barkeeper und schwere Alkoholiker Shimamura gerade den ersten Whiskey des Tages, wie immer bei schönem Wetter. Nach der Detonation geht Shimamura sofort auf die Suche nach einem kleinen Mädchen, das ihn wegen seiner zitternden Hände zuvor angesprochen hatte, und sorgt dafür, dass es ins Krankenhaus kommt. Der heroische Akt hat allerdings einen Preis: die Whiskeyflasche mit Shimamuras Fingerabdrücken bleibt im Park zurück. Shimamura, der wegen der mutmaßlichen Beteiligung an einem Bombenanschlag im Zusammenhang mit den Studentenunruhen der 60er Jahre auf den Fahndungslisten der Polizei steht, lebt unter falschem Namen im Untergrund. Nun wird er wieder gejagt, von der Polizei und von mysteriösen Hintermännern. Ihm bleibt nur die Flucht nach vorne: Er beschließt, der Explosion im Park selbst auf den Grund zu gehen. Dabei bekommt er von unerwarteter Seite Hilfe – von einem Yakuza.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783944751153
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:352 Seiten
Verlag:Cass
Erscheinungsdatum:28.09.2017

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    aus-erlesenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn die Geister der Vergangenheit rufen, hilft kein Ohrenzuhalten mehr
    Knallharter Entzug

    Da ist er! Hier steht’s. Toru Miyazaka (48). Und weiter unten: Mayu Miyazaka (6). Keisuke Shimamura liest die Namen in der Zeitung, Seien Hände zittern. Aber das tun sie immer, wenn er noch nicht getrunken hat. Was war passiert? Der Himmel war blau an diesem Tag in Tokio. Ein gutes Tag, um selbigen im Park mit dem Tagesritual zu beginnen. Kappe ab, Flasche auf, und den Brand in der Kehle genießen. Ein kleines Mädchen, frech und keck, spricht den Barkeeper Shimamura an. Warum er so zittere? Ob es ihm gut gehe? Und ob er glaubt, dass sie eine gute Violinistin werde. Verrückter Tag. Der Vater zieht die Kleine vorsichtig, aber bestimmt weg von dem Trinker, der vor ihr im Gras hockt. Nicht weiter erwähnenswert, hätte nicht einen Moment, oder waren doch mehrere, Shimamura kann sich nicht erinnern, die Erde gebebt. Eine Explosion zerschlägt alles Idyllische, das an diesem Samstag in der Luft lag. Der Park gleicht einem killing field. Und Shimamura? Er ist auf der Suche nach dem kleinen Mädchen. 
    Nun weiß er, dass es ihr gut geht, Rekonvaleszenz: Drei Wochen. So steht es in der Zeitung. Auch das Bild ihres Vaters ist abgedruckt. Er hatte weniger Glück. Und Shimamura liest weiter: Toru Miyazaka war Polizist bei der National Police Agency. Ui. Ein Polizist. Das gibt Ärger. Denn Shimamura – so klar war er noch – weiß, dass die Polizei die Whiskyflasche, die er im Park leerte, sicher finden wird. Und seine Fingerabdrücke. Und dann werden sie ihn in ihrer Kartei finden. Und dann werden sie ihn verdächtigen. Und dann werden sie ihn finden. Und dann?
    Zunächst einmal muss Shimamura arbeiten. In der Kneipe, gleich neben seiner Wohnung, seinem Zimmer, das so wenig Sonnenlicht reinlässt. Zwei zwielichtige Typen lassen sich bedienen. Und essen den besten Hotdog ihres Lebens. Shiro Asai, stellt sich der Eine vor, hat von Shimamura gehört. Wenn er Hilfe brauche … man komme noch mal wieder. Schließlich müsse der Mittelstand sich gegenseitig unterstützen. Keisuke Shimamura weiß, was die Stunde geschlagen hat. 
    Doch der gebrauchte Tag ist noch nicht vorüber. Ein Schlägertrupp taucht auf und zermatscht Shimamuras ohnehin lädierten Körper. Und dann taucht plötzlich eine junge Dame auf. Sie berichtet ihm, dass unter den Opfern auch eine langjährige Freundin Shimamuras war. Sie weiß auch, dass Keisuke Shimamura nicht sein richtiger Name ist…
    Iori Fujiwara lässt für seinen Helden Shimamura den Geist der Vergangenheit einschweben. In einer Zeit, in der Studentenunruhen auch in Japan die öffentliche Ordnung zu stören drohten, war er ein aktives Mitglied einer Gruppe, die auch vor Sprengstoffattentaten nicht zurückschreckte. Doch es ging etwas schief. Sein Mitstreiter konnte sich noch absetzen. Und jetzt holen ihn die Erinnerungen wieder ein. Ein Yakuza als Freund und Helfer, ist vielleicht die klügste Entscheidung. Doch man greift nach jedem Strohhalm, wenn der Staatsapparat unermüdlich die Schlinge um den eigenen Hals zuzieht. Auch wenn man ein unschuldiger Alkoholiker ist. Dem schwört Shimamura übrigens ab. Und wundert sich, dass auf einmal auch das Zittern verschwunden ist.
    „Der Sonnenschirm des Terroristen“ ist ein grandioser Krimi mit ausgeklügelten Wendungen, der den Leser auch nach dem Ende nicht so schnell loslassen wird.

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    zbaubfvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: großartig
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    heberschs avatar
    heberschvor 7 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

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