Mark Dunn Ella Minnow Pea

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Inhaltsangabe zu „Ella Minnow Pea“ von Mark Dunn

Nevin Nollop left the islanders of Nollop with the treasured legacy of his pangram "the quick brown fox jumps over the lazy dog". But as the letters begin to crumble on the monumental inscription, the island's council forbids the use of the lost letters and silence threatens Ella and her family. (Quelle:'Flexibler Einband/03.07.2003')

Eine Geschichte über einen totalitären Staat, die hier in sehr neuer Weise den Verlust der Kommunikation beschreibt.

— CCC
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  • Rezension zu "Ella Minnow Pea" von Mark Dunn

    Ella Minnow Pea

    rumble-bee

    05. October 2009 um 13:36

    Ach, welch eine Verantwortung, die erste Rezension zu einem Buch zu schreiben...! Wie kann ich das nur gescheit anstellen? Denn am liebsten würde ich euch ALLE dazu bewegen, dieses Buch zu lesen! Es ist mit Abstand das Originellste, was ich seit JAHREN gelesen habe, und auch bei dieser zweiten Lektüre hat es mir wieder super gefallen - obwohl mir noch ein paar Details mehr aufgefallen sind. Aber dazu gleich! Obwohl ich das sonst ungern mache, hier eine kurze Erläuterung des Inhalts - sonst versteht man das Buch einfach nicht: Versetzen wir uns in eine imaginäre Zukunft auf eine fiktive kleine Insel vor der Küste Amerikas - "Nollop Island". Benannt hat sich dieses skurrile Völkchen, das auf Errungenschaften der Technik nahezu verzichtet und sich stattdessen zum Beispiel von Haus zu Haus tagtäglich Briefe schreibt, nach seinem Gründer: Nevin Nollop, im Verlauf des Buches auch der "allmächtige Nollop" genannt. Diesem Menschen ist etwas gelungen, was ihn in den Augen der sprachversessenen Nollopianer beinahe zum Gott erhebt: er hat ein "Pangram" erschaffen! Ein Pangram ist ein grammatikalisch vollständiger Satz, der ALLE Buchstaben des Alphabets in möglichst gleichmäßiger Verteilung enthält. Das hört sich leicht an, ist aber in der Tat relativ selten! Jeder möge es einmal selber versuchen! Dieser ach so einmalige Satz lautet im Englischen "The quick brown fox jumps over the lazy dog", und wurde mit eisernen Lettern am Denkmal des großen Nollop auf dem Marktplatz in Nollopton angebracht. Eines Tages geschieht das Undenkbare: einer der Buchstaben fällt herunter! Der Gemeinderat befindet sich in heller Aufregung, und interpretiert das Ereignis als ein Zeichen des großen Nollop aus dem Jenseits. Der Buchstabe, in diesem Fall das "Z", so sagen die Dorfältesten, sei hinfort unter Strafe aus der Sprache des Eilands zu tilgen - so wolle es offenbar Nollop. Sofort regen sich erste Proteste unter den Bewohnern, man munkelt von Willkür und Fehlinterpretation. Doch das "Z" ist noch relativ entbehrlich. Fatal wird die Lage erst, als weitere Buchstaben fallen: erst das Q, dann das J und das D. Nun wird es langsam brenzlig! Die Proteste werden immer lauter, und es bricht sogar leichte Panik aus, als ein Journalist durch ein Labor feststellen lässt, dass es sich um einen klaren Fall von Korrosion handelt, und im Laufe der Zeit ALLE Buchstaben fallen werden. Mit Hilfe der mutigen Ella handelt der Journalist einen Kompromiss mit dem Gemeinderat aus: die strengen Sprachgesetze sollen wieder aufgehoben werden, wenn es einer anderen Person gelingt, ebenfalls ein Pangram zu verfassen - und zwar ein kürzeres als Nollop... Auf der Insel bricht fieberhafte Aktivität aus, um die vorgegebene Schallgrenze eines Pangrams aus weniger als 33 Buchstaben zu brechen... Und am Ende gelingt es natürlich unserer Heldin Ella durch einen dummen Zufall, dem ganzen Irrsinn 3 Stunden vor Ablauf der Frist Einhalt zu gebieten... Hört sich diese Zusammenfassung schräg an? Ja?? Wunderbar, denn das soll sie auch! Dieses Buch ist nicht nur eine Utopie, und eine wunderbare Fabel auf politische Machenschaften und Willkür, sondern vor allem eines: ein einziger, gigantischer Sprachwitz! Linguisten und Englischlehrer werden noch auf Generationen hinaus an diesem Buch ihre helle Freue haben. Denn das Besondere an diesem Buch sind, außer der abstrusen Handlung, zwei Tatsachen: erstens ist es in Form von Briefen verfasst, die sich die verschiedensten Personen des Romans schreiben - vor allem aber Ella und ihre Cousine Tassie. Zweitens, und das ist noch viel besser, bekommt der Leser die auf der Insel einsetzenden Sprachrestriktionen hautnah mit - denn die Buchstaben verschwinden nicht nur aus der Sprache der Insel, sondern auch aus dem BUCH!! Es ist eine helle Freude, genau hinzulesen, und festzustellen, an welchen Stellen die schreibenden Personen neue Wörter erfunden haben, um die verbotenen Buchstaben zu umgehen... Der Erfindungsreichtum des Autors in dieser Hinsicht ist schier unglaublich, und ich beneide den deutschen Übersetzer wirklich nicht um seine Aufgabe: er musste im Grunde das ganze Buch neu schreiben! Aber ich habe mir sagen lassen, dass in der deutschen Fassung des Buches die Buchstaben in der gleichen Reihenfolge fallen, obwohl doch die Verteilung und Frequenz der Buchstaben im Deutschen ziemlich anders ist als im Englischen... na ja, wie ihr schon ahnt, macht das Ganze einen Heidenspaß! Zum Schluss bleiben nur noch 5 (!) Buchstaben über, und zwar "L M N O P", und wenn man das im Englischen schnell hintereinander liest, na, was kommt dabei heraus?? Genau, der Titel des Buches, und der Name unserer Heldin, "Ella Minnow Pea"!!! wie gesagt, wird es am Schluss verdammt knapp, doch es wird ein neues Pangram gefunden, so dass alle aufatmen können. Das kommt durch einen wirklich liebenswerten Zufall zustande, den ich hier wirklich nicht verraten möchte. Lest selbst! Amüsiert euch, kugelt euch vor Lachen, haut euch auf die Schenkel... all das ist möglich bei diesem Buch! Manche mögen einwenden, die politische Seite des Buches sei doch recht düster - aber ich denke, das wird von den heiteren, sprachspielerischen Aspekten tausendfach wieder aufgewogen. Das ist ein Buch für alle, die Verrückheiten und Innovationen lieben!! Das ideale Geschenk für Englischlehrer... !

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