Mario Vargas Llosa Das böse Mädchen: Roman

(201)

Lovelybooks Bewertung

  • 208 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 12 Leser
  • 24 Rezensionen
(82)
(74)
(34)
(9)
(2)

Inhaltsangabe zu „Das böse Mädchen: Roman“ von Mario Vargas Llosa

Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten – und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«?

Stöbern in Romane

Babylon

Interessant, aber doch verworren. Zu viel Abschweifungen und zu wenig schlüssig für meinen Geschmack.

miro76

Luisa und die Stunde der Kraniche

Ein faszinierender Roman mit vielen Facetten und mit einer sehr wankelmütigen Protagonistin.

Klusi

Der Sandmaler

Eine Reise wert...

LeenChavette

Die Hauptstadt

Eine Herzlungenmassage für Europa ... so empfand ich das lesen

Gwenliest

Engel sprechen Russisch

10 Jahre kommunistische Sowjetunion.- 10 Jahre kapitalistisches Russland. 10 Jahre Deutschland.

miss_mesmerized

Im Herbst

Ein wunderbares Buch, in dem ganz alltägliche Dinge warmherzig beschrieben werden

Curin

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ich hatte mehr erwartet

    Das böse Mädchen: Roman

    Devona

    21. November 2015 um 11:15

    “Das böse Mädchen” ist ein weiterer Beitrag zu Neyashas Nobelpreisträger-Challenge und vermutlich mein letzter Nobelpreisträger für dieses Jahr. Die Handlung dieses Buches besteht aus mehreren, immer wieder gleichen Abschnitten, die patchworkartig aneinander gebastelt scheinen, wobei die Übergänge für mich nicht passen. Das geht für mich statt der Akkuratesse von aufwändig genähtem Patchwork eher in Richtung Flickerlteppich… Jeder Abschnitt beginnt zunächst mit einer Beschreibung von Land, Kultur, Politik, Zeitgeschehen, je nachdem wo und in welcher Lebensphase sich der Protagonist Ricardo gerade befindet, der als Übersetzer weit herumkommt. Diese Beschreibungen lieblos zu nennen, wäre übertrieben, ihnen fehlt es aber an Authentizität, an wirklich erlebten, persönlichen Inhalten, viel mehr liest sich das Alles wie Beschreibungen aus Reiseführern, in denen die wichtigsten Highlights fokussiert werden, es berührt nicht. Was umso verwunderlicher ist, als dass es sich hierbei um den autobiografischen Teil des Romans handeln dürfte. Als nächstes trifft Ricardo einen Bekannten oder Freund, der sozusagen als “Hilfsperson” zur Herstellung des Kontaktes mit dem “bösen Mädchen” dient, der meist auch noch eine eigene tragische Liebesgeschichte verpasst bekommt und dann von der Bildfläche verschwindet. Danach taucht das böse Mädchen auf, es folgt eine kurze Zeitspanne schwer verkitschter und obsessiver Liebesakte, an deren Ende das “böse Mädchen” wieder verschwindet und Ricardo in Verzweiflung zurück lässt. Kurz bevor der Leser ob der immer wieder gleichen Handlungsabläufe resigniert, bekommt -weit nach der Mitte des Buches- die Abschnittsmonotonie einen Break verpasst, die Vorzeichen verschieben sich, als Ricardo aus einer Situation flieht, in der das “böse Mädchen” extrem überzieht, obwohl der Leser diese eigenartige Beziehung der Protagonisten vorher schon -freundlich ausgedrückt- als nicht wirklich gesund wahr nehmen kann. Diese Beziehung sieht in etwa so aus: »Ich bin nicht dein Freund und werde es auch niemals sein. Hast du es noch immer nicht begriffen? Ich bin dein Liebhaber, dein Geliebter, der Mensch, der seit seiner frühesten Jugend verrückt ist nach der kleinen Chilenin, der Guerrillera, der Beamtengattin, der Frau des Pferdezüchters, der Geliebten des Gangsters. Der arme Teufel, der nur lebt, um dich zu begehren und an dich zu denken. Ich will nicht, daß wir uns in Tokio an irgendwas erinnern. Ich will dich in meinen Armen halten, dich küssen, dich riechen, dich beißen, dich lieben.« Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, meine kleine Japanerin. Obwohl ich dir wie ein ausgewachsener Idiot vorkomme, werde ich beharrlich weiter beharren, bis du zu mir kommst, um mit mir zu leben. In Paris, und wenn Paris dir nicht gefällt, wo immer du willst. Als Dolmetscher kann ich überall auf der Welt arbeiten. Ich schwöre dir, daß ich dich glücklich machen werde, japonesita. Es sind schon zu viele Jahre vergangen, du kannst unmöglich den geringsten Zweifel haben: Ich liebe dich so sehr, daß ich alles tun würde, um dich an meiner Seite zu halten, wenn wir zusammen sind. Du magst Gangster? Dann werde ich Räuber, Entführer, Betrüger, Drogenhändler, was du willst.Jahre, ohne etwas von dir zu hören, und jetzt kann ich kaum sprechen, kaum denken, weil es mich so aufwühlt, dich so nah zu spüren.« (Ricardo) »Hast du gedacht, ich mach das alles für dich, du Hungerleider, du Versager, du Schwachkopf? Wer bist du denn, für wen hältst du dich denn? Du würdest sterben, wenn du wüßtest, wie sehr ich dich verachte, wie sehr ich dich hasse, du Hosenscheißer.« (Das böse Mädchen) Ich bin mir nicht sicher, ob Llosa seine beiden Protagonisten wirklich ernst meint. Zu oft erscheint mir das Wort “Kitsch” in der Kommunikation beider, das böse Mädchen wünscht sich so oft, “Kitsch” von Ricardo gesagt zu bekommen, dass es auffällig ist, denn für meine Begriffe ist das wirklich Kitsch. Es kann allerdings auch sein, dass sie durchaus ernst gemeint sind, dann fehlt mir die Fähigkeit, mich in lateinamerikanische Autoren hinein zu versetzen. Llosa erinnert mich in den Liebesergüssen Ricardos sehr an die Art und Weise wie García-Márquez selbige in “Erinnerung an meine traurigen Huren” zu Papier brachte. Schwülstig, groschenromanmäßig…das Alles wäre an sich okay, wenn der Rest einen netten und perfekten Kontrast dazu bilden würde, das ist hier aber nicht der Fall. Die Sprache ist allenfalls durchschnittlich und wenig facettenreich. Abgesehen von den emotional (für mich zu stark) aufgeladenen Szenen, blieben beide Protagonisten farblos und uninteressant. Ricardo ist langweilig, spießig und mit seinem Leben zufrieden. Sein einziger Ehrgeiz besteht darin, das böse Mädchen “haben zu wollen”, dafür lässt er sich von ihr regelmäßig erniedrigen. Sie ist zunächst energiegeladen, zehrt sich aber auf der ewigen rastlosen Suche nach dem noch besseren Leben, was bei ihr lediglich materielle Bedeutung hat, völlig aus. Dabei bleibt sie kalt, rücksichtslos, ewig lügend, ihn erniedrigend. Und so mag man schlussendlich auch ihre Läuterung am Ende des Romans nicht so wirklich glauben. Fazit: eine uninteressant dahin dümpelnde Handlung, verstrickt mit unglaubwürdigen Obsessionen zweier oberflächlich gezeichneter Charaktere.

    Mehr
  • Guter Junge, böses Mädchen

    Das böse Mädchen: Roman

    leselea

    11. December 2014 um 15:53

    Seit seiner frühesten Jugend übt das böse Mädchen auf Ricardo eine starke Faszination auf. Egal ob als kleine Chilenin, Guerrillera oder Frau eines englischen Geschäftsmannes – immer wieder taucht sie unter verschiedenen Identitäten in seinem Leben auf und wirbelt es gehörig durcheinander. Miteinander können sie nicht, denn das böse Mädchen bindet sich nicht auf ewig, liebt nicht, sondern sucht nur den passenden Mann für ihren Aufstieg ganz nach oben. Doch Ricardo kann nicht ohne die namenlose Schöne und lässt sich immer wieder auf die gefahrvollen und schmerzhaften Abenteuer mit ihr ein. Mir fällt es nicht leicht, eine angemessene Rezension zu Mario Vargas Llosas Das böse Mädchen zu schreiben. Llosa kann definitiv erzählen: In langen, verdichteten Sätzen entführt er den Leser in ferne Länder und Städte; eindringlich erzählt er von Ricardo, seiner Jugend, seinen bescheidenen Träumen und seinem alltäglichen, routinierten Leben. Den Szenen zwischen Ricardo und dem bösen Mädchen fehlt es zudem nicht an Witz und Ironie, generell scheint LLosa Sympathie für skurrile Figuren zu haben, die der Geschichte zusätzlichen Schwung verleihen. Mir hat besonders die Struktur der einzelnen Kapitel gefallen: In nahezu jedem tritt das böse Mädchen in einer anderen Identität in Ricardos Leben; in fast jedem wechselt der Schauplatz (Peru-Paris-England-Japan-Madrid) und neben der Beziehung zu dem bösen Mädchen werden auch andere Freundschaften Ricardos näher beleuchtet. Zudem wird das aktuelle Zeitgeschehen – die Revolution in Peru, die Hippiejahre, das Aufkommen von Aids – immer wieder erwähnt, sodass der Roman etwas Lehrhaftes bekommt, ohne belehrend zu sein. Llosas Geschichte ist voller Exotik und dank der Figur des bösen Mädchens – einer gerissenen Femme fatale – auch voller Erotik. Sie lässt sich zudem locker lesen und entbehrt auch nicht an Spannung. Trotz allem kann ich nicht sagen, dass mir die Geschichte gefallen hat. Ich konnte nicht so wirklich nachvollziehen, warum Ricardo vom bösen Mädchen nicht loskommt, was überhaupt der ausschlaggebende Funke war, der diese ungewöhnliche Beziehung entfacht hat. Teilweise habe ich mich beim Lesen auch wie in einem Hamsterrad gefühlt: Beziehung – Trennung – Beziehung – Trennung etc. Besonders zum Schluss wurde mir diese Konstruktion zu sehr ausgereizt, sodass ich das letzte Kapitel einfach nur schnell hinter mich bringen wollte. Generell waren mir die Kapitel auch zu lang, das komplette Fehlen von Absätzen empfand ich als ziemlich anstrengend. Insgesamt konnte mich diese Geschichte – so faszinierend und gut gemacht sie ist – nicht fesseln. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung, da ich Das böse Mädchen für ein sehr polarisierendes Buch halte, zu dem sich jeder selber eine Meinung bilden sollte.

    Mehr
  • eher bemitleidenswert als böse

    Das böse Mädchen: Roman

    dominona

    Zuerst habe ich mich nur über diesen von einer Frau besessenen Mann gewundert, aber am Schluss hatte ich Mitleid. Sie beherrscht und benutzt ihn, verschwindet immer wieder plötzlich und für mehrere Jahre aus seinem Leben und als sie völlig am Boden und kaputt ist, kommt sie wieder zu ihm, nur um wieder zu gehen, wenn sie wieder einigermaßen hergestellt ist. Wenn man den Anfang übersteht und sich in die hektische Schreibe einliest, ist das Buch nicht schlecht, wird aber leider die negative Note bis zum Schluss nicht los.

    Mehr
    • 2
  • Der gute Junge und das böse Mädchen

    Das böse Mädchen: Roman

    Konsumfrau

    16. March 2014 um 11:04

    Bisher konnte mich trotz mehrerer Versuche kein Buch des Literatur-Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa so lange fesseln, dass ich über die ersten paar Kapitel hinaus gekommen bin. Daher war ich überrascht, dass ich sein Buch „Das böse Mädchen“ geradezu verschlingen musste und es jetzt sogar zu den besten Liebesgeschichten überhaupt zähle. Es ist eine unkonventionelle Liebesgeschichte, die sich trotz aller Tragik seltsam leicht anfühlt und sprachlich schön erzählt wird. Der Peruaner Ricardo lernt als Teenager in den 50er Jahren ein Mädchen kennen und erlebt mit ihr die erste Liebe – bis ihr Geheimnis ans Licht kommt, nämlich dass sie eine Hochstaplerin ist, die über diese Schmach ebenso schnell wieder von der Bildfläche verschwindet, wie sie aufgetaucht ist. Ricardo trauert ihr zwar nach, aber verwirklicht als junger Mann dennoch seinen Traum: in Paris zu leben. Dort trifft er das Mädchen überraschend wieder, diesmal mit einem anderen Namen und dem Vorhaben, sich zur Guerillera in Cuba ausbilden zu lassen. Bevor sie wieder aus seinem Leben verschwindet, lebt ihre Liebesbeziehung wieder auf. Erst Jahre später – Ricardo arbeitet inzwischen als Übersetzer für die Unesco – trifft er sie plötzlich wieder, doch wieder trägt sie einen neuen Namen … Jedes Kapitel des Romans ist einer neuen Phase dieser Liebesbeziehung gewidmet, in der Ricardos Liebe eine neue Identität hat, weshalb er sie meistens einfach nur „das böse Mädchen“ nennt und sie ihn scherzhaft „der gute Junge“. Schauplätze dieser unruhigen Liebesaffäre sind außer Lima und Paris auch noch London, Tokio und Madrid. Während die Protagonisten jedesmal älter werden, spüren wir auch dem Zeitgeist der jeweiligen Epoche nach. Doch obwohl wir mit Ricardo bei den Hippies in London verweilen oder in den Liebeshotels von Tokio, erfahren wir durch die Briefe seines Onkels immer auch ein wenig über die politischen und sozialen Umbrüche in Peru. Somit vermittelt dieses Buch gleichermaßen ein sehr europäisches wie auch lateinamerikanisches Flair, ergänzt mit exotischen Anklängen an Japan und Russland. Hauptthema des Romans ist natürlich die Liebesgeschichte zweier Menschen, die das Schicksal trotz unterschiedlichster Lebensziele immer wieder zusammenführt: während Ricardo mit einem ruhigen einfachen Leben an der Seite seines geliebten bösen Mädchens vollkommen zufrieden wäre, sehnt sie sich nach der vermeintlichen Sicherheit von Geld und Prestige. Ein weiteres Thema ist das Entwurzelt-sein und seinen Platz in der Welt finden: während das böse Mädchen immer rastlos von einem Mann zum anderen und einem Land ins andere flüchtet, hat der gute Junge in seiner Wunsch-Heimat Paris den Anker ausgeworfen, der ihn immer wieder dorthin zurück zieht, auch wenn er beruflich oder um seiner Leidenschaft zu folgen ins Ausland reist. Trotzdem fühlt er sich auch als älterer Mann und mit langjähriger französischer Staatsangehörigkeit nicht als Franzose, aber auch nicht mehr als Peruaner. Ein Stück Geborgenheit und Heimat-Ersatz finden beide nur in den Armen des jeweils anderen.

    Mehr
  • Verlosung der Lieblingsbücher 2013 vom LovelyBooks-Team - unsere Buchtipps für euch!

    Daniliesing

    Es ist schon zu einer kleinen Tradition geworden, dass wir euch hier über die Weihnachtszeit auch mal unsere Lieblingsbücher vorstellen, die wir in diesem Jahr gelesen haben. Deshalb grübelt das gesamte LovelyBooks Team schon seit ein paar Wochen, welche Bücher wir euch empfehlen und als Buchpaket unter euch verlosen wollen. Denn die Entscheidung ist jedem von uns in diesem Jahr überhaupt nicht leicht gefallen, aber das kennt ihr bestimmt auch selbst. Neben dem Buchpaket mit den 10 Lieblingsbüchern vom Team verlosen wir außerdem einen Kobo GLO E-Reader in schwarz. Hier dürfen sich also gleich 2 Gewinner sehr freuen! Unsere Buchtipps: 1. miadonna empfiehlt: "Die Tochter der Wälder" von Juliet Marillier Ich drehe die Regeln dieses Jahr für mich etwas um und nenne nicht mein Lieblingsbuch für dieses Jahr, sondern möchte die letzte Gelegenheit nutzen euch eine Autorin ans Herz zu legen, die in Deutschland leider nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eigentlich verdient hätte. Für mich ist das richtig, richtig schmerzhaft, weil ich in einigen ihrer Serien feststecke, die jetzt nicht weiter übersetzt werden. Es geht um Juliet Marillier, die mir mit ihren Büchern diese besonderen Lesemomente ermöglicht, wie ich sie das letzte Mal als Teenager z. B. bei der Lektüre von den Nebeln von Avalon hatte. Das ist jetzt über 20 Jahre her und ich habe angenommen, dass mir dieses Gefühl 'völlig in der Geschichte zu leben' einfach nicht mehr passieren kann, weil ich a.) zu erwachsen b.) zu unaufmerksam c.) zu fantasielos geworden bin. Als mir dann Dani von ihrer Lieblingsreihe 'Sevenwaters' erzählte, wurde ich zwar hellhörig, aber ich hatte nicht mit diesem Geschenk gerechnet. "Die Tochter der Wälder" hat mich mit Haut und Haaren gefressen, ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich musste mich wegen akuten Leserfiebers bei der Arbeit krank melden, die großen Abenteuer warteten schließlich auf mich. Nachdem ich die Tochter der Wälder gelesen hatte, musste Nachschub her und ich las mich im Anschluss durch alle verfügbaren Bücher und Reihen von Juliet Marillier. Normalerweise bin ich von irgendeinem Band dann enttäuscht, aber das ist mir einfach nicht passiert. Leider war irgendwann trotzdem Schluss, denn die Autorin findet keinen Verlag in Deutschland, weil sich ihre Reihen und Serien nicht in der Masse durchgesetzt haben. Wie traurig ist das denn? Deshalb hier an dieser Stelle noch einmal meine Empfehlung für die Bücher von Juliet Marillier. Und wer weiß, wenn sich jetzt alle Leser auf ihre Bücher stürzen, dann komme ich vielleicht doch noch einmal in den Genuss eines dieser raren Lesemomente... 2. MissBookarazzi empfiehlt: "Silver Linings" von Matthew Quick Mir fiel es dieses Jahr schwer, ein Buch zu finden, das mich so richtig begeistert hat. Doch mir ist schließlich eins aus dem Frühjahr eingefallen, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erhält und auf eine bestimmte Weise besonders ist! Die meisten sind durch die Oscars eher mit dem Film vertraut. Ich finde jedoch, man sollte zuerst das Buch kennen. "Silver Linings" ist ein versteckter Bücherschatz von Matthew Quick, der den Leser durch zwei eigene und verrückte Charaktere mitreißt und in die ungewöhnliche Geschichte von Pat und Tiffany entführt, die einen immer wieder überrascht und die verschiedenen Facetten des Lebens durch einen bemerkenswerten Blickwinkel sehen lässt. Das Buch ist sicherlich nicht für jeden Lesegeschmack geeignet. Aber wer ein Herz für skurrile und liebenswerte Charaktere hat, der wird Pat und Tiffany gerne auf ihrer Suche nach ihrem eigenen Happy End begleiten! 3. sarah_elise empfiehlt: "Bettler und Hase" von Tuomas Kyrö Urkomisch, verschroben und überaus liebenswürdig ist nicht nur der rumänische Antiheld Vatanescu sondern der gesamte Roman „Bettler und Hase“ des finnischen Autorenstars Tuomas Kyrö. In einer einzigartigen Manier mit fantastischen Elementen hangelt sich der rumänische Auswanderer in tiefem Vertrauen auf die westeuropäische Wohlstandsgesellschaft durch die kriminelle Unterwelt Finnlands; stets getrieben von der Sehnsucht nach finanzieller Sicherheit. Nachdem er Menschenhändler Jegor entkommen konnte, begibt sich Vatanescu auf einen Road-Trip quer durch Finnland und rettet versehentlich ein Kaninchen, das er „Hase“ tauft. Und während der treu-naive Protagonist sich schwertut, richtige Entscheidungen zu fällen, verfügt „Hase“ über den überlebenswichtigen Instinkt, bei Gefahr Reißaus zu nehmen. Auf ihrer Suche nach dem Glück trifft das komische Duo auf Gestalten der kuriosesten Facetten. Armut, Menschenhandel und organisierte Kriminalität stellen nicht die optimalen Rahmenbedingungen für ein modernes Märchen dar, doch Tuomas Kyrö schafft es mit rabenschwarzem Humor und seinem rumänischen Forrest Gump den Leser zu verzaubern. Wo Vatanescus Reise endet und welche Rolle der finnische Ministerpräsident und Facebook spielen, wird nicht verraten, doch die Lektüre unterhält und lehrt uns die Sehnsucht der Menschen nach Gerechtigkeit und Humanität in einer kapitalistischen Gesellschaft. 4. DieBuchkolumnistin empfiehlt: "Troposphere" von Scarlett Thomas Die britische Autorin Scarlett Thomas hat mit “Troposphere” ihren siebten Roman geschrieben und darin mit Ariel Manto eine weibliche Hauptdarstellerin geschaffen, die mir sympathischer nicht sein könnte: sie ist verrückt, witzig, rothaarig, im ständigen Schwanken zwischen Pessimismus und Hoffnung, stark und liebevoll und süchtig nach ständigem Wissensnachschub und Austausch über ihre verschiedenen Theorien rund um unsere Existenz. Gerade die vielen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erläuterungen machen den Roman wahrscheinlich für viele Leser völlig untauglich – für mich machten genau diese Diskurse den Reiz aus und sie fordern jederzeit volle Aufmerksamkeit.Ein Roman, an dem sich die Geister sicherlich scheiden – ich bin sofort reingekippt und wollte nie mehr raus. Eines der Bücher, die ich immer wieder und wieder lesen will und dabei stets Neues entdecken werde, denn vorhersehbar ist hier nur eines: man ist nach dem Buch schnell ebenso süchtig wie Ariel Manto nach der Troposphäre. 5. malano empfiehlt: "Leb wohl, Schlaraffenland" von Roland Düringer und Clemens G. Arvay Man könnte sagen: "Das Buch zum Film", auch wenn es keinen Film im klassischen Sinne gibt, sondern ein Videotagebuch! Seit 2. Januar dieses Jahres hat sich der österreichische Kabarettist und Schauspieler Roland Düringer, einem interessanten Selbstversuch unterzogen und zwar: Wie wäre es in der heutigen Zeit ein Leben wie in den 70ern (seiner Kindheit) zu führen, abseits von Telefon, Internet, e-Mail, Bankomatkarte, Auto, Supermärkten und ständiger Verfügbarkeit... Roland Düringer hat also begonnen nach und nach, die Werkzeuge der heutigen Zeit zu reduzieren oder wegzulassen und beobachtet was dies für sich und sein Leben bedeutet und hat dies in Form eines Videotagebuches auf www.gueltigestimme.at festgehalten und dokumentiert. Und da mich nun dieses Videotagebuch und Düringers Experiment seit Anfang dieses Jahres begleiten, empfehle ich euch somit quasi das neu erschienene "Buch zum Film" mit dem Titel: "Leb wohl, Schlaraffenland - Die Kunst des Weglassens", oder wie in der Inhaltsangabe beschrieben: ein Leben wie früher zu führen und dabei die Zukunft zu gewinnen. 6. Kari empfiehlt: "Ich bin verboten" von Anouk Markovits In diesem Jahr hat mich ein Buch ganz besonders ergriffen, das mir sogar noch nach Monaten immer wieder ins Gedächtnis rückt. Klammheimlich schleicht es sich in meine Gedanken, während der Bahnfahrt nach Hause oder wenn ich mir gerade eine neue Lektüre aussuche. Die Rede ist von „Ich bin verboten“ von Anouk Markovits, einem Roman, der die Geschichte einer streng gläubigen jüdischen Familie vom Zweiten Weltkrieg bis in unser 21. Jahrhundert hinein erzählt. Die Autorin, welche selbst als Satmar-Chassidim, einer jüdischen Sekte, aufwuchs, berichtet von diesem streng regulierten und kontrollierten Leben, das vor allem Frauen in ihre Grenzen weist. Durch zwei weibliche Hauptfiguren, die zwar unterschiedliche Wege beschreiten, aber auf ihre Art und Weise mutig und entschlossen sind, ihr Leben zu meistern, beschreibt Anouk Markovits, wie enge Fesseln ein Leben voller Möglichkeiten zu einem ungelebten Leben werden lassen können. Ihr Erzählstil ist wie ein Sog, der den Leser diese völlig fremden Leben hautnah erleben lässt. 7. kultfigur empfiehlt: "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke "Die letzte Generation" von Arthur C. Clarke ist Vorlage und Inspiration für viele andere Science-Fiction Bücher, Serien und Filme (u.a. "V - Die Besucher"). Die Geschichte erzählt von der Begegnung der Menschen mit einer außerirdischen Rasse, die plötzlich mit riesigen Schiffen am Himmel über den Metropolen der Welt auftauchen. Es ist das Ende der Menschheit wie wir sie kennen. Doch was wissen wir schon ... 8. doceten empfiehlt: "Shotgun Lovesongs" von Nickolas Butler "Shotgun Lovesongs" ist inspiriert von der Lebensgeschichte und Musik von Bon Iver und damit ein toller Roman über Freundschaft und über die große Frage, was das Leben eigentlich wirklich ausmacht. Butler schafft es, im Leser Fernweh und Heimweh zugleich zu wecken. Fernweh nach der wunderbaren Natur Wisconsins, nach dem Wechsel der Jahreszeiten und dem einfachen, idyllischen Leben auf dem Lande dort. Heimweh nach der eigenen Familie und den Jugendfreunden, die zumindest in meinem Fall sehr weit weg wohnen und die für mich immer noch sehr wichtig sind. Viel wichtiger ist aber, dass das Buch die Musik von Bon Iver selbst aufgreift. Die großen Themen des Romans sind auch die Themen der Songs von Justin Vernon. "Shotgun Lovesongs" ist Bon Iver zwischen zwei Buchdeckeln - das ist toll und darin liegt auch der gelungene Geniestreich von Butler! 9. Trumans empfiehlt: "Monster" von Benjamin Maack „Monster“ von dem deutschen Autor Benjamin Maack ist mir schon im Buchladen sofort ins Auge gefallen, durch sein schlichtes, aber unglaublich stimmiges Cover: schemenhaft blickt der Betrachter in die Tiefen eines Waldes. Sonst Nichts. Wald, Autor und Titel und mein erster Eindruck wurde beim Lesen gefestigt. „Monster“ beinhaltet einzelne Erzählungen, die aber doch zusammengehören. In jeder steht eine Figur mit Namen Benjamin im Zentrum. Immer sind es Personen, die herumirren, ihren von Gewalt oder Sexualität verstörten Blick umherschweifen lassen und erschreckend Unkonventionelles tun. Maack erzählt höchst atmosphärisch und packend, überzeugend und provokant. 10. Daniliesing empfiehlt: "Wunder" von R.J. Palacio Oft lese ich Bücher und mag sie sehr gern. Doch selten lese ich ein Buch und kann nicht anders, als es wirklich zu lieben! “Wunder” liebe ich!  Die US-amerikanische Autorin Raquel J. Palacio hat mit ihrem Buch “Wunder” ein echtes Buchwunder geschaffen. Ich habe es aufgeschlagen und wollte nur mal kurz reinlesen, doch nach nur ein paar Seiten war ich schon mitten in der Welt von August, liebevoll Auggie genannt, angekommen. Ein erstaunlich gefühlvoller Jugendroman, der deutlich zeigt, wie bedeutsam es ist, wer wir wirklich sind und wie unwichtig in diesem Zusammenhang Äußerlichkeiten sind, die nur einen so geringen Teil der Persönlichkeit eines Menschen ausmachen. Seid ihr neugierig auf unsere 10 Lieblingsbücher 2013 geworden? Dann habt ihr jetzt bis einschließlich 6. Januar Zeit bei der Verlosung eines Buchpakets mit allen 10 Büchern mitzumachen. Eine kleine Anmerkung zu "Die Tochter der Wälder": Da das Buch vergriffen ist, müssen wir erstmal schauen, ob wir noch ein Exemplar auftreiben können. Alternativ wird sonst ein anderes Buch von Juliet Marillier im Paket liegen. Bitte gebt bei eurer Teilnahme außerdem an, ob ihr das Buchpaket oder den Kobo GLO gewinnen möchtet bzw. ob euch beides interessiert. Jetzt müsst ihr uns nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Welches Buch würdet ihr euch am meisten zu Weihnachten wünschen und wieso? Falls ihr erst nach Weihnachten mitmacht, erzählt uns doch stattdessen, welche Bücher ihr geschenkt bekommen habt! Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Mehr
    • 1017
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Susanne68

    16. December 2012 um 15:47

    Unglaublich schwer zu sagen wie ich das Buch finde. Ich fand es gut, schlecht, faszinierend, traurig... bin froh, dass es zu Ende ist und bedauere es zu gleich ....

  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Sarah-the-1

    03. December 2012 um 11:52

    Das war mal ein gründlicher Schuss in den Ofen! Das erste Buch, dass ich nach einem Viertel abgebrochen und aus meinem Regal verbannt habe.Für Leute, die sich für Geschichte in diversen Ländern interessieren und die ellenlange Ausführungen in Sachen Orts- und Landschaftsbeschreibungen mögen, mag das Buch lesenswert sein, ich gehöre jedenfalls nicht dazu.Und noch viel langweiliger ist die völlig irre und kranke "Liebesgeschichte" zwischen Ricardo und dem "bösen Mädchen".Ein Mann, der krankhaft besessen und abhängig ist von einer total egoistischen und absolut skrupellosen Frau, die ihn offensichtlich wie einen Hund behandelt und zu Gefühlen überhaupt nicht fähig ist.Und er rennt ihr vollkommen blind hinterher mit hechelnder Zunge und erniedrigt sich permanent selber, indem er sich freiwillig von ihr benutzen lässt.Nein, also das war absoluter Mist und für mich absolut inakzeptabel und nicht lesenswert. Nobelpreis hin oder her, ich kann nicht nachvollziehen, dass so ein Werk tatsächlich gekrönt worden ist! Vielleicht müsste ich es ganz lesen um das zu verstehen, aber nein danke, meine Zeit investiere ich lieber in lesenswerte Bücher! Daher vergebe ich einen Stern, aber das ist eigentlich noch zuviel!Meine Meinung:Finger weg!

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Ay73

    05. September 2012 um 10:44

    Was für ein Nobelpreis für dieses Buch. Wohlverdient. Das Buch erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Ricardo, ein Teenager in den 50er Jahren in Lima / Peru verliebt sich in die Lily die „angeblich“ aus Chile nach Lima mit der Familie gezogen ist. Sie ist kokett und Ricardo offenbart ihr sich einige Male aber sie möchte keinen Freund. Ricardo ist mit seinen zarten 14 Jahren hoffnungslos in Lily verliebt. Es stellt sich aber heraus auf einer Kindergeburtstagsfeier dass Lily gar nicht aus Chile stammt sondern zur Arbeiterschicht und damit zu den armen Peruaner gehört. Sie verlieren sich aus den Augen. Ricardo der immer schon geträumt hat in Frankreich / Paris zu leben geht es junger Erwachsener nach Paris und arbeitet dort bei der Unesco als Dolmetscher. Zu der Zeit werden Revolutionen in Lateinamerika geplant. Für einen peruanischen Freund soll er drei junge Guerrilerras abholen und in ein Hotel bringen. Und siehe da taucht Lily wieder in sein Leben. Anderer Name anderes Leben. Sie will eigentlich nicht ausgebildet werden um die Revolution voranzubringen sondern sie ergreift eher die Chance aus der Armut zu entfliehen. Leider muss sie zurück nach Kuba und Ricardo tut nichts dagegen um sie Frankreich zu halten. Während Ricardo immer noch als Dolmetscher arbeitet heiratet unsere Guerrillera einen französischen Diplomaten und kommt zurück nach Paris. Es beginnt eine Affäre zwischen den beiden. Sie nennt ihn immer wieder „guter Junge“ und er nennt sie „böses Mädchen“. Sie verlässt Ehemann und Ricardo nicht ohne das Konto des Ehemannes abzuräumen. Ein Jahrzehnt später laufen sie sich in London über den Weg. Sie hat einen noch reicheren Mann geheiratet und es beginnt wieder eine Affäre zwischen den beiden. Er ist ein hoffnungsloser Romantiker und einfach unsterblich in sie verliebt… sie taucht wieder ab ohne ihn wieder zu sehen. Dann findet er sie in Tokio wieder, diesmal ist sie die Geliebte eine Yakuza Bosses und sie sie treibt diemal ein böses Spiel mit Ricardo. Sie will ihn vor dem Yakuzza Boss vernaschen… daraufhin bricht er endlich den Kontakt komplett ab und als er Jahre später wieder von ihr hört ignoriert er sie zu Anfang. Bis er sich aufrafft um sie zu treffen. Sie ist am Ende… tischt ihm eine Lüge auf und er kümmert sich wieder um sie… dann wird er wieder von ihr verlassen und wie es endet muss man doch selber herausfinden. Das Buch ist sehr schön geschrieben, die verschiedenen Länder und Stätten werden so schön beschrieben. Man hat Mitleid mit Ricardo, weil er einfach von ihr nicht loskommt und man ist sauer auf das Böse Mädchen weil sie ihn immer wieder ausnutzt…. Grandioses Buch.

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Beagle

    26. August 2012 um 21:53

    Ist es wahre Liebe? Oder ist es eine spezielle Art von Drang, dem sich Ricardo Samocurcio durch nichts entziehen kann? Denn, das „böse Mädchen“, wie er die geliebte, angebetete Frau nennt (deren wirklichen Namen der Leser erst ziemlich am Ende des Buches erfährt), zieht ihn ein Leben lang in den Bann. Alles beginnt in der Jugendzeit in Miraflores, einem gutbürgerlichen Stadtteil von Lima, in dem Ricardo bei seiner Tante aufgewachsen ist, da seine Eltern schon sehr früh bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Zusammen mit seinen Freunden macht er die ersten Bekanntschaften mit Mädchen, sie streifen um die Häuser und genießen die freie Zeit nach der Schule. Doch alles ändert sich, als mit einem Mal zwei Mädchen in ihr Viertel ziehen, die aus Chile hierher ausgewandert sind. Lily und Lucy sind atemberaubend schön und verdrehen den Jungen den Kopf. Vor Allem Ricardo hat sich unsterblich in Lily verliebt und er tut alles, um mit ihr zusammen zu kommen. Aber, obwohl sie Händchenhalten und überallhin zusammen gehen, Lily willigt nie ein, wenn Ricardo sich ihr erklärt. Schon bald allerdings bricht das sorgsam errichtete Kartenhaus zusammen – die beiden Mädchen, die den Dialekt Chiles so perfekt nachahmen konnten, sind doch nur ganz gewöhnliche Peruanerinnen aus der Unterschicht. Die erste Lüge, mit der Lily Ricardo an der Nase herum führt. Und, es wird nicht die letzte bleiben. Doch zuerst vergisst Ricardo das böse Mädchen wieder. Er wandert nach Frankreich aus und erfüllt sich den seit seiner Kindheit gehegten Traum, in Paris zu wohnen. Als Übersetzer arbeitet er schon bald für die Unesco und lernt bald darauf Pául kennen, einen Landsmann aus Peru. Da die kubanische Revolution gerade frisch verstrichen ist, sind auch einige Peruaner von dem Virus infiziert, ihr Land müsse einer Revolution unterzogen werden. Von Paris aus planen einige den großen Tag, nicht so Ricardo, der sich nie sonderlich für Politik interessiert hat und glücklich darüber ist, in Paris leben und arbeiten zu können. Um der Freundschaft zu Pául willen, übernimmt er aber immer wieder kleine Dienste, quartiert Leute in seinem Zimmer ein und holt angehende Revolutionäre vom Flughafen ab, sodass sie – mit einem kleinen Zwischenstopp – eine Guerilla-Ausbildung auf Kuba erhalten. Als Ricardo eines Tages drei junge Frauen vom Flughafen abholt, ist auch Lily darunter, die sich nun Genossin Arlette nennt und ebenfalls für ihr Vaterland kämpfen möchte. Eine weitere Lüge, die das böse Mädchen ihm auftischt. Immer wieder verschwindet sie aus seinem Leben, um dann wieder genauso unverhofft aufzutauchen. Und jedes Mal zieht sie ihn mehr in ihren Bann, mit jedem Mal verliebt sich Ricardo mehr in das böse Mädchen, leidet und liebt gleichermaßen. Mario Vargas Llosa hat mit dem Roman „Das böse Mädchen“ eine wunderbare Liebesgeschichte geschrieben, die in keinem Vergleich zu anderen Büchern dieser Art steht. Sicher, die Liebe steht in ihrem Mittelpunkt, aber sie wird immer wieder durch die steten Trennungen auf eine harte Probe gestellt. Dabei ist das Buch erzählerisch brillant und spannend bis zur letzten Seite. Ich hätte mir gewünscht, dass es noch viele weitere Etappen im Leben der beiden gegeben hätte. Absoluter Lesetipp!

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    liiilaaa

    03. August 2012 um 15:17

    Inhalt: Wie gelingt es ihr nur immer wieder, ihn um den Finger zu wickeln? Und warum tut sie das, wenn sie seine ehrlichen Gefühle doch zugleich schroff zurückweist? Schon als aufmüpfige Halbwüchsige verdreht sie dem jungen Ricardo im konservativen Lima der 50er Jahre den Kopf. Von da an wird sie regelmäßig seine Wege kreuzen, wird in Paris, London, Madrid oder Tokio mal als Guerrillera, mal als Heiratsschwindlerin mit falschem Paß in sein Leben treten – und es immer wieder durcheinanderwirbeln. Auf rätselhafte Weise scheinen beide dennoch füreinander bestimmt; oder ist nur er es, der nicht lassen kann von diesem faszinierend »bösen Mädchen«? Meine Meinung: Ein Buch welches mich gefesselt hat, und eine Liebesgeschichte die ohne große Sentimentalitäten vom Anfang bis zum Ende beschrieben wird. Die Charaktere wurden sehr gut beschrieben, zumal der Liebeskranke Ricardo, der nie die kleine Peruanerin vergessen hat, und zum anderen das böse Mädchen, welches nahezu gefühllos erscheint. Was mir sehr gut gefällt ist, dass in dem Roman von Llosa die Politik keine starke Rolle spielt, und trotzdem beinhaltet das Buch viele Orte, die entdeckt werden, und in denen man sich liebt und hasst. Zuerst, wirkt das Buch sehr unverknüpft, es schein als würde es keinen Zusammenhang geben, aber mit der Zeit hat der Fortgang der Geschichte den Anfang entschädigt. Trotzdem hapernden Anfang ist man schon zu Beginn gefesselt von der Handlung und den Protagonisten. Außerdem scheint es, als würde sich die Geschichte ganz von selbst entwickeln, und eine gewisse Spannung entsteht. Der Autor Llosa hat in die Geschichte Brutalität, Schmerz und Verlangen eingebaut, welche er aber nicht obszön wirken lässt, sondern irgendwie notwendig für die Beziehung der beiden. Doch Llosa hat nicht nur negative Aspekte in die Beziehung der Charaktere eingebaut, sondern auch Fürsorglichkeit und wahre Liebe von Ricardos Seite. Am meisten gefallen hat es mir, dass das gesamte Leben der beiden in diesem Roman erfasst wird, von den 15-jährigen Kindern, bis hin zu alten Menschen, die schon sehr viel erlebt haben. Mein Fazit: Ein Roman über 2 völlig unterschiedliche Menschen, die man auf ihrer Reise durch das Leben begleiten darf. Das Buch würde ich Lesern ab 17 Jahren empfehlen, da es ein Erwachsenenroman ist, und ich das auch verstehen kann.

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    fcbfrosch

    19. February 2012 um 19:17

    Die Geschichte beginnt in Miraflores, Lima - in einem Sommer voller Veränderungen für die Hauptfigur Ricardo Somocurcio: der Mambo ersetzt Walzer und den Huarachas, Rollschuhe weichen Fahr- oder Motorrädern, neue Liebesbunde werden aufgelöst und neu eingegangen. Und die kleinen Chileninnen wirbeln das Leben von Ricardo durcheinander. Besonders die eine der beiden hat es ihm angetan. Nach einem Vorfall auf einer Geburtstagsfeier verschwindet sie aus dem Viertel und seinem Leben. Nach ein paar Jahren kehrt er seinem Heimatland den Rücken zu, und nimmt in Paris eine Ausbildung zum Übersetzer auf. Sein beschauliches Leben in der Stadt seiner Träume gerät außer Kontrolle, als ihm das „böse Mädchen“, wie er sie fortan nennt, als Genossin Arlette gegenüber tritt. Und obwohl sie ihn auch hier nach einer gemeinsamen Nacht mit seinen beginnend obsessiven Gefühlen allein lässt, bleiben ihre Leben über eine qualvolle Liebesbeziehung miteinander verwoben. Bei jeder Begegnung, ob in London, Tokio oder Madrid, geraten seine heftigen Empfindungen immer mehr aus den Fugen und doch scheint ein gemeinsames Leben unerfüllbar zu sein. Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich mit Ricardo mitgelitten, habe das böse Mädchen geliebt und verteufelt, bemitleidet und verabscheut. Die Figuren sind mit solch lebhaften Farben gemalt, dass man glaubt, sie zu kennen und ihr Leben lang zu begleiten. Beim Lesen des Buches tritt man ein in eine Welt der Liebe, mit all ihren schönen, aber auch ihren leidvollen Eigenschaften. Man spürt das leidenschaftliche Verlangen, die Liebe und romantische Gefühle, aber auch die Qual des Verlassen-Werdens, und den Wunsch nach Freiheit. Llosa hat einen Liebesroman geschrieben, der auch die sozialen und politischen Veränderungen in Peru und Europa thematisiert. Gleichzeitig werden romantische und kitschige Stellen vom Autor selbst relativiert, sodass die Liebesgeschichte auf mich in keiner einzigen Zeile störend wirkte. "Das böse Mädchen" ist eine tiefgehende Geschichte von der Liebe, besonders aber vom Leben mit seinen guten und schlechten Seiten. Ein sehr empfehlenswerter Roman, den man in den anstehenden Adventswochenenden genüsslich durchschmökern kann. Ich werde ihn auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gelesen haben!

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    weili

    01. September 2011 um 14:41

    Ricardo lernt in jungen Jahren ein Mädchen kennen. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, dass sie ihn sein Leben lang immer wieder begleiten wird und er sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Er nennt sie gerne das "böse Mädchen". Obwohl man als Leser auch manchmal den Eindruck hat, dass sie wirklich böse ist, da sie den armen Ricardito so leiden lässt. Doch so richtig kann man ihr nicht böse sein, da sie dazu zu viele sympathische Züge aufweist. Alles in allem ein wirklich gelungener Roman über die Liebe, die ja auch in der Realität nicht immer einfach ist und auch mit Leid verbunden ist. Der Nobelpreis wurde Llosa zu recht verliehen. Schade, dass man hier nur 5 Sterne verleiehn kann!

    Mehr
  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Elfchen

    20. August 2011 um 11:08

    Sehr sehr gut geschriebenes Buch, ich habe es in einer nacht verschlungen.
    Ich mag es sehr gerne wie die charaktere ausgefeilt sind und man selbst das böse mädchen gern haben muss.

  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. May 2011 um 20:39

    Genial!

  • Rezension zu "Das böse Mädchen" von Mario Vargas Llosa

    Das böse Mädchen: Roman

    FunkyWaldfee

    02. May 2011 um 21:54

    Zum ersten Mal trifft er sie während seiner Jugendtage in Peru, wo sie sie sich als Chilenin ausgibt. Zwar verlässt sie Ricardos Leben wieder genauso schnell wie sie in ihm auftauchte, doch vergessen kann er sie nicht. So erkennt er sie sofort wieder, als sie einige Jahre später unverhofft als Kommunistin Arlette in Paris auftaucht: Sie, das böse Mädchen. Es beginnt ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel quer durch die Welt: Ricardo, der gute Junge, der nicht vergessen kann und verzweifelt versucht, sie, das böse Mädchen, an sich zu binden. Die Geschichte einer Obsession, des Tanzes auf der Grenze zwischen LIebe und Hass, der Wege zweier Menschen, die sich gleichzeitig suchen und voreinander fliehen. Nachdenklich, philosophisch, zum Denken anregend. Wer einen ausgeprägten Spannungsbogen sucht, ist mit diesem Werk sicherlich nicht richtig bedient -- wer sich aber auf eine Reise durch die Welt einlassen will, die Sicht auf die Heimat Peru eines heimatlosen Peruaners im Exil kennenlernen möchte und die Motive hinter den Lebenswegen zweier Exilanten zu ergründen bereit ist, dem kann ich dieses Werk ans Herz legen.

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks