Rainer Vollath Zwei Lieben

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Inhaltsangabe zu „Zwei Lieben“ von Rainer Vollath

Berlin 1938. Der 28-jährige Fritz wird im Berliner Tiergarten von der Gestapo ertappt, verhaftet und ins KZ gebracht. Sieben Jahre verbringt er in Sachsenhausen und Flossenbürg. Was ihm beim Überleben hilft, ist seine Liebe zu dem jungen Häftling Jan aus Warschau. Bei Kriegsende trennen sich jedoch ihre Wege für immer. Aus Angst vor Repressalien führt Fritz nach dem Krieg in Berlin jahrzehntelang ein Doppelleben und traut sich nicht, zu seinem Schwulsein zu stehen. Doch dann wird 1969 der Paragraph 175 entschärft, ein frischer Wind weht in der Metropole. Fritz versucht, eine Entschädigung für die im KZ erlittenen Qualen zu bekommen - und er lernt Will kennen. Der Autor erzählt in sich zeitlich abwechselnden Kapiteln den Überlebenskampf im KZ und das Aufkeimen der Schwulenbewegung in der Berliner Nachkriegszeit. In klarer, nüchterner Sprache zeichnet er das Leben eines Mannes nach, der es trotz seiner - aus einer bedrückenden Vergangenheit herrührenden - Ängste schafft, ein Selbstbewusstsein als schwuler Mann zu entwickeln und sich seinen Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.

Lesen - es geht um zeitlose, zentral wichtige Lebensthemen.

— SGvR
SGvR

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    Zwei Lieben
    SGvR

    SGvR

    06. May 2016 um 10:56

    Packende Schilderungen, gehen auch an die Nieren, dem Thema angemessen. Das Buch ist für mich ein "Wake-up-call": Der Weg in zu Rechten von Menschen auf ihre Selbstbestimmung ist immer wieder mit meterhohen Mauern verstellt. Das erleben viele von uns, wenn sie es sehen wollen, täglich auch noch heute. Wichtig ist, dass der Blick auch auf Frauen fällt, die Opfer von Gewalt werden. Das Buch wirkt auf seine Weise für die Menschlichkeit. 

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  • Rezension zu "Zwei Lieben" von Rainer Vollath

    Zwei Lieben
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. April 2012 um 10:19

    Fritz, der Protagonist des Romandebüts von Rainer Vollath, ist homosexuell. Mit ihm erlebt der Leser Fritz’ Leben vor, während und nach dem Nationalsozialismus. Fritz verbringt den gesamten zweiten Weltkrieg in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Flossenbürg, aber auch nach dem Ende des Naziregimes wird sein Leben nicht so grundlegend verbessert, wie man es sich vielleicht wünschen möchte. Gemeinsam mit Fritz durchlebt der Leser einige Situationen des Lager”lebens” und findet sich danach gemeinsam mit dem Protagonisten auf einer Suche nach dessen Selbst wieder. Fritz als Person erscheint zunächst nicht als besonders herausragend auf charakterlicher Ebene (sicherlich aufgrund seiner Lebensumstände) – weder im direkt positiven noch negativen Sinne, besitzt aber dennoch eine ganz spezielle Eigenwilligkeit, weshalb ich das Buch als sehr gelungen bezeichnen möchte. Fritz erscheint menschlich, bleibt seiner Linie treu und lässt den Leser damit mitempfinden. Erwähnenswert finde ich auch eine Art Abstumpfung/Kühle/Oberflächlichkeit, die sich manchmal in einer nüchtern erscheinenden Erzählweise äußert, aber gerade dadurch wahrscheinlich so eindringlich und authentisch ist. Zusammenfassend kann ich diesen Roman auf jeden Fall weiterempfehlen. Gesagt werden muss aber, dass es sich hierbei weder um eine reine Liebesgeschichte, noch um eine Schilderung des Lebens Homosexueller in den KZs handelt. Dieses Buch ist vielmehr die Aufzeichnung des Lebens eines fiktiven Mannes, der beide diese Dinge erlebt und durchleben musste.

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  • Rezension zu "Zwei Lieben" von Rainer Vollath

    Zwei Lieben
    Alabriss

    Alabriss

    27. October 2010 um 16:15

    Zwei Lieben - Rainer Vollath Man darf sich von dem hübschen jungen Mann auf dem Cover nicht täuschen lassen - dies ist keine Romanze im eigentlichen Sinn. Die Gefühle zwischen Fritz und Jan werden in einem brüsken und rauhen Ton beschrieben, der einen krassen Gegensatz zu der Tiefe der Geschichte bildet. Fritz hat das KZ überlebt, versteckt sich und seine Gefühle aber noch immer, als er im Radio hört, das der Paragraph 175 entschärft wurde. Zuerst kann er mit dieser Information wenig anfangen, aber dann beginnt er langsam und vorsichtig, sein Leben zu verändern. Immer wieder denkt er zurück an seine Erlebnisse im KZ, an Hunger, Schmerz, Verrat und an Jan, der ihn aufrecht hielt, so wie er ihn aufrecht hielt. Ein schönes, ergreifendes Buch, zu einem Thema das oft vergessen wird.

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