Jacqueline Carey Dark Currents

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Inhaltsangabe zu „Dark Currents“ von Jacqueline Carey

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  • "Dark Currents", Jacqueline Carey (Agent of Hel #1)

    Dark Currents

    Shiku

    08. May 2013 um 08:51

    Missgünstige Menschen nennen Daisy eine Ausgeburt der Hölle – womit sie ganz genau genommen sogar recht haben. Nicht dass sie die Tochter des Teufels persönlich wäre, aber ihr Vater ist immerhin ein Dämon und wenn sie ihm zu ähnlich werden sollte, könnte sie damit großes Chaos anrichten – wenn nicht gar den Weltuntergang einläuten. Bisher ist sie aber nicht gewillt, den Lockungen ihres Vaters nachzugeben und lebt ein vergleichsweise normales Leben, mal abgesehen davon, dass sie Hels, Herrscherin der lokalen Unterwelt, Kontaktperson in der Oberwelt ist und deren Gesetz vertritt. Bisher bedeutete das, Übernatürliche zurechtzuweisen, die aus der Reihe tanzen wollen, was sich schlagartig ändert, als ein junger Mann tot aufgefunden wird. Schnell ist klar, dass Magie im Spiel war, doch wer trägt Schuld? Daisy wird in die Ermittlungen involviert, doch das provoziert Situationen, in denen ihr Vater verlockender klingt denn je. Während manche Autoren ihrem Genre ewig treu bleiben, scheint sich Jacqueline Carey quer durch die Fantasy durchzuprobieren. Hier trifft es das Urban-Fantasy-Genre, dem entsprechend befinden wir uns in der modernen Welt, in der sich eben auch allerlei übernatürliche Gestalten tummeln. In diesem Fall wissen zumindest die Menschen vor Ort Bescheid, auch wenn die meisten nie jemanden zu Gesicht kriegen. In der Regel zeigt niemand, was er wirklich ist, einfach auch um den Vorurteilen aus dem Weg zu gehen. Daisy ist die Ausnahme, ihre Herkunft ist stadtbekannt. Die Autorin bietet uns hier einen ganzen Mischmasch an Wesen an. Selbstverständlich gibt es Vampire und Werwölfe, bekannterweise auch Dämonen, genauso dürfen auch Feen nicht fehlen. Dort hört’s aber nicht auf. Wir haben Wassernymphen, Undinen, eine Lamia, Ghoule, Hexen, nordische Gottheiten wie Hel samt eines Jötunns und Nornen und so weiter und so fort … wie sich herausstellt, herrschen anderswo andere Gottheiten wie zum Beispiel der slawische Peklenc. Und ja, Dämonen gelten als gefallene Engel, also muss es die irgendwo auch geben. Dieses Durcheinander muss man mögen, mich hat’s aber nicht gestört. Warum sollte nur eine Mythologie richtig sein? Es macht Spaß, sie mal alle zusammengewürfelt zu sehen, zumal die Übernatürlichen durch ihre Verschlossenheit auch voneinander wenig wissen, aber viel lernen können. Da es nun mal ein Buch von Jacqueline Carey ist, kann man erwarten, dass es toll geschrieben wurde. Ein zweites (oder vielmehr neuntes) Kushiel-Buch braucht man hier trotzdem nicht zu erwarten; „Dark Currents“ hat mit Daisy seine ganz eigene Stimme: ein bisschen salopp, manchmal nachdenklich, gerne sarkastisch und auf jeden Fall sympathisch. Dass die 24-Jährige es mit ihrer Herkunft nicht leicht hat, ist logisch, aber sie kommt gut zurecht. Zum Großteil verdankt sie das ihrer Mutter, die sie trotz allem aufgezogen hat und zwar als liebende Mutter, nicht als jemand, der seine Pflicht tut. Mrs. Johanssen liebt ihre Tochter, und viele haben es ihr nachgemacht: Daisys beste Freundin Jen, irgendwie auch ihr Teilzeitkater Mogwai, ihre Sowas-wie-Patentante Lurine und der Chef der Polizei, bei welcher sie arbeitet. Damit sind auch die Hauptnebencharaktere, wenn man so will, versammelt. Sie bilden eine bunte Truppe, von der ich nicht alle direkt ins Herz geschlossen habe, die mich aber ausnahmslos interessieren. Mein Favorit ist und bleibt aber Daisy; ich musste nur lesen, dass sie – ihrem Vater sei’s gedankt – einen Schwanz hat und schon war es um mich geschehen. Dass sie (wie die meisten Damen hier) auf ihre ganz eigene Art und Weise stark (und lustig) ist, hat natürlich geholfen. Sie kann aber nur so sein, weil sie ihre Familie und Freunde hat; es ist eine schöne Botschaft. Selbst ein „Höllenkind“ kann gut sein, es ist nur eine Frage danach, wie es behandelt wird. Da wir einmal bei den Charakteren sind: Es gibt drei Herren, die noch erwähnt werden sollten. Alle drei könnten in der Zukunft von Daisy als Partner gewählt werden, oder auch gar keiner. Hier von einem Liebesdreieck (oder eher Liebesviereck) zu reden, wäre übertrieben. Auch wenn hier und da mal das Aussehen und (durchaus sexuelles) Interesse erwähnt werden, geht es das Buch in dieser Hinsicht sehr langsam an. Daisy ist seit jeher ein bisschen in Cody – seines Zeichens ein Werwolf – verknallt, also: seit der Schule. Ob es jemals zu mehr kommt, wird sich zeigen müssen; Daise hat ihre Karten auf den Tisch gelegt, nun liegt’s an ihm. Die anderen beiden lernt sie in diesem Buch erst kennen. Von Sinclair, der einzige Mensch in der Runde, sehen wir hier wenig, da er auch erst spät auftaucht: Bei Stefan würde ich aber genauso wenig behaupten, dass wir ihn schon richtig kennen. Er ist ein Ghoul und damit jemand, der sich von Gefühlen ernährt und unsterblich ist. Ansonsten? Er scheint ein höflicher und geduldiger Mann zu sein, der aber auch Loyalität von jenen fordert, die sie ihm geschworen haben. Gemessen daran, dass er ziemlich alt ist (was man ihm natürlich nicht ansieht), gibt es da aber noch einiges zu entdecken. So oder so, alle drei sind sympathische Herren; ich bin gespannt, wie das am Ende ausgeht. Hauptsächlich ist dieses Buch aber eine Art Kriminalgeschichte. Daisy soll und will den Mordfall aufklären, alles andere passiert nebenher. Der Fall an sich geht relativ ruhig voran, was mich allerdings wenig gestört hat. Daise und Cody leisten Polizeiarbeit und so sehr man sich da auch reinhängen mag, von heute auf morgen hat man keine endgültigen Ergebnisse, zumal andere Pflichten nicht warten wollen. Von daher war ich mit dem Tempo zufrieden, auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass ich nichts gegen ein schnelleres Tempo mit mehr Spannung gehabt hätte. Die Geschichte lebt zum Teil wieder von den Charakteren, denn auch wenn ich natürlich wissen wollte, wer der Mörder ist (der Gärtner war es ausnahmsweise mal nicht), so hätte mich das allein nicht zum Weiterlesen gebracht – allerdings war ich noch nie ein großer Fan von Krimis. Die Auflösung ist nicht gänzlich überraschend, wenngleich nicht vorhersehbar. Es ist ein solider Part des Buches. Ein anderes Problem, das angesprochen wird, ist zugegebenermaßen nicht neu: Manche Menschen, die Bescheid wissen, sind wenig glücklich darüber, dass es in ihrer Nähe tatsächlich eine Unterwelt gibt und würden die Übernatürlichen am liebsten verbannen, wenigstens aus ihrem alltäglichen Leben. Dass sie die Privilegierten sind, da man sie für Verbrechen gegen Übernatürliche nicht anklagen kann – diese haben immerhin keine Papiere und existieren offiziell nicht –, scheinen sie nicht zu realisieren. Vielleicht wollen sie es auch nicht. Es wird spannend zu verfolgen sein, wie Jacqueline Carey diesen Aspekt vorantreiben wird. „Dark Currents“ ist ein gutes Buch, wenn auch nicht herausragend. Es überzeugt mit einer soliden Kriminalgeschichte, einer sympathischen und interessanten Protagonistin und allerlei Nebencharakteren, bei denen man sich auf künftige Begegnungen freuen kann. Ich bin schon gespannt, wo Jacqueline Carey uns und Daisy noch hinführen möchte – besonders was ihre Karriere und die Zukunft der Stadt angeht.

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