Quirin Wimmer

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Rezension zu "Moskau light: Erlebnisse eines Geschäftsreisenden" von Quirin Wimmer

Vergnüglich, wenn auch veraltet
heinokovor einem Jahr

Der Autor, ein Osteuropa-Kenner, hielt sich einen Sommer lang in Moskau auf und berichtet im vorliegenden Büchlein auf eine sehr humorvolle und fein beobachtende Weise von seinen persönlichen Erlebnissen. Im Klappentext heißt es treffend: „Mit seinen Geschichten vermittelt er dem Leser Einblicke in Alltäglichkeiten sowie Bizarres aus einer Stadt im Aufbruch. Seine Beobachtungen haben nicht den Anspruch, in die Tiefe der russischen Seele zu dringen. Er ist fasziniert von der Authentizität des spontan Erlebten. Moskau light eben.“

In der Tat habe ich mit großem Vergnügen das Büchlein gelesen. Ich lernte die gigantische Stadt durch die Augen des Autors kennen, war mit ihm unterwegs ohne schweren geschichtlichen Ballast, aber mit großer Entdeckerfreude des Alltäglichen. Allerdings habe ich während des Lesens auch viel nachgeschlagen. Allein schon das imposante Gebäude des Moskauer Konservatoriums, in dem so viele große und ganz große Komponisten und Künstler lernten und lehrten, beeindruckte mich zutiefst, während der Autor lieber in einem ganz in der Nähe gelegenen Café saß, die vielen jungen Menschen beobachtete und den aus den geöffneten Fenstern herausdringenden unterschiedlichsten Instrumentenklängen lauschte.       

Aktuell leben 12,4 Mio. Menschen in Moskau, zum Zeitpunkt der Niederschrift des Buches (ca. 2005) waren es noch 9 Mio. Und genau da haben wir den Punkt, der mich unbefriedigt zurückließ, weil das Buch inzwischen in vielen Punkten veraltet ist. Je weiter ich las, desto dringender wurden meine Fragen: Und wie ist es heute? Was hat sich in welcher Weise geändert oder auch nicht? Sind die Taxis immer noch so verschlissen und im Innenraum liebevoll von Hand tapeziert? Gibt es noch die wodkafröhlichen Bootsausflüge auf der Moskwa mit den in die Jahre gekommenen Highspeed-Raketas? Sollte man nach wie vor das kyrillische Alphabet beherrschen, wenn man sich nicht in dieser Riesenstadt verirren wollte? Gibt es noch die Sesselliftbahn mitten in Moskau? Und wandern nach wie vor Russen, als Lenin verkleidet, über den Roten Platz, um sich für ein paar Rubel von Touristen fotografieren zu lassen?

Also mit anderen Worten – das leider veraltete Buch hat mich sehr, sehr neugierig gemacht auf diese beeindruckende Stadt. Insofern hat es mir eine Tür geöffnet – was will man mehr.

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