Jens Lubbadeh Unsterblich

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Inhaltsangabe zu „Unsterblich“ von Jens Lubbadeh

DIESE ZUKUNFT IST NUR EINEN KLICK ENTFERNTDer Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.Mit »Unsterblich« legt der Wissenschaftsjournalist Jens Lubbadeh einen Debütroman vor, der die Hybris unserer digitalisierten Gegenwartswelt schonungslos und packend entblößt.

Mein erster Sci-Fi Roman. Sehr spannend, leider lernt man die Charaktere nur oberflächlich kennen. Konnte mich trotz allem überzeugen!

— Zuckerwatte-im-Kopf
Zuckerwatte-im-Kopf

Der Digitale Weg zur Unsterblichkeit. Ein gelungener Science-Fition-Roman.

— raveneye
raveneye

Nach einem verwirrenden Einstieg entwickelt sich das Buch rasch zu einem modernen Pageturner.

— Mephisztoe
Mephisztoe

Durchaus ein spannender Roman, interessanter Zukunftsentwurf und gut lesbar. Leider bin ich trotzdem nicht begeistert...

— Regenblumen
Regenblumen

"S/F Roman über die Sehnsucht des Menschen nach Unsterblichkeit "

— buchbaron69
buchbaron69

Originell, spannend, voller Überraschungen und unberechenbar - ein Meisterstück der modernen Science Fiction

— myAvalon
myAvalon

Ein Buch, dass es einem schwer macht, dran zu bleiben. Vielleicht lese ich es ein zweites Mal, um zu sehen, ob es dann besser geht.

— EnysBooks
EnysBooks

Eine nachdenklich stimmende, gesellschaftskritische Zukunftsvision. Spannend, fesselnd mit einer feinen Prise Humor. Empfehlung

— chuma
chuma

Science Fiction mit vielen guten Ideen, leider nicht überzeugend umgesetzt

— rallus
rallus

Das Thema des Buches trifft genau den Nerv unserer Zeit: Virtual Reality, Datenspeicherung und ewiges Leben. Lesenswert!

— mondy
mondy

Stöbern in Science-Fiction

Superior

Ich liebe dieses Buch mit seinen Wendungen - ein super Auftakt und ein klasse Verlag!

Claire20

Scythe – Die Hüter des Todes

Sehr spannend, wahnsinnig gut.

IrisBuecher

Spin - Die Trilogie

Sehr langes, aber tolles Buch mit tiefgreifend, umfassender Geschichte. Für SciFi-Fans sehr zu empfehlen.

gynu

Weltasche

Von Seite 1 bis zum Schluss Liebe für jede Zeile <3

vk_tairen

SUBLEVEL 1: Zwischen Liebe und Leid

Hier erwarten den Leser definitiv überraschende Wendungen und keine vorhersehbare Handlung

Meine_Magische_Buchwelt

Rat der Neun - Gezeichnet

Für Fans sicherlich solide Kost. Mir fehlte das originelle, spannende.

PagesofPaddy

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  • Der Digitale Weg zur Unsterblichkeit

    Unsterblich
    raveneye

    raveneye

    04. May 2017 um 14:34

    Im Jahre 2044 ist die Unsterblichkeit nur wenige Programmzeilen entfernt. Die Firma Immortal ermöglicht es, daß man nach seinem körperlichen Tod in der Digitalen Welt weiterlebt. Aber was wenn einer der berühmtesten Ewigen plötzlich verschwindet?Der Leser erlebt einen Großteil der Geschichte aus der Sicht von Benjamin Kari, der damit beauftragt wird herauszufinden was passiert ist. Er lebt in einer Welt in der die Blendet Reality zum Alltag gehört. In der man sich nicht mehr die Hand gibt zur Begrüßung um seine digitalen Mitbürger nicht zu brüskieren.Die Sprache des Buches ist angenehem und flüssig zu lesen, manchmal bildhaft, nachdenklich oder nüchtern. Je nach Situation und Charakter. Die einzelnen Charaktere selbst fand ich gut gezeichnet. Sie hatten alle ihre ganz eigene Art, was sich in ihrem Verhalten, ihrer Sprache wiederspiegelte.Lubbadeh hat seine Geschichte in eine Welt eingebettet, die einem gar nicht mal als so fremd erscheint. Einfach nur einige Jahre in der Zukunft in der es das normalste von der Welt ist sich mit einem nur aus Bits und Bytes bestehenden Menschen zu unterhalten. Einer Welt in der alles auf digitaler Ebene zusammenhängt, die zeigt welche Ausmaße das Sammeln von Daten annehemen kann. Für mich ein gelungener und spannender Science-Fiction Roman. Hat mir gut gefallen.

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  • Gute Idee - konnte mich aber leider nicht überzeugen

    Unsterblich
    BubuBubu

    BubuBubu

    07. April 2017 um 19:07

    Wir befinden uns im Jahre 2040. Der Konzern „Immortality“ herrscht über die Welt.  Dieses Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Menschen nach ihrem Tod unsterblich zu machen.  Überall auf der Welt befinden sich „Ewige“, virtuelle Klone von bereits verstorbenen Menschen. Zusätzlich zu den „Ewigen“ hat jeder lebende Mensch einen „Avatar“, damit kann jeder an verschiede Orte reisen und gleichzeitig an zwei verschieden Orten  sein. Als eines Tages ein Ewiger verschwindet, kommen Zweifel an der Unsterblichkeit der Menschen auf. Und ausgerechnet ist es eine bekannte Persönlichkeit, Marlene Dietrich, dessen biologischer Körper bereits vor langer Zeit gestorben ist… Ich habe mich auf einen intelligenten Science Fiction Roman gefreut, der dystopische Züge enthält. Und genau das bekommen hier von Jens Lubbadeh geboten. Leider ist diese Dystopie nicht so düster wie man es vielleicht erwartet hat aber dennoch hat mich die Vorstellung über ein Leben, wie die Menschen es in 2040 hier führen, sehr erschrocken. Lubbadeh hat es geschafft die Gefahr sehr subtil darzustellen und immer wieder kurz durchblitzen zu lassen. An manchen Stellen habe ich an dem Setting gezweifelt, da die Technologie sehr weit fortgeschritten ist aber dennoch Computer, wie wir sie kennen verwendet werden. An diesen Stellen habe ich mich immer wieder gefragt, ob das an der Übersetzung lag oder einfach nicht gut  durchdacht worden ist. Es gibt natürlich in dieser Welt Technologien, die es definitiv so nicht gibt und doch fand ich sie nicht immer ganz überzeugend. Die Charaktere waren mir leider zu stereotypisch. Sowohl Benjamin Kari, der Protagonist, die Journalistin Eva, mit der er sich im Laufe der Geschichte zusammen tut und die Mitarbeiter des Konzerns. Auch der Hacker, der psychisch labil ist und dennoch alles, und wirklich alles kann – ein echtes Wunderkind“ war mehr ein Stereotyp als ein innovativer, gut ausgearbeiteter Charakter. Dennoch mochte ich letzteren von allen Charakteren am liebsten. Kaum einer der Personen entwickelt sich großartig weiter, außer Kari, der seine Sichtweise auf die Dinge ändert. Aber ansonsten kann jede Person in die Kategorie „Gut“ und „Böse“ eingeordnet werden ,etwas dazwischen gibt es leider so gut wie gar nicht. Auch Marlene Dietrich, von der der Leser mehr Auftritte erwartet hat, kam mir irgendwie fehl am Platz vor und ich hab mich immer wieder gefragt, warum diese berühmte  Persönlichkeit gewählt worden ist für diesen Roman. An sich fand ich die Idee grandios aber leider nicht so befriedigend wie ich es mir erwünscht habe. Das Thema „Virtual Reality“ hat in dieser Welt ein tolles Setting bekommen, was mir leider etwas zu wenig ausgearbeitet war- dennoch hatte ich Spaß beim Lesen auch wenn ich meine Kritikpunkte habe.

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  • "S/F Roman über die Sehnsucht des Menschen nach Unsterblichkeit "

    Unsterblich
    buchbaron69

    buchbaron69

    16. March 2017 um 18:57

    KlappentextDIESE ZUKUNFT IST NUR EINEN KLICK ENTFERNTDer Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.Mit »Unsterblich« legt der Wissenschaftsjournalist Jens Lubbadeh einen Debütroman vor, der die Hybris unserer digitalisierten Gegenwartswelt schonungslos und packend entblößt.Der AutorJens Lubbadeh ist freier Journalist und hat bereits für Technology Review, Greenpeace Magazin, Spiegel Online und viele weitere Print- und Digitalmedien geschrieben. Für seine Arbeit wurde er mit dem Herbert Quandt Medienpreis ausgezeichnet. "Unsterblich" ist sein erster Roman. Jens Lubbadeh lebt in Hamburg.www.lubbadeh.deMein FazitStory2044, der Tod ist gestorben, zumindest teilweise. Ein Hightech Unternehmen hat es möglich gemacht, dass von jedem Menschen Hologrammen angefertigt werden können, die nach dem Tod des Menschen weiterleben. Aber auch schon längst gestorbene Menschen können wieder auferstehen, z.B John F. Kennedy, der gerade wieder Präsident ist, zumindest sein Hologramm. Michael Jackson rockt wieder die Charts, zusammen mit Elvis Presley, aber auch Filmstars wie z.b Marlene Dietrich gibt es wieder- Und die ist plötzlich verschwunden, ja man glaubt sie soll ermordet sein. Aber wie ist das möglich ein Hologramm zu entführen geschweige denn zu ermorden. Der Versicherung Agent Benjamin Kari wird auf die Suche nach dem digitalen Klon geschickt.SchreibstilDas Buch ist, obwohl es viel zu erklären gibt, einfach zu lesen. Es ist schon erstaunlich, wie es dem Autor gelingt, auf knapp 450 Seiten eine neue Welt entstehen zu lassen und die ganzen Vorgänge rund um die neue Technologie zu erklären und dennoch spannend zu erzählen.CharaktereHauptfigur ist Benjamin Kari. Die Geschichte wird aus seiner Sicht erzählt. Einen Bezug kann man indes nicht aufbauen, was auch nicht unbedingt vom Nachteil ist, so bleibt die Geschichte flüssig und recht temporeich.Mein FazitEine interessante Geschichte in einer Welt von morgen. Die Geschichte ist recht temporeich und spannend. Es sagt uns, welch ungewöhnliche Wege der Mensch gehen kann auf der Suche nach Unsterblichkeit. Kari muss im Laufe der Geschichte erkennen, dass das Unternehmen, für das er tätig ist, nicht ganz die Wahrheit sagt. Und das der Weg, den die Menschheit gewählt hat, auch nicht der richtige ist, obwohl sicherlich nachvollziehbar. Wenn der Lebenspartner früh stirbt, hat man noch den Klon. Schauspieler können weiter Filme drehen usw. Da die Klone für die Menschen an sich keine Gefahr darstellen, ist es für den Leser nicht ganz so einfach dafür zu sein oder dagegen.Ich vergebe gute vier von fünf Leseratten/Sternen  und eine Leseempfehlung für S/F Fans.

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  • Unsterblich - Das neuste Meisterwerk der Science Fiction Literatur

    Unsterblich
    myAvalon

    myAvalon

    17. January 2017 um 12:40

    Inhalt Welchen Wert hat das Leben noch, wenn der Tod überwunden wird?Genau das hat die Firma Immortal geschafft, nach dem Tod kann jeder als virtueller Klon, genannt Ewiger, weiterleben.Auch vergangene Berühmtheiten wandeln wieder über die Erde. J.F. Kennedy ist erneut Präsidenten der Vereinigten Staaten, Queen bricht alle Rekorde mit ihrem neuen Album und Steve Jobs kündigt das iCar 6 an.2044 scheint eine Zeit voller Möglichkeiten und Grenzenlosigkeit zu sein.Und dann passiert das Unmögliche:Die wiederbelebte Marlene Dietrich verschwindet spurlos und scheint wie vom Erdboden verschluckt. Die beunruhigende Nachricht droht an die Öffentlichkeit zu geraten und Zertifizierungs-Spezialist Benjamin Kari wird auf die Suche nach ihr geschickt.Während seinen Ermittlungen in Berlin stößt er auf unfassbare Beweise und bald gerät nicht nur seine, sondern die gesamte Welt aus den Fugen. Erster Satz Der Regen sah aus, als würde er niemals aufhören. Meine Meinung Das erste, was mir ins Auge fiel, war natürlich das Cover: Schlicht, elegant und doch außergewöhnlich. Es ist einfach ein Eyecatcher und eine Bereicherung für jedes Bücherregal.Auch der Klappentext konnte meiner Neugier weiter schüren und so dauerte es nicht lange, bis ich den Roman in Händen hielt, mich mit einer Decke in eine stille Ecke verzog und das erste Kapitel las...Und zweite und das dritte. Die Seiten flogen nur so dahin, ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.Der Autor erschafft mit einem feinen (an manchen Ecken noch etwas holprigen) Schreibstil eine so faszinierende, fremdartige, beängstigende und doch realistische Welt, dass man glatt von ihrem Sog erfasst wird und gar nicht anders kann, als mit Kari (der Hauptperson) auf jeder Seite mitzufiebern.Und wo wir gerade von Charakteren sprechen:Hut ab, Lubbadeh.Mir fällt es normalerweise recht schwer, mich in eine Hauptperson hineinzuversetzen. Oft sind sie mir einfach unsympathisch oder handeln meines Erachtens total schwachsinnig.Doch mit Ben Kari hat der Autor einen so faszinierenden Protagonisten ins Leben gerufen, dass ich nicht genug haben konnte.Er ist nicht so perfekt, markellos und berechenbar, wie es heutzutage häufig in moderner Literatur zu lesen ist. Nein, Kari ist kurz gesagt ein Langweiler, der zwar einen recht interessanten Job hat, aber an besonderer Persönlichkeit nicht viel vorzuweisen hat. Und genau DAS ist das Brillante.Viele seiner Entscheidungen fallen sehr instinktiv und mal auch falsch aus, Gedankengänge lesen wir ungefiltert und etwas chaotisch und doch ist er aufregender und sympatischer, als so viele andere 08/15 Protagonisten.Die ganze Geschichte profitiert von diesem Schachzug! Lubbadeh zeigt, dass es nicht immer ein teuflisch gut aussehender Prinz sein muss, der die Welt rettet oder ein Mädchen, das sich schon immer anders gefühlt hat und plötzlich die letzte Überlebende eines was-weiß-ich-untergegangen-Volkes ist.Kari ist der Durchschnittsmensch von nebenan und gleichzeitig auch wieder nicht. Denn was heißt schon Durchschnitt? Je mehr man ihn kennen lernt, desto interessanter und einzigartiger wird er,letztendlich gibt es uns alle nur einmal.Analog verhält es sich auch mit den Nebenpersonen des Romans.Wer am Anfang der Feind war, kann zuletzt ein Verbündeter sein und gleichzeitig denkt doch jeder, dass er das einzig Richtige tut.Jetzt habe ich soviel über meine Eigeninterpretation der Charaktere geschrieben, obwohl das noch nicht einmal die Hauptaussage der Geschichte, sondern lediglich meine Lobrede an den Autoren und ein großes Dankeschön für so viel Vielfalt auf so wenig Papier ist.Tatsächlich geht es viel mehr um Fragen zu Datenschutz, Macht, Manipulation und natürlich ein Leben nach dem Tod, die Unsterblichkeit. Man wird automatisch dazu verleitet sich selber zu fragen, wie man in dieser Zeit handeln und ob man auch das unsterblich Leben wählen würde.Virtuelle Realität und ihre Grenzen stehen auch sehr im Vordergrund ich könnte jetzt noch seitenweise weiter auflisten, was das Buch alles anspricht. Kurz gesagt, es ist sehr abwechslungsreich und doch wirkt es nie zu philosophisch, politisch oder sachlich.Unsterblich ist nämlich neben all diesen Denkanstößen auch ein Meisterwerk der Science Fiction Literatur.Spannung, Action, Krimi-Atmosphäre und ein Hauch (aber wirklich nur ein sehr, sehr zartes Lüftchen) an Romanze schaffen es, sich ihr Plätzchen in den 450 Seiten zu suchen und machen aus dem ersten (!!!!!) Roman von Jens Lubbadeh ein grandioses Gesamtpaket an Emotionen, Philosophie und Science Fiction. Fazit Es wird wohl kaum überraschen, dass ich Unsterblich als erstes Science Fiction Fans an Herz legen kann, jedoch mit der Warnung, dass es sich hier nicht um einen Action Epos wie Star Wars handelt. Zwar ist Spannung durchaus allgegenwärtig, jedoch eher die eines Krimis.Außerdem endet meine Empfehlung nicht bei Sci-Fi Nerds. Auch philosophisch und politisch ist es sehr anregend und lässt einen Virtual Reality von einem anderen Blickwinkel betrachten.Wenn du also Lust auf Kontroverse, Dramatik und Unterhaltung hast, schnapp dir Unsterblich und verbringe ein paar phantastische Stunden/Tage mit diesem äußerst gelungenen und modernen Werk der Science Fiction Literatur.

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  • [Rezension] Unsterblich

    Unsterblich
    Mone80

    Mone80

    15. October 2016 um 12:19

    Ich lese ja recht selten Science-Fiction, aber dieses Buch hat mich sofort angesprochen, als ich es entdeckt hatte. Alles hörte sich nach einer perfekten Geschichte an, Zukunftsszenario, Thriller. Ich hoffte, auf eine spannende Geschichte, aber ich wurde schon am Anfang enttäuscht. Die Technik im Jahre 2044 macht es möglich, dass der Mensch unsterblich wird. Der Preis dafür ist hoch und manche arbeiten ihr ganzes Leben nur für diesen Traum. Anhand von Daten generiert der Computer ein Ebenbild des Verstorbenen. Er fügt sich perfekt in seine Umwelt ein. Benjamin Kari arbeitet für die Firma, die für die Ewigen zuständig ist. Er ist es, der prüft, ob die Ewigen ihren Vorbildern gleichen und perfekt funktionieren. Als eines Tages die Ewige der Marlene Dietrich verschwindet, bricht das Chaos aus. Denn ein Ewiger kann nicht einfach verschwinden... Die ersten Seiten des Romans, war ich ja noch voller Euphorie gewesen, aber ich musste schon schnell feststellen, dass sich alles irgendwie in die Länge zieht und kaum Spannung auf kam. Zwar hat der Autor einen schönen Schreibstil, der sich auch schnell lesen kann, und auch die Idee dieser Geschichte ist richtig gut, aber die Umsetzung ist nur solala. Man begegnet vielen Ewigen der vergangenen Zeiten. Marlene Dietrich, J. F. Kennedy, Queen und so weiter. Es ist schön, dass diese Personen im Jahre 2044 wieder aufleben, aber mir waren es zu viele gewesen. Mit der Spannung war es so eine Sache. Mal war sie da, aber oft war sie einfach weg gewesen. Ich habe mich zwischenzeitlich wirklich dazu durchringen müssen dieses Buch zu lesen und manche Sachen sind mir auch nicht ganz klar geworden. "Unsterblich" von Jens Lubbadeh ist ein Buch, welches der eine sicherliche sehr gerne lesen wird, aber mich konnte es nicht so begeistern, wie ich erhofft hatte.

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  • Stillstand: Der Blick zurück

    Unsterblich
    rallus

    rallus

    26. September 2016 um 16:13

    Was würdest Du tun um ewig leben zu dürfen? Auch wenn Du dies nicht mehr mitbekommst. Alles? Im Jahre 2040 ist die Menschheit auf dem technischen Stand, dass man aus den gesammelten Daten eines Menschenlebens, sogenannte virtuelle Ewige erstellen kann. Virtuelle Abbilder der gelebten Menschen. Diese sind nur errechnete Duplikate der Gestorbenen und können sich nicht weiterentwickeln, da neue Situationen bei ihnen nicht einberechnet werden. Auch ist eine Todessperre eingebaut, über den eigenen Tod, bzw. generell über Tod kann man mit ihnen nicht sprechen. Damit überhaupt Daten aufgezeichnet werden können, tragen Menschen, die später Ewige werden wollen, sogenannte Lebenstracker, die in Echtzeit das Leben aufzeichnen. Das Monopol der Ewigen und der Aufzeichnungen teilen sich zwei Firmen, der mächtige Konzern Immortality, der die Daten und die Algorithmen erstellt und Fidelity, die die Ewigen zertifiziert. Witzigerweise sind die heute aktuellen Firmen die mit dem Datensammeln (noch im kleinen Stil) angefangen haben, wie Facebook, Google, Amazon oder Ebay nur Randfiguren in Jens Lubbadehs Zukunft. Damit der virtuelle Ewige gesehen werden kann, ist es verpflichtend, sich schon als Kind ein Implantat in das Gehirn einoperieren zu lassen. "NeurImplant vermengte direkt im Gehirn die echte Realität mit der virtuellen - samt aller dazugehörigen Sinneseindrücke. Die Realität wurde mit einer digitalen Ebene vermischt. Im Gehirn entstand so ein Amalgam aus Wirklichkeit und Virtualität. Heraus kam die Blended Reality. Immortals epochales Werk." Doch nicht nur Menschen mit einem Lebenstracker können später als Ewige weiterleben, die Kosten tragen die Kunden, die lebenslang alles zu viel verdiente Geld an den Konzern abtreten. Auch berühmte Persönlichkeiten können aufgrund von Film und Tonaufnahmen 'wiedererweckt' werden. Anfangs war man skeptisch, doch bald setzte sich das Ewigen-Konzept durch. Mit gestorbenen Schauspielern werden sogar wieder Filme gedreht. (Was heute teilweise auch schon im begrenzten Maße möglich und auch schon praktiziert wurde) "Als die ersten Ewigen dann auftraten, waren viele schnell überzeugt. Der Drang des Menschen, etwas Bleibendes in dieser Welt zu hinterlassen, seien es Kinder, Bücher, eine Formel oder auch nur eine eingeritzte Botschaft in einem Baum oder einer Parkbank, war übermächtig. Die Aussicht, ewig zu leben, wenn auch nur digital, war für viele Menschen einfach zu verlockend gewesen. Es war ein technischer Ausweg aus dem unerträglichen Gedanken an die eigene Endlichkeit." Die Firma Fidelity prüft die Ewigen, die immer nach einem bestimmten Schema reagieren müssen, dabei bedient sich Lubbadeh bei bekannten Science Fiction Größen wie Philip K.Dick. "Voight-Kampff. Der Name für diesen Qualitätstest der Ewigen war anfangs ein Insiderwitz der Fidelity-Psychologen gewesen. Aber mittlerweile nannten ihn alle so. Es handelte sich um eine Anspielung auf den Film Blade Runner, ein sechzig Jahre alter Klassiker der Science Fiction, in dem künstliche Menschen mithilfe dieses Tests entlarvt werden. Im Film werden ihnen sehr emotionale Fragen gestellt und gleichzeitig ihre Körperaktionen gemessen. Weil den Replikanten jegliche Empathie abgeht verraten sie sich durch die fehlenden unwillkürlichen Reaktionen." Bei den virtuellen Ewigen ist die Mikromimik, die unwillkürliche Reaktion, ein Algorithmus des Rechners und keine menschliche Reaktion. Diese Mikromimik ist von echten Menschen sehr schwer beeinflussbar. Ewige sind reine 'berechnete' Produkte, die aus den Daten der Lebenstracker errechnet werden und reagieren somit immer gleich. Benjamin Kari arbeitet als Analyst bei Fidelity und wird von der Firmenleitung zu einem geheimen Projekt gerufen: Marlene Dietrichs Ewiger ist verschwunden. Eigentlich unmöglich. Benjamin hat den Avatar von Marlene verifiziert und bekommt den Auftrag Marlene Dietrich zu finden. Dabei trifft er bald auf die Journalistin Eva Lombard, die eine große Story wittert und auf den gottähnlichen Hacker Reuben Mars. Bald stoßen Ben und Eva auf die Hintergründe des Falles Marlene Dietrich. Jens Lubbadeh hat konsequenterweise die Gegenwart weiter gedacht. Die Ideen, die er hat, sind interessant und regen zum Nachdenken an. Er beschreibt eine hoch technologisierte Gesellschaft, die trotz des Fortschrittes viele Schritte zurück gegangen ist. In Deutschland ist Helmut Schmidt zum sechsten Mal hintereinander Bundeskanzler geworden, in den Staaten ist es JFK. Die Menschheit sehnt sich nach Frieden, warum soll man ihnen diese nicht durch Rechnerleistung anbieten? Technologie als Heilmittel, der beherrschende Konzern Immortality als moderner Vatikan. Hardcore Science Fiction Fans werden aber doch etwas enttäuscht sein, das ist kein Science mit technologischen Erklärungen, das macht Lubbadeh nur am Rande und nicht tiefergehend. Seine Technologien sind gut angedacht, haben aber auch eine romantische Verklärtheit.  Das zeigt z.B. die Wahl der Datacenter, die in monströsen Pyramiden hausen, aber auch die Darstellung wie Code in einen Rechner fliessen kann, Techniker werden bei diesem Buch nicht bedient. Leider bleiben auch die Charaktere etwas flach. Benjamin Kari ist ein etwas eindimensionaler Mensch ohne erkennbare Motivationen, Eva ist die schablonenhafte Journalistin, und Reuben Mars - nun, die Eierlegende Wolfsmilchsau, wie Nichtinformatiker sich das eben vorstellen. Die Geschichte ist passabel erzählt, aber auch ohne Überraschungen, außer dem Ende, welches nicht unbedingt vorrausehbar ist. Das Grundproblem das ich bei dem Buch hatte - nämlich die oberflächliche Behandlung der Themen, Geschichte und Charaktere - setzt sich am Ende fort. Leider ein Buch voll verschenkten Potenzials. Insgesamt ein interessantes Thema das Jens Lubbadeh aufgreift, das er, nach meinem Dafürhalten aber leider nicht literarisch und inhaltlich befriedigend umsetzen kann.  

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  • Science-Fiction nahe an der Gegenwart

    Unsterblich
    mondy

    mondy

    06. September 2016 um 12:13

    InhaltDie Welt im Jahre 2044: Durch eine neuartige Technologie sind die Menschen quasi unsterblich geworden. Zwar sterben sie nach wie vor, doch nach ihrem Tod werden sie als virtuelle, leicht perfektionierte Kopien wiedergeboren. Die meisten Menschen unterstützen dieses System, zumal lange verstorbene Stars wie John F. Kennedy oder Michael Jackson nun ebenfalls wieder auf der Erde wandeln. Doch es gibt auch Gegner, denn die Kopien verändern sich nicht mehr, können nicht dazulernen oder außerhalb ihrer einprogrammierten Handlungsweisen agieren. Als eines Tages die Kopie von Marlene Dietrich spurlos verschwindet, ist die Aufregung groß. Ihr Erschaffer Benjamin Kari wird sofort darauf angesetzt, sie wiederzufinden, denn eigentlich ist ein Verschwinden der Klone unmöglich. Kari ahnt nicht, dass dies erst der Anfang einer Hetzjagd ist, der er sich schon bald nicht mehr entziehen kann.Meine MeinungDas Thema des Buches trifft genau den Nerv unserer Zeit: Virtual Reality hält bereits Einzug in unser alltägliches Leben, Datenspeicherung wird heiß diskutiert (oder auch nicht) und von den Machenschaften großer Firmen wollen wir gar nicht erst anfangen. Lubbadeh kombiniert all das mit der Frage nach dem ewigen Leben und erschafft so einen durchaus lesenswerten Science-Fiction-Roman, der vielleicht gar nicht mehr so "Science-Fiction" ist. Gerade deshalb macht man sich als Leser automatisch seine Gedanken: Möchte ich unter diesen Umständen ewig leben? Lohnt es sich, dafür sein eigentliches Leben quasi aufzugeben? Möchte ich, dass jeder meiner Schritte gespeichert wird? Fragen, die man sich durchaus auch heute schon stellen kann. Eingebettet sind diese Themen in eine spannende, schnelllebige Handlung. Besonders gut haben mir dabei die Beschreibungen des Lebens in der Zukunft gefallen. Nach und nach erfährt man Genaueres über die Handhabung der Kopien bzw. wie man im Alltag mit ihnen umgeht. Ich fand die Überlegungen dazu durchdacht und interessant zu lesen, denn wie geht man mit jemandem um, den man nicht einmal berühren kann? Doch auch darüber hinaus hat das Buch einiges zu bieten. An Action wird nicht gespart, so dass einem eigentlich nie langweilig wird. Gut gefallen hat mir auch, dass bei den ganzen Verfolgungsjagden, Schießereien und Morden auch die Seite der "Guten" Federn lassen muss. Man kann sich also nicht darauf einstellen, dass alle Sympathieträger überleben ... für mich ein klarer Pluspunkt, weil es einfach realistischer ist und natürlich die Spannung hochhält.Über die Charaktere gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Die meisten kann man klar der Kategorie "Gut" oder "Böse" zuordnen und diese Sichtweise ändert sich über das Buch hinweg kaum. Einzig Kari verändert sich, er beginnt, über seine Arbeit zu reflektieren und hinterfragt nach und nach das ganze System. Hier hätte ich mir vielleicht etwas mehr Varianz gewünscht, teilweise bleiben die Charaktere etwas blass. Aber eigentlich trägt sich die Handlung auch so.Nicht wirklich überzeugt hat mich die aufgebauschte Verschwörungsszenerie. Man weiß eigentlich von Anfang an, was Sache ist, zumindest war die Auflösung für mich kein Aha-Erlebnis. Dennoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen, da die Themen einfach hochaktuell sind und die Handlung mitreißen kann.  Von mir gibt es 4 Sterne.

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  • 'Unsterblich' oder 'Mord im Datenexport'

    Unsterblich
    DrWarthrop

    DrWarthrop

    02. September 2016 um 21:04

    Inhalt Ewiges Leben ist in der Zukunft möglich. Durch ständiges sammeln von Daten der noch lebenden Menschen und glaubhaften Nachweisen der bereits Verstorbenen (Tagebücher, Filme, noch lebende Familienangehörige etc.) ist es möglich ein exaktes, virtuelles Abbild eines Menschen herzustellen. Obwohl die physischen, echten Menschen irgendwann sterben werden, gibt es die Gewissheit, etwas hinterlassen zu haben und nicht für immer ‚weg‘ zu sein oder vergessen zu werden. Dieses Privileg muss sich jeder Einzelne selbst, zu einem extrem hohen Preis verdienen, soweit dieser nicht als berühmt oder wichtig für die Geschichte gilt. Aber was ist schon Geld gegen das ewige Leben, oder? Diese Frage stellt die Firma Immortal, die sich darauf spezialisiert hat Menschen nach ihrem Ableben, möglichst realitätsnah wieder virtuell einzugliedern. Die ‚Ewigen‘ sind jedoch nicht nur für ihre Angehörigen gemacht, sondern erfüllen teilweise noch ihre Jobs, so als wären sie nie gestorben. Doch gibt es auch klare Nachteile. Die ‚Ewigen‘ sind weder fähig über ihren eigenen Tod nachzudenken, noch dazu in der Lage sich in irgendeiner Weise weiterzuentwickeln. Um die ‚Ewigen‘ überhaupt wahrzunehmen trägt jeder Mensch einen verbauten Hirnchip, der es ermöglicht sie zu sehen, jedoch nicht mit ihnen physisch zu interagieren. Sie sind ja nicht wirklich da. Nur Daten auf einem Server von Immortal. Soweit zum Setting. Die Geschichte dreht sich um das Verschwinden des Ewigen Marlene Dietrichs. Bei einem normalen Menschen wäre das nicht ungewöhnlich, doch ein Ewiger kann dauerhaft zurückverfolgt werden; der Ewige von Marlene Dietrich scheint jedoch wie vom Erdboden verschluckt zu sein. Um den Fall diskret und möglichst schnell aufzulösen wird Benjamin Kari, ein Angestellter der Versicherungsfirma für Ewige damit beauftragt dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Anfangs ahnt er noch nicht, was er dabei alles zu Tage fördern wird… Krimi im Sci-Fi-Gewand Der wohl positivste Punkt des Romans ist die gelungene Kreuzung zwischen einer Kriminalgeschichte und einem Science-Fiction-Buch. Kriminalgeschichten neigen dazu ihre Spannung in Schüben herauszulassen und dem Leser zwischendrin ein wenig ‚Ruhe‘ zu gönnen. Diese Passagen wirken oft langweilig, obwohl sie für die Geschichte durchaus wichtig sind. Jens Lubbadeh hat es in seinem Roman geschafft dieses Problem zu beseitigen, in dem er an diesen Stellen die Hintergründe seines Science-Fiction Settings erklärt. Dabei ‚verfällt‘ die Spannung nicht so stark, wie es in den bereits erwähnten Stellen einer ‚reinen‘ Kriminalgeschichte der Fall wäre. Die ganze Geschichte wirkt dadurch insgesamt viel organischer und lebendiger. Im Verlauf des Buches setzt sich der Autor mehrfach, in Form von inneren Monologen mit seiner Geschichte auseinander und klärt mögliche Logikfehler damit weitestgehend auf. So wirkt die Geschichte abgeschlossen und ‚ganz‘, ohne dass das Gefühl aufkommt, etwas wäre entfernt oder nicht richtig gesetzt worden. Alles eine Frage der Perspektive Das Buch ist aus der Perspektive verschiedener Personen verfasst (hauptsächlich dem Protagonisten Benjamin Kari), welche an wichtigen Punkten immer wieder wechselt, um dem Leser die verschiedenen Ansichten aufzuzeigen. Dabei wirkt kein Charakter unausgereift oder unlogisch. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade durch den Perspektivwechsel an prägnanten Punkten der Geschichte, zieht sie den Leser mehr und mehr in den Bann und lässt ihn erst einmal nicht mehr fort. Durch den gezielten Einsatz innerer Monologe, wird dem Leser ein klares Bild von den Motiven und Persönlichkeiten der unterschiedlichen Charaktere gezeichnet. Sie wirken dadurch individuell und realistisch; wachsen dem Leser schnell ans Herz und gewinnen an Konsistenz. Der Rezensent sollte nie erkranken, denn sein Zustand ist immer ein kritischer Auch an den besten Büchern lässt sich etwas fehlerhaftes finden, wenn man nur lange genug danach sucht. Zwar habe ich nicht explizit danach gesucht; gefunden habe ich trotzdem ein paar marginale Punkte, die hier nicht vorenthalten werden sollen. Auch wenn sie die ‚Bewertung‘ des Buches kaum beeinflusst haben. Zum einen gibt es an einigen Stellen das Problem, dass der Autor Namen zu häufig nennt, ohne dass es in dem Fall von Nöten gewesen wäre. Das bedeutet, dass man auf einer Seite teilweise sechs bis zwölf Namen liest, diese jedoch nur zu zwei Charakteren gehören. Irgendwie schafft es der Autor seine Sätze so zu formulieren, dass er um diese häufige Namensnennung kaum herumkommt, obwohl es an einigen Stellen durchaus zu vermeiden gewesen wäre. Zum Anderen sind Gedankensprüngen teilweise sehr abrupt und werfen den Leser damit aus der soeben noch mühselig aufgebauten Hintergrundgeschichte in eine andere Hintergrundgeschichte. Dabei ist der Wechsel so ’nahtlos‘, dass dem Leser erst nach ein paar Sätzen klar wird, dass sich ein Sprung vollzogen hat. Wie gesagt, sind das minimale Kritikpunkte, die auf die Unerfahrenheit des Autors in diesem Genre geschoben werden können und nicht zu unangenehm auffallen. Fazit Was bleibt mir noch großartig zu sagen? Das Buch ist von der ersten bis zur Letzten Seite spannend², bietet wahnsinnig gut ausgearbeitete Charaktere und ein unvergleichliches Setting, von dem sich noch viele Sci-Fi-Autoren eine Scheibe abschneiden können. Und das Ende ist einfach wahnsinnig gut. Eine klare Empfehlung für jeden, der auf Krimis steht und Technik nicht als Todfeind der modernen Zivilisation betrachtet. Im Gegensatz zu vielen anderen Krimis, die sich oft gedanklich gar nicht mehr von einander trennen lassen, sticht dieser Roman aus den sonst grauen Untiefen klar hervor.

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  • Eine interessante Zukunftsvision, die packender hätte sein können

    Unsterblich
    Svenjas_BookChallenges

    Svenjas_BookChallenges

    31. August 2016 um 18:34

    Der Klappentext zu Jens Lubbadehs Debütroman Unsterblich hat mich total angefixt, denn er versprach eine dystopisch angehauchte Science-Fiction-Geschichte mit tollen Ideen und jeder Menge Spannung. Abseits der mittlerweile doch schon etwas ausgelutschten Jugend-Dystopien geht Jens Lubbadeh in seinem Roman nämlich auf einen Aspekt unserer Gesellschaft ein, der in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich zu einem solchen Szenario führen könnte, wie er es beschreibt: Dem stetigen Streben nach mehr Wissen, mehr Macht und schließlich nach Unsterblichkeit.Die Ausgangssituation ist folgende: Im Jahr 2040 herrscht sozusagen ein einziger Konzern über die Welt und sehr zu meiner Überraschung ist das nicht Google, Amazon oder Facebook. Es ist ein Unternehmen namens "Immortality", das einen Weg gefunden hat, die Menschen nach ihrem Tod unsterblich zu machen, indem es virtuelle Klone von ihnen erschafft, die sogenannten Ewigen. Diese unterliegen natürlich strengen Vorgaben, ebenso wie die Avatare der lebenden Menschen, durch die es möglich ist, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein. Für mich spiegelt dieses Szenario den aktuellen Technik-Wahn und den Wissensdurst der Menschen wieder. Lubbadeh beschreibt auf sehr überspitzte und eindringliche, aber dabei erschreckend authentische Weise, wo das alles hinführen kann. Zunächst klingt es natürlich überaus verlockend, nach dem eigenen Tod weiterzuleben, beim Lesen wird einem aber schnell klar, dass dieses "Leben" der Ewigen reizlos ist. Sie sind eher billige Kopien, die nach Belieben programmiert werden können. Körperliche Nähe, Essen, Trinken - all das ist nicht mehr möglich und es stört die Menschen in Lubbadehs Welt kein bisschen. Jeder will einfach nur ewig leben, egal wie. Und das ist das wirklich Erschreckende an der Geschichte.Trotzdem ist Unsterblich längst nicht so düster und bedrohlich wie manch andere Dystopie. Die Bedrohung im Jahr 2040 ist eher subtil, sie schleicht sich ein und besteht in etwas ganz anderem, als man vielleicht erwarten könnte. Es jagt nicht ein großer Knall den nächsten, vielmehr führt jedes Puzzlestück, das der Leser gemeinsam mit dem Protagonisten Benjamin Kari zusammensetzt, zu einer großen Erkenntnis. Die Stärke der Geschichte ist dabei Lubbadehs gewandter Schreibstil. Nur unterschwellig liest man die vielen Gefahren und Bedrohungen, die von Immortality und den Chefs des Konzerns ausgehen, heraus. Lubbadeh webt geschickt subtile Komik und Gesellschaftskritik in die Handlung ein und das fand ich wirklich beeindruckend. Das ein oder andere Mal musste ich sogar grinsen oder vor mich hin kichern, zum Beispiel, als der Erzähler über den (im Jahr 2040) bisher erfolgreichsten "James Bond"-Film aller Zeiten schwadroniert: Marlene Dietrich kämpft an der Seite von Sean Connery gegen den Bösewicht Klaus Kinski. Oh Mann, das würde ich sowas von gerne sehen!Leider konnte mich die Geschichte dennoch nicht wirklich überzeugen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen entwickelt sich das Ganze sehr zäh und das Verschwinden der Kopie von Marlene Dietrich ist auch nicht unbedingt DER große Knall zu Beginn der Geschichte, den ich mir gewünscht hatte. Man versteht zwar als Leser, weshalb dieses Ereignis die Menschen in der Zukunft so verstört (schließlich sind sie sich ihrer Unsterblichkeit sicher und so ist der mögliche Tod eines Ewigen ein Schock für sie), aber trotzdem ist dieses Szenario zu abstrakt, zu skurril, als dass man es wirklich fassen könnte. Und so geht es leider weiter: Alles, was Kari im Laufe der Handlung aufdeckt, überrascht einen nicht wirklich und so will leider nicht so recht Spannung aufkommen. Viele Geschehnisse kommen zu plötzlich, als dass sie Eindruck hinterlassen könnten. An anderer Stelle ermüdet das seitenlange Nachsinnen des Protagonisten über den Sinn des Lebens einfach nur. Gegen Ende wird es zwar ein wenig actionreicher, aber das macht aus dem Roman dann leider auch keinen packenden Thriller (oder wenigstens Krimi) mehr. Insgesamt ist die Geschichte eher philosophisch, nicht aber so psychologisch und mitreißend, wie sie es hätte sein können.Auch die Charaktere waren für mich nicht (wie man so schön sagt) das Gelbe vom Ei. Benjamin Kari, der zunächst auf der Seite von Immortality steht und dann bei seinen Ermittlungen einen Beweis für die zwielichtigen Machenschaften des Unternehmens nach dem anderen findet und nach und nach "bekehrt" wird, ist meiner Meinung nach ebenso stereotypisch dargestellt wie die hübsche Journalistin Eva, mit der er sich kurzerhand zusammentut. Sie ist eine leidenschaftliche Gegnerin des Konzerns und verfolgt genau wie Kari zunächst ihre ganz eigenen Ziele - bis die beiden ein Team werden. Und dann ist da noch der geniale Hacker, der einfach nicht kleinzukriegen ist und den ganzen Laden hochnehmen will. Natürlich ist er psychisch nicht ganz auf der Höhe, dafür aber ein echtes Wunderkind, das einfach alles kann - ALLES. Auf der anderen Seite die Bösen, die auch vor Schusswaffen und sogenannten Killdrohnen nicht zurückschrecken, nur um noch ein bisschen mächtiger zu werden. Das hat man leider alles schon gelesen. Auch die wiederauferstandene Marlene Dietrich bringt in diese Konstellation leider keinen frischen Wind, denn aktiv taucht sie kaum auf und ist eher Mittel zum Zweck - der Auslöser für alles, was folgt. Warum gerade Marlene Dietrich - das fragt sich nicht nur Kari immer wieder, sondern auch der Leser.Ein weiterer Minuspunkt ist für mich, dass es Jens Lubbadeh nicht so richtig gelingen will, dem Leser die sogenannte Blended Reality, die virtuelle Realität, greifbar zu machen. Das ist immer unglaublich schwierig und so läuft der Autor Gefahr, dass seine virtuelle Welt innerhalb seiner erdachten realen Welt zu abstrakt und zu weit weg wirkt. Leider ist das in Unsterblich der Fall. Programmieren, Hacken, mit einem einzigen Algorithmus und durch Hand Auflegen die gesamte Struktur umwerfen - das sind Dinge, die man meiner Meinung nach als Autor irgendwie plastisch machen muss. Natürlich braucht es immer auch die Fantasie der Leser, aber wenn die Grundlage zu schwammig ist, kann ich einfach nichts damit anfangen und die virtuelle Welt und das ganze System, das hinter dem Konzept der Unsterblichkeit in Lubbadehs Roman steckt, bleiben schlichtweg Worte auf Papier. Das fand ich unglaublich schade, denn die Grundidee der Geschichte fasziniert mich nach wie vor und lässt mich sicher nicht so schnell wieder los. Aber leider ist es Lubbadeh nicht ganz gelungen, mir das Ganze greifbar zu machen und logisch zu erklären.Mein Fazit:Jens Lubbadehs Idee ist gut - richtig gut. Und aus ihr hätte ein fantastischer Science-Fiction-Roman mit dystopischen Zügen werden können. Doch leider haben allzu klischeehafte Personenkonstellationen, ein zu abstraktes und für den Leser kaum greifbares Universum, eine zähe Handlung und die zum Ende hin noch fix hingeworfenen Actionelemente die Geschichte eher dröge und beliebig gemacht. Schade, denn Lubbadehs Konzept von der Unsterblichkeit und sein subtil komischer Erzählstil wären eigentlich die besten Voraussetzungen für einen fulminanten Roman. Freunde gepflegter Science-Fiction-Literatur und etwas anderer Dystopien werden an Unsterblich aber sicher trotzdem ihre Freude haben.

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  • Leben zwischen Realität und Virtualität.

    Unsterblich
    buecherkompass

    buecherkompass

    30. August 2016 um 22:17

    Wie wäre es Teil einer Gesellschaft zu sein, in der das Leben nicht mit dem Tod endet? Benjamin Kari lebt in einer solchen Welt. Als Versicherungsagent zertifiziert er die Hologramme von Ewigen. Ein Leben zwischen Virtualität und Realität hat es möglich gemacht. Die Unsterblichkeit ist nicht mehr weiter nur ein Traum. Wer nach seinem Tod fortbestehen möchte, muss allerdings auf sein Bewusstsein verzichten können. Eine Tatsache, die ein Großteil der Menschheit nur allzu gerne hinnimmt. Dabei scheint das ewige Leben weniger erstrebenswert, als es zunächst anmutet. Der virtuelle Ewige ist ebenso manipulierbar wie austauschbar. Das ewige Ich ist ein vorbestimmtes Ich. Ewige können sich weder weiterentwickeln noch sterben. Sie sind unantastbar und gleichzeitig für die Ewigkeit dazu verdammt, auf einer Stufe ihrer Entwicklung zu verharren. Und dennoch arbeiten viele ein Leben lang, mit dem einzigen Ziel sich das Leben nach dem Tod leisten zu können. Doch welchen Wert hat dieses Leben? Auf der Suche nach dem Grund für das plötzliche Verschwinden des Ewigen von Marlene Dietrich, gerät Protagonist Kari in einen Strudel aus Ereignissen, die seine bisherigen Wertvorstellungen auf den Kopf stellen. Der Autor zeigt wie schnell Realität und Virtualität eins werden, welche manipulativen Kräfte hinter der Virtual Reality stecken und was im Leben wirklich zählt. In seiner Dystopie spricht der Autor ein Thema an, das in der heutigen Gesellschaft mehr denn je an Relevanz gewinnt. Zugleich legt er ein rasantes Erzähltempo an den Tag. Während man in die Geschehnisse des Buches hineingezogen wird, bleibt offensichtlich, dass unsere Gesellschaft bereits Tendenzen aufweist, die durchaus massive Folgen mit sich ziehen können. Jens Lubbadeh skizziert alltägliches und verbindet es mit dystophischen Elementen. Ein Thriller, der mehr ist als nur Literatur. Vier Sterne von mir und eine absolute Buchempfehlung für alle Leser, die gerne gefordert werden.

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  • Stillstand: Unsterblich - Jens Lubbadeh

    Unsterblich
    DunklesSchaf

    DunklesSchaf

    28. August 2016 um 23:07

    Im Jahre 2044 hat sich die Menschheit einen Traum erfüllt: ewiges Leben. Allerdings nicht als Mensch, sondern als virtuelle Kopie. In der Lebenszeit trägt man einen Lebenstracker, der alle Daten aufzeichnet und nach dem Ableben kann dann eine exakte Kopie erstellt werden. Natürlich mit einigen wenigen Einschränkungen. Und natürlich auch nur gegen entsprechende Geldmittel, wobei es natürlich attraktive Angebote für die ärmeren Schichten gibt, keine Sorge, ihr müsst nur Eure Seele verkaufen…. Immortal heißt die Firma sprechenderweise, die diese Verlängerung des Lebens möglich gemacht hat. Benjamin Kari ist Mitarbeiter der Firma Fidelity, einem Ableger von Immortal und kümmert sich um die Ewigen. Sein Fachgebiet: Schauspieler und Regisseure. Denn die Technik ermöglicht es nicht nur, dass jetzt lebende Menschen eine virtuelle Kopie erhalten, sondern auch schon verstorbene Persönlichkeiten, deren Weiterleben beantragt werden kann. Ben Kari zertifiziert diese dann – also er prüft, ob die Erstellung einwandfrei ist, ob Fehler vorliegen, ob der oder die Ewige so reagiert, wie es die echte Person auch getan hätte, anhand von Film- oder Textdokumenten und ähnlichem. Auch Marlene Dietrich hat er vor einiger Zeit zertifiziert. Doch nun ist sie verschwunden und nicht nur der alternde Regisseur Lars von Trier macht sich Sorgen, sondern auch Immortal und Fidelity – denn der Schwund eines Ewigen rüttelt an ihrem perfekt aufgestellten Businessplan. Wenn ein Konzern Träume realisiert… dann kann da was nicht stimmen. Benjamin Kari ist natürlich ein Verfechter der Ewigen und allem, was dort dran hängt. Die Blended Reality, welche über die Realität gelegt wird und mit speziellen Linsen von allen gesehen werden können, macht die Ewigen erst möglich.  Die Ewigen haben kein Spiegelbild, können nicht von normalen Kameras aufgezeichnet werden – sie existieren nur in der Blended Reality. Eine Regel von Immortal ist die Todessperre. Damit sich kein Ewiger über seinen Tod Gedanken machen muss, sind Algorithmen programmiert, mit denen der Ewige dieses Thema umschifft. Und dann gibt es noch andere Regeln, Regeln von denen niemand weiß, auch Benjamin Kari nicht. „In Wahrheit war die Blended Reality alles andere als demokratisch. Ein einzelner Konzern gab die Gesetze vor. Niemand war anonym. Aber in der Post-NSA-Realität war Anonymität ohnehin längst Vergangenheit.“ (S. 160) Benjamin Kari macht sich auf die Suche nach der verschwundenen Marlene Dietrich, verbündet sich mit einer Journalistin, kommt einem Hacker auf die Spur, zweifelt immer mehr an seinem Arbeitgeber und der in Aussicht gestellten Zukunft… Kari ist ein nachdenklicher Charakter, auch wenn er in seinen Überzeugungen verhaftet ist, lässt er neue Denkanstöße zu. Aber er hadert immer mehr mit dem Weltbild, welches bisher sein Leben beherrscht hat. Zudem stecken hinter mächtigen Konzernen auch immer mächtige Verfolger. Von Killdrohnen über „ganz normale“ Ex-Soldaten, die ihn mit schwerer Bewaffnung in den Schoß der Firma zurück bringen möchten. Somit ist auch das Death Valley und die dort herrschende Hitze nur ein Feind, der ihm dort auflauert, als er dort kurzfristig strandet. Mit Kari fliegt man um die halbe Welt, aber auch unter und über die Erde, sowohl in echt, als auch in seinem Avatar. Wirklich geschickt, so eine virtuelle Realität. Zugegeben, der Plot ist nicht unbedingt neu, wobei ich überrascht war, dass jemand bestimmtes nicht das Ende des Buches überlebt. Doch neben der spannenden und actiongeladenen Handlung, die immer wieder von Karis Überlegungen eine Auszeit bekommen, regt das Buch vor allem zum Nachdenken an. Will man ewig leben? Und wenn ja, will man das als virtuelle Kopie? Als nicht freie virtuelle Kopie, denn an den eigenen Tod denken, geht ja schon nicht. Und warum wollen wir Lebende mit ewigen Kopien leben? Klar, der Tod eines Menschen ist schmerzhaft, aber ein Ewiger bleibt so alt wie er ist – d. h. ein ewiges Mädchen bleibt ein Mädchen. Eine Oma eine Oma. Es gibt keinen Fortschritt, es herrscht Stillstand. Und auch wenn man die Beatles, Queen oder Michael Jackson mag oder gar verehrt hat, ist das 75. Album dann nicht einfach ein paar zu viel? Hindern die Ewigen nicht eher die Lebenden daran, sich weiter zu entwickeln und zu forschen? Zu entdecken und zu formen? Wenn die Plätze in den Charts sowieso immer von den Ewigen besetzt sind, wer will dann neue Musik entdecken und einspielen? Wenn JFK die USA seit Jahrzehnten leitet, wer strebt dann schon die Präsidentschaft an? „Aber die Leute wollten es ja nicht anders. Sie wollten das, was sie kannten. Deswegen hatten sie JFK und Helmut Schmidt gewählt, hörten immer noch Michael Jackson, Madonna, U2 und die Stones, hängten sich diese hässlichen Picasso-Bilder ins Haus und kauften immer noch alles, was Steve Jobs fabrizierte, obwohl der qua Algorithmus schlicht unfähig war, wirkliche Innovation zu produzieren. Alles, was die Ewigen beherrschen, waren Variationen des Gewesenen. Die Leute wussten das, aber es kümmerte sie nicht.“ (S. 134) Die Fragen, die ich mir hier stelle, so weit geht das Buch gar nicht, auch wenn es Andeutungen in die Richtung gibt (siehe Zitat). Die Lösung im Buch geht einen anderen Weg. Ich wäre eher auf der Seite der Thanatiker, einer leider nicht weiter auftretenden Gegenbewegung im Buch. Ich muss gar nicht ewig leben, schon gar nicht als beschnittene Kopie, in einer Gesellschaft, die sich selbst zum Stillstand verdammt hat. Nichtsdestotrotz hat der Autor hier ein richtig spannendes Thema aufgegriffen und in einer aufregenden Geschichte ein paar nachdenkliche Sequenzen verpackt. Oft meckere ich, dass mir die Zukunft nicht ausgereift genug dargestellt wurde – nun, hier vielleicht auch nicht, aber es gibt eine Erklärung: warum sollte noch weiter geforscht und erfunden, weiter entwickelt und an die Zukunft gedacht werden, wenn eh alle in der Vergangenheit leben? So verquer sich das für einen Zukunftsroman anhört. Und genau dieses Verbiegen der Gedanken, das nachdenklich Stimmende, das Störrische hat mich begeistert. Fazit: Ein Blick in die Zukunft, in der wir ewig leben, als virtuelle Kopien. Eine Zukunft, die Stillstand bedeutet und Rückkehr zu Vergangenem und Altbewährten. Eine merkwürdige Zukunft, die mich zum Nachdenken angeregt hat – so ganz neben der spannenden Handlung.

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  • Die Lösung für Unsterblichkeit?

    Unsterblich
    SillyT

    SillyT

    18. August 2016 um 16:57

    Das ewige Sehnen der Menschheit - das ewige Leben - im Jahre 2044 ist dieser Traum für viele Menschen wahr geworden, denn die Firma Immortal stellt dank implantierten Chips, sogenannte Virtual Reality Implantate, exakte Hologramme eines Menschen nach dessen Tod her. Dem Gegenüber stehen nur einige wenige Gegner, die das ewige Leben nicht für das Non-Plus-Ultra halten. Eines Tages verschwindet plötzlich Marlene Dietrich, die Diva und Schauspielerin, bzw. deren Hologramm, ihr Ewiger. Doch wer genau steckt dahinter? Die Gegner? Oder ein Programmierfehler im Ewigen? Oder lag es einfach an ihrer nächsten Filmrolle, in der sie eine Ewige spielen sollte, die sterben will? Der Versicherungsagent Benjamin Kari, der die große Marlene Dietrich als Ewige kennenlernen durfte, wird auf die Suche nach Antworten geschickt. Doch dieser stößt auf etwas, mit dem eigentlich niemand gerechnet hat.Meine Meinung: Ich lese solche Zukunftsvisionen ja sehr gerne und bin immer wieder fasziniert, wie einfallsreich so manch einer unsere Zukunft erschaffen kann. Hier fiel mir der Einstieg in die Geschichte relativ schwer, da es so viele Begriffe gibt, die ich nicht kannte und an deren Bedeutungen ich mich doch erst einmal heran tasten musste. Das wirkte dann auch ein wenig langatmig, aber je vertrauter ich mit den Begriffen und den Personen wurde, desto interessanter und spannender wurde auch die Geschichte. Der Schreibstil ist zum Glück leicht verständlich und auch recht flüssig, so dass ich hier auch problemlos über die Längen zu Beginn hinweg lesen konnte. Durch meine zuvor genannten Probleme kam auch für mich nur recht langsam die Spannung auf, aber auch hier galt, je vertrauter alles wurde, desto spannender wurde auch das Buch. Was mir hier wirklich richtig gut gefallen hat, waren die komplett durchdachten und dadurch nicht nur denkbaren, sondern auch glaubwürdigen Szenarien. Auch wenn ich mich selber mit Programmierungen nicht auskenne, so wurde doch alles so plausibel erläutert, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, dass da irgendwann mal jemand in der Lage ist, solche Ewigen zu erschaffen. Wer kann schon sagen, ob es nicht irgendwo schon jemanden gibt, der genau an so einem Thema herumforscht? Nachdem dann das Buch in Schwung gekommen ist, muss ich sagen, dass es einen Touch von einem Sci-Fi-Krimi hat, denn es gibt hier einige geschickte Wendungen, die ich nicht vorausahnen konnte, und die auch immer wieder für Spannung sorgten. Die Charaktere sind zwar ein wenig undurchsichtig, was aber für mich absolut zur Geschichte und deren Verlauf passte. Dadurch, dass hier viele Begriffe auf mich einprasselten, wäre ein Tiefgang bei den vielen Charakteren wohl zu langatmig geworden. Kari ist hier noch der Charakter, der am deutlichsten hervorgehoben wird und der mir auch sehr gut gefallen hat. Ich hielt ihn zunächst für absolut loyal seinem Arbeitsgeber gegenüber, aber so manch eine Handlung seinerseits konnte mich überraschen. Die übrigen Charaktere bleiben alle eher oberflächlich, aber ich musste doch schon das ein oder andere Mal schmunzeln, z. B. als ich gelesen habe, dass es ein neues Album von Michael Jackson und eines von Nirvana gibt.  Ach, noch kurz zum Cover, das ja absolut schlicht daher kommt, ich habe während des Lesens eine Ahnung bekommen, um wen es sich auf dem Cover handelt und seitdem finde ich es so richtig gut. Ob ich mit meinen Vermutungen allerdings richtig liege... Wer weiß?!Mein Fazit:Ein gut durchdachtes Zukunftsszenario gepaart mit viel Action, Spannung, Intrigen und nicht zu erahnenden Wendungen gibt es hier. Das ungewöhnliche Setting, bzw. die ungewöhnliche Darstellungen der ewig lebenden Menschen und alles drum herum waren etwas zu umständlich, bzw. zu langatmig, aber das war dann auch eine reine Gewöhnungssache. Trotz allem wirkt hier alles gut durchdacht und irgendwo auch denkbar, denn was hat man nicht schon alles mit Computern ge-/erschaffen?! Von mir gibt es hier vier von fünf Sternen und zum Abschluss eine Frage: who wants to live forever?

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  • 4,5 Sterne - Packender Zukunftsthriller

    Unsterblich
    raven1711

    raven1711

    27. July 2016 um 15:32

    Klappentext:Der Traum der Menschheit vom ewigen Leben ist Wirklichkeit geworden: Dank Virtual-Reality-Implantaten können die Menschen als perfekte Kopien für immer weiterleben. Auch Marlene Dietrich ist als Star wiederauferstanden und wird weltweit gefeiert – bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Eigentlich unmöglich! Für den Versicherungsagenten Benjamin Kari wird aus der Suche nach ihrem digitalen Klon ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel.Meinung:Im Jahre 2044 ist die Welt um einiges digitalisierter, als sie es heutzutage schon ist. Mithilfe von "Blendet Reality" können Menschen nicht nur mit digitaler Avataren überall durch die Welt reisen, auch bereits verstorbene Menschen können wieder auferstehen. Diese sogenannten "Ewigen" bevölkern die digitalisierte Welt, drehen Filme, machen Musik oder Kunst und leben bei ihren einstigen Familienmitgliedern. Hinter diesem Konzept steckt die Firma Immortal, die mit den Lebenstrackern, die nun fast jeder Mensch trägt, und den berühmten Ewigen Millionen und Milliarden erwirtschaftet. Eigentlich eine schöne, friedliche Welt, in der es keinen Tod mehr zu geben scheint. Doch als die Ewige Marlene Dietrich verschwindet muss der auf den Fall angesetzte Benjamin Kari unweigerlich das Firmenkonzept hinterfragen. Sind die Ziele der Fima wirklich so uneigennützig? Bringt der erzwungene Stillstand die Menschheit überhaupt weiter? Und was macht das Bewusstsein und die digitalen Kopien eigentlich aus? Wo fängt die Seele und die Persönlichkeit an? Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt.Nun gut, man kann zu Benjamin Kari sagen, dass er sich auf jeden Fall das typische Klischee eines unfreiwilligen Thrillerermitttlers bedient. Kari ist beileibe nicht perfekt, trägt sein emotionales, ungelöstes Problem mit sich rum und scheint grundsätzlich eher der Typ Einzelgänger zu sein. Seine Frau ist Tod, zuhause erwartet ihn nur Kater Fellini und seinen Lebenszweck sieht Kari in der Firma, die die digitalen Ewigen auf Fehler überprüft, bevor diese auf die Menschheit losgelassen werden. Trotz der Schublade, der Kari hier entsteigt, mochte ich seine Figur trotzdem ganz gerne und Jens Lubbadeh hat es geschafft, dass ich mich auch ein wenig in seine Hauptfigur hineinversetzen konnte. Die Protagonisten kommen also bei Leser an und das ist auch gut so, denn auch die zahlreichen Nebenfiguren wirken gut konzipiert und strukturiert.Spannungstechnisch ist der Roman rasant und an keiner Stelle langweilig. Einige Wendungen, viele Ereignisse und natürlich auch ein wenig Action sorgen dafür, dass man mehr als gerne an diesem Roman dran bleibt. Auch das der Autor nicht ausufernd über die technischen Fortschritte und Möglichkeiten schwafelt, trägt sehr zum positiven Lesefluss bei. Man erhält natürlich als Leser Hintergründe zu Technik und dem damit einhergehenden Drumherum, im Fokus stehen aber Karis Ermittlungen und die Ereignisse, die er in Gang setzt. Ganz deutlich merkt man dem Buch auch an, dass der Autor anscheinend ein Faible für Blade Runner, Marlene Dietrich und Queen hat, denn viele Grundzüge, Andeutungen und Zitate tauchen in Unsterblich auf.Die Kapitel haben eine angenehme Länge, Lubbadehs Schreibstil ist flüssig und sehr eingängig und der Plot gut ausgearbeitet. Erzählt wird die Geschichte in der dritten Person, wobei der Hauptblickwinkel auf Kari gerichtet bleibt. Aber auch ein paar andere Nebenfiguren geben in vereinzelten Kapiteln Einblicke in ihre Sicht der Geschehnisse.Fazit:Schon länger habe ich keinen wirklichen Thriller mehr gelesen und ich bin froh, dass Unsterblich da den Auftakt nach der Ruhepause bildete, denn der Roman ist nicht nur spannend, sondern auch klug umgesetzt und schafft es, neben all der Action zum Nachdenken anzuregen. Denn die Themen lassen sich ohne Probleme auch schon in unsere heute Zeit übernehmen. Und eine Zukunft, wie Jens Lubbadeh sie in Unsterblich ausmalt, möchte ich ehrlich gesagt so nicht erleben müssen.Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.

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  • Anders als erwartet, aber wirklich spannend

    Unsterblich
    laraantonia

    laraantonia

    19. July 2016 um 19:00

    Meine Meinung:Es 2044 und Menschen sind unsterblich. Theoretisch gesehen zumindest. Lebenstracker zeichnen das komplette Leben der Menschen auf, um sie nach ihrem Tod perfekt nachstellen zu können. Diese Kopien werden "Ewige" genannt. Sie sterben nicht, sie verändern sich nicht, altern nicht und haben eine Todessperre, die alles, was mit ihrem Tod in Verbindung gebracht wird, aus ihrem System heraushält, sie wissen auch nicht, dass sie Ewige sind.Benjamin Kari arbeitet für Fidelity, eine Versicherungsgesellschaft, die sich um die Ewigen kümmert. Und als Marlene Dietrich, oder besser gesagt, ihr Ewiger, auf einmal verschwindet, wird er auf den Fall angesetzt. Er macht sich also auf den Weg nach Berlin und verfolgt die Spuren von Marlene Dietrich, wo er schließlich auf Eva, eine enthusiastische Reporterin, trifft. Mit ihr gemeinsam macht er sich auf die weitere Suche nach Marlene Dietrich, bis Reuben Mars auftaucht. Mars war Mitarbeiter bei Immortal, weiß also einiges über die Ewigen und möchte jetzt alles verändern, was viele in Gefahr bringt.Kari ist ein einsamer Mann, der seine Freundin vor sechs Jahren verloren hat und seitdem nur noch in den Tag hinein lebt und sich um nichts mehr kümmert. Er ist ein Fan von Hollywood-Diven und somit auch von Marlene Dietrich, weswegen er sich auch für ihren Ewigen interessiert. Dennoch wundert er sich, warum ausgerechnet er für den Fall ausgewählt wurde.Der Roman ist in der Er-Form aus der Sicht von Kari verfasst worden. Einzelne Kapitel geben auch den Einblick in andere Figuren, eins ist für Mars und ein paar andere für Gibson, Karis Vorgesetzter. Der Schreibstil war ganz okay, aber ganz allgemein fühlte ich mich sehr distanziert von den einzelnen Charakteren.Die Umsetzung der Handlung ist anders, als ich vermutet hatte. Ich kann es gar nicht beschreiben, weil der Roman doch ziemlich komplex war und wirklich einiges passiert ist. Ich hatte mit etwas ein wenig leichterem gerechnet, kann aber nicht sagen, dass ich enttäuscht wurde. Wie gesagt ist das ganze wirklich sehr komplex und zum Ende zeigen sich doch mehr Verbindungen als vorher angenommen. So erfährt man auch auf den letzten Seiten noch, warum Kari eigentlich für den Fall erwählt wurde. Der Roman ist relativ brutal, indem nichts verschönigt wird und einfach unr die harte "Realität" gezeigt wird. Weil der Roman doch anspruchsvoller als vermutet war, habe ich tatsächlich ein wenig länger zum Lesen gebraucht, als gewöhnlich.Fazit:Ein interessantes Thema mit spannender Umsetzung. Es war definitiv anders als erwartet, aber keineswegs schlecht. Es ist einfach kein Buch, das ich zum Einschlafen mal eben zur Hand nehmen und ein paar Seiten lesen konnte, ich musste mir schon Zeit dafür nehmen, aber es hat mir ziemlich gut gefallen.

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