Stefan Steinmetz Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman

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Inhaltsangabe zu „Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman“ von Stefan Steinmetz

Der Steampunk-Roman spielt in einem fiktiven Königreich Bayern, in dem es nur Dampfkraft und die Energie aus komplizierten Federwerken gibt. Im Jahr 1910 mietet der berühmte Professor Heisenberg das Dampfluftschiff Abendstern, um damit über den Atlantik zum legendären Land America zu fahren, einem Land von dem die alten Ägypter berichteten, das jedoch von keiner Schiffsexpedition je entdeckt wurde. Schiffe, die über den Atlantik nach Westen fuhren, kehrten nie wieder. Mit von der Partie ist Heisenbergs neunzehnjährige Tochter Emma, die nach einem Unfall etliche mechanische Teile trägt, wie eine mechanische Lunge und ein Aufziehwerk anstelle eines Herzens. Auch eins ihrer Augen ist künstlich. Auf dem Weg zu dem unbekannten Kontinent kommen sich Emma und Christian von Reichshofen, der Kapitän des Luftschiffs näher. In America entdecken sie riesige Laufvögel, Schildkröten größer als Elefanten und Dinosaurier. Sie finden auch eine alte Indiokultur und suchen nach dem fernen Pyramidenland der Ägypter, wo es Silber in Massen geben soll. Da Silber im Königreich Bayern wesentlich wertvoller ist als Gold, könnte sich die alte Legende als riesiger Schatz entpuppen. Doch Professor Heisenbergs Benehmen wird immer verdächtiger. Ist er am Ende gar nicht der freundliche Forscher, für den er sich ausgibt? Und wieso scheint Emma furchtbare Angst vor ihrem Vater und dessen undurchsichtigem Diener Albert zu haben?

Das ist Steampunk. Alles ist erklärungsbedürftig und alles wird großartig erklärt. Nichts 'schnelles für zwischendurch', aber sehr gut!

— Romanfresser
Romanfresser

Eine tolle und abenteuerliche Liebesgeschichte in einer fantasievollen Steampunk-Atmosphäre.

— Gwynny
Gwynny
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  • Eine starke Geschichte und eine lange Reise!

    Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman
    Romanfresser

    Romanfresser

    01. August 2016 um 13:44

    ‚Hättest du nicht Lust, einen Steampunkroman zu lesen‘, fragte mich der Autor per Mail. ‚Klar gerne‘, antwortete ich und dachte erst nach Erhalt des Buches ‚Was ist eigentlich Steampunk?‘. Inzwischen, nach der Lektüre dieses Buches, weiß ich es und keine Sorge, wenn ihr weiterlest, werde ich es euch auch verraten. Alles dreht sich um Emma. Emma ist die Tochter eines Professoren Heisenberg, der sich ein Luftschiff mietet, um einen neuen Kontinent zu ent- und sich mit Silber von dort einzudecken. Emma assistiert ihrem Vater, spricht zahlreiche Sprachen, zeichnet exzellent und ist generell stets an der Seite ihres Vaters. Und, was man auch recht schnell merkt, sie ist halb mechanisch. Nach einem Attentat auf sie hat ihr Vater ihr ein mechanisches Herz, eine mechanische Lunge und ein künstliches Auge eingebaut. Nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass ihr Vater diese Mechaniken nutzt, um sie zu konditionieren, um sie gefügig zu machen – denn er hat die Kontrolle über ihren Aufziehschlüssel. Auch die Luftschiffbesatzung wird darauf aufmerksam und so nutzt sie die Situation auf dem Luftschiff auf, um Emma im Rahmen ihres Möglichen einige Freiheiten zu gewähren. Immer mehr Ungereimtheiten treten auf und es wird klar, dass der Professor nur ein herrschsüchtiger Jäger nach Silber ist, er keine wissenschaftlichen, sondern nur kommerzielle Motive hat. Nach der Entdeckung des Kontinents dort wird die Besatzung von den Einheimischen festgenommen, Emma kann durch ihre Mechanizität ihre Befreiung veranlassen; die Einheimischen sehen sie als Göttin an und sorgt dafür, dass ihr Vater mit seinem Assistenten gefangen gehalten bleibt. Nach einem Aufenthalt dort und einem Showdown auf der Rückreise ist der Vater besiegt, doch Emma wurde getroffen und muss operiert werden – Christian, der Bordkapitän, der auch in sie verliebt ist – hatte schon unterwegs ein neues Uhrwerk angefertigt. Doch nach der Operation ist Emma wie nach einem Schlaganfall kaum ansprechbar. Nach der Rückkehr nach Bayern kehren sie bei einem Bergvolk an einer heilenden Quelle ein, wo Emma geheilt werden soll – doch das Wasser der Quelle allein reicht noch nicht. Und auch nach dieser Episode vergeht noch einige Zeit, bis sich schließlich alles zum Guten wenden kann. Mit fast 300 Wörtern ist das eine unfassbar lange Zusammenfassung gewesen – und doch habe ich das Gefühl, kaum einen Eindruck vom Buch wiedergeben zu können, weil das Buch einfach enorm umfangreich ist. Meine Ausgabe hat 450 Seiten, die Schrift ist winzig und die Seiten groß. Inzwischen gibt es eine Ausgabe mit 700 Seiten, die eine etwas größere Schrift hat, aber auch an dieser wurde noch die kleine Schriftart bemängelt. Der Roman ist einfach irre umfangreich und es passiert jede Menge – was aber nicht unbedingt negativ zu verstehen ist. Ich finde, an einigen Stellen hätte man kürzen können, hätte man gut und gerne etwas weglassen können, einige Situationen neigen auch dazu, sich zu wiederholen. Andererseits ist es durchaus nachvollziehbar, dass Steinmetz sich in Details verstrickt, weil es in einer Parallelwelt spielt, in der alles erklärungsbedürftig ist. So war das auch gar nicht störend, lediglich Kleinigkeiten sind eben irgendwann redundant. Ganz persönlich hätte ich noch anzumerken, dass ich Verschriftlichungen von Dialekt nicht mag. Das ist so eine Eigenheit von mir, die mir im Buch aber das ein- oder andere Mal aufgefallen ist. Insgesamt aber fand ich das Buch mehr als gelungen. Es fühlt sich an, als befänden wir uns im frühen 19. Jahrhundert, Dampfmaschine und Elektrizität sind die Neuerungen der Stunde, Mechanik und Elektrik die dominierenden Motive des Buches. Und ziemlich genau dieser Geist der Weltausstellung von Chicago, der Eisenbahnen und Luftschiffe ist es, der das ganze Steampunk-Genre ausmacht. Es ist eine wahrhaft faszinierende Zeit, auch mein Lieblingsautor Hohlbein siedelt seine phantastischen Geschichten oft in dieser Zeit an. Die Charaktere sind klar definiert und machen im Prinzip nur wenig an Entwicklung durch. Heisenberg als zunächst versteckter Antagonist, Emma als die Hauptfigur, die auch tatsächlich eine emanzipative Wandlung durchmacht, viele weitere Charaktere bleiben allerdings eher unverändert – und das ist auch gut so, weil sie einen festen Bezugsrahmen für die ohnehin schon sehr dynamische Handlung mit häufigen Orts- und Besetzungswechseln bieten. So ist es dann auch in der Natur der Sache, dass trotz eines umfangreichen Epilogs und vieler abgeschlossener Enden einige Handlungsstränge unvollendet bleiben. Aber wirklich dramatisch ist auch das nicht, denn die enorm starke Handlung und die vielen guten Ideen des Romans trösten über diese kleinen Schwachstellen bei weitem hinweg. Wer also gerne Steampunkromane, also quasi die industrialisierte Form von Fantasyromanen, die ja gerne in einem stilisierten Mittelalter angesiedelt sind, liest, findet im Aufziehmädchen Emma einen wirklich gelungenen Vertreter seiner Art, bei dem man sich auf eine lange Reise einlässt, aber mit einer wahnsinnig starken Geschichte belohnt wird. Für das Buch vergebe ich so gut und gerne 4/5 Sternen. Überflüssig zu erwähnen, dass man dem Buch höchstens am Satz ansieht, dass es ‚nur‘ von einem Indie-Autor stammt, oder?

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  • Das Herz will, was es will. Egal ob aus Fleisch und Blut, oder Zahnrädchen und Federn.

    Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman
    Gwynny

    Gwynny

    16. July 2016 um 22:41

    FAKTENDas Buch „Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunk-Roman“ von Stefan Steinmetz ist erstmals am 21.10.2015 erschienen und wurde vom Autoren selbst verlegt. Es ist als eBook und Print erhältlich.INHALTEs treffen zwei Schicksale aufeinander. Das der jungen Emma, einer Frau mit einem Uhrwerk als Herz und weiteren, durch Technik ersetzten, Körperteilen. Von ihrem Vater auf Schlimmste misshandelt, eingeschüchtert und kontrolliert. Sie trifft bei der Planung einer folgenreichen Expedition auf den charmanten Luftschiffer Christian. Einen Mann, der in seinem Leben arg gebeutelt wurde und viel ertragen musste. Obwohl er um ein furchtbares Schicksal fürchtet, kann er sich den Gefühlen für Emma nicht entziehen. Auch sie verliert ihr Herz an ihn. Emma ist so verschüchtert, dass er und seine Crew beginnen zu forschen weshalb. Das Ausmaß ihres Geheimnisses schockiert sie alle. Kann Emma ihrem Vater entkommen, werden Emma und Christian je zusammen finden?SCHREIBSTIL/ FORMStefan Steinmetz hat hier eine unheimlich detaillierte Story geschaffen. Der technische Aspekt, die Emotionen – alles wird äußerst ausführlich beschrieben. Zum Teil finde ich das wirklich gut, denn ich bin in diese Richtung interessiert. Allerdings gibt es leider häufige Wiederholungen und die Beschreibungen der Details werden zu genau und langatmig gehalten. Das verursacht viele kleine Längen. Für jemanden der einfach die Geschichte genießen möchte, könnte es daher zu viel werden. Die Idee ist wirklich toll und ich habe das Buch auch gern gelesen, aber es wird dadurch etwas verleidet. Allerdings hat der Autor ein tolles Händchen dafür, ein Bild vor Augen entstehen zu lassen. Egal ob es um Menschen, die Umgebung oder Emotionen geht. Ich denke das Buch ließe sich auch gut verfilmen :) Besonders toll fand ich wie Dinge aus der realen Welt mit eingeflossen sind. Und für Gänsehaut und einmal ein paar Tränchen war auch gesorgt ;)CHARAKTEREEmmaEine junge Dame, die wegen ihres Lebens sehr zurückhaltend, ängstlich und scheu ist. Allerdings blüht sie unter der Crew von Christian richtig auf. Sie entpuppt sich als unglaublich mutige und liebenswerte Person. Sie legt eine nachvollziehbare Entwicklung hin und ist mir sehr ans Herz gewachsen.ChristianEin sehr charmanter Mann mit dem Herzen am richtigen Fleck. Aufgeschlossen und mutig. Er passt wunderbar zu Emma, aber er lässt seine Vergangenheit seine Gegenwart überschatten. Trotzdem tut er alles um ihr zu helfen.Es gibt echte Unikate bei den Protagonisten. Am liebsten ist mir Jochen mit seinem herrlichen Dialekt :) Jeder für sich ist greifbar und lebensecht. Auch die Antagonisten sind toll ausgearbeitet. Alle zusammen ergeben ein tolles Gefüge.MEIN FAZITEine schöne Geschichte mit Herzblut geschrieben, das merkt man. Der Autor hat viel Liebe fürs Detail an den Tag gelegt. Leider ist genau das zum Teil ein Problem. Ich denke das Buch hätte bestimmt an die 50 bis 100 Seiten weniger haben können und wäre dadurch in keinem Fall schlechter geworden. Für mich hat es sich dadurch einfach zu arg gezogen. Die Idee ist aber toll und es hat trotzdem Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Tolle Steampunk-Fantasy für alle, die es gern auch ein wenig abenteuerlich und romantisch zugleich mögen. Gerne empfehle ich es ab ca. 16 Jahren.MEINE BEWERTUNGHier gibt es 3 von 5 Zahnrädchen.©Teja Ciolczyk, 16.07.2016Mehr rund ums Buch findet Ihr auf meinem Blog Gwynny's Lesezauber

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  • Arme Emma

    Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman
    dieDoreen

    dieDoreen

    02. April 2016 um 17:33

    "Aufziehmädchen Emma" hat mich aufgrund des Klapptext angesprochen. Steampunk ist kein neues Genre für mich und ich mag das viktorianische Zeitalter gepaart mit technischer Moderne.Vom Format des Buches war ich dann allerdings erstmal erschlagen. Das Buch ist groß, dick und die Schriftart ist sehr klein. Ich konnte mich anfangs nur schwer in die Geschichte versetzen und hatte etwas Probleme mich von der Story fesseln zu lassen.Emma mochte ichauf Anhieb. Sie ist die tragische Figur in dem Buch. Vom Vater unterdrückt und überwacht muss sie erst lernen sich von dessen Fesseln zu lösen. Sie war mir eigentlich am sympathischsten. Mir gefiel die Idee, dass sie trotz des Aufziehwerks anstelle des Herzens wahre Liebe empfinden kann. Dabei steht in dem Buch die Liebesgeschichte aber nicht im Fordergrund sondern viel mehr das Abendteuer und die Entdeckungsreise.Das Setting hat der Autor sehr bildlich beschrieben, für meinen Geschmack ist er dabei aber oft zu sehr ins Detail gegangen. Ein paar Beschreibungen weniger und die Geschichte wäre dynamischer geworden. Leider fehlte mir auch etwas die Charakterentwicklung der handelnden Personen. Entweder sie waren nur "Gut" oder nur "Böse" etwas dazwischen gab es nicht. Schade, denn ich mag es wenn Charaktere beide Arten von Charaktereigenschaften haben. Bei so einer komplexen Geschichte wie hier hatte ich das irgendwie auch erwartet.Das Buch war eine Mischung aus Steampunk-, Abenteuer- und Fantasygeschichte, die eine sehr tragische Familientragödie zur Grundlage hat und erinnert tatsächlich ein wenig an die Romane von Jules Verne.Mein FazitEs fiel mir schwer eine Rezension zu dem Buch zu schreiben, da ich nicht weiß wie ich es bewerten soll. Ich habe diese Rezension auch lange vor mir hergeschoben. Trotz des Themas Steampunk und Abenteuer war es doch irgendwie anders als alle Bücher die ich bisher kenne. Liebevoll gezeichnete Charaktere treffen auf eine Abenteuergeschichte die sich manchmal in ihrem Detailreichtum verliert und doch steckt in diesem Buch so viel Symbolik und Liebe, dass es mir schon wieder sehr nahe ging. Wenn ich könnte würde ich mein Herz Emma geben, denn die Familientragödie ging ganz schön unter die Haut damit hatte ich nicht gerechnet.

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  • eine gelungene Mischung aus Steampunk und Fantasie

    Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman
    kleeblatt2012

    kleeblatt2012

    08. January 2016 um 22:07

    Theodor Heisenberg heuert das Dampfluftschiff "Abendstern" an, um mit Kapitän Christian von Reichshofen und dessen Crew in das legendäre America aufzubrechen. Mit an Bord kommen seine Tochter Emma und sein Leibdiener Albert. Emma ist jedoch kein gewöhnliches Mädchen. Nach einem Mordanschlag wurde ihr statt eines Herzens ein Uhrwerk eingebaut, dass sie nun am Leben erhält. Sie muss jeden Tag in einem komplizierten Prozess aufgezogen werden und ist dabei auf ihren Vater oder Albert angewiesen.  Unterwegs nach America lernt Emma die Crew näher kennen und auch den Kapitän Christian. Mehr und mehr fühlt sie sich ihnen zugehörig, weiß aber, dass sie sich dies eigentlich nicht leisten darf, denn ihr Vater ist nicht der, der er vorzugeben scheint. Je mehr Zeit alle miteinander verbringen, umso mehr merkt auch die Crew, dass Emma geholfen werden muss. Und so beginnt eine abenteuerliche Reise in das aufregende America, in das Land der unbekannten Möglichkeiten. Ein ungewöhnliches Buch. In jederlei Hinsicht. Zuerst möchte ich erwähnen, dass mein Exemplar eine sehr kleine Schrift beinhaltet. Ich hatte Mühe, in das Lesen hineinzukommen. War ich jedoch drin, lief alles wie geschmiert. Nach Rücksprache mit dem Autor wurde mir jedoch mitgeteilt, dass dies nunmehr verändert wurde und die Ausgabe ab November 2015 mit größerer Schrift ausgeliefert wird. Das Buch hat dadurch dann auch 130 Seiten mehr. Des Weiteren sind mir viele Wiederholungen aufgefallen, ohne die das Buch bestimmt um  einiges hätte gekürzt werden können. Lässt man diese beiden Dinge jedoch außer Acht, kommt das ungewöhnlich Positive ans Licht. Angefangen bei den mehr als sympathischen Charakteren und hier vorneweg Emma, Christian, Jochen und Leni bis hin zu der außergewöhnlichen Geschichte.  Hier bietet sich Steampunk vermischt mit der Kultur der Indios, dem Zeitalter der Dinosaurier und viel, viel Fantasie. Und es hat wirklich Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen.  Die Hauptperson Emma hatte es nicht leicht. Vom Vater ungeliebt, ausgestattet mit einem Uhrwerk statt eines Herzens sowie anderen mechanischen Ausstattungen (Beinprothese, ein mechanisches Auge und Ohr) und einer Kindheit, die ohne Freunde und Spaß abgelaufen ist. Aber auch das Leben als jetzt 19jähriges Mädchen ist für sie kein Zuckerschlecken. Ihre Schüchternheit steht ihr im Wege. An Bord der "Abendstern" scheint sie jedoch regelrecht aufzublühen und fühlt sich das erste Mal, als ob sie dazugehört.  Emma ist mir im Laufe des Buches sehr ans Herz gewachsen. Bei ihrer zerbrechlichen, schüchternen Art kann man nicht anders. Man entwickelt fast so etwas wie Muttergefühle für sie. Man will sie im Arm halten, ihr gut zureden und einfach für sie da sein.  Aber auch die anderen Charaktere sind liebenswert. Christian, der es allen recht machen möchte, Jochen, der sich mit seiner liebevollen Art und seinem "nach Schnauze reden" mehr Freunde als Feinde macht. Und Leni, die für Emma eine wertvolle Freundin wird. Die ganze Crew ist einzigartig und versucht es, Emma so leicht wie möglich zu machen. Und hier kommen wir dann auch wieder zu einem Manko. Alle sind gut, alle sind lieb, alle machen keine Fehler. Außer die "Bösewichte", und die sind dann so richtig durch den Wind. Es gibt kein Zwischendrin, kein Grau. Einfach nur Schwarz und Weiß. Dies fand ich ein bisschen schade.  Der Autor hat einen gewissen Hang zu Details. Und manchmal verliert er sich auch darin. Hier muss ich allerdings zugeben, dass es mich gar nicht so gestört hat. Im Gegenteil. So konnte ich mich besser in alles hineinversetzen, konnte mir die Orte vorstellen, die die "Abendstern" bereiste. Ich hatte mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen und muss mich der Meinung einiger anschließen, nachdem diese das Gefühl hatte, sich in einem Jules Verne Roman zu befinden. Einige Parallelen zog ich zu "20.000 Meilen unter dem Meer", aber auch zu "Reise zum Mittelpunkt der Erde". Trotzdem hat der Autor etwas Neues erschaffen und reisst immer wieder das Ruder herum, wenn es darum geht, sich Abenteuer auszudenken.  Vor allem die Fantasie, die der Autor eingesetzt hat, war für mich beeindruckend. Diese setzt er gekonnt ein und schafft damit eine völlig neue Welt (hier z. B. das fiktive Königreich Bayern), die von Geheimnissen nur so strotzt. Mich dort einzulesen, war faszinierend und nach Beendigung des Buches habe ich so die kleine Hoffnung, dass es vielleicht mal einen zweiten Teil dazu geben wird. Es gibt bestimmt noch vieles, dass der Autor noch nicht gesagt hat bzw. in diesem Roman nicht unterbringen konnte. Ihr merkt, das Buch hat mich dann doch begeistert. Auch wenn es Längen gab (durch Wiederholungen bzw. durch detaillierte Beschreibungen) und es auch durch die kleine Schrift etwas mühsam war, habe ich doch immer wieder gerne zu dem Buch gegriffen und mich mit der Crew der "Abendstern" auf große Fahrt begeben.  Wer mehr über den Autor wissen möchte, kann auch auf seiner Homepage vorbeischauen: www.stefans-geschichten.de. Dort gibt es auch unter dem Thread "Aufziehmädchen Emma" eine kleine Bildergeschichte á la Wilhelm Busch über den Elektriker Jochen, der gerne auch mal in Fettnäpfchen tritt. Näheres erfahrt Ihr jedoch erst, wenn Ihr das Buch gelesen habt. Fazit:  Trotz kleinerer Mängel ein absolut liebenswert abenteuerlicher Steampunk-Roman.

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  • Stefan Steinmetz - Aufziehmädchen Emma

    Aufziehmädchen Emma: Ein Steampunkroman
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. December 2015 um 14:51

    Kurzbeschreibung:  Im Jahr 1910 mietet der berühmte Professor Heisenberg das Dampfluftschiff Abendstern, um damit über den Atlantik zum legendären Land America zu fahren, einem Land von dem die alten Ägypter berichteten, das jedoch von keiner Schiffsexpedition je entdeckt wurde. Schiffe, die über den Atlantik nach Westen fuhren, kehrten nie wieder. Mit von der Partie ist Heisenbergs neunzehnjährige Tochter Emma, die nach einem Unfall etliche mechanische Teile trägt, wie eine mechanische Lunge und ein Aufziehwerk anstelle eines Herzens. Auch eins ihrer Augen ist künstlich. Auf dem Weg zu dem unbekannten Kontinent kommen sich Emma und Christian von Reichshofen, der Kapitän des Luftschiffs näher. In America entdecken sie riesige Laufvögel, Schildkröten größer als Elefanten und Dinosaurier. Sie finden auch eine alte Indiokultur und suchen nach dem fernen Pyramidenland der Ägypter, wo es Silber in Massen geben soll. Da Silber im Königreich Bayern wesentlich wertvoller ist als Gold, könnte sich die alte Legende als riesiger Schatz entpuppen.  Doch Professor Heisenbergs Benehmen wird immer verdächtiger. Ist er am Ende gar nicht der freundliche Forscher, für den er sich ausgibt? Und wieso scheint Emma furchtbare Angst vor ihrem Vater und dessen undurchsichtigem Diener Albert zu haben? *Quelle* Zum Autor:  Stefan Steinmetz wurde am 16.06.1962 geboren. Schon mit sieben Jahren schrieb er erste kleine Geschichten. 1989 fing er dann das Schreiben ernsthaft an und hat seitdem etliche Romane und unzählige Kurzgeschichten geschrieben. Meist spielen seine Geschichten in seiner saarländischen Heimat, auch die Alternativweltromane und die Steampunkgeschichten. Meinung:  Aufziehmädchen Emma spielt im Jahre 1910 im Königreich Bayern. Der Wissenschaftler Theodor Heisenberg mietet das Luftschiff Abendstern und seine Crew an, um das sagenumwobene Land America zu entdecken, was Amerigo Vespucci und den nachfolgenden Forschungsreisenden nicht vergönnt war, denn sämtliche Schiffe zu Wasser kamen nie von der Reise zurück. Doch nicht nur das Entdecken und Erforschen fremder Arten, Kulturen und Lebewesen hat der Gelehrte im Sinn, ihn trachtet es vor allem nach einem wertvollen Silberaufkommen in dieser Region, da er so gut wie pleite ist. Mit von der Partie sind sein undurchsichtiger Diener Albert Hansen und seine 19-jährige Tochter Emma, die vor einiger Zeit einem Mordanschlag zum Opfer fiel und seitdem mit einem künstlichen Auge, Bein und einem Uhrwerk statt eines menschlichen Herzens ausgestattet ist. Schnell freundet sich Emma mit der freundlichen Crew der Abendstern an, vor allem mit Pilot Christian von Reichshofen, in den sie sich verliebt. Bald wird klar, dass Heisenberg und Diener Albert mehr zu verbergen haben und Emma in sehr großer Gefahr schwebt. Stefan Steinmetz hat mit seinem Roman Aufziehmädchen Emma eine gelungene Mischung aus Steampunkwelt, Abenteuergeschichte und Familientragödie erdacht, die für interessierte Leser sehr unterhaltsam sein dürfte. Die 19-jährige Protagonistin Emma ist eine tragische Figur, die bislang kein leichtes Leben führen durfte. Ihre Mutter starb bei ihrer Geburt und seitdem gibt Vater Theodor Heisenberg ihr die Schuld am Ableben seiner Frau. Emma durfte nie das wahre Leben kennenlernen, sondern wurde vom Vater abgeschottet aufgezogen. Der Diener Albert spioniert ihr tagtäglich hinterher und hält Theodor über sämtliche Schritte Emmas auf dem Laufenden. Nach ihrem Unfall ist sie abhängiger denn je von ihrem Vater, der sie dies immer wieder spüren lässt und sie damit auch erpresst. Erst auf der Abendstern blüht Emma richtig auf, findet Freunde unter der Crew und verliebt sich sogar. Theodor Heisenberg wirkt anfangs noch sympathisch in seiner aufopferungsvollen Sorge um seine Tochter. Doch immer mehr kristallisiert sich sein wahres Gesicht heraus, denn seine Sorge gilt nicht wirklich ihr, sondern nur seinem Wohlstand und Ruhm, ferner ist er sehr kontrollsüchtig und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Mit Albert Hansen, seinem Diener, verfügt er über einen willigen Helfer, der auch vor Brutalität nicht zurückschreckt, wenn die Situation es erfordert. Die Crew der Abendstern freundet sich schnell mit Emma an, vor allem Kapitän Christian von Reichshofen ist vom ersten Blick an fasziniert von der jungen Frau. Aber auch die anderen Crewmitglieder haben keine Scheu vor ihr und werden für Emma eine Ersatzfamilie, die zu ihr steht und sie nach Kräften unterstützt. Die Handlung selbst gliedert sich in mehrere Teile. Zu Anfang lernt man alle Beteiligten kennen und erlebt die Fahrt der Abendstern nach America, um dort mit auf Forschungsreise zu gehen. Den eigentlichen Höhepunkt macht dann die Rückreise aus, die sich recht spannend gestaltet, da hier am meisten passiert. Die Steampunk-Elemente aber auch die Erforschung von Land, Lebewesen und Pflanzen spielen eine große Rolle. Diese werden von Stefan Steinmetz sehr detailliert beschrieben. Allerdings muss ich zugeben, dass mir diese Detailverliebtheit ein wenig zum Verhängnis wurde, denn dadurch ergaben sich für mich einige Längen im Buch, durch die ich mich kämpfen musste. Das Leid, das Emma durch ihren Vater erfahren muss, konnte mich allerdings mitreißen und berühren. Man kann mit der jungen Frau nur mitfiebern und hofft, dass sie den Fängen ihres Vaters entkommt. Auch die Auflösung, was es genau mit dem Mordanschlag auf sie auf sich hat, überrascht und verstört zugleich. Zwar enthält der Roman auch eine Liebesgeschichte, die aber nicht im Vordergrund steht und sich somit gut in die Handlung eingliedert. Für Leser von Steampunk-Romanen und Abenteuergeschichten à la Jules Verne, die auch vor sehr detaillierten Schilderungen nicht zurückschrecken, kann ich Aufziehmädchen Emma weiterempfehlen. Fazit:  Aufziehmädchen Emma ist eine gelungene Mischung aus Steampunk, Abenteuer- und Familiengeschichte, die mir allerdings an einigen Stellen zu detailliert erzählt wurde und somit einige Längen in der Handlung beinhaltete. Trotzdem konnte mich die Geschichte um Emma, ihren Vater und die Luftschiffer-Crew der Abendstern gut unterhalten.

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