Patrick deWitt Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe

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Inhaltsangabe zu „Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe“ von Patrick deWitt

Eine überragende rabenschwarzeSittenkomödie.
Lucy Minor aus dem idyllischen Dorf Bury ist ein blasser, schwächlicher Junge. Er hat weder Freunde noch Pläne – dafür allerdings das Talent zu lügen und neuerdings ein Stellenangebot: für den Posten als Unteroberhaushofmeister auf dem Schloss des Barons Von Aux. Dort lernt Lucy allerlei skurrile Persönlichkeiten kennen und verliebt sich unsterblich in die schöne Klara. Einer allerdings bleibt im Verborgenen: der Baron Von Aux. Ebenso rätselhaft wie dessen Abwesenheit ist das Verschwinden von Lucys Vorgänger Broom. Was hat es mit dem Fehlen der beiden auf sich? Und wird Lucy das Herz von Klara erobern und sich gegen seinen Nebenbuhler Adolphus durchsetzen können?

Ein Aufbruchsmärchen, eine Ausbruchsfabel - nur die inszenierten Dialoge des Missverständnisses nerven ein wenig.

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Einzigartig. Skurill und anspruchsvoll zugleich.

— FlorianEckardt

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  • Urkomisch

    Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe

    FlorianEckardt

    05. September 2016 um 10:53

    Schon die ersten Seiten mit Lucy Minor machen unmissverständlich klar: Hier ist etwas ganz und gar nicht normal. Der Roman ist skuril und weiß zu unterhalten. So muss ein gutes Buch sein: Kurzweilig und amüsant. Nebenbei bleibt stellenweise die Handlung auf der Strecke, aber wer nicht unbedingt darauf achtet, wird diese Stellen aber auch nicht bemerken. Langweilig wird es dabei trotzdem nicht. Relativ viele (Fast-)Hauptcharaktere und viele kleine Details bringen immer wieder neuen Schwung in das Buch.Ich verrate an dieser Stelle bewusst nicht, was ein verschwundener Baron und ein sehr großes Loch mit der Geschichte um den jungen Lucy Minor zu tun haben, das muss jeder Leser für sich selbst herausfinden. Nur so viel: Das sehr große Loch ist vor allem eines: Sehr groß. Das bringt den Humor in diesem Buch ziemlich gut zum Ausdruck.

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  • Überdreht, witzig, spannend

    Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe

    ForeverAngel

    03. September 2016 um 08:33

    "Er nahm die Haltung eines Mannes ein, der in tiefes Sinnen versunken war, wenngleich sich in seinem Geist in Wahrheit nichts, und zwar gar nichts rührte." (Seite 13) Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe ist nach Die Sisters Brothers der zweite ins Deutsche übersetzte Roman von Patrick deWitt, für mich ist es allerdings sein erster.  Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer. Da war etwas, das irgendwie nicht greifbar war. Als säße ich die ersten Kapitel über lediglich in einer Wartehalle, statt wirklich mittendrin im Geschehen zu sein. Dieses Gefühl scheint mir aber absichtlich hervorgerufen worden zu sein, Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe spielt überall und nirgends, zu jeder Zeit und niemals. Es ist ein bisschen wie ein verdrehtes Märchen, nur dass die einleitenden Worte "Es war einmal..." fehlen.  Irgendwann, ich glaube der Prozess ist schleichend, ist man dann plötzlich mitten drin in der Geschichte, hat endlich Zugang zu dieser verrückten und faszinierenden Geschichte bekommen, und taucht voll und ganz in Lucy Minors Welt ein. Es ist, als findet man sich plötzlich gleichzeitig in einem zeitlosen Märchen und in einer bitterbösen Sittenkomödie wieder. Auf den ersten Seiten könnte man sogar glauben, man habe hier ein Stück viktorianische Gothic Fiction vor sich, ein Werk wie beispielsweise Bram Stokers Dracula. Es fehlen bloß die übernatürlichen Elemente.  Ihr merkt schon, ich drücke mich ein wenig davor, den eigentlichen Plot wiederzugeben. Vielleicht liegt es daran, dass der Plot zusammengefasst ziemlich nichtssagend klingt und vor allem nicht sonderlich originell. Einer junger Mann, der auszieht, sein eigenes Leben zu leben. Was Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe so besonders macht, ist dieses Gefühl der Nicht-Greifbarkeit, das einen immer wieder beschleicht. Das Genre lässt sich nicht richtig zuordnen, hat die Geschichte doch sowohl Elemente eines Krimis wie auch die eines Märchens und die einer Sittenkömodie. Das eine oder andere Steampunk-Element ist ebenfalls zu entdecken. Auch die Figuren konnte ich eine zeitlang nicht greifen. Eine tragende Rolle spielt dabei auch der Schreibstil und der darin verflochtene Humor, der genauso subtil ist, wie ich es mag. Man muss für diese Geschichte Geduld mit bringen und muss bereit sein, sich auf den eigenwilligen Schreibstil, den subtilen, rabenschwarzen Humor und den ungewöhnlichen Genremisch einzulassen. Und man muss dem Buch vielleicht mehr Zeit lassen, als nur 50 Seiten, denn der Suchtfaktor entwickelt sich anfangs nur sehr langsam.  Ich gebe zu, anfangs hatte ich starke Schwierigkeiten mit Der Diener, die Dame, das Dorf und die Diebe, habe den Roan anfangs sogar wieder zugeklappt und weggelegt. Zweimal. Bis ich dann eines abends in der richtigen Stimmung war und es mich auf seine verquere Art vollkommen verzaubern hat.  (c) Books and Biscuit

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