Jonathan Briefs Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem

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Inhaltsangabe zu „Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem“ von Jonathan Briefs

Warum ein Problem schon in Angriff nehmen, solange es noch klein ist? Warum ein Problem lösen, wenn dadurch nur ein neues entsteht?Als Meister des provokativen Coachings präsentiert Jonathan Briefs eine Erfolgsstrategie des Scheiterns à la Watzlawick. Aus seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Spitzensportlern stellt er seine Coaching-Erfahrungen einfach auf den Kopf und plädiert für eine Vertiefung der beruflichen Probleme. Briefs taucht dabei genüsslich ein in den Gedankenmüll der Selbstsabotage und rät: »Begrabe die Illusion eines gelungenen Berufslebens an der Biegung des Flusses.«Die provokative Zuspitzung regt zum Widerspruch an und motiviert zum Handeln. Humor und das Lachen über eigene Schwächen und Blockaden schaffen Abstand, wirken befreiend und helfen, bestehende Probleme selbstverantwortlich zu lösen. Der Beruf kann somit tatsächlich zur Berufung werden. Alle »Ja, aber-Profis«, »Eigentlich-Experten«, »No risk-Propheten« und »No way-Anhänger« dürfen dagegen bleiben, was sie sind: Problemzonen-Liebhaber!

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    Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    12. May 2013 um 14:51

      Jonathan Briefs coacht Menschen, darunter auch Spitzensportler und hat für sich (wieder Titel es schon zum Ausdruck bringt) eine Systematik der „Provokation“ entwickelt, die sich nicht nur locker und sehr humorvoll liest, sondern bei welcher der Leser nach kurzer Zeit bereits merkt, dass hier nicht nur ein anderer, frischer Ansatz im Coaching beschrieben wird, sondern Briefs mit durchaus reflektiertem System vorgeht.   Ähnlich wie damals Watzwlawick mit seiner „Anleitung zum Unglücklichsein“, wählt Briefs eine „Anleitung zum Misserfolg“, um in jenen, die er coacht, andere Reaktionen, die „Seite des Erfolges“ hervor zu holen. Und das vollzieht Briefs durchaus erfolgreich, wie man unter anderem an der Entwicklung des Spitzen Ski-Läufers Christian Neureuther ablesen kann.   Provokativ versucht er, in seinem Coaching den „Flow“ freizusetzen, der auch in der positiven Psychologie zugrunde liegt.   „Wenn der Spaß im Mittelpunkt steht und nicht eine (wie immer geartete) Belohnung oder Schmerzensgeld, ist man langfristig erfolgreich und  auch gesund“. „Spaßarbeiter leben ihre Stärken“. Und da Briefs mit  seinem Schwerpunkt im Sportbereich arbeitet, zeigt er an vielen Beispielen in lockerer Sprache im Buch auf, wie diese „innere Motivation“ freigelegt, gepflegt und erhalten werden kann. Und illustriert damit sehr verständlich sei Hauptanliegen, zu einer konstruktiven Berufseinstellung hin zu führen, wobei er das allgemeine Leben natürlich nicht ausklammer-   Theater, Rollenspiele, Fantasiereisen sind (durchaus ja gängige) Methoden, die Briefs nutzt. Sein Weg aber ist ein etwas anderer. Er arbeitet mit Problemzonen-Vertiefung, Mit Verneinungen, mit einer Anleitung zum Misserfolg, mit Ironie. Letztlich natürlich mit dem Ziel, diese belanglos zu machen für die zukünftige Leistung und Motivation des Lesers. Quasi durch einen „vorweggenommenen“ und „vorbedachten“ Misserfolg diesem gegenüber nicht mehr oder nicht mehr so sehr anfällig zu sein. Ein „Mentaltraining“ der überraschenden Elemente. Wobei „das Lachen“ immer zentraler Bestandteil der Arbeit ist und so in der Beratung die herzustellende „Freude“ bereits als Instrument dient.   Also, für den Leser gilt: „Willkommen im Jammerlappenland“, in dem jeder, auch  der Leser, Probleme hat. Wie man nun aber darauf reagiert, dafür trägt man tatsächlich selbst die Verantwortung. „Jammern“, das beherrscht der Mensch doch nun wirklich in Perfektion. „Darin sind sie wirklich Experte. Herzlichen Glückwunsch! Problemlösung nein danke.“ Es soll eben nur ein wenig erträglicher werden. Davon ausgehend stellt Briefs dem Leser einen Spiegel vor die Augen, in denen sich vor allem die Konsequenzen von aktuellen Haltungen in der Zukunft widerspiegeln. Womit die Motivation steigt, dann doch an den negativen Auswüchsen etwas ändern zu wollen.   Briefs gelingt es mit seiner Vielzahl an Instrumenten und ganz praktischen Arbeitsanleitungen für den Leser, das einem hier und da doch das Lachen im Hals stecken bleibt und die eigenen Strukturen sehr intensiv in den blick rücken.   Allein das lohnt schon das Lesen des Buches. Mitsamt der stets im Hintergrund erkennbaren Kompetenz des Coaches ist die Lektüre einfach nur zu empfehlen. Selbst für die, die das Problem gerne bis Ultimo verlängern möchten, weil es so „kuschelig“ in der Problemzone ist. Wer das nicht möchte, findet viele Übungen, die für die eigene Reflektion geeignet sind. Und später dann vielleicht in eine reale Beratung den Leser führen, wenn er über dieses Buch hinaus mehr an „Freude“ ins Leben integrieren will. Provozierend genug ist das Buch dafür auf jeden Fall.

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