Nicolas Dickner Tarmac - Apokalypse für Anfänger

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Inhaltsangabe zu „Tarmac - Apokalypse für Anfänger“ von Nicolas Dickner

"Tarmac - Apokalypse für Anfänger" erzählt die Geschichte der Familie Randall. Seit über sieben Generationen durchleben alle Angehörigen ihre „schlimme Viertelstunde“: jenen Moment, in dem ihnen durch eine Vision das präzise Datum des Weltuntergangs offenbart wird – über die Jahrhunderte natürlich immer ein anderes Datum. Im Sommer 1989 versucht Ann Randall ihrem Schicksal zu entfliehen und packt alles für eine nukleare Katastrophe Überlebensnotwendige in ihren alten Lada. Es bleibt kaum Platz für ihre Tochter Hope, den letzten Spross in der langen Linie der Randalls, und die einzige, die das Datum ihres Weltuntergangs noch nicht offenbart bekommen hat. Arme Hope Randall: Nachdem Sie mit Ihrer Mutter in dem kleinen kanadischen Nest Rivière-du-Loup gestrandet ist, bleibt ihr nichts anderes übrig, als abzuwarten. Währenddessen begegnet sie dem gleichaltrigen Mickey: Sprössling eines Familienclans, der seit mehreren Generationen in der Betonherstellung tätig ist. Er ist verzaubert von Hopes roten Haaren, ihren Sommersprossen und ihren 195 IQ-Punkten. Hope wiederum findet Halt in den langen Abenden, die die beiden im Familienkeller von Mickeys Eltern verbringen und die sie vor den Wahnvorstellungen ihrer Mutter schützen. Doch Hope ist schließlich eine Randall, sie entkommt ihrem Schicksal nicht. Nachdem ihr ein Datum, der 17. Juli 2001, offenbart wird, macht sie sich auf eine lange Reise.

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    Tarmac - Apokalypse für Anfänger
    rallus

    rallus

    11. February 2015 um 17:43

    Tarmac (Quelle Wikipedia)  "Der Unterdruck unter schnell fahrenden Fahrzeugen saugte den Staub und feine Sandpartikel aus der Oberfläche, was dazu führte, dass auch die gröberen Partikel ihre Verbindung verloren. Außerdem entstanden unangenehme Staubwolken. Man löste die Aufgabe der Staubfreimachung zunächst durch die Zugabe von Teer, wodurch so genannter teergebundener Makadam (engl. tarmac) entstand." Hope Randall ist so ein schnell fahrendes Fahrzeug. Mit einem IQ von 195 ausgestattet und einer belastenden Familiengeschichte landet sie mit ihrer Mutter in Rivière-du-Loup. Sie ist 16 Jahre alt und alle Mitglieder ihrer Familie haben eines gemeinsam - sie sehen irgendwann im Laufe ihres Lebens das Datum des Weltunterganges. Dass dieser nie eintritt, irritiert erst und lässt sie dann auf immer andere Art und Weise zerbrechen, meistens bringen sie sich nach einer Phase der Verrücktheit um. Auch ihre Mutter verhält sich komisch, hortet Tonnen von Lebensmitteln, Bibeln und muss pharmazeutische Mittel nehmen. Eines Abends schnappt sie ihre Tochter, die meisten Lebensmittel und die Bibeln und fährt mit ihrem alterschwachen Lada Richtung Osten, bis dieser den Geist aufgibt. In dem kleinen Ort, wo beide sich häuslich niederlassen, trifft Hope Mickey, der wohl der Teer ist, das Bindeglied was ihr den Boden unter den Füßen wiedergibt.   Hinzu kommt, dass seine Eltern eine Zementfabrik besitzen, er somit auch eine Affinität zu Teer hat. Die Zementfabrik soll an die Kinder vererbt werden, Mickey möchte aber lieber Literaturwissenschaft studieren. In Hope findet er eine verwandte Seele. Beide zusammen bilden ein unschlagbares Team in der Schule, wobei Hope immer die interessantesten Themen und Gedanken findet: "Ja, aber alle Maßeinheiten sind absurd. Egal, ob man Zeit mit einem herunterfallenden Wassertropfen misst, oder mit der Schwingdauer eines Cäsiumatoms. All das sind mehr oder weniger genaue Absurditäten. Der Rest ist kulturell." Zwischen beiden entwickelt sich so etwas wie eine sanfte und zärtliche Freundschaft, sie kommen sich sehr nahe, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ihre "Vision" hat. Sie kennt jetzt das Datum des Weltunterganges. Nachdem sie zufällig liest, dass jemand anders diese Vison auch hat, zieht sie alleine los um diesen Mann zu finden. Nicolas Dickner hat ein Jugendbuch geschrieben, das regelrecht vor Ideen und Humor platzt, dessen Hauptheldin eloquent und stilsicher ihre Umgebung betrachtet. Die schönsten Stellen sind die philosophischen Gespräche zwischen Mickey und Hope - mit Beschreibungen voller witziger Metaphern. Die beiden Jugendlichen leben in einer eigenen Welt, die sie sich aufbauen. Sie verschwenden auf leichte und wunderbare Art ihre Jugend, doch so langsam dringt auch die Außenwelt, in Form des Golfkrieges und anderen Katastrophen, bei Ihnen ein. Dies ist nicht nur ein Jugendbuch. Die unverstellte Sicht auf die Welt birgt so manche Gesellschaftskritik, die Erwachsenen sind weit weg, deren Taten verwunderlich. Dabei werden dem Leser einige (witzige) Weisheiten präsentiert: "Die Uno-Inspektoren können sagen, was sie wollen, der Bungalow ist und bleibt die wichtigste Massenvernichtungswaffe, die im Kalten Krieg erfunden wurde." Bungalows, die sich flächendeckend über freie Areale ausdehnen, deretwegen die Landschaft signifikant verändert wird. Eine doch logische Schlussfolgerung, doch wie auch bei diesem Vergleich, so kann einem beim Lesen mancher Lacher auch mal im Halse steckenbleiben. Ein faszinierendes, witziges, philosophisches Jugendbuch.  

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  • Wunderbar bis Seite 140 - und dann dieser unerklärliche Bruch...

    Tarmac - Apokalypse für Anfänger
    Kittyzer

    Kittyzer

    02. June 2013 um 18:57

    Hope drängte sich in einen Zeitungskiosk, und es gelang ihr mit viel Rumgefuchtel und ein paar Brocken Englisch, sich mit der Kassiererin zu verständigen, Diese schlug den Reiseführer Rough Planet Tokyo vor, der einen Abschnitt mit nützlichen Sätzen hatte wie: "Wo ist hier in der Gegend der nächste Bunker?" (Sumimasen, kono atari ni chika sherutaa wa ari masu ka?) oder "Dürfte ich Ihre Gasmaske/Ihren Strahlenschutzanzug benutzen?" (Gasumasuku/houshanou bougyo suutsu o kari te mo ii desu ka?) Japan wurde immer sonderbarer. -- INHALT: Mickeys eher unaufgeregtes Leben ändert sich von Grund auf, als er die junge Hope Randall kennen lernt: Sie ist hochintelligent, faszinierend und anders als alle Mädchen, die er je getroffen hat, und er schließt begeistert Freundschaft mit ihr. Doch in ihrer Familie gibt es seit Generationen eine Vererbung von Verrücktheiten und Manien - denn jedes einzelne Mitglied sieht das Datum des Weltuntergangs. Nur Hope selbst hatte ihre Vision noch nicht. Doch während Mickey und sie eine wunderbare Zeit zusammen verbringen, taucht ein mysteriöses Datum auf, und Hope verstrickt sich immer mehr in ihre Besessenheit... MEINE MEINUNG: "Tarmac" ist der 2. Roman des kanadischen Erfolgsautors Nicolas Dickner und scheint, so jedenfalls verspricht es der Klappentext, das Thema Apokalypse ironisch, aber sympathisch, auf die Schippe zu nehmen. So geschieht es auch zwei Drittel des Buches lang, bis zu einem sehr überraschenden Bruch. Die meiste Zeit über wird das Buch aus der Ich-Perspektive von Mickey erzählt, manchmal wechselt die Sichtweise aber auch in die dritte Person, wenn die Geschichte einer anderen Figur thematisiert wird. Mickey ist als Protagonist sehr sympathisch, weil man seine Ansichten in den meisten Belangen nachvollziehen kann, und er ansonsten ein überwiegend sehr normaler Jugendlicher mit einem wunderbar trockenen Humor ist. Einzig und allein sein beinahe völliges Ausrichten auf Hope ging mir etwas gegen den Strich. Diese nämlich ist doch sehr, sehr anders und auch ein wenig ichbezogen. Wo ihre extrovertierte, schlaue und leicht besessene Art anfangs noch sympathisch ist, beginnt diese im letzten Drittel ab einer ganz bestimmten Stelle zu nerven - und von diesem Punkt an konnte ich leider auch kein Verständnis mehr aufbringen. Die übrigen Figuren bleiben eher blass, da es vorrangig um die beiden Teenager geht, Personen wie Ann Randall oder Hopes spätere Freundin Merriam lernt man jedoch durchaus recht gut kennen. "Tarmac" zeichnet sich besonders durch die philosophischen Überlegungen, die intelligenten Gespräche zwischen den Charakteren und die wunderschönen Beschreibungen voller Vergleiche und Metaphern aus. Genau das ermüdet aber zwischenzeitlich auch, wenn sich der Autor in absatzlangen Aufzählungen von Produkten verliert, die man einfach irgendwann nur noch überspringt. Der Humor dagegen gefiel mir sehr, da die ironische Note oftmals unterschwellig eingebaut wird und dabei genial trocken ist. Von einer Liebesgeschichte allerdings ist wenig zu spüren. Zwar zeigt Mickey deutliches Interesse an Hope - zwischen den beiden kommt es aber nicht ein einziges Mal auch nur zu irgendeiner Annäherung. Wie versprochen wird das Ganze so nicht kitschig, ein wenig mehr hätte ich aber schon erwartet. Wie bereits erwähnt, ist das Buch aber bis Seite 140 sehr unterhaltsam, und der Wahnsinn rund um die möglicherweise bevorstehende Apokalypse nimmt seinen Lauf. Dann jedoch bricht der Autor mit seiner bisherigen Erzählweise und als Leser befindet man sich plötzlich an einer anderen Stelle - einer Stelle, mit der ich persönlich nichts anfangen konnte. Mir fehlte der Charme, die humorvolle Leichtigkeit und das Zusammensein von Mickey und Hope. Und bis zum Ende wird auf diese Weise einfach nicht klar, was einem nun mit dem Buch gesagt werden sollte, denn Antworten auf Fragen sucht man leider vergebens. Oder habe ich den Sinn nur einfach nicht verstanden? FAZIT: Der Klappentext von "Tarmac" führt ziemlich in die Irre - denn die versprochenen gemeinsamen Städtereisen der Protagonisten sowie eine Liebesgeschichte findet man nicht. Stattdessen lernt man jedoch interessante Persönlichkeiten, seltsame Familiengeschichten und eine ungewöhnliche Freundschaft kennen. Immerhin. Trotzdem scheint sich der Autor Nicolas Dickner zum Ende hin irgendwo zu verlieren, und zumindest ich kam da nicht mehr mit. Wäre er doch mal beim Anfang geblieben! 3 Punkte.

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  • Rezension zu "Tarmac - Apokalypse für Anfänger" von Nicolas Dickner

    Tarmac - Apokalypse für Anfänger
    thursdaynext

    thursdaynext

    18. February 2012 um 09:10

    Die knapp 17 jährige Hope Randall , mit ihrer dysfunktionalen Mutter und der zusätzlichen Last der geballten Randallschen Apokalyptischen Familientradition, welche meist in Wahn und Selbstzerstörung endet, landet im kanadischen Kaff Rivière - du -Loup. Dort trifft sie auf den gleichaltrigen Micky Bauermann, der sich ihrem IQ , ihren roten Haaren, ihrem andersartigem Wesen und Charme nicht entziehen kann. Er wird ihr treuer Begleiter in der wackeligen, von der drohenden Apokalypse bedrohten Welt einer öden Kleinstadt . Hope nimmt seine sexuelle Begierde nicht wahr, seine Freundschaft hingegen verhilft ihr zu eine Stück dringend benötigter Normalität. Micky jedoch ist von ihr völlig hingerissen. Jedes Detail geniesst er. Beobachtet , wartet , fasziniert von Hopes Gedanken. : "Was machst du da ?" "Ich rechne die Atombombe von Hiroshima in Zitronen um." Natürlich ich hätte nichts anderes von ihr erwartet. Doch diese behutsame, liebevolle Freundschaft endet als Hope ihr Weltuntergangsdatum findet. Kurz darauf verschwindet sie um letztendlich in Tokio Nachforschungen anzustellen. Micky bleibt zurück, der Kontakt reisst ab, doch Micky kann Hope nicht vergessen ..... Nicolas Dickner schreibt mit einer Leichtigkeit die ihresgleichen sucht eine bezaubernde Liebesgeschichte und Jugend in den späten Achzigern und beginnenden Neunzigern. Fängt das Gefühl dieser Zeit ein, beschwört mit lockerer Hand das Chaos, die Suche, das Hochgefühl und diese grenzenlose Freiheit zur Zeitverschwendung der Teenagerjahre. Ein Buch welches man mit einem Lächeln auf dem Gesicht liest, was diesem unwahrscheinlich lockeren , lebensbejahenden, humorvollen Stil zu verdanken ist, der einen selbst in diese Zeit des Erwachsenwerdens zurückversetzt. Nicht zuletzt dank seiner warmherzig und liebevoll beschriebenen Protagonisten, die man einfach ins Herz schliessen muss. Ein Buchschätzchen und Highlight 2012 für mich. Der nächste Dickner ist schon anvisiert.

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  • Rezension zu "Tarmac - Apokalypse für Anfänger" von Nicolas Dickner

    Tarmac - Apokalypse für Anfänger
    AliceIB

    AliceIB

    11. March 2011 um 14:23

    Dieses Buch ist einfach genial! Ich liebe diese Leichtigkeit der Sprache und die wunderbare Ironie, die das Lesen so angenehm macht.
    Und dann ist da noch die außergewöhnliche Geschichte und der ungemein symphatische jugendliche Erzähler.
    Ich werde sein Debüt "Nikolski" gleich danach lesen.
    Bitte unbedingt lesen und weiterempfehlen, damit wir vielleicht noch mehr von ihm zu lesen bekommen!