Der verbotene Schlüssel

von Ralf Isau 
3,6 Sterne bei74 Bewertungen
Der verbotene Schlüssel
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (38):
MiSoLis avatar

Eine interessante Idee, spannend umgesetzt und doch fehlte mir irgendwas.

Kritisch (8):
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Das Buch zog sich ziemlich... Ich persönlich fand es jetzt nicht so toll :/ fand die Geschichte des Jungen auch total langweilig, nich meins

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Inhaltsangabe zu "Der verbotene Schlüssel"

Ein Buch über die Macht der Fantasie und die Kraft der menschlichen Seele

'Manche Dinge bleiben besser für immer unentdeckt.' Nur kurz denkt die 14-jährige Sophia an diesen Rat, als sie das Erbe ihres geheimnisvollen Großvaters annimmt: eine komplexe kleine Maschine, die wie ein Uhrwerk voller Zahnrädchen und Halbkugeln aussieht. Als Sophia mit dem Schlüssel – vor dem ein Brief des Großvaters eindringlich warnt – das Uhrwerk aufzieht, findet sie sich in einem bizarren, gefährlichen Reich wieder. Mekanis, das perfekte, gefühllose Land, erwacht durch sie zu neuem Leben. Und Sophia ist keineswegs allein: der Junge Theo ist seit Jahrhunderten in dieser Welt gefangen. Und der dunkle Herrscher des fremden Reichs lauert mindestens ebenso lange auf die unheilvolle Chance, die Sophia ihm jetzt eröffnet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570401392
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:cbj
Erscheinungsdatum:13.08.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    MiSoLis avatar
    MiSoLivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eine interessante Idee, spannend umgesetzt und doch fehlte mir irgendwas.
    alte Mythen, historische Ereignisse und mechanische Gegenstände

    Schon das erste Kapitel beginnt mysteriös und das setzt sich  während der gesamten Handlung fort. Es gibt zwei  Handlungsstränge, die im Verlauf der Geschichte mehr und mehr zusammenlaufen: Einmal die Geschichte von Sophia, die die Weltenuhr von ihrem Großvater erbt und damit sofort in große Gefahr gerät und dann die Geschichte von Theo, die schon sehr viele Jahre vor Sophias begann, sich aber schließlich mit der von Sophia verbindet.

    Die Handlung ist durchgehend spannend, da Sophia und Theo von Anfang an von dem Herrscher der Zeit, Oros, gejagt werden. Dieser spürt die beiden oftmals viel zu leicht auf, was teilweise schon fast nervig wird und dadurch auch ein wenig die Spannung nimmt, obwohl es doch eigentlich das Gegenteil bewirken sollte.

    Interessant sind die verschiedenen Mythen und historischen Fakten, die der Autor in seine Handlung einbaut, wie zum Beispiel der „Zeitsprung“ im Jahre 1582, wo auf den 4. Oktober unmittelbar der 15. Oktober folgte.

    Manche Dinge in der Handlung blieben mir leider ein wenig unerklärlich, ich hätte mir ein paar mehr Informationen gewünscht, um die Logik dahinter vollkommen zu verstehen. Aber vielleicht ist das auch so gewollt, denn so bleibt die ganze Geschichte um Mekanis weiterhin ein Mysterium, das noch Raum zur Erforschung lässt. (Worauf auch der Epilog hinweist)

    Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und gut ausgearbeitet. Der Autor schafft es, sowohl die Gefühle und Handlungen der Jugendlichen als auch die der Erwachsenen glaubhaft und gut darzustellen. Auch die verschiedenen Wesen aus Mekanis sind großartig.

    Spannend finde ich auch, dass es Erik Kollin, Sophias Ururgroßvater tatsächlich gab.

    Eine, wie ich finde, witzige Sache muss ich hier noch anmerken: Der Notar, dem Sophia zu Anfang des Buches begegnet heißt Sibelius. Und später stellt sich heraus, dass ihr Vater Finne war und sie auch fließend Finnisch spricht. Ist es ein Zufall, dass der Notar nach dem bekanntesten finnischen Komponisten benannt ist?

    Es gibt zwei Haupthandlungsorte, wenn man es so will: Unsere Welt und Mekanis. Unsere Welt in ihrer heutigen Zeit ist gut beschrieben, ebenso wie in den Abschnitten, in denen die Handlung in weiterer Vergangenheit spielt. Wirklich beeindruckend ist aber Mekanis. Es ist, wie so vieles in dem Buch sehr detailliert beschrieben und es wirkt einfach so außergewöhnlich. Es ist beeindruckend, was für eine Fantasie hinter der Idee dieser Welt steckt.

    Der Schreibstil sagt mir leider weniger zu. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt. Die humorvollen Stellen wirken teilweise ein wenig aufgesetzt und konstruiert. So nach der Art „ich will jetzt mal lustig sein, wie macht man das denn?“ Ich habe gehört, dass man heute nicht mehr unbedingt den Genitiv verwenden muss.. aber in der Literatur hatte ich eigentlich erwartet, dass man das noch tut. Umso mehr störten mich Passagen in dem Buch, in dem das eben nicht der Fall war. Wie zum Beispiel hier: „Er wurde ermordet. Ich nehme an, wegen diesem Nürnberger Ei.“  Vielleicht erlaubt der Autor es sich hier, weil Sophia spricht, aber mich stört es dennoch.

    Eins muss man dem Autoren aber auf jeden Fall zugute halten: Er hat einen wahnsinnig ausgefeilten und abwechslungsreichen Wortschatz. Viele kurz aufeinanderfolgende Wortwiederholungen findet man sehr selten und alles ist äußerst bildlich beschrieben, sodass man sich als Leser Gebäude, Landschaften, Menschen, Wesen, einfach alles sehr gut vorstellen kann.

    Eine interessante Idee, spannend umgesetzt und doch fehlte mir irgendwas. Manche Zusammenhänge kamen mir nicht ganz schlüssig vor, auch wenn sich nach und nach doch ziemlich viel noch erklärte, von dem man zunächst dachte, dass es sich nie klären würde.

    Alles in allem aber doch eine sehr spannende und außergewöhnliche Geschichte, die einen alte Mythen und historische Ereignisse sowie mechanische Gegenstände, speziell Uhren, noch einmal in einem ganz anderen Licht sehen lässt.

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    minnimauss avatar
    minnimausvor 5 Jahren
    Isau kann es besser

    Dieses Buch zu bewerten fällt mir schwer, denn ich weiß nicht so recht, wie ich es finden soll.

    Ich hatte mich darauf gefreut, mal wieder einen richtig guten Isau zu lesen. Nur konnte das Buch meinen Erwartungen nicht gerecht werden.

    Ralf Isau versteht es Tatsachen und Geschichte mit Fiktion zu verbinden, das hat er auch hier wieder bewiesen.

    Seine Figuren sind immer liebevoll und vielschichtig ausgearbeitet, doch diesmal blieben sie leider blass. Man schlingert zwischen den Zeiten und Welten hin und her und lernt dabei niemanden so richtig kennen. Das führt dazu, dass einen die Geschichte recht kalt lässt und man nicht unbedingt weiter lesen möchte, um zu erfahren, wie es den Personen ergeht.

    Von der weiblichen Hauptperson Sophia erfährt man nur wenig und auch obwohl Theo viele Episoden aus seiner Vergangenheit erzählt, geht es kaum um ihn, sondern vielmehr um diese Weltenmaschine.

    Ich hatte teilweise Probleme, mir diesen Mechanismus vorzustellen, da war mir manches zu abstrakt. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, mir kamen einfach zu viele Fachbegriffe und philosophische Gebilde vor. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass Jugendliche von 12-16 Jahren, die ja eigentlich auch Zielgruppe sind, allen Gedankengänge folgen können. Zudem ist es einfach trocken zu lesen.

    Ich kann gar nicht sagen, ob es nur hier so ist, oder mir das in seinen anderen Büchern nicht aufgefallen ist, aber ich empfinde diesmal die Sprache sehr altbacken gewählt und mühsam zu lesen.

    Eigentlich finde ich diese Welten, die Herr Isau sich ausdenkt immer ganz besonders toll. Wenn ich nur an Neschan und Quassinja denke, was für toll gestaltete und durchdachte Welten! Da bekomme ich immer Lust, die Bücher wieder aus dem Regal zu holen und darin zu versinken.

    Die Welt Mekanis aus diesem Buch dagegen lernt man fast nur aus Theos Geschichten kennen und das auch nur dürftig. So gefühllos wie sie beschrieben wird, kommt sie auch bei mir an. Da möchte ich sicher nicht hinreisen. Die treuen Weggefährten, wie man sie auch in seinen anderen Romanen findet, kommen hier nur ganz kurz und als Randerscheinung vor. Das ist schade! Anscheinend konnte der Autor sich nicht entscheiden, welchem Schauplatz er mehr Platz geben soll. Aber so bekommt der Teil in der Gegenwart und der Teil in Mekanis einfach zu wenig Aufmerksamkeit. Da hätte man lieber die Ausflüge in die Vergangenheit gekürzt.

    Trotzdem ist die Geschichte durchaus lesenswert und hat auch ihre spannenden Momente. Nur ist man von Isau eben anderes gewohnt.

    Ich verbuche das als Ausrutscher und mache einen neuen Versuch, mit seinem nächsten Werk.

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    LilaLeseeckes avatar
    LilaLeseeckevor 5 Jahren
    Der verbotene Schlüssel


    Story und Charaktere:

    Sophia ist 14 Jahre alt, Waise und stammt aus einer alten Uhrmacherfamilie. Ihre Eltern starben bei einem Autounfall an gleichzeitigem Herzstillstand. Ein Fakt, den Sophia nicht wirklich glauben will. Richtig skeptisch wird sie, als sie das Erbe ihres Großvaters antreten soll, den sie bisher weder kannte noch jemals vorher gesehen hat und die Nachricht erhält, dass er ebenfalls an plötzlichem Herzstillstand verschieden sein soll.
    Neben einer kleinen Eigentumswohnung erbt Sophia „Das merkwürdigste Buch der Welt“ und ein Fabergè-Ei, das man bisher nur aus Skizzen kannte. Obwohl der Notar Sophia eindringlich davor warnt, das Fabergè-Ei zu öffnen, bevor sie das Buch ihres Großvaters gelesen hat, kann sie nicht anders, als einen Blick hineinzuwerfen. Ein seltsames kleines weiteres Ei steckt darin und mit ihm ein wundersamer Schlüssel.
    In der Wohnung ihres Großvaters will sie das kleine Ei nun öffnen, bemerkt aber vorher, dass seltsamerweise sämtliche Uhren in allen Räumen um exakt 13:16 Uhr stehengeblieben sind – dem Todeszeitpunkt ihres Großvaters. Während sie es sich auf einem Sessel bequem macht und anfängt, das ihr hinterlassene Buch zu lesen, um herauszufinden, warum sie das kleine Ei nicht öffnen soll, fangen die Uhren plötzlich wieder an zu ticken – exakt eine Woche nach dem Tod ihres Großvaters.
    Das Buch, das er ihr hinterlassen hat, enthält eine seltsame Geschichte – den Mythos von Ys. In ihm ist vom „Buch der Zeit“ die Rede und einem Stundenwächter, der es auf genau dieses abgesehen hat. Dieses Buch soll sich nun in Sophias Besitz, in Form des kleinen Eis im Fabergè-Ei befinden. Sophia glaubt natürlich kein Wort davon, steckt den Schlüssel in das Ei, dreht ihn herum und muss schon bald feststellen, dass das keine gute Idee war.
    Plötzlich befindet sie sich in Mekanis und dort ausgerechnet im Labyrinth der Zeit. Decken und Wände bewegen sich und drohen sie zu zerquetschen. Hektisch bewegt sie sich durch die seltsamen Gänge, bis sie auf Theo trifft – einen Jungen aus dem 16. Jahrhundert, der ihr prompt erzählt, dass er Sophia aus seinen Träumen kennt.
    Er erzählt ihr außerdem vom kosmischen Mechanismus und wechselt mit Sophia in die Menschenwelt zurück. Ab jetzt beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Benutzen des Welteneis, hat Sophia den Stundenwächter auf sich aufmerksam gemacht. Er ist der Herrscher von Mekanis, einer Welt, in der alles mechanisch ist und ihm damit unterwürfig. In ihrer Welt braucht er nur jemanden zu berühren, um ihn zu einem willenlosen Roboter zu machen.
    Theos und Sophias Aufgabe ist es nun, dafür zu sorgen, dass Oros, der Stundenwächter, wieder in seiner Welt verschwindet und dort für immer erstarrt. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellen soll.

    Obwohl Sophia die Hauptprotagonistin des Buches von Ralf Isau sein soll, nimmt diesen Platz schon bald Theo ein. Theo stammt aus dem 16. Jahrhundert und erzählt im Laufe des Buches seine Geschichte, wie er in Mekanis gelandet ist, was es mit dem Weltenei auf sich hat und wie dessen Funktionsweise ist. Er erzählt uns von Oros, dessen Leben und Eigenschaften, sowie dessen Boshaftigkeit und weist uns außerdem immer wieder darauf hin, wie mechanisch unsere Welt geworden ist. Durch ihn hören wir von griechischen Personen, deren Namen dem ein oder anderen sicher geläufig sind. Er erzählt uns von seinem Meister Poseidonios, dessen Gehilfe Agamemnon, einem Flüchtigen namens Hyrkan und auch Pythagoras bleibt nicht unerwähnt. Während man sein Leben verfolgt, stellt er uns viele tolle Charaktere vor – wie etwa seine Freunde, die er in Mekanis gewonnen hat. Aus irgendeinem Grund besitzt Theo die Gabe, Maschinen zu beseelen, wenn er sie in dieser seltsamen Mechanikwelt berührt. Sobald er das tut, haben die Maschinen plötzlich einen freien Willen und handeln nicht mehr, wie es ihnen die Befehle ihres Herrschers vorschreiben. Auf diese Weise gewinnt Theo ein paar sehr ausgefallene Freunde hinzu.
    Theo ist es auch, der uns die Nebencharaktere, die uns auf den 505 Seiten begegnen, belebt. Durch ihn erhalten wir jede Menge Hintergrundwissen zu den einzelnen Figuren, sodass sie nicht einfach nur ein Name bleiben. Geschickt verstrickt Ralf Isau hier eine Geschichte mit einem Text der randvoll an Informationen ist.

    Sophia, die in den Zwischenkapiteln zur Geschichte von Theo die Hauptfigur ist, ist diejenige Figur, die das Abenteuer voranbringt. Durch sie kommt man immer näher an die Lösung heran, auf dessen Suche sie sind. Mit ihrer Luftbibliothek (dem Internet), begeistert sie Theo immer wieder. Da er aus dem 16. Jahrhundert stammt, ist das ganze neumodische Zeug schwer für ihn zu begreifen. Eines jedoch weiß er ganz genau – Oros kann jede Maschine beherrschen und kontrollieren. Genau das kommt ihnen auch immer wieder in die Quere, denn wo in unserer Welt, gibt es keine Technik? Vom Ipod bis zur Straßenampel ist alles mechanisch und damit für Oros verwendbar, um ausfindig zu machen, wo die beiden stecken und um sie aufzuhalten.

    Oros ist der Böse in diesem Buch. Er ist der Stundenwächter, der die Zeit regiert – würde er jedenfalls gerne, denn es gibt ganz exakt eine Sache, die er nicht beherrschen kann – Uhren. Sie bleiben einfach stehen, wenn er kommt und unterwerfen sich ihm nicht. Gefährlich ist nicht nur seine Berührung, sondern auch sein Blick. Mit Stock und Brille als Blinder getarnt, macht er einen hilflosen Eindruck. Sobald er die Brille jedoch absetzt, ist sein Blick tödlich.

    Neben diesen drei Figuren, die uns durch das gesamte Buch begleiten, tauchen viele weitere liebenswerte Charaktere auf, die der Leser ins Herz schließen wird. Ich habe ganz besonders den kleinen goldenen Bären Arki ins Herz geschlossen, über den ich euch aber nicht zu viel verraten will. Er ist auf jeden Fall eine tolle kleine helfende Hand, in diesem riesigen Zeitspektakel.

    Was mir besonders gefallen hat:

    Ralf Isau hat dieses Buch auf dem Hintergrund geschrieben, dass er sich mit dem Verschwinden der Zeit zwischen dem 4. und 15. Oktober 1582 auseinandergesetzt hat. Wir alle wissen vom gregorianischen Kalender, doch in wie weit stimmt das alles, was uns darüber erzählt wird? Wo sind die 10 Tage hin, die hier einfach verschwunden sind? Genau darum geht es in diesem Buch.
    Wir haben hier also einen historischen Moment, um den sich alles zu drehen scheint. Um gleich in dieser historischen „Schublade“ zu bleiben, präsentiert uns Ralf Isau eine Geschichte, in der es von historischen Momenten und Personen nur so wimmelt. Wir hören vom Brand der Bibliothek von Alexandria, der Rettung wichtiger Papiere daraus, von griechischen Philosophen, sowie von griechischen Götter- und Heldensagen. Eine Mischung mit der Gegenwart, die die Geschichte lebendig werden lässt. Das macht Ralf Isau auch zu einem so außergewöhnlichen Schriftsteller. Ich kenne keinen zweiten, der die Vergangenheit so wunderbar mit der Gegenwart verbindet und daraus so fantastische Fantasybücher zaubert. Obwohl seine Bücher immer eine höhere Seitenanzahl haben, wirken sie auf mich sehr kurzweilig. Ich habe mich auch hier wieder keinen Moment gelangweilt.

    Neben dem genannten historischen Punkt, spricht er außerdem einige Dinge aus dem „wahren Leben“ an. Er sorgt dafür, dass man sich Gedanken darüber macht, wie frei unser eigener Wille eigentlich ist, wie viel Selbstbestimmung wir noch haben und darüber, was ein einziger Gedanke für eine Wirkung erzeugen kann. „Sind wir uns der Wirkung unserer Gedanken auf unser Tun bewusst?“ Diese Frage stellt Ralf Isau im Nachwort zu seinem fantastischen Roman. Wenn man ihn gelesen hat, wird die Beantwortung der Frage mit Sicherheit nicht mehr so eindeutig ausfallen, wie sie am Anfang vielleicht noch erscheinen mag.
    Mit seiner mechanischen Welt Mekanis, greift er der Frage voraus, was passieren würde, wenn wir plötzlich nur noch handeln, aber nicht mehr fühlen würden. Handeln setzt nicht voraus, dass wir unseren Verstand verwenden, sondern, dass wir dem Folgen, was uns vorgeschrieben wird. Sind wir bereits an dem Punkt angekommen, wo wir uns in genau diese Richtung bewegen? Ralf Isau ist und bleibt nicht unbedingt leicht verdaulich. Das, was er mit seinen Büchern erschafft, ist immer auch ein individuelles in sich Hineinhorchen.

    Ralf Isaus Schreibstil, seine Ideen, Charaktere und Geschichten entführen mich jedes Mal erneut in eine fantastische Welt, die der unseren gar nicht so fern ist. Aus jedem Buch nehme ich mindestens einen Charakter mit, den ich danach nie wieder vergesse. Er schafft es tatsächlich, dass Nebencharaktere so wunderbar wirken, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

    Zusatz Altersempfehlung und Zielgruppe:

    Was ich für weniger geschichtsbegeisterte Menschen etwas schwierig finde, ist die Fülle an Namen und kleinen Andeutungen auf verschiedene geschichtliche Epochen, Figuren etc. Damit könnte der Text für den ein oder anderen sehr ermüdend wirken oder auch etwas verwirrend sein. Vielleicht findet sich hier und da auch ein schwebendes Fragezeichen über den Köpfen. Wer sich also lieber mit „einfacher“ Fantasy auseinandersetzt, könnte es hier ein bisschen schwerer haben.
    Gerade die Leseempfehlung ab 12 Jahren lässt mich etwas unschlüssig zurück. Ich glaube einfach, dass dieser Roman besser für höhere Alterskategorien geeignet ist, um den Text wirklich zu verstehen. Da die Hauptprotagonistin selbst 14 Jahre ist, denke ich, dass dies auch das geeignetere Lesealter ist, wenn betreffende Person zur Zielgruppe gehört.

    Gestaltung:

    Die Gestaltung des Covers ist einfach aber wirkungsvoll. Passend zum Titel wurde der verbotene Schlüssel abgebildet, der sich vom rot-schwarzen Hintergrund abhebt. Er hat ein paar Zahnrädchen, einen Flügel und hängt an einer Kette. Oben am Titel wurden ebenfalls zwei Zahnräder abgebildet. Die Gestaltung des Covers sagt im Endeffekt mehr aus, als es im ersten Moment den Anschein haben mag. Aber so ist es mit den Büchern von Ralf Isau immer. Selbst das unscheinbarste Element auf dem Cover, kann am Ende die größte Bedeutung haben.

    Wertung:

    Ich denke, aus obigen Text geht klar hervor, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat. Für mich persönlich stimmt hier einfach alles – trifft es doch voll meinen eigenen Geschmack. Da ich allerdings wirklich denke, dass das Buch hier und dort etwas kompliziert und schwierig sein mag, wenn man sich mit griechischer Geschichte und Mythologie nicht so super auskennt und deshalb den Humor dahinter vielleicht auch nicht immer versteht und ich außerdem der Altersempfehlung nicht ganz zustimme, ziehe ich dem Buch einen Stern dafür ab und vergebe 4 Lila-Lesesterne.

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    pelznases avatar
    pelznasevor 6 Jahren
    Historisches Interesse vorausgesetz

    Sicher werden nun einige Fantasy-Fans ungläubig die Hände ringen, aber für mich war “Der verbotene Schlüssel” der erste Roman von Ralf Isau. Bislang hatte ich seine Bücher eher gemieden und nun weiß ich auch, wieso. Wobei das jetzt weit dramatischer klingt als es ist. Denn die Geschichte an sich hat mir schon sehr gut gefallen. Dieser Mix aus Handlung im Heute und Handlung weit zurück in der Vergangenheit, im alten Griechenland und im alten Rom ist schon etwas ganz Besonderes, und es ist Ralf Isau einwandfrei gelungen, beide Zeitebenen miteinander zu verweben. Dabei trifft man in der Vergangenheit auf Charaktere wie Agamemmnon, hört vom Trojanischen Krieg, bekommt einen Einblick in die Zeit von Cäsar und vieles mehr. So gibt es nebenbei durchaus auch etwas zu lernen. Die Handlung im Heute dagegen ist eher auf Spannung und Abenteuer ausgelegt und bedient sich dabei solch modernen Elementen wie dem Internet, dem iPhone und dem Berliner U- und S-Bahn-Netz.
    Hier begleitet man Sophia und ihren Freund Theo und es geht ausgesprochen spannend zu. Einen besonderen Reiz übt es aus, das Theo aus der Vergangenheit kommt und mit der Welt von heute so seine Schwierigkeiten hat. Ich habe über manche Szene geschmunzelt, in der Sophia ihm die Errungenschaft der heutigen Zeit nahezubringen versucht. Gleichzeitig wird einem als Leser in diesem Teil der Geschichte aufgezeigt, wie sehr wir von Automaten und Maschinen umgeben sind. Das regt hier und da zum Nachdenken an. Eine kleine, zarte Liebesgeschichte gibt es auch, die aber erfreulicherweise nie im Vordergrund steht und dem Rest so die Schau stiehlt.
    Ich für mich muss allerdings zugeben, dass ich die Teile des Buches, in denen Theo seine Geschichte erzählt, eher quer gelesen habe. Denn erstens weiß man meistens schon, wie die Episoden ausgegangen sind (immerhin lebt Theo ja noch und hat auch schon vorher dieses oder jenes mal angesprochen), und zweitens gibt es für mich kaum etwas Langweiligeres als Geschichten aus so lange vergangener Zeit. Von den alten Griechen udn Römern, die mich schon zu Schulzeiten gequält haben, ganz zu schweigen. Diese Abschnitte hätten für mich gerne kürzer ausfallen dürfen.

    Da ich mich wie gesagt mit Theos Erzählungen ziemlich schwer getan habe, habe ich mehrere Tage für dieses Buch gebraucht. Da die Passagen im Heute mich aber immer wieder gut entschädigt haben, habe ich doch immer wieder zum Buch gegriffen und mich auch gut und spannend unterhalten gefühlt. Dass man oft seitenlang Dialoge zu lesen hat, lockert zusätzlich auf.

    Der Umschlag mit dem leuchtend roten Hintergrund und dem titelgebenden Schlüssel ist ein echter Hingucker. Alle Motive und auch der Titel-Schriftzug sind im Prägedruck gehalten, was mir ja immer sehr gut gefällt. Da streiche ich so gerne drüber. Ein Lesebändchen hätte ich für dieses Buch sehr schön gefunden.

    Fazit:   Ohne jeden Zweifel ein spannender Fantasy-Roman mit einer gewagten Mischung aus dem Heute und der Vergangenheit, die sehr stimmig umgesetzt wird. Wer im Gegensatz zu mir auch noch Interesse für besagtes Vergangenes aufbringt, der wird mit diesem Buch rund um zufrieden sein.

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    Buchwaerterins avatar
    Buchwaerterinvor 6 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Hallo Ihr Lieben,

    heute möchte ich Euch ein Buch von meinem absoluten Lieblingsautor, Ralf Isau, aus meiner Teenagerzeit vorstellen. Er ist einfach ein unglaublicher Autor und konnte mich bis jetzt jedes Mal mit seinen Werken ins seinen Bann ziehen. Außerdem lassen sich seine Bücher recht fix lesen, da sie leicht verständlich und unheimlich spannend geschrieben sind.

    Sophie hat vor kurzem ihre Eltern verloren und zudem nie ihren Großvater kennengelernt, doch genau von diesem bekommt sie nun etwas vererbt, weil auch dieser unter merkwürdigen Umständen verstorben ist. Neben dem „Merkwürdigsten Buch der Welt“, welches das handschriftliche Vermächtnis ihres Großvaters enthält, hat er ihr ein juwelengeschmücktes Ei von Carl Peter Fabergé vermacht. In dem bezaubernden Osterei befindet sich eine uralte Taschenuhr die das „Nürnberger Ei“ genannt wird und aus dem Jahre 1582 stammt und ein unglaubliches Geheimnis verbirgt.

    In seinen Aufzeichnungen warnt ihr Großvater Sophie eindringlich davor die Uhr aufzuziehen:

    »Sie ist nämlich weit mehr als eine gewöhnliche Uhr. In Wahrheit ist sie ein kosmischer Mechanismus, der großes Unheil birgt. Fasse am besten ihren vergoldeten Schlüssel gar nicht erst an. Tu einfach so, als sei es Dir bei Todesstrafe verboten, ihn anzurühren. Wer ahnungslos das Uhr-Ei in Gang setzt, könnte damit die ganze Welt zum Stillstand bringen.«

    Wie Ihr Euch sicherlich denken könnt hält sich Sophia nicht an diese Warnung, weil sie sie für die Phantasien eines alten etwas verschrobenen Mannes hält und so beginnt das fantastische Abenteuer…

    Wie schon erwähnt handelt es sich bei Ralf Isau um einen meiner Lieblingsautoren, daher bin ich vielleicht nicht ganz objektiv, wenn ich Euch Der verbotene Schlüssel empfehle. Doch auch mir gefallen nicht alle Werke von ihm bzw. mache auch ich Unterschiede bei der Bewertung seiner Bücher also keine Bange! Wer ein spannendes Abenteuer rund um die Wirren und Ränkespiele des Herrschers der Zeit lesen will ist mit diesem Einzelband wirklich gut beraten.

    Viel Spaß beim Lesen, Eure Buchwärterin.

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    Chrissi92s avatar
    Chrissi92vor 7 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Schöne Geschichte, erinnert mich irgendwie ein bisschen an den Film Hugo Cabret ... dennoch sehr gut , bisschen eigenartig an machen Stellen aber nett , flüssig geschrieben und auf jeden Fall spannend!

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    Maggis avatar
    Maggivor 7 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Dies war mein zweites Buch von Ralf Isau und wieder hat er es geschafft mich zu fesseln. Diesmal aber eher mit dem Erzählstrang, der in der realen Welt spielt, als mit seiner fiktiven Welt.

    Dieser Roman, für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet, spielt einmal in unserer Welt zu verschiedenen Zeiten im Verlauf der Geschichte und andererseits in Mekanis, einer Welt mit unbeseelten Wesen aus Metall.
    Sophia erbt von ihrem kürzlich verstorbenen Großvater "Die merkwürdigste Geschichte der Welt" und ein Fabergé-Ei mit einer geheimnissvollen Uhr darin.
    Zusammen mit dem Jungen Theo versucht sie Licht ins Dunkel ihrer und seiner Geschichte zu bringen.
    Rasch geraten sie in einer rasante Verfolgungsjagd, es verfolgt sie niemand anderes als Oros, der Herr der Zeit, der die Macht hat die ganze Welt in Stillstand zu versetzten, sollte er das Uhr-Ei in seine Gewalt bringen können.
    Die Jagd fand ich immer spannend erzählt, gekonnt durchbrochen von Theos und Sophias Lebensgeschichte, die den Charakteren Tiefgang geben.
    Leider konnte ich mit Mekanis nicht warm werden, die Welt blieb fremd und ungreifbar, selbst die an sich tollen Wesen, die von Theo beseelt wurden konnte ich erst spät in mein Herz schließen. Ich war immer froh, wenn die Geschichte wieder in die wirkliche Welt sprang.
    Daher ziehe ich in der Gesamtwertung einen Stern ab für ein gelungenes Buch mit kleinen Schwächen.

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    Rekymantos avatar
    Rekymantovor 7 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Inhalt:
    Das Buch „Der verbotene Schlüssel“ von Ralf Isau handelt von den Abenteuern der verwaisten Sophia Kollin, die von ihrem Großvater ein rätselhaftes Fabergé-Ei erbt, in dessen Innerem sich ein komplexer Mechanismus verbirgt. Als Sophia diesen aufzieht, findet sie sich in Mekanis, einer komplett mechanischen Welt, wieder. Gemeinsam mit dem Jungen Theo, den sie aus Mekanis befreit, muss sie sich nun Oros, dem König von Mekanis und selbsternanntem Herrscher über die Zeit, entgegenstellen, welcher versucht die Welt der Menschen in seine Gewalt zu bringen.

    Rezension:
    „Abenteuerlich, originell, spannend und klug“ – so lautet zumindest die unbescheidene Selbstdarstellung auf dem Schutzumschlag des Buches. Und obwohl Eigenlob bekanntlich stinkt und ich daher gerne etwas Gegenteiliges behauptet hätte, muss ich an dieser Stelle zugeben, der Schutzumschlag hat Recht. Was allerdings zuerst nach den großen Stärken des Buches klingt, ist meiner Meinung nach zugleich seine größte Schwäche.

    Ich hatte beim Lesen das Gefühl, der Autor hat krampfhaft versucht, allen Ansprüchen, die an das Buch gestellt werden könnten, gerecht zu werden. Viele der verschiedenen Facetten eines Buchs (Spannung, Humor, Romantik, Tiefgang usw.) klingen in „Der verbotene Schlüssel“ zwar an, bleiben aber oberflächlich. Ein bisschen so, als würde man bei einem Büffet, überwältigt von der großen Auswahl, einfach alles auf seinen Teller stapeln, ohne darauf zu achten, dass man so viel gar nicht essen kann (ohne das einem schlecht wird).

    So zieht sich etwa die moralische Kernaussage (über Freiheit und Macht der Gedanken) durch das gesamte Buch, bleibt aber kraftlos und wirkt aufgesetzt. Zugleich dekoriert Isau seine Geschichte mit einer sich (unglaubwürdig) schnell entwickelnden Liebesbeziehung und, etwas überzeichnet wirkenden, Kampfszenen. Auch wenn ich persönlich nichts gegen eine wenig eingeschränkte Zielgruppe einzuwenden habe, scheint mir die Handlung doch ein bisschen zu sehr nach stereotypischen Vorlieben konzipiert worden zu sein. Sozusagen nach Schema Liebesgeschichte für die Mädchen – Roboterkämpfe für die Jungs.

    Isaus Schreibstil allerdings wirkt überwiegend locker und ist angenehm zu lesen. Realitätsbezüge, speziell Ortsbeschreibungen, sind äußerst präzise und detailreich. Der Autor scheint hierbei über ein umfangreiches Hintergrundwissen über Handlungsorte der Geschichte und deren Hintergründe, wie zum Beispiel die griechische Mythologie zu verfügen – oder täuscht dieses zumindest geschickt vor.

    Fazit:
    Insgesamt macht „Der verbotene Schlüssel“ dennoch Spaß, bleibt aber hinter seinem eigentlichen Potential zurück. Gut zu lesen für Mädchen und Jungen ab 12 Jahren. Ich vergebe knappe 3 von 5 Punkten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Ein Fantasy Roman für Jugendliche ? Was uns da bloß erwartet ?
    Persönlich und symphatisch wird das Buch schon auf den ersten Seiten die ein Interview mit dem Autor enthalten, auf denen er ein bisschen über das Buch, seine Entstehungsgeschichte und seine Ideen beim Verfassen des Buches preisgibt. So hat das Buch ein Bild und auch einen „Charakter“.
    Voller Vorfreude blättert man die ersten Seiten durch und lässt sich von dem jungen Mädchen in die Geschichte „hineintragen“. Behutsam, ja fast liebevoll baut Isau die Handlung auf. Hier bekommen Jugendliche die ersten Berührungspunkte mit der Geschichte, sind doch die Darsteller doch im gleichen Alter wie die Zielgruppe. Das weckt Assoziationen aber auch erwachsene Leser sind nicht abgeneigt das Abenteuer zu beginnen, machen doch die gemachten Andeutungen, die Fragen die aufkommen neugierig darauf zu erfahren was des Rätsels Lösung sein könnte.
    Leider ist es aber auch so das immer wieder kehrende Rückblicke mit schöner Regelmäßigkeit die Spannung aus dem Buch nehmen. Ob dies nun gewollt oder zufällig ist das erkennt man als Leser leider nicht. Zum Teil sind die Rückblicke auch verwirrend oder mit derart vielen Namen gespickt das es einem sogar temporär das eigentliche Lesevergnügen nimmt, man das Buch entnervt zur Seite legt.
    Im völligen Gegensatz dazu steht der andere Handlungsstrang. Voll Power, Spannung und Emotionen hat der Leser den Eindruck mittendrin statt nur dabei zu sein. Gute Fantasy so wie sie sein sollte. Die Seiten gleiten einem durch die Hände, man ist ganz in dieser Welt gefangen und möchte wissen was passiert und wie es weitergeht.
    Die angesprochene Thematik lässt natürlich viel Raum für Grübeleien und eigene Interpretationen.
    Ob das jedem 12jährigen schon so einfach gelingt sei mal dahingestellt. Ansonsten denke ich mir das den Leser es sicher freuen wird mal kein 08/15 Buch in der Hand zu halten. Das Cover welches entsprechend gestaltet ist verstärkt da den Eindruck ebenfalls.
    Einzig allein der Preis der gebundenen Ausgabe könnte sauer aufstoßen, da der Roman zwar durchaus sehr gute Teile hat, aber eben auch fast genauso viele langatmige wie langweilige Passagen.
    Als Taschenbuch sicher eine Anschaffung wert aber in der gebundenen Ausgabe wahrscheinlich nur für echte Isau Fans interessant.

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    Sheerisans avatar
    Sheerisanvor 7 Jahren
    Rezension zu "Der verbotene Schlüssel" von Ralf Isau

    Kurzbeschreibung:

    »Manche Dinge bleiben besser für immer unentdeckt.« Nur kurz denkt die 14-jährige Sophia an diesen Rat, als sie das Erbe ihres geheimnisvollen Großvaters annimmt: Der alte Mann, den sie nie selbst gekannt hat, vermacht ihr eine komplexe kleine Maschine, die wie ein Uhrwerk voller Zahnrädchen und Halbkugeln aussieht. Und dazu einen Schlüssel – vor dem ein Brief des Großvaters eindringlich warnt. Der verbotene Schlüssel – Sophia kann ihm nicht widerstehen: Sie zieht das Uhrwerk auf und findet sich in einem bizarren, gefährlichen Reich wieder. Mekanis, das perfekte, gefühllose Land, erwacht durch sie zu neuem Leben. Und Sophia ist keineswegs allein: Theo, ein ebenso rätselhafter wie anziehender Junge, ist seit Jahrhunderten in dieser Welt gefangen. Und der dunkle Herrscher des fremden Reichs lauert mindestens ebenso lange auf die unheilvolle Chance, die Sophia ihm jetzt eröffnet.

    Bewertung:

    Jetz in diesem Moment, wo ich diese Rezension schreibe, muss ich wieder an das Buch denken und mich fragen: Sind wir Menschen wirklich so sehr von der Technik abhängig? Leider muss ich sagen ja, denn wenn es die Technik nicht geben würde, könnte ich jetzt nicht diese Rezension hier auf meinem Blogf schreiben, und ihr könntet sie nicht lesen. In seinem neusten Jugendroman schafft es Ralf Isau den Leser wieder auf ein Thema hinzuweisen, dass aktueller nicht sein kann in Zeiten von Facebook und Twitter. Zwar handlet es sich in diesem Buch nicht um eine Art „Surrugate“ (Film mit Bruce Willis, in dem sich die Menschen nur noch von ihren Avataren vertreten lassen), aber Herr Isau schafft es uns in Form eines netten Jungen namens Theo, der das letzte Mal im 16. Jahrhundert lebte , aufzuzeigen, dass unser Leben in fast allem von der Technik beherscht wird.

    Das Buch wird aus zwei verschiedenen Zeiten erzählt. Die eine Seite spielt in der Gegenwart und erzählt dem Leser was Sophia und Theo in der Gegenwart erleben. Der andere Treil des Buches führt uns immer wieder Zeitweise in die Vergangenheit von Theo. Dabei war ich besonders beim ersten Sprung zwischen Gegenwart und Vergangenheit etwas verwirrt, da für mich nicht von Anfang an klar war, das Theo nun seine Geschichte erzählt. Dies änderte sich jedoch im Laufe des Buches. Abgesehen von meiner Verwirrung am Anfang gab es für mich ein einziges großes Manko, was auch zu einem Punktabzug führte. Die Geschichte um Sophia und Theo spielt anfänglich in Berlin, der Heimatstadt von mir als auch Herrn Isau. So ist es nicht verwunderlich, dass Herr Isau sich hier besonders gut auskennt und dies in seinem Buch bei einer Jagdt durch Berlin auch verwendet, doch für mich las es sich teilweise wie ein Stadtführer und besonders für Leser die Berlin nicht kennen, könnte ich mir vorstellen, dass sie die vielen Ortsnamen und Beschreibungen als langatmig und dadurch auch als lanweilig empfinden könnten.

    Sieht man von diesem Schwachpunkt des Buches einmal weg, so wird man mit sehr sympatischen Charakteren belohnt. Besonders Theo war mir ans Herz gewachsen und ich konnte Sophias zarte Zuneigung, die sich im Laufe des Buches entwickelt, nach vollziehen. Besonders zum schmunzeln hat mich folgender Abschnitt gebracht:

    Sie sprach aus eigener Erfahrung. Ihre Zurückhaltung, insbesondere dem männlichen Geschlecht, gegenüber ließ nicht zu, die eigenen Empfindungen ausführlicher zu schildern. Dass Theo nämlich so offen über sich und seine Gefühle gesprochen hatte, berührte sie zutiefst. Fast hätte sie geheult, als er sich zu seiner unverwüstlichen Kindheit bekannte. Andere Jungen wollten immer cool sein. Aber welches Mädchen wünschte sich schon Kälte an ihrer Seite? Theo war wohltemperiert wie das Leben selbst.

    Ich bin sicher jede Frau wünscht sich einen wohltemperierten Partner an ihrer Seite :) . Wie in seinen meisten Büchern dürfen hier alte Bekannte natürlich nicht fehlen, so begegnen wir wirklich sehr kurz Oliver Pollock aus dem Museum der gestohlenen Erinnerungen und etwas länger Nico dei Rossi und Laura dei Rossi aus dem Roman „Der Herr der Unruhe“.

    Der Schreibstil gefiel mir wieder sehr gut, er lies sich flüssig lesen, wirkte jedoch nicht zu kindlich und einfach gestrickt, so dass ich mich auch als Erwachsene beim lesen nicht unterfordert fühlte. Besonders die lockere Dialoge zwischen Sophia und Theo an einigen Stellen brachten mich manchmal zum schmunzeln.

    Fazit:

    Von meiner Seite aus, ist „Der verbotene Schlüssel“ wieder ein intelligentes Jugendbuch, dass jeden zum Nachdenken animieren sollte. Herr Isau verbindet hier wieder Fantastisches mit Realem was in eine wunderbare Geschichte hineingewoben worden ist. Einzig die Flucht vor Oros durch Berlin ist gerade für nicht Berliner etwas langatmig und hätte kürzer ausfallen können. Daher vergebe ich für dieses Buch vier von fünf Möhrchen.

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