Die Pestärztin

von Ricarda Jordan 
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Die Pestärztin
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Ich fand "Die Pestärztin" von Ricarda Jordan leider nicht so gut. Die Handlung war vorhersehbar, unrealistisch und die Charaktere waren klis...

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Inhaltsangabe zu "Die Pestärztin"

Mainz 1348: Der schwarze Tod wütet in der Stadt, und eine junge Heilkundige nimmt den Kampf mit ihm auf: Lucia verfügt über außergewöhnliche medizinische Kenntnisse. Doch auf dem Höhepunkt der Epidemie verliert sie ihren wichtigsten Mitstreiter und den Mann, den sie liebt: den Pestarzt Clemens von Treist. Die Stimmung in der Stadt schlägt um, und Lucia muss nach Landshut fliehen. Dort holen sie die Schatten ihrer Herkunft ein

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404270682
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:15.08.2011
Das aktuelle Hörbuch ist bei Lübbe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor einem Jahr
    aufgeklärt durchs Mittelalter

    Hinter einem Hurenhaus in einer regnerischen Nacht von einer jüdischen Hebamme zur Welt gebracht, hat Lucia nicht unbedingt, dass was man einen guten Start nennt. Doch dann wird sie Ziehtochter eines reichen jüdischen Kaufmanns, dessen maurische Haushälterin das wissbegierige Kind unter ihre Fittiche nimmt und ihr die Lehren des orientalischen Arztes Ibn Sina näher bringt. Für ihr weiteres Leben stellt es sich als praktisch heraus über medizinisches Wissen zu verfügen, insbesondere als die Pest in Mainz wütet. Sie kann die Weisheiten des Ibn Sina an den Totkranken erproben und zeitigt sogar Heilerfolge. Als jedoch der Mob das Judenviertel stürmt und ihr Pesthaus, dabei in Flammen aufgeht, muss sie fliehen. Heimat- und mittellos geht sie nach Bayern wo sie aufgrund einer Verwechslung wieder in einem jüdischen Haushalt landet, aber das Glück ist nur von kurzer Dauer.

    Nachdem ich viele Krimis gelesen hatte, war ein historischer Mittelalterroman genau die richtige Abwechslung. Zumal Ricarda Jordan so spannend schreibt, dass ich förmlich durch die Seiten flog. Ich mochte vor allem die Hauptfigur Lucia richtig gern. Sie ist wissbegierig, sprachgewandt und medizinisch interessiert. Durch sie lernte ich den Alltag jüdischer Familien, Bürgersfamilien und Adeligen im Mittelalter besser zu verstehen. Als gebildete Frau ist sie ihrer Zeit weit voraus und legt eher ein aufklärerisches Weltbild an den Tag. Was zu der Zeit natürlich gefährlich ist, da manch anderer schon für weniger auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Lucia muss erkennen, dass auch sie erst durch eine Ehe an Freiheit gewinnt, dabei hat sie noch den Vorteil aus Liebe geheiratet zu haben. Natürlich waren einige Wendungen doch arg vorhersehbar und einige Dinge gingen für meinen Geschmack zu glimpflich, fast schon zu glatt über die Bühne, dennoch fand ich dass die Autorin gute Recherchearbeit abgeliefert hat. Auch wenn man das hin und wieder nicht unbedingt in belehrende Sätze hätte packen müssen, sondern es ein bisschen geschickter einfließen lassen können.

    Alles in allem war es ein toller Roman und ich bin Lucia gern gefolgt, egal wohin der Weg sie führte. Meinen Ausflug ins Mittelalter habe ich jedenfalls sehr genossen und ich werde bestimmt zum Wiederholungsleser was die Autorin betrifft.

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    Traudichvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Super
    Ein sehr lesenswertes Buch

    Das Buch ist interessant und fesselnd von vorne bis hinten.

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    nasas avatar
    nasavor 2 Jahren
    Die Pestärztin


    Die Pestärztin von Ricarda Jordan erzählt die Geschichte einer jungen Frau die sich in den verschiedensten Schichten des Mittelalters zurecht finden muss.

    Mainz 1330: Auf einem Hinterhof wird Lucia zur Welt gebracht. Ihre Mutter stirbt bei der Geburt und die jüdische Hebamme nimmt sie erst mal mit und sorgt dafür das sie gut versorgt wird. So geschieht es das Lucia unter ungewöhnlichen Umständen groß wird. Abends und Nachts wird sie im Haus von  Christen erzogen und tagsüber lebt sie unter Juden wo ihr auch der Glauben der Muslime näher gebracht wird. Ihre Ziehmutter Al Shifa lehrt sie die verschiedensten Sprachen und bringt ihr auch Grundkenntnisse der Heilkräuter und der Medizin bei. Als sich ihr jüdischer Ziehbruder David von Speyer in Lucia verliebt hat das schwere Folgen für Lucia die ihr ganzes weiteres Leben was sich von Grund auf ändert. 

    Ricarda Jordan die auch unter dem Pseudonym Sarah Lark bekannt ist, hat hier einen Farbenprächtigen Mittelalterroman geschaffen. Durch ihren sehr leichten und bildhaften Schreibstil kommt man schnell in die Geschichte rein. Auch die Charaktere werden alle sehr lebendig geschildert so das man mit ihnen mitfühlt. Es entsteht regelrecht ein Kopfkino und man kann das Buch nur schwer zur Seite legen. 

    Der Titel ist meines Erachtens schlecht gewählt da Lucia nur kurze Zeit als Pestärztin auftaucht. Im großen und ganzen geht es in dem Buch doch eher um ihr gesamtes Leben. Wie zerrissen sie zwischen den verschiedenen Religionen ist, wie sie trotz Rückschlägen immer weiter macht und vor allem fest dabei bleibt ihre Heilkünste zu vertiefen indem sie sich immer weiter mit den verschiedenen Pflanzen auseinandersetzt. Auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz, denn Lucia glaubt an die echte Liebe zwischen Mann und Frau und kann den Zwangsehen nichts abgewinnen.

    In diesem Buch ist Lucia die Hauptprotagonistin die eine starke Persönlichkeit hat. So zeigt sich das sie für ihre Zeit sehr viel eigenständiger handelt als es für eine Frau damals üblich war. Auch fand ich das einige Themen eher runter gespielt wurden und andere zu sehr aufgebauscht. Zudem gab es mir zu viele Zufälle die für Lucia immer von nutzen waren. Das Ende war zwar okay, aber doch etwas zu dick aufgetragen. Auch hätte ich mich über ein Nachwort gefreut, denn so bleibe ich eher skeptisch zurück. Denn ob die Erziehung von Lucia wirklich so hätte stattfinden können mag ich doch zu bezweifeln und sehe es eher als künstlerische Freiheit der Autorin.

    Alles in allem ein solider Mittelalterroman der sich als einstieg in diese Materie gut eignet.

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    Gelindes avatar
    Gelindevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine sehr emotionale und toll erzählte Geschichte, eine Reise in eine ganz andere Welt
    Die Pestärztin

    Die Pestärztin, von Ricarda Jordan

    Cover:
    Sehr passend, eine Frau in Historischem Gewand und mit Kräutern.

    Inhalt:
    Eine schwere Zeit: Mainz 1348.
    Eine Frau hat nicht viel zu sagen und kaum Rechte, die Pest geht um, und die Juden müssen mal wieder für alles Schlimme herhalten.
    Lucia kommt unter schlimmen Umständen zur Welt. Der Vater ist tot, als Verbrecher gehängt, die Mutter stirbt bei der Geburt, beider Identität wird nicht bekannt, nur dass sie auf der Flucht waren.
    Lucia hat vorerst Glück, sie wächst sozusagen in drei Gesellschaftschichten hinein, sie lernt das Judentum, das Christentum und auch viel der Muslime kennen, doch nirgendwo ist sie so richtig verwurzelt und zu Hause.
    Dann Schlägt das Schicksal hart zu und sie ist ganz unten. Doch sie schafft es wieder Fuß zu fassen, und als Heilkundige trifft sie auf den Arzt Clemens mit dem sie, als die Pest ausbricht, ein Pesthaus eröffnet.
    Doch auch hier schlägt das Schicksal wieder hart zu und nimmt ihr alles.
    Mittellos, schwanger und alleine macht sie sich wieder auf die Flucht.

    Meine Meinung:
    Die Geschichte führt uns in eine sehr dunkle Zeit zurück.
    Es ist der Autorin sehr gut gelungen diese harte Zeit einzufangen und wiederzugeben. Mit Lucia erleben wir alle Höhen und Tiefen sehr nah authentisch und voller Gefühle. Alle Protagonisten sind sehr gut charakterisiert, ihr Denken und Handeln wird sehr gut beschrieben.
    Einzig am Schluss wurde es mir zu sehr in die Länge gezogen, die Geschichte mit der Freundin hätte es für mich nicht mehr gebraucht (war mir dann auch ein bisschen zu unglaubwürdig)

    Autorin:
    Ricarda Jordan ist das Pseudonym von Sarah Lark.
    Als Ricarda Jordan schreibt sie tolle Romane aus dem Mittelalter und als Sarah Lark mitreißende Neuseelandschmöker.
    Sie wurde 1958 in Bochum geboren und lebt nun als freie Autorin in Spanien.

    Mein Fazit:
    Eine sehr emotionale und toll erzählte Geschichte, eine Reise in eine ganz andere Welt.
    Von mir 4 Sterne.

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    Sabine17s avatar
    Sabine17vor 5 Jahren
    Die Pest

    Im 14. Jahrhundert wird ein Kind im Hinterhof eines Mainzer Hurenhauses geboren. Eine vorbeikommende Hebamme kann das neugeborene Mädchen retten, die Mutter stirbt. Die Hebamme nimmt das Kind mit und kann erreichen, dass es in der Familie bleiben kann, wo sie in dieser Nacht bei der Entbindung eines weiteren Mädchens behilflich ist. Lea, die Tochter des reichen jüdischen Kaufmanns Benjamin von Speyer, und Lucia, das „Hurenkind“ wachsen wie Geschwister auf. Erzogen werden sie von der Maurin Al Shifa, die Lucia wie eine Tochter betrachtet.
    Lucia hat das Glück, am Unterricht von Lea und ihren beiden älteren Brüdern teilzunehmen. Sie ist sehr wissbegierig und lernt von Al Shifa Arabisch, um die Schriften von berühmten Ärzten aus dem Orient zu lesen.

    Doch kurz bevor Lea und Lucia ins heiratsfähige Alter kommen, sorgen die von Speyers dafür, dass die beiden Mädchen nicht mehr so viel Zeit miteinander verbringen. Lea wird in die Lehre zu einem Schneider gegeben und muss von morgens bis abends bei kargem Essen arbeiten und hat nur eine kleine Kammer. Lea verlobt sich und bereitet sich auf ihre Hochzeit vor.
    Dann bricht die Pest in Mainz aus und die Juden geraten immer mehr in Gefahr, weil wie gewohnt ihnen die Schuld am Ausbruch der Krankheit gegeben wird. Lucia trifft durch Zufall auf den Pestarzt Clemens. Beide zusammen versuchen mit den Heilmethoden aus den arabischen Ländern die Erkrankten zu retten. Lange bleiben Lucia und Clemens von der Pest verschont und können auch einige Behandlungserfolge erzielen. Doch dann erkrankt Clemens an der Pest und als der Mob in Mainz losbricht und mordend und brandschatzend durchs Judenviertel zieht, sterben alle, die Lucia lieb und teuer sind. Als Hexe verunglimpft gelingt es ihr mit Mühe und Not aus Mainz zu fliehen.

    Doch dies ist erst der Beginn zu weiteren Abenteuern. Wird Lucia ihr Glück im Leben doch noch finden?

    Dieses fast 700 Seiten dicke Werk gibt einen guten Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit: das Leben der Juden in Deutschland, die Pest, die Heilmethoden, die Stellung der Frau, das höfische Leben und die Riten und Gebräuche der Ritter. Die Autorin hat gut recherchiert und gibt das harte und uns oft ungerecht anmutende Leben im 14. Jahrhundert in Deutschland ungeschminkt wider.

    Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend geschrieben, so dass ich es nur ungern aus der Hand gelegt habe. Ich habe die ganze Zeit mit Lucia gelitten und gebangt und natürlich gehofft, dass Lucia noch ihr Glück findet.

    Kommentare: 2
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    Moosbeeres avatar
    Moosbeerevor 5 Jahren
    Typisch Ricarda Jordan/Sarah Lark...

    „Nun, die Wissenschaft nennt die Krankheit „Pestis bubonis“ oder „Morbus inguinarius“. Hippokrates und Galen erklären sie mit einer Fehlmischung der Körpersäfte, Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle. Man nimmt an, sie würde durch Miasmen, durch faul riechende Winde verbreitet…“

    Inhalt:
    Die Geschichte erzählt die ersten 20 Jahre aus dem Leben der Christin Lucia, die erst als „Findelkind“ bei einer jüdischen Familie in Mainz aufwächst, die dann kurzfristig als „Pestärztin“ an der Seite von Clemens von Treist arbeitet und schließlich aus der Stadt fliehen muss. Unterkunft findet sie – zumindest zeitweise – bei den Juden in Landshut und schließlich offenbart die Bekanntschaft mit der Herzogin Lucias wahre Herkunft…

    Meine Meinung:
    Auch als Ricarda Jordan bleibt die Autorin Sarah Lark ihrem Stil absolut treu: Geschichten, die gefühlt schon tausendmal erzählt wurden, werden so mitreißend beschrieben, dass man trotz aller Klischees und ein wenig zu vielen Zufällen, doch bis zur letzten Seite mitfiebert. Das turbulente Leben von Lucia wird zwanzig Jahre (von 1330 bis 1350) lang verfolgt. Fans von „klassischen“ historischen Romanen werden hier ein wenig den geschichtlichen Hintergrund vermissen. Ich allerdings fand die Fakten zu dem damaligen medizinischen Wissen und vor allem dem Vorsprung, den die arabische Welt damals bereits hatte, sehr interessant. Gefehlt hat mir dagegen ein wenig die abschließende Erklärung, was an diesem Roman fiktiv und welche Elemente historisch verbürgt sind. Der Pestausbruch 1349 in Mainz und auch die Funktion Landhuts als „Regierungssitz“ Bayerns und die Aufteilung des Reiches auf die drei Söhne des verstorbenen Herzogs kommen zwar am Rande der Geschichte vor, nehmen aber neben dem Romanteil mit jeder Menge Liebe und Leid nur einen sehr kleinen Teil ein. Insgesamt wurde ich aber bestens unterhalten und habe ja doch ein wenig über die damalige Zeit gelernt – besonders über die Lebensbedingungen in den Judenvierteln.

    Fazit:
    Von mir gibt es „trotzdem“ 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die einen historischen Roman mit vielen Wirrungen und Wendungen und einer starken Heldin suchen. Wer allerdings auf tiefere historische Informationen hofft, wird mit „Die Pestärztin“ nicht so glücklich werden.

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    Henriettes avatar
    Henriettevor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Pestärztin" von Ricarda Jordan

    Lucia wurde von einer jungen Frau geboren, die nach ihrer Geburt starb. Jeder nahm an, dass diese junge Frau eine Hure war. Durch Zufall und Glück wurde Lucia in einem jüdischen Haushalt aufgenommen und wuchs dort auf. Bis zu dem Tag, an dem der Sohn des Hauses ihr nachstellte. Sie verlor alles. Und wie das Schicksal spielt, fand sie eine Anstellung in einer Handwerkerfamilie. Doch das Unheil nahm weiter seinen Lauf. Die Pest wütete, die gesamte Familie verstarb. Lucia, anscheinend immun gegen die Pest, pflegte in diesem Haus Pestkranke, die keiner wollte. Sie lernt in dieser schwierigen Situation den Mann ihres Lebens kennen, Clemens von Treist. Und verliert ihn wieder durch die Pest.
    Doch auch für Lucia gibt es nette und schöne Seiten im Leben. Welche das sind, erfahrt ihr im Buch.

    Alles in allem war es ein sehr interessantes Buch. Juden, Pest, Adel. Es wurde nichts ausgelassen. Der Schreibstil war leicht zu lesen. Keine schwierigen medizinischen oder religiösen Textpassagen.
    In diesem Buch wird Lucia begleitet. Es ist kein historischer Roman über die Pest, oder die Juden. Nein, es ist einfach nur ein Roman mit historischem Rahmen. Wer hier mehr erhofft, wird enttäuscht sein.
    Meiner Meinung nach hätte die Geschichte auch kürzer erzählt werden können, es war manchmal ein wenig langatmig.
    Was aus der Geschichte historisch belegbar ist und was nicht, wie gut recherchiert es ist, kann ich nicht beurteilen. Das ist für mich nicht oberste Priorität, da ich einen Roman lese. Ich muss davon ausgehen, dass es Dinge gibt, die einfach aus der künstlerischen Freiheit entstanden sind. Und das ist für mich auch völlig in Ordnung.

    [B]Fazit:[/B] Ich vergebe für Lucias Geschichte vier von fünf Sterne.

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    Saralondes avatar
    Saralondevor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Pestärztin" von Ricarda Jordan

    Dieses Buch hat mir zunächst gut gefallen. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Kindheit des Findelkindes Lucia im Mainz des 14. Jahrhunderts und ihrer Ausbildung. Im zweiten Teil geht es gemäß dem Titel des Buchs um ihre Tätigkeit als Pestärztin. Diese beiden Teile sind sehr spannend und interessant. Dann kommt es jedoch zu einem Bruch, der einfach zu groß ist. Ab dem 3. Teil spielt die Pest praktisch keine Rolle mehr, sodass der Titel des Buchs schlicht irreführend ist. Auch die medizinischen Kenntnisse von Lucia geraten in den Hintergrund. Zudem sind einige Handlungsweisen der vom Schicksal gebeutelten Lucia vielleicht nachvollziehbar, für meine Begriffe jedoch unentschuldbar. Meine Sympathie für die Hauptfigur war danach stark eingeschränkt. Der Bruch zu den ersten beiden Teilen betrifft auch die Glaubwürdigkeit und das Niveau der Handlungsabläufe, beides nimmt immer mehr ab. Gegen Ende entwickelt sich die Geschichte derart unglaubwürdig und kitschig, dass ich mich nur noch geärgert habe und mit dem Buch fertig werden wollte. Außerdem war ich sehr enttäuscht, dass die Pest bzw. der Schwarze Tod nicht weiter thematisiert wurde. Ich interessiere mich sehr für diese schrecklichen Epidemien des 14. und 17. Jahrhunderts und hätte mir gewünscht, dass Lucia wirklich auch weiterhin als Pestärztin tätig ist. Die Frau kann schreiben, das beweist sie in den ersten beiden Teilen des Buchs, aber ihre Geschichten sollte sie sorgfältiger ausarbeiten und weniger kitschig und unglaubwürdig gestalten.

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    LiesaBs avatar
    LiesaBvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Pestärztin" von Ricarda Jordan

    Wir schreiben das Jahr 1348 und in Mainz bricht die Pest aus. Eine junge Frau nimmt den Kampf gegen diese schreckliche Krankheit auf...

    Der Titel "Die Pestärztin" verspricht einen unterhaltsamen Roman, zumal er von Sarah Lark geschrieben wurde, die uns mit ihren Neuseelandromanen begeistert hat.

    Diesen mittelalterlichen Roman veröffentlicht sie unter dem Synonym Ricarda Jordan.

    Der Beginn der Geschichte ist vielversprechend und mit einer wunderbaren Sprache erzählt. Diese flüssige Erzählweise behält die Autorin zum Glück während des gesamten Romans bei.

    Frau Jordan greift meiner Meinung nach zu viele Themen auf, die sie in den Lebenslauf der Protagonistin verwebt. Damit erhält die Geschichte zu viele Brüche, die nicht zueinander passen wollen. Zum Ende des Romans gleitet dieser meiner Meinung nach sogar ins Banale ab.

    In wie weit die Geschichte des 14 Jhd. recherchiert worden ist und somit authentisch, kann ich leider nicht beurteilen. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass eine junge, wenn auch reiche Bürgerliche Ritterromane in ihrer Jugend gelesen hat.

    Fazit: Man kann das Buch durchaus lesen, sollte aber keine intelligente, gut recherchierte Geschichte aus dem Mittelalter erwarten. Wer den Kitsch allerdings liebt, ist mit diesem Buch gut beraten.

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    B
    Bücherdiebinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Pestärztin" von Ricarda Jordan

    Lucie, ein Waisenkind , wächst zischen zwei Fronten auf: Einmal die Juden, bei denen sie Tagsüber lebt , fast als ein Mündel der Familie und Nachts, bei der christlichen Familie, die sie "adoptiert" haben.
    Als sie älter wird, muss sie das "Judenhaus" endgültg verlassen und dann bricht die Pest aus. Sie trifft auf den jungen Arzt Clemens von Treist und gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen den schwazen Tod auf. Doch dann werden sie getrennt und Lucie muss versuchen ihr Leben alleine zu Leben.

    Es lässt sich wunderbar flüssig lesen, wird nicht langweilig ,ist für meinen Geschmack nicht kitschig, aber: Die Pest selbst nimmt viel zu wenig Raum in der Geschichte ein. Wieso aber heißt das Buch "Die Pestärztin"?

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