Kit Reed Körperkult

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Inhaltsangabe zu „Körperkult“ von Kit Reed

Amerika in der nahen Zukunft: Der Schönheitswahn ist die neue Religion und Reverend Earl Sharpneck ihr oberster Prediger. Mit seinen Fitnessclubs und Diätprodukten scheffelt er Milliarden. Dicke und Magersüchtige werden in den Untergrund verbannt oder landen bei einem obskuren Nonnenorden. Doch schließlich kommt es zum Aufstand. Eine beißende Satire auf den Schlankheitswahn und die Fit-for-fun-Gesellschaft "Reed hat sich mit dieser beißenden Satire über den Schlankheitswahn und den Materialismus unserer Tage selbst übertroffen. Auf einmal macht die Welt, in der wir alle leben, auf erschreckende Weise Sinn. Ein schlaues, packendes Buch zur rechten Zeit, das uns zum Lachen und Grübeln bringt." Michael Moorcock "Ein sicheres Gespür für Details, extrem glaubwürdige Figuren und tolle Dialoge - Körperkult ist großartig." Jack Womack "...eine ebenso spannende wie scharf analysierende Satire auf eine Gesellschaft, in der der Körper zum Anbetungsgegenstand Nummer Eins wird."

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  • Rezension zu "Körperkult" von Kit Reed

    Körperkult

    Alexandra-Supertramp

    05. January 2010 um 15:46

    Auf den ersten Blick scheint "Körperkult" sich in eine Reihe mit Globalisierungssatiren wie "Logoland" von Max Barry stellen zu können. Die Thematik ist ähnlich. Es geht um die globalisierte Gesellschaft von morgen. Während "Logoland" einen Schwerpunkt auf den Markenterror setzt, geht es bei "Körperkult" um die Oberflächlichkeit einer Gesellschaft, die auf Äußerlichkeiten mehr Wert legt, als auf Persönlichkeit und Charakter. Es herrscht ein aus heutiger Sicht absolut überzogenes Figur- und Fitnessbewusstsein vor. Fast-Food-Ketten gibt es zwar immer noch, aber dort sündigen kann natürlich nur, wer anschließend im Fitnessstudio Buße tut. Radikaler wird Reeds Utopie, wenn sie ihren Blick auf die Menschen richtet, die es nicht schaffen, die aufgezwungene Norm zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund erzählt Reed ihre Geschichte anhand des magersüchtigen 16-jährigen Mädchens Annie und des reichen, übergewichtigen Geschäftsmannes Jeremy. Die Klöster der "Guten Schwestern", hermetisch abgeriegelt von der Gesellschaft, wirken wie ein Zwischending aus Gefängnis und Krankenhaus. Wer hier wie Annie zum Abspecken einquartiert wird, für den rückt die Freiheit in ganz weite Ferne. Sylphania, wo Jeremy die Pfunde purzeln lassen will, setzt darauf noch eins drauf. Ein riesiger Camp mitten in der Wüste. Wer sich hier mit viel Geld einen Platz zum Abspecken sichert, haust in einem verrosteten Wohnwagen, wird wie ein Gefangener behandelt und hat nur geringe Aussichten jemals davon erlöst zu werden. Das Ganze erinnert an eine Mischung aus Internierungslager und "Big Brother". Das wirkt für sich betrachtet schon recht abgedreht, dennoch erschien mir Reeds Roman nicht ganz so bitterböse, wie es beispielsweise Max Barrys "Logoland" ist. Nicht alle Erzählstränge werden überzeugend präsentiert, nicht alle Figuren hinterlassen Eindruck. Auch die eine oder andere Frage, die mehr oder weniger ungeklärt im Raum zurück bleibt trübt am Ende ein wenig die Freude. Der bereits im Klappentext versprochene Aufstand tritt erst auf den letzten 50 der insgesamt 381 Seiten ein und verläuft weniger radikal als man von einer "bitterbösen Satire" (Zitat Klappentext) eigentlich gerne erwarten möchte. Insgesamt bleibt das Ende, das Reed mit einigen offen in den Raum gestellten Fragen dem Leser allein überlässt, ein wenig schwammig und unbefriedigend. Fazit: Nicht immer hundertprozentig schlüssig und erzählerisch souverän, aber schon aufgrund des entworfenen Szenarios dennoch lesenswert.

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