Klaus Merz Aus dem Staub

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Inhaltsangabe zu „Aus dem Staub“ von Klaus Merz

Aus dem Staub zeigt Klaus Merz einmal mehr als Meister der Verdichtung. Aus kurzen, sparsam gesetzten Versen entwickelt er ganze Lebensgeschichten, zeichnet mit bloßen Andeutungen Bilder voller Farben und Licht. Ob Klaus Merz über alltägliche Szenen schreibt oder in seine Erinnerungen eintaucht, ob er fremden Orten und Menschen begegnet oder vertrauten – stets gelingt es ihm, den Blick auf das Wesentliche zu richten und ihm seinen ganz eigenen Tonfall zu verleihen. Unter der Oberfläche seiner lakonischen Poesie blitzen Witz und feine Ironie auf, hinter dem ruhigen Vordergrund seiner Gedichte verbergen sich Momente voller Überraschung und Verstörung.

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  • Rezension zu "Aus dem Staub" von Klaus Merz

    Aus dem Staub
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    Kann sich noch jemand an seine Großmutter erinnern? Kann sich noch jemand an das Glück jener fernen Kindertage erinnern? Kann sich noch jemand an das Bestaunen der Welt erinnern? Wie gebannt haben wir ihren Worten gelauscht, wenn sie Geschichten aus schaurigen Tagen oder von strahlendem Glück erzählte. Wie festgeschraubt lagen wir entweder auf dem Boden, in jenem quietschenden Bett - wo wir nie hineingedurft hätten, wenn die Eltern dabeigewesen wären - , saßen auf dem geliebten Kanapee, eingesunken im alten Bezug auf dem ausgeleierten Federkern, oder zusammengedrängt auf der hölzernen Bank am Kachelofen. In wahre Zauberwelten führte sie uns, und lehrte uns Staunen und Ehrfurcht. Auch fürchterlich Angst zu haben lernten wir, doch es siegte ja immer das Gute. Und wenn gar nichts mehr ging, vertrieb der mächtige Großvater die bösen Gestalten mit seiner Axt oder der Mistgabel. Wir waren sicher, geborgen, unbesiegbar und der Mittelpunkt des Universums. Ganz umsonst reisten wir um die Welt. Die Eisenbahn, Schiffe oder Flugzeuge brauchten wir nicht. Lächerlich wäre das gewesen und etwas für Anfänger. Ein Wort von Großmutter und wir spazierten über grüne Hochtäler, schneebedeckte Gipfel oder spürten den feinen Sand am Meeresstrand zwischen den Zehen kitzeln. Auf den Mond zu fliegen war kein Problem. Opa war ja schon längst oben, stellte aber fest, dass es da ganz schön langweilig ist. Immerhin gäbe es eine wirklich tolle Aussicht auf die Erde und die ganzen anderen Planeten. Ungleich interessanter war aber der Zauberwald mit seinen unzähligen seltsamen Bewohnern und seinen tausend Geschichten, die er zu erzählen hatte. Oma und Opa hatten alle Zeit der Welt - wie gerne haben wir uns darin verloren. Klaus Merz braucht in "Befehlsgewalt" nicht mehr als vier Zeilen - einen einzigen Vers -, um uns längst vergessene "Wunderschuhe" wieder an die Füße zu zaubern! Und schon sind wir "über alle Berge"! Themawechsel. Musik. Ihre Sprache versteht jeder. Sie kann Welten verbinden. Unzählige Lieder sind schon um den Planeten gewandert. Klänge erzeugen Freude, tauchen den Alltag in ein anderes Licht, lassen Zeit und Leid für einen Moment vergessen und spenden Trost in tiefer Not. Hat schon einmal jemand versucht, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass Musik an Zauberei grenzt? Es könnte doch z.B. möglich sein, dass wir die Musikanten altern hören. Denn was sie uns bieten, könnte verwandelte Vergänglichkeit sein. Somit könnte uns diese großartige Erkenntnis mit unserem größten Feind versöhnen. Wir könnte Frieden schließen mit der "Zeit"! Auch für diesen Wortzauber, diese überraschende Erkenntnis und allumfassende Idee, benötigt der Autor gerade einmal vier Zeilen! Er abstrahiert Sprache auf das Wesentliche, ohne diese jedoch bis zur Unkenntlichkeit zu verfremden. Er schafft einen Zusammenhang aus dem Notwendigsten, und hält damit das Universum seiner Sprache zusammen. Klaus Merz ist ein Künstler, der aus Reduktion Welten entstehen lässt. Er geht sogar so weit, drei Kurzgeschichten auf jeweils ein Substantiv zu reduzieren. Damit leistet er ganz bewusst Widerstand. Gegen die Ausführlichkeit! Doch gerade im Geiz mit den Buchstaben zeigt sich sein wahrer Reichtum, und mit diesem geht er wahrhaft verschwenderisch um. Das Büchlein bietet wenig Worte und viel weißes Papier. Aber diese "Leere" brauchen die kleinen Kunstwerke als Rahmen und wir als Raum zur freien Entfaltung. Unsere Phantasie kann sich Notizen machen und feiert mit längst vergessenen Erinnerungen ein ausgelassenes Wiedersehen. Am Ende bleibt nur ein staunendes Innehalten. Sanft schlägt man das Büchlein zu und legt es beiseite, will es aber nicht allzu weit weglegen, denn diesen Schatz möchte man in greifbarer Nähe wissen ... © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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