Patricia Highsmith Der Geschichtenerzähler

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Inhaltsangabe zu „Der Geschichtenerzähler“ von Patricia Highsmith

Der Schriftsteller Sydney und seine Frau Alicia führen eine schwierige Ehe. Manchmal stellt sich Sydney vor, wie es wäre, Alicia umzubringen. Dieser Gedanke regt seine Phantasie an, und Sydney beginnt eine Geschichte zu schreiben, in der er den Mord an Alicia minutiös schildert. Als Alicia aber tatsächlich verschwindet, ist Sydney plötzlich in Teufels Küche …

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  • Rezension zu "Der Geschichtenerzähler (Nr.74/3)" von Patricia Highsmith

    Der Geschichtenerzähler
    Saari

    Saari

    22. October 2011 um 21:55

    Patricia Highsmith ist für mich die Königin der Kriminalautorinnen. Spannung stellt sich bei ihr von ganz alleine ein; niemals plätschert eine Geschichte so vor sich hin. Ihre Spezialität ist es nicht, die Leser im Dunkeln zu lassen und mit einem überraschenden Finale aufzuwarten und einen Täter zu präsentieren, den man niemals als Täter vermutet hätte, sondern ihr gelingt etwas viel Besseres, das aber vielen wohl nicht zeitgemäß erscheint: Von Anfang an begleiten wir die „Bösen“, die Gewalttätigen, die Mörder und Schuldigen; wir wissen fast alles über sie. Dabei bleiben sie immer auch Menschen, ihre Charaktere werden von Highsmith subtil und detailreich gezeichnet. Sie sind meistens weder psychisch krank noch grundlos boshaft. Motive und Hintergründe werden immer treffend erzählt und geschildert. Bisweilen empfinden die Leser deshalb auch durchaus Sympathie oder zumindest Verständnis. ---- In Der Geschichtenerzähler geht es um einen Schriftsteller, der mit seiner Frau in einem kleinen Ort in England lebt. Die Ehe währt bereits knapp zwei Jahre, besonders harmonisch verläuft sie jedoch nicht. Ein Roman, an dem der Mann Sydney schon seit geraumer Zeit arbeitet, wird von einem Verlag nach dem anderen abgelehnt. Gemeinsam mit einem Freund arbeitet er außerdem noch an einem Projekt, das mehrere kleine Krimiepisoden beinhaltet und an das Fernsehen verkauft werden soll, aber zunächst auch keine Abnehmer findet. Den Frust, der sich nach und nach einstellt, lässt Sydney immer öfter an Alicia aus, so dass sie häufiger zu Freunden nach London oder zu ihren Eltern flieht, um ein bisschen Abstand zu gewinnen. Nach einem heftigen Streit jedoch kehrt sie auch nach längerer Zeit nicht zurück; die Polizei nimmt die Suche nach ihr auf und verdächtigt in erster Linie Sydney, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Dieser steigert sich immer mehr in die Gedanken eines Mörders hinein und so überschlagen sich die Ereignisse … ----- Immer wieder nimmt die Geschichte an Fahrt auf, obwohl oder vielleicht gerade weil die Leser mehr Einsicht in die Geschehnisse erhalten als die beteiligten Protagonisten selbst. Auch ohne viel Blut und Gewalt hat man es hier mit einem gut gemachten Kriminalroman zu tun. Patricia Highsmith schreibt absolut zeitlos, einzig und allein die Methoden der Kriminalpolizei zeugen davon, dass die Geschichte nicht heute zu passieren vermag. Jedoch wiegen die glaubwürdig gezeichneten Charaktere und die originelle Erzählung dies auf. Für Patricia-Highsmith-Fans ist dieses Buch selbstverständlich ein Muss und auch anderen kann ich es ebenfalls ans Herz legen.

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  • Rezension zu "Der Geschichtenerzähler" von Patricia Highsmith

    Der Geschichtenerzähler
    Renrew

    Renrew

    14. September 2011 um 17:39

    Realitätsnah, langsam aber unaufhaltsame Steigerung. PH ist zu Recht Spitzenklasse

  • Rezension zu "Der Geschichtenerzähler" von Patricia Highsmith

    Der Geschichtenerzähler
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. March 2011 um 20:17

    "Mich haben immer nur die kriminellen Möglichkeiten des Normalmenschen beschäftigt, dabei ist mir die Aufklärung des Mordfalles gleichgültig. Gibt es etwas Langweiligeres und Gekünstelteres als Gerechtigkeit? Das Leben schert sich einen Deut darum, ob einem Gerechtigkeit widerfährt. Ich erzähle Geschichten; mein Ziel ist nicht, den Leser moralisch aufzurüsten, ich will ihn unterhalten. Leute ohne Moral, wenn sie nicht sture, brutale Typen sind, amüsieren mich, sie sind phantasievoll, geistig beweglich und nicht bereit, sich der Gesellschaft zu beugen, und die sind dramatisch nahrhaft." - Patricia Highsmith FAZIT: Patricia Highsmith schreibt Krimis. Und sie schreibt doch keine Krimis. Jedenfalls keine Krimis im herkömmlichen Sinne. Es sind auch keine Thriller oder Psycho-Thriller. Obwohl ihr Buch alles andere als langweilig ist. Und die Marke Psycho hat es auf jeden Fall weg, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinne. Sie beleuchtet den Psychopathen in einem ganz normalen Menschen, in jemanden wie Du und Ich. Er könnte hier unter uns leben oder es könnte sogar man selbst sein. Mit einer präzisen Beobachtungsgabe und interessanten Details beschreibt sie einen ganz normalen Menschen und seinen Weg zum Mörder. Zum Mörder? Das ist die Frage, die offen bleibt. Zumal Patricia Highsmith den Leser so in den Strudel der wirren Gedanken der Hauptperson einbezieht, dass man manchmal gar nicht mehr weiß, was nun (fiktive) Realität ist und was sich der Protagonist nur ausdenkt. Geschickt versteht sie es ein banales Alltagsgeschehen so spannend zu beschreiben, dass der Leser gefesselt wird und doch die Einfachheit der Sprache und der Handlung überwiegt. Es ist ein Buch, das noch lange danach im Kopf herumschwellt und einem schwer im Magen liegt. Man muss es erst verdauen und sich damit beschäftigen, bis man es in einem Hinterstübchen ablegen kann. Zuviel Patricia Highsmith auf einmal ist gefährlich, aber doch macht ihr Stil und das Buch süchtig, so dass man nicht einfach mittendrin aufhören kann, um etwas anderes zu tun. Bei ihr tritt der Mord und die Aufklärung des Verbrechens in den Hintergrund, vielmehr interessieren sie die Hintergründe, Tatsachen und Gedanken, die einen Menschen zum Mörder werden lassen. Psychoanalyse inklusive. Ein Buch für eingefleischte Krimi/Thriller-Fans und nichts für zarte Gemüter, auch, wenn es auf den ersten Blick so anmuten würde.

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