John Griesemer Niemand denkt an Grönland

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Inhaltsangabe zu „Niemand denkt an Grönland“ von John Griesemer

1959, der Korea-Krieg liegt schon sechs Jahre zurück, als der junge Rudy Spruance auf eine Militärbasis nach Grönland versetzt wird. In der arktischen Einöde dienen Eisbärenjagd, Flirts mit dem weiblichen Personal, Saufgelage und Horrorfilme den Soldaten als Zeitvertreib. Doch auf dem Stützpunkt unterhält die Army ein geheimes Lazarett. Als Rudy sich Zugang verschafft, macht er eine schreckliche Entdeckung und kommt einem lange vertuschten Geheimnis auf die Spur.»Vordergründig handelt es sich um eine irrwitzig komische Militärsatire wie Catch 22 , bei Griesemers arktischer Version allerdings friert das Lachen schnell wieder ein.«Der Spiegel

Liebenswert und grausam realistisch. Ein wunderbares kleines Meisterwerk

— Joachim_Tiele

Nicht was man erwartet aber im positiven Sinne

— Even

Das erste Mal hab ich das Buch im Krankenhaus gelesen, wegen meinem lauten Zimmernachbar aber nicht viel mitgekriegt.

— Holden

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  • Rezension zu "Niemand denkt an Grönland" von John Griesemer

    Niemand denkt an Grönland

    luckyup

    10. October 2010 um 17:02

    Rudy landet zur Verwunderung der Stützpunktbetreiber und zu seiner eigenen auf Grönland. Auf diesem Stützpunkt werden Soldaten, welche zuhause als vermisst gemeldet sind gepflegt. Die Reste dieser Koreakrieger werden in dem Teil des Stützpunktes gepflegt, welcher "Der Flügel" genannt wird. In dieser abgelegen, eigentlich inexistenten Welt, unter skurrilen, unter der Einöde leidenden Protagonisten bekommt Rudy den Auftrag eine Zeitung herauszugeben. Das Erscheinen der Zeitung, sein Besuch im Flügel, die Kontaktaufnahme mit Guy X, einem "Vermissten", die Beziehung zu Irene, der Geliebten des Kommandanten bringen die verschiedenen Handlungsstränge in Bewegung. Die Monotonie auf dem Stützpunkt, die Orgie der Mittsommernacht, der Schrecken der nicht endenden Polarnacht und die Gespräche mit Guy X und die werden fesselnd beschrieben. John Griesemer hält das Interesse seiner Leser durch die farbige Gestaltung der Figuren und der hintergründigen Handlung bis zum etwas chaotischen, überstürzten Ende wach.

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  • Frage zu "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" von Peter Hoeg

    Fräulein Smillas Gespür für Schnee

    Dunja

    Hallo, ich habe gerade Fräulein Smillas Gespür für Schnee zu Ende gelesen, könnt ihr mir noch weitere Bücher über Grönland empfehlen?

    • 3
  • Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps ...

    Jörg Maurer

    Liebe Buchfragen-Freunde, ich hätte auch gerne ein paar Lesetipps von Euch - kann mir jemand etwas empfehlen? Genre egal, Hauptsache guter Lesestoff. Schön wäre, wenn Ihr dazu schreibt, was Euch am jeweiligen Buch gefällt (ohne die Geschichte zu verraten ;-) )
    Gespannte Grüße, Jörg

    • 20
  • Rezension zu "Niemand denkt an Grönland" von John Griesemer

    Niemand denkt an Grönland

    Die Buchprüferin

    15. April 2010 um 21:07

    Niemand denkt an Grönland. Genau deshalb ist Grönland eine so gute Tarnung für den Army-Stützpunkt, auf den Rudy Spruance 1959 versetzt wird und von dem die Öffentlichkeit nichts weiß. Sie weiß deshalb nichts davon, weil es dort ein spezielles Lazarett gibt. Ein Lazarett für Männer, die den Korea-Krieg nicht überlebt haben. Ja, ganz recht: nicht überlebt. Ihren Familien gelten sie als vermisst, als verloren, in Wirklichkeit sind sie aber noch da. Jedenfalls teilweise. Was Rudy Spruance in Grönland erlebt, ist witzig und schaurig, kurz: grotesk. Und doch begegnet er den Ereignissen und den Menschen auf dem Stützpunkt mit einsichtiger Ruhe. Er ist eben einer von den Stillen und wie die meisten von denen für die eine oder andere Überraschung gut. So verliebt er sich nicht nur in eine der wenigen anwesenden Frauen, nein, es ist ausgerechnet die Frau des leicht durchgeknallten Kommandanten; gleich zu Beginn macht er auch auf spektakuläre Art die Bekanntschaft mit einer einheimischen Insektenart, die ihn für ein paar Tage gründlich entstellt; und wo wir schon bei Entstellungen sind: Er freundet sich im Lazarett mit einem der Nichtüberlebenden an. Wie John Griesemer es hingedreht hat, dass man in diesem Meer aus Eis und Schrecken nicht untergeht, sondern immer weiterlesen möchte, ist wunderbar. Es ist, als hätte Rudy einen immer an der Hand und würde sie einfach ein bisschen fester drücken, wenn man an die wirklich heiklen und die wirklich traurigen Stellen kommt. Mit seinem unaufdringlichen Mut, der es ihm ermöglicht, sogar hohen Offizieren die Meinung zu sagen, stapft er voraus, obschon er manchmal gar nicht weiß, wo der Weg hinführt. Und selbst wenn wir als LeserInnen dieses Abenteuer ebenfalls nicht ganz unversehrt überstehen, so lohnt er sich doch sehr: der Weg nach Grönland.

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