Louise Welsh V5N6

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 15 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 11 Rezensionen
(3)
(8)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „V5N6“ von Louise Welsh

Oberflächlich betrachtet hatten die drei Amokläufe in London in diesem heißen Sommer nichts mit den späteren Ereignissen zu tun, aber für Stevie Flint waren sie wie ein Menetekel für das, was noch kommen sollte. Als ihr Freund sie versetzt und sie ihre Sachen aus seiner Wohnung holen will, findet sie ihn tot in seinem Bett. Kurz danach wird sie krank. Hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost. Als sie nach Tagen wieder mühsam auf die Beine kommt, hört sie, dass sich in London ein tödliches Virus verbreitet: Am 'Schwitzfieber' sterben die Leute in wenigen Tagen, die Krankenhäuser und Leichenhallen sind bereits überfüllt. Stevie Flint kümmert das nicht, sie hat eine eigene Mission. Auch wenn es in einer Stadt voller Toter nicht nach einem Mord aussieht: Sie ist überzeugt, dass der Tod ihres Freundes Dr. Simon Sharkey weder auf das Virus noch auf Selbstmord zurückzuführen ist und macht sich auf die Suche nach seinem Mörder. Diese wird für sie zu einem Wettlauf gegen den Tod, der mitten ins Herz einer sterbenden Stadt führt. Ein Thriller, der uns an die Zerbrechlichkeit unserer Zivilisation erinnert.

Leider bei Weitem nicht so interessant, wie erhofft

— FrauSchafski
FrauSchafski

leichte Kost mit Spannung aber leider einem flachen Ende

— Ripper_books
Ripper_books

Gelungener Thriller!

— Janosch79
Janosch79

Spannend geschrieben und unterhaltend, allerdings kein Meisterwerk.

— Ninni89
Ninni89

Wahnsinnig spannendes Buch! Jedoch leider etwas verwirrend, ob jetzt der Virus oder Simons Tod im Mittelpunkt stehen soll.

— Eori
Eori

Ein sehr flotter, spannender, vielschichtiger Thriller, dem man vor allem Lesern ans Herz legen kann, die Endzeitdramen mögen.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Kluges Endzeitszenario, bei dem menschliche und soziale Aspekte im Vordergrund stehen

— krimielse
krimielse

Gute Story. Allerdings hätte ich mir mehr Informationen zum Virus gewünscht.

— jennny712
jennny712

Endzeitthriller und Krimi in einem - gelungene Mischung

— SillyT
SillyT

Ein tödliches Virus verbreitet sich in London. Nur eine Handvoll Leute überlebt das sogenannte "Schwitzfieber". Stevie Flint ist eine ...

— Splashbooks
Splashbooks

Stöbern in Krimi & Thriller

Provenzalisches Feuer

Viel (Sprach-)Geschichte der Provence diesmal. Aber auch wieder das richtige Gleichgewicht zwischen Kriminalfall und Privatleben von Durand.

Caillean79

Bretonisches Leuchten

Dupin muss Ferien machen. Aber natürlich kann er es nicht lassen zu ermitteln. Witzig, genial, bretonisch, typisch Banalec

mareikealbracht

Halali

Heimelige Zeitreise die 1950er Jahre

himbeerbel

Die Fährte des Wolfes

Schweden Thriller mit viel Spannung und einem etwas speziellen Ermittler

jawolf35

Wolf Road - Die Angst ist immer einen Schritt voraus

Das Buch entsprach nicht meinen Erwartungen

Rees

Oxen. Das erste Opfer

abgebrochen

ThePassionOfBooks

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Mittelmäßiger Kriminalfall vor dem Hintergrund einer weltweiten Pandemie

    V5N6
    FrauSchafski

    FrauSchafski

    09. August 2017 um 13:15

    Ja, ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, nachdem ich über eine sehr wohlwollende Rezension in einem Magazin stolperte. „Klingt nach einer spannenden Dystopie.“, dachte ich mir und freute mich auf die Lektüre. Leider war es dann doch ein eher mittelmäßiges Lesevergnügen. Schauplatz ist London, in dem die Menschen wie überall auf der Welt von einem meist tödlichen neuen Grippevirus befallen werden. (H5N1 lässt grüßen.) Stevie findet ihren Freund Simon tot in seinem Apartment, bevor sie selbst Opfer des Virus wird. Sie überlebt und begibt sich auf die Suche, denn hinter Simons Tod vermutet sie Mord und nicht das Virus. Über die ersten 150 Seiten habe ich mich wahrlich gequält. Nicht nur fällt der Einstieg in die Geschichte mit ihrer durchweg düsteren Atmosphäre schwer, die entfernt an den Film Noir erinnert. Das Hauptproblem war für mich jedoch die plastische Darstellung der Krankheit, mit all ihren Symptomen und Auswirkungen. Ja, der menschliche Körper kann furchtbar eklig sein, insbesondere die diversen Körperflüssigkeiten, die er absondert. So musste ich die Lektüre regelmäßig nach wenigen Seiten unterbrechen, weil mir schlichtweg einfach schlecht wurde. Klar kann man jetzt argumentieren, dass das doch für eine authentische Darstellung spricht, und ja, das tut es auch, aber für mich war das einfach zu viel Authentizität. Sieht man einmal davon ab, so gelingt der Autorin tatsächlich eine sehr realitätsnahe Schilderung der Auswirkungen einer solchen Pandemie inklusive des daraus resultierenden Verfalls der Menschheit, deren wahres Gesicht immer dann zum Vorschein kommt, wenn es um das nackte Überleben geht. Das für sich genommen ist ein dicker Pluspunkt des Buches. Allerdings passte für mein Gefühl dieser Kriminalfall so gar nicht zum Rest des Geschichte und war noch dazu ehrlich gesagt ziemlich lahm. So ganz ist mir letztlich auch nicht klar geworden, warum die Autorin beides miteinander verknüpft hat, wo doch jede Thematik für sich gesehen mit einem klaren Fokus die bessere Geschichte ergeben hätte. In diesem Fall bleibt leider nichts Halbes und nichts Ganzes übrig. Fazit: Atmosphärisch kann der Thriller überzeugen und hier liegt auch seine eigentliche Stärke. Der Kriminalfall innerhalb der Pandemie war für meine Begriffe einfach fehl am Platz. Die Autorin hätte sich in meinen Augen besser auf die eine oder die andere Thematik konzentrieren sollen, um diese dann konsequent auszuarbeiten. Daher gibt es von mir leider nur mittelmäßige drei Sterne.

    Mehr
  • V5N6 - Louise Welsh

    V5N6
    Ripper_books

    Ripper_books

    05. November 2016 um 17:13

    Inhalte: Stevie arbeitet bei einem Homeshopping Kanal und hat eigentlich ein schönes Leben. Einen erfolgreichen Chirurgen als Freund, eine tolle Freundin an der Seite mit der sie auch noch arbeitet und einen festen Job. Doch irgendwie gerät ihr Leben aus den Fugen. Alles begann damit, dass ihr Freund Simon sie hat sitzen lassen. Sie ging nach Hause, malte sich Szenarien aus wie man am besten auseinander geht. Doch plötzlich wird ihr komisch: ihr ist kalt, die ist müde und abgeschlagen, muss sich übergeben. Stevie ist volle zwei Tage im Delirium. Dadurch verliert sie den Anschluss an die Welt, bekommt nicht mit dass ein schlimmer Virus nicht nur London unsicher macht. Viele sterben an "den Fieber".  Stevie jedoch ist wieder top fit und möchte noch ein paar Sachen bei Simon abholen. Sie erreicht ihn nicht also fährt sie zu ihm. Doch dort findet sie nicht nur ihre Sachen. Eine Entdeckung die ihr Leben verändert. Meinung: Das Buch war ein Spontankauf meinerseits. Es sprach mich an weil ich selbst einige Zeit unter Fieber litt und kein Mensch wusste was ich hab. IIch fand das Buch super spannend, ich hab es nun auch innerhalb von zwei Tagen gelesen. Am Anfang dachte ich jedoch: was ist das jetzt hier, Lebenskrise live dabei und nebenher bricht eine Pandemie aus? Doch dann wurde es Mega spannend. Nicht nur das Fieber tötet in der Stadt, doch das Fieber überdeckt alles und hat, laut den Gesetzeshütern, Vorrang. Ein Mord geschieht immer in der Vergangenheit. Stevie lernt viele neue Leute kennen, doch ob die immer so auf ihrer Seite sind ist fraglich. Angetrieben von der Liebe sucht sie immer weiter und begibt sich selbst in Größe Gefahr. Für mich war das Buch ein echter pageturner, vor allem die letzten Kapitel. Man muss wissen was weiterhin passiert und ob am Ende etwas handfestes heraus kommt.Leider muss ich sagen war ich von dem Ende sehr enttäuscht. Ein aprupter Abbruch der Geschichte mit einem flachen "Ende". Sehr schade finde ich auch, dass das Fieber nur noch Nebenschauplatz ist und man nicht erfährt wie es mit der Pandemien weitergeht (Hätte man ja in den Epilog packen können). Also vom Titel hab ich mir mehr versprochen, habe aber eine simple, rasante und spannende Story vor mir gehabt die teilweise sehr lebendig in meinem Kopf rumwerkelte. Also wer was schnelles, leichtes für Zwischendurch lesen möchte, ist dieses Buch genau das richtige!

    Mehr
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

    Mehr
    • 3931
    kubine

    kubine

    01. August 2016 um 19:44
  • Endzeitstimmung in London!

    V5N6
    Janosch79

    Janosch79

    Mit England verbindet man aktuell den Brexit oder das peinliche Aus der englischen Nationalmannschaft bei der EM gegen Island. Doch auf der britischen Insel gibt es auch mehr als packende Spannung im Thriller-Format. Inhalt: Oberflächlich betrachtet hatten die drei Amokläufe in London in diesem heißen Sommer nichts mit den späteren Ereignissen zu tun, aber für Stevie Flint waren sie wie ein Menetekel für das, was noch kommen sollte. Als ihr Freund sie versetzt und sie ihre Sachen aus seiner Wohnung holen will, findet sie ihn tot in seinem Bett. Kurz danach wird sie krank. Hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost. Als sie nach Tagen wieder mühsam auf die Beine kommt, hört sie, dass sich in London ein tödliches Virus verbreitet: Am »Schwitzfieber« sterben die Leute in wenigen Tagen, die Krankenhäuser und Leichenhallen sind bereits überfüllt. Stevie Flint kümmert das nicht, sie hat eine eigene Mission. Auch wenn es in einer Stadt voller Toter nicht nach einem Mord aussieht: Sie ist überzeugt, dass der Tod ihres Freundes Dr. Simon Sharkey weder auf das Virus noch auf Selbstmord zurückzuführen ist und macht sich auf die Suche nach seinem Mörder. Diese wird für sie zu einem Wettlauf gegen den Tod, der mitten ins Herz einer sterbenden Stadt führt. "V5N6 - Tödliches Fieber" ist ein wirklich gelungener Thriller. Der Prolog mit drei Amokläufen zu Beginn hat jedoch keine nähere Bedeutung für den weiteren Verlauf des Geschehens. Im Blickpunkt steht Stevie, die den Tod ihres Freundes näher untersuchen will. London hingegen versinkt im tödlichen Chaos. Louise Welsh hält von Beginn an den Spannungsbogen hoch und lässt den Leser direkt am Geschehen teilhaben. Was mich besonders beeindruckt hat, war der Schreibstil. Er ist sehr "britisch" und bedient sich einer eher höher gestochenen Sprache. Trotzdem wird die gesamte Geschichte spannend erzählt und ist gleichzeitig sehr gut zu lesen. Einziger Wermutstropfen ist vielleicht die Rolle von Stevie. Während die Menschen um sie herum wie Fliegen sterben, ermittelt sie rund um den Tod ihres Freundes Simon. Ein Szenario, das in Wirklichkeit sicher zu hinterfragen wäre. Trotzdem hat mich das Buch von Louise Welsh mehr als gut unterhalten und ist eine gelungene Abwechslung zur üblichen Thriller-Kost.

    Mehr
    • 5
  • Kluges Endzeitszenario mit sozialen Aspekten

    V5N6
    krimielse

    krimielse

    Das kluge Endzeitszenario "V5N6" der Autorin Louise Welsh ist eine sehr spannende Mischung aus Seuchenthriller und medizinischem Krimi, das in London angesiedelt ist und den ersten Teil einer Trilogie darstellt. Menschlich-soziale Aspekte stehen gegenüber nägelkauender Spannung im Vordergrund, und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist das Buch für mich ein Pageturner. Klappentext: Oberflächlich betrachtet hatten die drei Amokläufe in London in diesem heißen Sommer nichts mit den späteren Ereignissen zu tun, aber für Stevie Flint waren sie wie ein Menetekel für das, was noch kommen sollte. Als ihr Freund sie versetzt und sie ihre Sachen aus seiner Wohnung holen will, findet sie ihn tot in seinem Bett. Kurz danach wird sie krank. Hohes Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost. Als sie nach Tagen wieder mühsam auf die Beine kommt, hört sie, dass sich in London ein tödliches Virus verbreitet: Am 'Schwitzfieber' sterben die Leute in wenigen Tagen, die Krankenhäuser und Leichenhallen sind bereits überfüllt. Stevie Flint kümmert das nicht, sie hat eine eigene Mission. Auch wenn es in einer Stadt voller Toter nicht nach einem Mord aussieht: Sie ist überzeugt, dass der Tod ihres Freundes Dr. Simon Sharkey weder auf das Virus noch auf Selbstmord zurückzuführen ist und macht sich auf die Suche nach seinem Mörder. Diese wird für sie zu einem Wettlauf gegen den Tod, der mitten ins Herz einer sterbenden Stadt führt. Ein Thriller, der uns an die Zerbrechlichkeit unserer Zivilisation erinnert. Das besondere am Roman von Louise Welsh ist, dass es sich weder dem Genre Thriller noch dem Genre Endzeithorror mit allen den beiden Richtungen anhaftenden Klischees und Plattheiten zuordnen lässt und dennoch mit dem Spannungsbogen sehr erfolgreich und gekonnt umgeht. Natürlich finden sich typische Elemente aus Dystopie-Literatur, wie leergefegte Straßen, menschliche Brutalität, Genusssucht, abgeriegelte Bereiche von reichen Gegenden und städtisches verrohtes Chaos, doch diese Bilder sind lediglich Handlungshintergrund für ein sehr gekonnt konstruiertes kriminalistisches und soziales Drama. Ebenso fehlen die typischen Thriller-Brutalitäten, vielmehr spielen zwischenmenschliche Töne und der Tod eines Einzelnen und dessen Aufklärung in einer dem Untergang geweihten Stadt mit all seiner Wichtigkeit für die Protagonistin die wesentliche Rolle. Das macht das Buch für mich sehr lesenswert. Erschreckend nahe ist man der Geschichte und der Protagonistin Stevie beim Lesen durch aktuelle Epidemien wie Ebola oder Zika oder durch das Wiederaufflammen in Vergessenheit geratener mittelalterlicher Krankheiten und die Verwüstung, die diese Seuchen hinterlassen. Gemeinsam mit Stevie kann man durch die für dieses Genre teilweise ungewöhnlich poetische Sprache selbst dem Untergang und der Apokalypse Schönheit abgewinnen, die menschliche Verrohung bleibt am Ende auf der Strecke und zurückgelassen wird man als Leser mit melancholischer Stimmung, schwankend zwischen Niedergeschlagenheit und vorsichtiger Hoffnung. Ich gebe eine klare Leseempfehlung mit 4 Sternen für Liebhaber von Dystopien und auch für Leser von klug konstruierten Thrillern und freue mich auf die weiteren Bände.

    Mehr
    • 5
  • Packender Endzeitthriller

    V5N6
    CanisLibrum

    CanisLibrum

    17. April 2016 um 18:50

    AutorLouise Welsh, geb. 1965 in London, hat Geschichte studiert und in einem Antiquariat gearbeitet. Sie hat bereits sechs Romane veröffentlicht und zahlreiche Auszeichnungen erhalten. V5N6 ist der erste Teil der "Plaque Times-Trilogie" und ein wirklich außergewöhnlicher Thriller. HandlungDie Welt steht Kopf, so auch London, das von einem tödlichen Virus, dem Schwitzfieber, heimgesucht wird. Die Menschheit wird von dieser Pandemie überrascht und es gibt kein Heilmittel. Egal ob jung oder alt, arm oder reich - nur wenige können der Ansteckung entkommen. Die 30-jährige Shopping TV-Verkäuferin und ehemalige Journalistin Stevie Flint findet ihren Freund, den Arzt Simon Sharkey, tot in seiner Wohnung auf. Als sie einen Abschiedsbrief findet und seinen Laptop an sich nimmt, wird sie brutal überfallen. Spätestens dann ist ihr klar: nicht das Fieber hat Simon getötet, er wurde ermordet. Stevie setzt alles daran, heraus zu finden, was wirklich passiert ist und auch wenn das Fieber sie nicht tötet, so muss sie doch um ihr Leben fürchten. MeinungEingeleitet wird das Buch mit einem Epilog, der drei Ereignisse aufzeigt, die eigentlich nichts mit dem weiteren Verlauf des Buches und mit den Geschehnissen im Buch zu tun haben. Drei angesehene Mitglieder der Gesellschaft verübten, ohne ersichtlichen Grund, im Sommer vor dem Ausbruch des Fiebers, Amokläufe. Für die Hauptprotagonistin war es ein Zeichen dafür, dass in nächster Zeit Etwas schreckliches passieren würde. Die Autorin wollte damit aufzeigen, dass diese Amokläufe nicht für den Ausbruch des Fiebers verantwortlich waren, genauso wenig wie das Fieber für Simons Tod verantwortlich war. Beides geschah zur gleichen Zeit, hatte aber bei genauerer Betrachtung, nichts miteinander zu tun. Und dann geht die Story auch schon richtig los. Nachdem Stevie also ihren Freund tot in der Wohnung auffindet, setzt sie alles daran, seinen mysteriösen Tod aufzuklären. Es folgen Verfolgungsjagden und risikobehaftete Begegnungen, die Hauptprotagonistin ist in diesem Endzeitszenario zum größten Teil auf sich alleine gestellt und muss zahlreiche Herausforderungen meistern und immer wieder Entscheidungen treffen, die ihr das Leben kosten könnten. Dazu kommt der Verfall der Gesellschaft, unzählige Tote, Plünderungen und die Frage: Wie wird das Ganze enden?? Stevie nutzt die Suche nach dem Mörder als ein Ventil, um nicht ständig an den lauernden Tod, in Form des Virus, zu denken und steckt all ihre Kraft in ihre Aufgabe. Louise Welsh hat es geschafft, dieses Szenario in einen rasanten, spannenden und mitreißenden Thriller zu packen. Das Buch liest sich sehr flüssig, der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen. Die Autorin hat einfach und verständlich geschrieben, man hätte dieses Thema auch "wissenschaftlicher" angehen können, aber das hat sie Gott sei Dank nicht gemacht und es war alles sehr gut verständlich. Sie hat es geschafft, ein reales und gleichzeitig beängstigendes Bild von den Geschehnissen in meinem Kopf zum Leben zu erwecken. Für mich ist noch nicht alles aufgeklärt, einige Fragen noch offen. Zum Beispiel die Frage, woher das Virus eigentlich kam, deshalb freue ich mich schon auf die nächsten beiden Teile, vielleicht können die meine offenen Fragen noch klären. Mein FazitDas Szenario ist meiner Meinung nach gar nicht so weit her geholt und regt zum Nachdenken an.  Wirklich toll geschrieben und spannend bis zur letzten Minute,  absolut empfehlenswert. Diese und weitere Rezensionen findet ihr auch auf unserem Blog http://canislibrum-buchblogvomlesedog.webnode.at  

    Mehr
  • Flotter Thriller mit Endzeit-Schwerpunkt!

    V5N6
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. April 2016 um 14:37

    Was passiert, wenn ein Virus die Menschheit bedroht?Wir alle haben noch die Nachrichten der Massenmedien im Ohr: Ebola, Zika, Schweinegrippe, Vogelgrippe H5N1, Lassa und sogar Masern. HIV, Herpes, Grippe. Viren sind immer unter uns. Und wenn wir ehrlich sind, weiß die Medizin nichts darüber, denn selbst ihre hochgelobten Impfungen wirken nicht immer oder schaden sogar.Auch in diesem Buch sind die Mediziner keinen Schritt weiter. Doch die britische Autorin Louise Welsh geht noch einen Schritt weiter, denn dieser Virus bedroht nicht nur einen Teil der Bevölkerung, sondern die Menschheit. Was dann geschieht, ist ein Endzeitszenario vom Feinsten.London.Im Stillstand.Ein Virus namens "V5N6" geht um und rafft die Menschheit in Rekordzeit dahin. Verwaiste Straßen. Tote in Autos mit laufenden Motoren. Ausgangssperren. Plünderungen.Louise Welsh hat ihren Krimi gekonnt in ein Endzeitszenario gepackt. Das Chaos ist auf jeder Seite allgegenwärtig, beim Lesen entstehen Bilder, die London im Ausnahmezustand zeigen. Dabei zeigt sie das apokalyptische London nicht nur, sondern verwebt das Setting gekonnt in die Handlung. Bedrückend.London.Im Misstrauen.Die einen ziehen sich zum Sterben zurück, die anderen besaufen sich und warten ab. London's Gesellschaft ist von Misstrauen durchsät, denn wenn die Welt untergeht, dann herrscht Chaos und Unordnung.Das Schöne an Welsh' Thriller sind die vielschichtigen Figuren: Die einen verkapseln sich zu Hause, desinfizieren sich mehrmals täglich die Hände oder verteidigen ganze Straßenzüge, damit kein Erkrankter durch kann.Andere haben längst aufgegeben, wohnen im Pub und besaufen sich auf's Haus.Und wieder andere kämpfen um jeden Funken Normalität. Gehen der Arbeit nach, obwohl längst Schweißperlen auf der Stirn glänzen und das Fieber jederzeit einen dahinraffen kann.Und dann gibt es noch Stevie. Stevie Flint. Die Ex-Journalistin versucht den Mord an ihrem Freund aufzuklären, ein schein heilloses Unterfangen zwischen all den Toten und sterbenden Hoffnungen, denn immer mehr Menschen erkranken und sterben an V5N6.London.In der Pharmakritik.Einen Hauch von Kritik gibt es auch. Stevie's Freund Simon ist nämlich ein Doktor. Ein Doktor, der gemeinsam mit zwei Ex-Schulfreunden an Zerebralparese (das ist ein Hirnschaden, der sehr früh eintritt und daher schon Kinder betrifft) forscht. Und wie es in der medizinischen Forschung so ist, werden Statistiken geschönt, Versuche an Patienten ohne ihr Wissen, usw. unternommen.Ja, auch das kommt ein bisschen im Buch vor und von daher ist "V5N6" alles andere als ein seichter Thriller, sondern inhaltlich anspruchsvoll und dennoch spannend und flott zu lesen.London.Mit Krimi im Endzeitszenario.Allerdings muss man zugeben: Der Schwerpunkt liegt auf dem Endzeitdrama. Das ist gewichtiger, das hat Sogwirkung. Der Krimi ist sozusagen das Nebenprodukt, denn mal ehrlich: Ein Ermordeter zwischen alle den Toten? Fällt nur Stevie auf.Leider gibt es keine Hinweise auf die Entstehung von "V5N6". Und auch der Ausgang ist ungewiss. Zumindest erfährt man am Ende die Antwort auf die Frage: Who done it?

    Mehr
  • Der Thriller im Endzeitszenario

    V5N6
    SillyT

    SillyT

    05. April 2016 um 14:14

    Die ehemalige Journalistin Stevie Flint wird von ihrem Freund Simon, einem Kinderchirurgen, im Restaurant versetzt. Als sie am nächsten Tag, nach ihrem neuen Job bei einem Shoppingsender, die Wohnung ihres Freudes betritt, findet sie seine Leiche vor. Sie verständigt die Polizei und fährt nach der Befragung nach Hause. Kaum zu Hause beginnt sie richtig krank zu werden und erst ein paar Tage später geht es ihr wieder besser. Genau da taucht Simons Cousine bei ihr auf und stellt viele Fragen und eröffnet Stevie kurzer Hand, dass zur Zeit viele Menschen an einem schweren Fieber erkranken, dass meist tödlich endet. Gleichzeitig überreicht sie Stevie einen letzten Brief Simons, der an sie gerichtet ist. Dieser Brief eröffnet Stevie, dass Simon seinen Laptop bei ihr versteckt hat und sie diesen an einen Arzt im Krankenhaus, in dem arbeitete, überreichen soll, aber nur diesem einen Arzt, sonst dürfe sie keinem trauen. Stevie ahnt, dass mit Simons Tod etwas nicht stimmen kann und beginnt mit ihren Nachforschungen. Gleichzeitig verbreitet sich das Fieber und die Welt gerät aus den Fugen.Meine Meinung:Das Buch ist der erste Teil einer angekündigten Trilogie und beginnt mit einem Prolog, der scheinbar so gar nicht zum Rest des Buches zu passen scheint. In diesem Prolog eröffnen drei angesehene Persönlichkeiten, ein Priester, ein Tory-Abgeordneter und ein Hedge-Fonds Manager, das Feuer auf unschuldige Menschen. Man hat diesen Prolog ständig im Hinterkopf, erhält aber hierzu keinerlei weitere Informationen. Das ist sehr geschickt eingebunden, denn als Leser hatte ich immer das Gefühl, dass da noch mehr zu kommen muss und will auch jetzt noch wissen, was es damit auf sich hat. Aber in diesem ersten Band erfährt man, wie Stevie versucht, den Mord an ihrem Freund aufzuklären, während im Hintergrund ein erschreckendes Endzeitszenario abläuft. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, er ist flüssig und spannend und bedient sich eher einer gehobenen Sprache, very british, fiel mir dazu ein. Welsh verknüpft bekannte Elemente eines Endzeitthrillers mit Elementen eines Krimis und als Leser steht man mitten im Geschehen. Während die Welt völlig aus den Fugen gerät und die Ordnung nach und nach zusammenbricht, ermittelt Stevie scheinbar ruhig über die Geschehnisse rund um den Mord. Ich fand das auf einer Seite sehr fragwürdig, aber auf der anderen Seite auch wiederum verständlich, es kam mir beinahe so vor, als würden diese Ermittlungen Stevie einen gewissen Halt in der Welt, wie sie sie kannte, geben und als würde sie es nicht richtig wahr haben wollen, was da um sie herum passierte. All diese Geschehnisse sind so verwirrend und absurd, dass sie völlig glaubhaft erscheinen und das Spannungslevel konstant oben halten. Man sieht, wie so langsam die öffentliche Ordnung zerfällt, wie gesunde Menschen den Kranken nicht mehr helfen wollen, wie Gesunde die Flucht ergreifen, vor etwas, dass man gar nicht sehen kann oder wie sie beginnen sich gegenseitig anzugreifen. Ich war beim Lesen völlig fasziniert von dieser Mischung aus, was ist mit Simon geschehen und wen interessiert das denn überhaupt noch?Stevie als Protagonistin mag ich auf der einen Seite sehr gerne, auf der anderen wundert mich immer wieder, wie sie handelt. Sie ist eine durchaus sympathische Figur, die hartnäckig ihre Ziele verfolgt und nicht aufgibt. Allerdings erfährt man nicht allzu viel von ihrer Gefühlswelt, da hätte ich mir vielleicht etwas mehr Tiefgang gewünscht, denn ich kann es kaum glauben, dass man so geradeaus seine eigenen Ziele und Wege verfolgt, während alles zusammenbricht. Ihre Handlungen bleiben eher kühl und mehr Kopf- als Herzsache.Mein Fazit:Alles in allem hat mir dieses Buch sehr gut gefallen und es hat natürlich noch unglaublich viele Fragen offen gelassen, so dass ich durchaus neugierig genug bin, um mehr heraus finden zu wollen, wie es mit der Menschheit weiter geht und woher dieser Virus überhaupt stammt. Mit gehobener Sprache bleibt der Schreibstil flüssig und spannend, Stevie als Hauptcharakter hat mich nicht hundert Prozent überzeugt, weil sie mir ein wenig zu kühl gehandelt hat. Von mir gibt es gute vier Sterne!

    Mehr
  • Thriller vor dem Hintergrund eines Katastrophenromans

    V5N6
    FelinhovanBaier

    FelinhovanBaier

    29. March 2016 um 20:25

    Als Stevie Flint ihren Freund Simon tot in seiner Wohnung auffindet, glaubt niemand an einen Mord, außer Stevie. Kurz darauf erkrankt Stevie an einem Virus, dass sich in hoher Geschwindigkeit über ganz London ausbreitet. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen überlebt sie das Virus. Als Stevie einen Brief erhält, den Simon ihr hinterlassen hat, erhärtet sich ihr Verdacht, dass Simon ermordet wurde. Und während London dem Virus verfällt, versucht Stevie herauszufinden, warum Simon ermordet wurde und gerät dabei selbst in Lebensgefahr. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf einen Skandal ...Louise Welshs neuer Thriller spielt vor dem Hintergrund einer Stadt im Ausnahmezustand; Überfüllte Krankenhäuser und Leichenhallen, vor dem Virus flüchtende Menschen, Kriminalität, um die sich keiner zu scheren scheint ... Eine Szenerie, die zunächst unrealistisch scheint, doch man stelle sich vor, ein solches Virus würde sich tatsächlich ausbreiten. Wer kümmert sich noch um Ordnung, wenn das Leben eines jeden Einzelnen in Gefahr ist?Ich hatte damit gerechnet, einen "normalen" Thriller zu lesen und war überrascht, als sich der "Thriller" nur als "Spitze des Eisbergs", vor dem Hintergrund eines Katastrophenromans erwieß. Doch genau dieser Teil war es, der das Buch, meiner Meinung nach, so interessant machte; eine Szenerie, die mich anregte, darüber nachzudenken, wie die Welt wohl in der Realität aussähe, im Falle eines solchen Virus'. Ich ertappte mich mehrfach dabei, dass es mir eher unwichtig war, zu erfahren, warum Simon ermordet worden war. Viel mehr "fieberte" ich einer Aufklärung des Virus' entgegen. (Ich bitte um Entschuldigung wegen des Wortspiels). Alles in allem hat mir Louise Welshs V5N6 - Tödliches Fieber sehr gut gefallen und mir einige spannende Stunden beschert und es ist mir tatsächlich schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe gelesen, dass V5N6 eine Trilogie werden soll, deshalb beschwere ich mich nicht über das Ende, das mir etwas zu kurz kam.

    Mehr
  • Ein Buch, für das man starke Nerven braucht

    V5N6
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    08. March 2016 um 13:38

    Ein Buch, für das man starke Nerven braucht und das seinem Leser in einer spannenden Mischung aus Endzeitthriller (es erinnert ein wenig an Stephen Kings „The Stand“, auch wegen des Themas) und Krimi wenig bis gar keine Auswege lässt. Der Titel macht sofort klar: hier geht es um ein tödliches Virus. Gegen das allerdings, was Louise Welsh, noch bevor sie von dem Zika-Virus etwas wissen konnte, beschreibt, erscheinen alle bisherigen Pandemien als zarte Lüftchen. Hier herrscht Sturm, und zwar einer, der alle hinwegfegen wird, ohne Ausnahme. Bis vielleicht auf Stevie Flint. Denn nachdem sie selbst das Fieber hatte und es wie durch ein Wunder überlebt hat, ist sie gegen das Virus resistent. Stevie Flint ist von Beruf Journalistin, arbeitet aber bei einem Shoppingsender als Verkäuferin, die zusammen mit einer Kollegin stundenlang bestimmte Produkte gegen Provision anbietet. Nachdem Louise Welsh in einem furiosen Prolog einen Tory-Abgeordneten, einen Hedge-Fonds-Manager und einen Priester beschrieben hat, die völlig überraschend und an verschiedenen Stellen amokhaft das Feuer auf unschuldige Menschen eröffnen (dieser Prolog wird bis zum Ende des Buches nicht mehr aufgegriffen, sodass man nicht genau weiß, welche Funktion das hat), lässt sie ihre Protagonistin Stevie Flint ihren neuen Freund Simon in dessen Wohnung besuchen, nachdem der sich tagelang schon nicht gemeldet und sie auch vorher schon oft versetzt hat. Doch statt ihn mit dem Ende ihrer Beziehung zu konfrontieren, findet sie seine Leiche. Obwohl es so aussieht, als sei Simon an dem Virus gestorben, wie schon so viele andere in den letzten Tagen, finden sich bald Hinweise, die darauf deuten  dass Simon ermordet wurde. Stevie beschließt mitten in einer Stadt und einem Land, in dem in der Folge des Virus die Zivilisation langsam aber sicher zugrunden geht sich auf die Spurensuche zu machen. Nicht nur in London, wo Stevie lebt, sondern auf der ganzen Welt breitet sich das Virus aus. Immer mehr Menschen erkranken, die meisten davon tödlich.   Und die Gesellschaft als Ganzes  bricht auseinander. Sterbende ziehen sich zurück oder werden alleine gelassen, die Lebenden schotten sich ab oder sie feiern die große Untergangsparty als gäbe es kein Morgen mehr. London als Stadt voller Zombies – eine schauerliche Vorstellung, die Louise Welsh da beschreibt. Es ist dieses Szenario, dieses Endzeitdrama, das Welsh parallel und immer mehr die eigentliche Krimihandlung überbietend beschreibt. Denn warum nach einem Mörder suchen, wenn gerade die Welt untergeht: "Das Leben war ein Rennen, das man nur verlieren konnte. Der Trick war, sich ein Ziel auszusuchen und darauf mit voller Kraft zuzuhalten, solange man konnte." Das anspruchsvoll geschriebene Buch will ausloten, wie sich eine Gesellschaft am Rande des Abgrundes verhält, was noch zählt und welche Errungenschaften der Zivilisation noch Geltung haben. Ihr Ergebnis ist nicht ermutigend. Es ist schrecklich. Das Buch aber spannend, wenn auch ohne wirkliche Lösung.

    Mehr
  • V5N6. Tödliches Fieber, rezensiert von Götz Piesbergen

    V5N6
    Splashbooks

    Splashbooks

    05. March 2016 um 13:05

    In der letzten Zeit wurden Virenepidemien in Romanen vor allem als Auslöser für Zombies gebraucht. Dass es auch anders geht, beweist Louise Welsh mit ihrem Roman "V5N6: Tödliches Fieber". Es soll sich dabei um den ersten Teil einer Romantrilogie handeln, wobei noch nicht feststeht, ob und wann der nächste Teil in den Handel kommt. Die Autorin wurde 1965 in London geboren. Sie studierte Geschichte und arbeitete acht Jahre in einem Antiquariat. Ihr erster Roman "Dunkelkammer" wurde unter anderen mit dem John Creasy Memorial Dagger-Award ausgezeichnet. Seitdem sind weitere Bücher von ihr erschienen. Einst war Stevie Flint eine Journalistin. Doch aktuell arbeitet sie vor allem als Verkäuferin bei einem Shopping-Kanal. Auch in der Liebe hat sie wenig Glück. So scheint sie von ihrem Freund Dr. Simon Sharkey sitzengelassen worden zu sein. Doch als sie seine Wohnung aufsucht, um ihn zur Rede zu stellen, findet sie ihn tot vor. Sie infiziert sich dabei mit einer mysteriösen neuen Krankheit und kann diese nur mit Mühe und Not überstehen. Sie ist damit eine der wenigen Glücklichen. Denn das "Schwitzfieber", wie es auch genannt wird, ist tödlich. Doch nach ihrer Genesung treibt sie vor allem ein Gedanke umher: Das Bewusstsein, das Simon umgebracht worden ist. Und so will sie den Mörder selber suchen und zur Strecke bringen. Koste es, was es wolle! Was macht "V5N6" aus? Die Handlung? Die Protagonistin? Das Szenario? Es ist ein bisschen von allem etwas. Aber auch gleichzeitig mehr. Was "V5N6" zunächst einmal auszeichnet, ist eine Unvorhersehbarkeit der Handlung. Hier kann wirklich alles passieren. Und selbst Ereignisse, die zunächst sinnlos erscheinen, entpuppen sich später als durchaus bedeutend. Was man vor allem am Prolog merkt, wo drei Menschen scheinbar willkürlich andere Leute töten. Was dahinter steckt und wo die Verbindung zur Haupthandlung ist, muss man gelesen haben.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23231/v5n6_toedliches_fieber

    Mehr
  • Die Zivilisation auf dünnem Eis

    V5N6
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    17. February 2016 um 08:01

    V5N6. Tödliches Fieber von Louise Welsh (Autor), 352 Seiten, Verlag Antje Kunstmann GmbH; Auflage: 1 (17. Februar 2016), 19,95 €, ISBN-13: 978-3956140907 Das neue Buch von Luise Welsh ist das erste in einer angekündigten Trilogie und spielt so mit unseren Erwartungen. Es beginnt mit einem Paukenschlag: Ein Tory-Abgeordneter, ein Hedge-Fonds-Manager und ein Priester eröffnen das Feuer auf unschuldige Menschen. Dieser Prolog ist so stark, dass es eine Verbindung mit dem, was folgt, geben muss. Aber der Zusammenhang wird nie erklärt. So verleiht es eine geisterhafte Unsicherheit dem Rest des Buches, wie ein Versprechen, das in den folgenden Bänden erfüllt wird. Natürlich bleiben viele Fragen unbeantwortet. Doch Luise Welsh findet die ideale Balance, das Geheimnis wird schön eingebunden und trotzdem bleibt genügend Spannung, die mich sehr gespannt auf die nächste Ausgabe warten lässt. Die Pandemie kommt zu einem schlechten Zeitpunkt für Luise Welshs Heldin, Stevie Flint, die anscheinend gedenkt eine ernste Beziehung zu dem Arzt Simon Sharkey einzugehen. Zu Beginn des Romans taucht Sharkey nicht zu einer Verabredung mit ihr auf. Aber zumindest hat er eine Entschuldigung. Er ist tot, scheinbar durch seine eigene Hand, obwohl dies schnell in Zweifel gezogen wird. In der folgenden Handlung geht es um eine drohende Apokalypse, um nahezu biblische Gleichnisse einer unvorstellbar gründlichen Zerstörung. Thema ist die Heimsuchung durch Plagen und soziale Probleme, die angeblich aus "nicht entwickelten" Nationen auf wohlhabende westlichen Gesellschaften zukommen. Ist es das Ende der Welt, wie wir sie kennen und warum fühlen wir uns trotzdem in Ordnung?. Die Geschichte entfaltet sich durch die Ausbrüche von fast surrealer Gewalt, die Stevie Flints Alltagsroutine destabilisieren und sie spürt, „... dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten war, die Welt nicht mehr so war, wie sie sein sollte.“ (Seite 279) Stevie Flint, eine ehemalige Journalistin arbeitet nun als Moderatorin auf einem TV-Shopping-Kanal. Die neuen Wendungen der Ereignisse fordern ihre journalistischen Instinkte heraus. Luise Welsh schickt ihre Heldin auf einer Reihe von Verfolgungsjagden und riskanten Begegnungen. In vielerlei Hinsicht ist Stevie Flint ein Spiegelbild der Stadt, die sie umgibt: sie ist energisch und zielgerichtet, aber auch anfällig für Angriffe. Ihre extreme Zähigkeit ist das einzige, was ihr durch ein Albtraum-Szenario hindurch hilft. Wir folgen nebeneinander den Irrungen und Wirrungen mehreren Geschichten gleichzeitig: London im Griff einer hochansteckenden Seuche, die Aufdeckung eines medizinischen Skandals, die Fragmentierung der Gesellschaft. Und wir folgen Stevie als sie den Mord an ihrem Freund zu lösen versucht. Luise Welsh vermittelt ein wachsendes Gefühl der Bedrohung, als die institutionelle Infrastruktur der Staat zerfällt und die Überlebenden in ausuferndem Selbstschutz zurück lässt. Luise Welsh zeigt uns durch ihre intimen Schilderungen des Alltags und seiner Menschen. Wie ein in einem Spiegel mysteriös gebrochenen Spiegel den Zusammenbruch. Dieser unheimlich modulierte Realismus durchzieht Louise Welsh neues Buch. Sie scheint spezialisiert auf Geheimnisse, auf recht kühle Sexualität, auf die plötzliche Umkehrungen des Glücks und auf die unruhigen Andeutungen des Untergangs. Sehr gekonnt zeigt sie uns eine dystopische Gesellschaft, die zwar augenscheinlich frei ist von Armut, Seuchen, Krankheit, Konflikten und sogar emotionaler Niedergeschlagenheit. Aber unter der Oberfläche offenbart sich jedoch genau das Gegenteil. Welsh ist besonders gut bei der Beschreibung der institutionellen und sozialen Störung, die den Ausbruch der Epidemie begleiten, als ob Politik und Verwaltung selbst von einem Virus angegriffen wäre. Welsh hat eine unheimliche Begabung, was die Darstellung physischen Ekels angeht. Und sie hält den Leser sehr nahe am Geschehen und zur gleichen Zeit erleben wir den Zerfall der Gesellschaft durch Stevie Flints Augen. Bis zum Ende des Romans, hat Stevie sich von ihrem femininen Look befreit. Ist sie am Anfang noch durch ihre lackierten Nägeln charakterisiert, trägt sie dann Simon Sharkeys Kleidung und hat ihr Haar abrasiert. Das Feminine hat keinen Platz in einer gefährlichen Antiutopie einer Gesellschaft. Es gibt keine Töchter, keine Schwestern, keine Mütter in dieser trostlosen Welt. Als die Stadt ins Chaos versinkt, durchstreifen Männer die Straßen und Frauen sind unsichtbar. Vielleicht ist es das, was wir wirklich fürchten sollten. Denn, wenn Sie als Leser nach der letzten Seite dachten, das kann dir nicht passieren, so werden Sie dieses Mal feststellen, dass es unbestreitbar auch in unserem Leben so kommen könnte. Was Luise Welsh zeigt ist nur allzu glaubwürdig, real und schrecklich. Sie werden gezwungen sich Fragen zu stellen, deren Antworten Ihnen nicht gefallen werden. Luise Welsh schafft eine glänzende, phantasievolle Mischung aus Geheimnis und Apokalypse, was sehr gut unterhält und süchtig macht nach dieser Lektüre, mit seiner perfekten Spannung, ihrer wunderbar überzeugenden Hauptfigur Stevie Flint und der brillanten Schreibweise. Eine höchst interessante Mischung aus Seuchengeschichte und spannendem, klaustrophobisch-medizinischen Krimi mit einem apokalyptischen Hintergrund. Insgesamt eine äußerst unterhaltsame und spannende Geschichte - und ich empfehlen sie auf jeden Fall. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Antje Kunstmann Verlages http://www.kunstmann.de/titel-0-0/v5n6-1074/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

    Mehr