J. J. Preyer Die Beichte des Großinquisitors

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Inhaltsangabe zu „Die Beichte des Großinquisitors“ von J. J. Preyer

In einem idyllischen Städtchen im Südosten Englands wird ein untreuer Ehemann ermordet. Kurz darauf gibt es ein zweites Todesopfer, das ebenfalls gesündigt haben soll. Stecken die Verfasser des Heiligen Blattes dahinter, die auch gegen Pater Brown integrieren? Der gewiefte Pfarrer ermittelt in seinem ersten neuen Fall.

Entspannter, schnell zu lesender Landkrimi typisch britischer Bauart.

— Elmar Huber
Elmar Huber

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    Die Beichte des Großinquisitors
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    03. August 2015 um 14:46

    „Sie wirken auf mich wie ein erwachsener, um nicht zu sagen alt gewordener Musterschüler, der seinen Scheitel unter dem kreisrunden, schwarzen Hut auch heute noch immer dort trägt, wo er ihn bereits in Jugendjahren getragen hat, der mit seinen Harry-Potter-Brillen und seinen roten Wangen liebenswert harmlos wirkt und es dabei faustdick hinter den Teddybärohren hat.“ STORY Mitten im Frühlingserwachen erschüttert ein dörflicher Skandal den beschaulichen Ort Edenbridge in Kent. Reginald Hepburn, der Leiter der Royal Exchange Bank, ist in den Armen seiner 24jährigen Geliebten gestorben. Die Witwe vermutet hinter dem Tod ihres Mannes die Einwirkung eines Gifts, das „dieses Flittchen“ ihm eingeflößt hat und wendet sich an Pater Brown in seiner Eigenschaft als bekannter Kriminalist um den Mord aufzuklären. Dieser erklärt zunächst, dass die Suche nach einem Motiv am ehesten zur Witwe selbst führt, die schließlich das gesamte Erbe ihres Mannes antritt. Gemeinsam mit seinem Freund und Mitarbeiter Hercule Flambeau, macht sich Pater Brown an die Ermittlungen. Da geschieht ein zweiter Mord. Wieder ist das Opfer ein Mensch, der sich – folgt man einer strengen Glaubensauffassung – gegen Gotte versündigt hat. Und wieder führt eine Spur zu Hepburns Geliebter. Als Mrs Hepburn gegangen war, zog Pater Brown Bilanz, während er das Teegeschirr in die Küche räumte und abspülte. […] Die nach allen Regeln der Kunst Hauptverdächtige, die bisher nicht ins Licht der Ermittler geraten war, wandte sich an ihn, um, Klarheit zu schaffen. Mrs Hepburn war von ihrem Mann, der noch dazu sein Testament zu ihren Ungunsten hatte verändern wollen, betrogen worden, doch Reginald Hepburn war gerade zur rechten Zeit gestorben.“ MEINUNG Passend zur aktuellen BBC-Serie um den geistlichen Hobbydetektiv hat der Blitz Verlag eine Reihe neuer Pater Brown-Fälle gestartet. Dabei nutzt man die Figuren, die bereits aus Gilbert Keith Chestertons Geschichten bekannt sind, wie den ehemaligen Meisterverbrecher Hercule Flambeau, der inzwischen als Privatdetektiv tätig ist und Pater Browns „Engel auf Erden“ Phyllis Eliot, die ihm in Pfarrei und Haushalt zur Hand geht. Allerdings sind die Handlungen in die Gegenwart verlegt, so dass der Geistliche z.B. über ein Mobiltelefon und einen Laptop verfügt. Im aktuellen Fall, der an Jeremiah Brown herangetragen wird, scheint ein Bewohner Edenbridges für seine außereheliche Sünde auf frischer Tat zu tödlicher Verantwortung gezogen worden zu sein. Ein zweiter Blick lässt erkennen, dass das Herzversagen des Mittsechzigers auf hochdosiertes Viagra zurückzuführen ist und damit doch eher eine weltliche Macht ihre rächende Hand im Spiel hat. Das zweite Opfer kann auch Pater Brown nicht vorhersehen, es lenkt die Nachforschungen jedoch in eine andere Richtung als es der erste Anschein vermuten lässt. Dabei beweist der Pfarrer, dass er ganz und gar nicht „in der Vergangenheit verhaftet“ ist, wie es Dorfapotheker Wilkinson am Stammtisch behauptet. Unterm Strich bekommt man hier einen ganz soliden Krimi britischer (soll heißen: unaufgeregter) Couleur, in dem sich der eigentliche Kriminalfall und Browns deduktive Gedankengänge eher im Hintergrund bewegen, während auf der vorderen Bühne die weltlichen Sorgen des Gottesdieners mit übereifrigen Gläubigen, der allabendliche Stammtischbesuch und Flambeaus Unbeholfenheit im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht zum Besten gegeben werden. Vieles davon dient einzig der unbeschwerten Atmosphäre, die sich angenehm durch den schnell zu lesenden Roman zieht. Der Krimianteil der Geschichte ist über weite Strecken fast vernachlässigbar gering und kommt erst zur finalen Auflösung wieder an die Oberfläche. Ganz dem Original verbunden, wird der Täter am Ende einer höheren Gerichtsbarkeit als der weltlichen zugeführt. Wie er schon mit seinen Sherlock Holmes-Romanen bewiesen hat, kann man sich bei Autor J. J. Preyer auf solide Krimikost verlassen. Die Geschichte ist nachvollziehbar aufgebaut, die Charaktere sind mehr als angemessen gut ausgearbeitet und die Dialoge sitzen. Nicht umsonst gehört Preyer auch zum JERRY COTTON-Autorenteam, wo regelmäßig einen flott inszenierten, gut lesbaren Krimi abliefern muss. Parallel zu den neuen Pater Brown-Romanen erscheinen auch die entsprechenden Hörbücher, die von Winterzeit als „inszenierte Lesungen“ realisiert werden. In gleicher optischer Aufmachung erscheinen dort auch Vertonungen der Originalfälle von Pater Brown-Erfinder G. K. Chesterton, die jedoch ebenfalls in die Gegenwart verlegt und entsprechend modernisiert wurden. FAZIT Entspannter, schnell zu lesender Landkrimi typisch britischer Bauart. So beschaulich, dass man bisweilen sogar die Toten vergisst, die hier anfallen.

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