Susanne Goga Die Sprache der Schatten

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Inhaltsangabe zu „Die Sprache der Schatten“ von Susanne Goga

Ein opulenter, farbenprächtiger Roman im Berlin des 19. Jahrhunderts Schwarze Schatten, schemenhafte Züge, abgewandte Gestalten. Eine eindringliche Szenerie und kein einziges Gesicht. Als Rika das namenlose Bild geschenkt bekommt, ist sie so fasziniert, dass sie beschließt, den Maler ausfindig zu machen. Ihre Suche führt sie in die Spandauer Vorstadt zu Anthonis, einem Außenseiter, talentiert und rätselhaft, der sich von der Welt zurückgezogen hat und meist nur noch eine Sache auf die Leinwand bringt: Menschen ohne Gesichter. Instinktiv weiß Rika, dass mehr dahintersteckt, als Anthonis sie glauben lassen will — und sie ist entschlossen, sein Geheimnis zu enthüllen …

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  • Leserunde zu "Das Haus in der Nebelgasse" von Susanne Goga

    Das Haus in der Nebelgasse

    Diana_Verlag

    Liebe Fans von Susanne Goga,Liebe LB-Leserinnen und LB-Leser, die historische Romane lieben,wir sind ganz begeistert (!), dass Susanne Goga zu ihrem neuen Roman Zeit für eine Leserunde mit EUCH haben wird! Ca. ab dem 06. Februar wird die Leserunde starten - bitte bewerbt Euch, wenn Ihr in der 2. und 3. Februarwoche Zeit für die gemeinsame Leserunde haben werdet - danke Euch!Und darum geht's in "Das Haus in der Nebelgasse" (gerade auf der Bestsellerliste eingestiegen!):Die SPIEGEL-Bestsellerautorin Susanne Goga lässt in ihrem neuesten Roman die detailliert recherchierte Geschichte Londons lebendig werden - Ein Labyrinth unter der Stadt, eine verschollene Familie und eine junge Frau, die ein jahrhundertealtes Geheimnis aufspürt.London 1900: Matilda Gray ist Lehrerin an einer Mädchenschule und führt das Leben einer für die Zeit ‚unabhängigen‘ Frau. „Ein neues Jahrhundert verlangt neue Wege“ ist ihr Motto. Als ihre ehrgeizige Lieblingsschülerin Laura Wellesley nicht mehr zum Unterricht erscheint, ahnt Matilda, dass etwas passiert sein muss. Zu plötzlich ist ihr Verschwinden, zu fadenscheinig sind die Begründungen des Vormunds. Eine verschlüsselte Botschaft, die ihr Laura auf einer Postkarte schickt, bringt Matilda auf die Spur des Mädchens. Ihre Suche führt sie zu dem bekannten Londoner Historiker Prof. Stephen Fleming vom ‚King's College‘ - und mit ihm zu einem jahrhundertealten Geheimnis, tief hinein in die verborgenen Winkel der Stadt.Vor der historischen Kulisse Londons um 1900 verwebt Susanne Goga meisterhaft eine spannende Spurensuche mit einer zarten Liebesgeschichte. Ihr gelingt wieder ein raffiniert erzählter Roman voller Geheimnisse, in dem die DeLiA-Preisträgerin von 2012 mit starken Frauenfiguren sowie einem besonderen Gespür für Atmosphäre und Spannung überzeugt. Insbesondere die ‚Stadt unter der Stadt‘ aus früheren Jahrhunderten wird hier lebendig. Die Buchausgabe ist mit einer Klappenbroschur inkl. Stadtplan (reprod. von 1908) ausgestattet. Hier geht's zur Leseprobe.Seid Ihr neugierig geworden? Dann bewerbt Euch doch gerne hier. Wir drücken Euch die Daumen! Natürlich sind auch alle Leserinnen und Leser zur Leserunde eingeladen, die vielleicht schon das druckfrische Buch in der Hand halten! Bis bald undHerzliche Grüße, Euer Team des Diana Verlags.

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  • Facettenreiche Darstellung Berlins im 19. Jahrhundert

    Die Sprache der Schatten

    hermine

    25. March 2014 um 23:42

    Der Roman setzt im Jahre 1876 ein und spielt in Berlin. Rika Hesse, die noch jung ist und aus dem kleinbürgerlichen Milieu kommt, befindet sich am Grab ihres um einiges älteren Ehemannes. Dieser leitete eine Fabrik für Mäntel, in der auch Rikas Mutter, Klara Müller, arbeitete. Zur Familie gehört auch der Stiefsohn Alexander und die jüngere Stiefschwester Anna. Nach dem Tod von Rikas Mann wird Alexander der Vorsteher der Familie Hesse. Alexander will Anna mit einem adligen Mann verheiraten, doch Anna hat andere Pläne. Sie verliebt sich in den Juden David Löwenstein. Alexander entbrennt in Liebe zu seiner Stiefmutter Rika und möchte ihr seine Gefühle gestehen. Er schenkt Rika ein Bild, da er von ihrem Kunstinteresse weiß und sie damit für sich gewinnen will. ... Susanne Gogas bildhafter Schreibstil lässt den Leser sehr schnell ins Geschehen eintauchen. Durch die teilweise Irreführung des Rezipienten bleibt die Spannung stets erhalten. Die Charaktere werden mit ihren positiven und auch negativen Zügen gezeichnet, so dass der Leser Sympathie oder Antipathie ihnen gegenüber empfinden kann. Außerdem ist eine große Bandbreite an Themen vorhanden: Textil- und Modeindustrie, Gesellschaftsstruktur, Emanzipation der Frau, beginnende Judenverfolgung, ... . Dieser Roman bietet spannende Lesestunden und ist ein Muss für alle historisch Interessierten, die sich mit dem Alltagsleben in einer Großstadt des 19. Jahrhunderts vertraut machen wollen.

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  • Die Sprache der Schatten

    Die Sprache der Schatten

    HeikeM

    22. April 2013 um 12:41

    Susanne Goga führt ihre Leser ins Berlin des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Stadt ist im Aufbruch, den einen bietet sie Möglichkeiten des gesellschaftlichen und beruflichen Aufstiegs, den anderen bietet die Anonymität der Großstadt die Möglichkeit, unauffällig ihr Leben zu leben. In "Die Sprache der Schatten" begegnet wir beiden Welten. Da ist die junge Fabrikantenwitwe Rika, in die sich der nicht viel jüngere Stiefsohn Alexander verliebt hat, die bemüht ist, nach dem Tod ihres Mannes, die Familie zusammenzuhalten und gleichzeitig ihren eigenen Weg weiterzugehen. Alexander hingegen strebt nach gesellschaftlichen Aufstieg und beruflicher Anerkennung. Er ist ehrgeizig und versucht nicht zuletzt durch seine ganz persönliche Familienplanung, seine Ziele durchzusetzen. Unter denen hat besonders die Schwester Anna zu leiden. Sie ist in einen jungen Juden verliebt, soll aber durch ihre Heirat mit einem Adligen, dem Bruder die Wege in die höhere Gesellschaft ebenen. Stephan Rungrath ist im Auftrag des Vaters, eines Stofffabrikanten, in Berlin. Hier sieht er auch die Möglichkeit unbemerkt seine von Gesetz wegen verbotenen sexuellen Neigungen auszuleben. Nicht zuletzt lernt der Leser den Maler Anthonis kennen, der seinen Lebensunterhalt mit Scherenschnitten bestreitet, so ungewöhnliche Bilder malt und an der damals noch unbekannten Prosopagnosie. leidet. "Die Sprache der Schatten" war der erste Roman, den ich von der Autorin Susanne Goga gelesen habe. Umso überraschter war ich, welchen Glücksgriff ich damit machte. In diesem historischen Roman werden eine Vielzahl von Themen angeschnitten. Sei es die Modebranche, die zunehmende Industrialisierung, das schwierige Leben der einfachen Arbeiter, die Gesichtsblindheit des Malers, die Probleme Homosexueller und der aufkeimende Antisemitismus, um nur die wesentlichen zu nennen. Diese thematische Fülle lässt den Roman aber keineswegs überfrachtet erscheinen. Alle Probleme werden genau dosiert in die Handlung eingefügt und ergeben in ihrer Gesamtheit, ein harmonisches Zeitbild des damaligen Berlin. Neben Berlin spielt ein Teil der Handlung im ehemaligen München-Gladbach. Damit eröffnet die Autorin ihren Protagonisten nicht nur eine weitere Bühne, sie setzt ihrer Heimatstadt auch in gewissem Sinne ein Denkmal. Ein weiteres Highlight in diesem Roman ist die Zeichnung der Charaktere. An erster Stelle möchte da Alexander Hesse nennen. Der bei höher gestellten Personen gern buckelt und sich anbiedert, ihm Untergebene aber mit Unbeugsamkeit und Härte behandelt. Er selbst steckt fest in des Vater Fußstapfen, denen er jedoch nicht gewachsen ist. Dieser so spezielle Charakter wurde von Susanne Goga mit bewundernswerter Feinheit beschrieben. Aber auch die Frauen sind nicht nur vorwärtsstrebend. Sie werden liebenswert durch ihre Zweifel, ihre gelegentliche Naivität, aber andererseits bestechen sie durch Charakterstärke und Gewitztheit. Keine der Figuren ist nur gut, Schwarz-Weiß-Malerei ist der Autorin fremd. Die Sorgen und Nöte der Protagonisten sind geschickt in die Handlung eingebunden, sie wirken lebensnah und geben dem Roman das ganz besondere Zeitkolorit. Trotz der anspruchsvollen Themenfülle ist der Roman wunderbar leicht zu lesen. Man taucht ab in einer vergangenen Zeit, egal ob man den Schauplatz kennt oder nicht, die Autorin übernimmt die Führung in eine vergangene Zeit und lässt sie vor dem inneren Auge wieder auferstehen.

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  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Literatur

    13. September 2012 um 15:00

    Eine Welt ohne Gesichter Ein Gemälde weckt das Interesse der jungen Witwe Rika: Die Menschen sind ohne Gesichter dargestellt und drücken doch Vertrautes, Gefühlvolles und Persönliches aus. Neben ihren Aufgaben im Mode-Betrieb ihres verstorbenen Mannes, der Erziehung ihrer Stieftochter und ihren sozialen Verpflichtungen begibt sie sich auf die Suche nach dem unbekannten Maler dieses außergewöhnlichen Werkes. Susanne Goga entführt den Leser in ihrem historischen Roman „Die Sprache der Schatten“ mitten in das rege und geschäftige Treiben im Berlin des 19. Jahrhunderts. Das Berlin der Bismarckschen Zeit mit seinem Streben nach Aufschwung und Aufstieg einerseits, mit seiner Armut und den Schattenseiten der Industrialisierung andererseits, jedoch auch die familiären Strukturen, die wirtschaftlichen Aspekte sowie die Kunstszene kommen sehr gut zur Geltung. Die Charaktere selbst bleiben im Gegensatz dazu etwas blass und einseitig, wobei diese im Laufe des Romans mehr Schattierungen erhalten. Die kontroverse Diskussion zu den Charakteren finde ich höchst spannend. Ich finde es positiv, dass die Charaktere menschlich mit Stärken und Schwächen in ihrem historischen und sozialen Kontext gezeichnet werden. Die gesellschaftliche Welt bot eine ganz andere Umgebung als wir sie kennen, sodass die Figuren in dieser Welt agieren müssen und uns vielleicht dadurch manchmal etwas fremd sind. Insgesamt kann ich mich in fast jede Figur hineindenken und hineinfühlen, stoße mich jedoch auch an manchem, was diesen Roman eben so lebendig macht. Die neuropsychologische Fundierung des Romans ist sehr gut recherchiert und wird auf menschlich-alltägliche Weise transportiert. Das Cover gefällt mir sehr gut, die Farbgestaltung ist angenehm, die Details sind liebevoll arrangiert. Mein abschließendes Resümee ist äußerst positiv, wobei ich den Roman insbesondere Lesern mit Interesse an Geschichte, sozialen Strukturen und Neuropsychologie empfehlen kann.

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  • Leserunde zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Daniliesing

    In ihrem Buch "Die Sprache der Schatten" entführt uns die Autorin Susanne Goga ins Berlin des 19. Jahrhunderts. Sie beschwört in diesem historischen Roman eine ganz besondere Atmosphäre herauf und versetzt ihre Leser förmlich zurück in die Vergangenheit, in die Welt ihrer Figuren Rika und Anthonis. Von der Autorenvereinigung DeLiA wurde "Die Sprache der Schatten" mit dem DeLiA Literaturpreis 2012 als bester Liebesroman ausgezeichnet. Mehr zum Inhalt: Schwarze Schatten, schemenhafte Züge, abgewandte Gestalten. Eine eindringliche Szenerie und kein einziges Gesicht. Als Rika das namenlose Bild geschenkt bekommt, ist sie so fasziniert, dass sie beschließt, den Maler ausfindig zu machen. Ihre Suche führt sie in die Spandauer Vorstadt zu Anthonis, einem Außenseiter, talentiert und rätselhaft, der sich von der Welt zurückgezogen hat und meist nur noch eine Sache auf die Leinwand bringt: Menschen ohne Gesichter. Instinktiv weiß Rika, dass mehr dahintersteckt, als Anthonis sie glauben lassen will — und sie ist entschlossen, sein Geheimnis zu enthüllen … Lest doch gleich in die Leseprobe rein! Begebt euch gemeinsam mit anderen Lesern auf eine spannende Reise in die Vergangenheit... In Susanne Gogas Roman vereinen sich viele interessante Themen zu einem fesselnden Ganzen. Vor historischer Kulisse erzählt sie nicht nur vom Leben damals, sondern auch Kunst und Liebe spielen eine wichtige Rolle. Nun suchen wir 25 Testleser für "Die Sprache der Schatten", die Lust und Zeit haben sich hier über das Buch in Leseabschnitten auszutauschen und abschließend eine Rezension schreiben. Die Autorin wird die Leserunde begleiten und eure Fragen gern beantworten. Beantwortet bis einschließlich 24. Juni 2012 folgende Frage für die Chance auf eines der Testleseexemplare: Was würdet ihr spontan vermuten - was könnte hinter den Zeichnungen ohne Gesichter von Anthonis stecken? Wieso sollte man Menschen ohne Gesichter zeichnen?

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    • 558
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Liebeslenchen

    Zum Inhalt Berlin 1876 Rika ist jung und findet nach dem Tod ihres Mannes recht schnell in den Alltag zurück. Als sie von ihrem Stiefsohn Alexander, der sich heimlich zu ihr hingezogen fühlt, ein namenloses Bild geschenkt bekommt, ist sie so verzaubert, dass sie alles dran setzt den unbekannten Künstler zu finden. Ihre Suche führt sie zu Anthonis – einem Mann, der seine Anonymität nutzt um in Berlin unerkannt zu bleiben. Er ist ein begnadeter Künstler, doch ein Ereignis in der Vergangenheit hat in so stark verändert das es ist ihm seither unmöglich ist Gesichter zu malen. Rika setzt alles daran sein Geheimnis zu erfahren und durchbricht damit seine schützenden Mauern … Meine Meinung Wäre „Die Sprache der Schatten“ nicht mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet worden, dann hätte ich vielleicht nie zu diesem Buch gegriffen. So schlicht und einfach das Cover ist, so opulent ist die Geschichte die sich dahinter verbirgt. Die Autorin Susanne Goga entführt ihre Leserschaft in das späte 19. Jahrhundert. Dank der detaillierten und bildhaften Beschreibung der jeweiligen Handlungsorte findet man sich unglaublich schnell zurecht. Die Kulisse um das ehemalige Zentrum der Berliner Mode ist wirklich faszinierend. Sie gewährt nicht nur einen Einblick hinter die Fassade der dort ansässigen Konfektionshäuser, in der die Arbeiter anfangen für mehr Lohn zu protestieren, sie zeigt auch ganz deutlich das allerorts die Männer das Sagen haben und das Homosexuelle und Juden nirgendwo gut gelitten sind. Besonders schön finde ich, dass die Autorin mit der jüdischen Familie Löwenstein daran erinnert, was im Zuge des zweiten Weltkrieges alles verloren ging und zerstört wurde. Die Charaktere sind vielschichtig, authentisch und sehr gut ausgearbeitet worden. Manche sind einem auf Anhieb sympathisch, andere sind ehr rätselhaft und zeigen ihre wahres Gesicht einige Zeit später. Da alle Figuren wirklich sehr unterschiedlich sind, passiert auch eine ganze Menge. Sie werden von Neid, Egoismus, Verachtung, Liebe, Zuneigung und Solidarität angetrieben, dass die Handlung zu keiner Zeit zum Stillstand kommt. Zudem gibt es viele wohlbehütete Geheimnisse aufzudecken die Schuld daran sind, dass man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Es werden verschiedene Handlungsstränge begonnen, die sich im Laufe der Geschichte zu einem Ganzen zusammenfinden. Natürlich geht es in diesem Buch auch um die große Liebe, jedoch steht diese nicht so sehr im Vordergrund – man spürt sie ehr zwischen den Zeilen. Fazit „Die Sprache der Schatten“ ist ein farbenprächtiges Buch mit vielen Gesichtern. Vor einer beeindruckenden Kulisse erzählt Susanne Goga eine zarte Liebes- und eine sehr tragische Familiengeschichte. Eine sehr lebendiges und facettenreiches Buch, welches mich sehr gut unterhalten hat.

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    • 3

    Liebeslenchen

    13. August 2012 um 18:35
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    sternchenbuecher

    Die Sprache der Schatten von Susanne Goga handelt von den Verstrickungen der Familie des Textilunternehmers Hesse im Berlin des ausgehenden 19. Jahrhundert, mit dessen Beerdigung der Roman seinen Anfang nimmt. Auf der Witwe Rika, welche schon sehr jung eine eher zweckmäßige Heirat einging, lastet eine hohe Verantwortung durch die Doppelbelastung aus Familie und Unternehmen. Auf der einen Seite kümmert sie sich um ihre nur etwas jüngere Stieftochter Anna, während auf der anderen Seite der fast gleichaltrige Stiefsohn Alexander Unterstützung in der Firma erhält. Als wäre das nicht genug, werden Rikas Gedanken und Gefühle durch ein unerwartetes und nicht grundloses Geschenk von Alexander völlig durcheinander gebracht. Es handelt sich um das Bild eines unbekannten Künstlers, auf dem ihr vor allem die Menschen ohne Gesichter Rätsel aufgeben. Mit der Suche nach dem Maler stößt die begeisterte Kunstsammlerin auf ein Geheimnis, welches Rika nicht mehr los lässt und so nimmt die Geschichte ihren Lauf… Susanne Goga zeichnet ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Bild vom turbulenten Berlin Ende des 19. Jahrhunderts. Schon recht bald fühlt man die pulsierende Stadt und das Wesen des Unternehmertums, welche die Hintergründe der Handlung darstellen. Dazu gehören auch die politischen, gesellschaftlichen und sozialen Probleme dieser Zeit. Im Vordergrund stehen sehr unterschiedliche Charaktere, auf denen die verschiedenen Handlungsstränge des Romans aufgebaut sind. Mit wechselnden Perspektiven erlangt man Eindrücke von Rika, Anna, Alexander, dem Maler und weiteren Charakteren. Obwohl sich schon zu Beginn Sympathien und Antipathien andeuten, kommt es zu keiner Schwarz-Weiß Zeichnung der Personen. Die Handlung des Buches wird behutsam aber stetig vorangetrieben und bei jedem einzelnen Handlungsstrang nimmt die Spannung im Laufe der Zeit zu, sodass der Leser das Schlimmste befürchten muss. Dabei bleibt genügend Spielraum für überraschende Wendungen, welche die Geschichte nie langweilig werden lassen. Sehr gefallen haben mir die unterschiedlichen Charaktere. Einerseits versucht die Autorin ihre Gefühls- und Gedankenwelt so gut wie möglich zu beschreiben. Andererseits bleibt genügend Spielraum für eigene Interpretationen, gerade beim Thema Liebe. Aus diesem Grund blieben für mich die Handlungen der Personen stets nachvollziehbar. „Ambivalenter Charakter“ trifft vor allem auf Rika und Alexander zu, sodass ich zumindest zu Beginn wechselnde Sympathien aufbaute aber auch gegen Ende des Romans keine Schwarz-Weiß-Zeichnung der Charaktere empfand. Wer das Buch zu Hand nimmt sollte sich aber dennoch auch auf den gesellschaftlichen und historischen Kontext einlassen. Dieser wird zwar ebenso dargestellt, aber teilweise nicht immer mit ausreichender Tiefe vermittelt, sodass manche Handlungen bei oberflächlicher Betrachtung nicht nachvollziehbar erscheinen. Mir gefielen allerdings die fehlenden, ausschweifenden Erläuterungen zu geschichtlichen Hintergründen, denn so blieb der Lese- und Spannungsfluss erhalten. Zugegeben, beim Stöbern im Buchladen hätte ich diesen Roman wahrscheinlich übersehen oder nach dem Durchlesen der Inhaltsangabe wieder zurückgelegt. Aber für alle, die sich für eine tiefgründige Geschichte in den gesellschaftliche Verstrickungen dieser Zeit interessieren, sei die Sprache der Schatten von Susanne Goga ans Herz gelegt. Was bleibt ist auf jeden Fall mehr als ein historischer Liebesroman.

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    • 3

    sternchenbuecher

    12. August 2012 um 14:53
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Ani

    Die junge Fabrikantenwitwe Rika Hesse ist sehr an Kunst interessiert. Deshalb bekommt sie von ihrem erwachsenen Stiefsohn Alexander ein Gemälde geschenkt. Obwohl man auf dem Bild kein einziges Gesicht erkennen kann, übt das Werk des unbekannten Malers sofort eine starke Faszination auf sie aus. Rika setzt alles daran, den Künstler ausfindig zu machen und ahnt nicht, welche Auswirkungen diese Suche auf die gesamte Familie haben wird.... Der Einstieg in Susanne Gogas Erzählung, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist, gelingt mühelos. Durch die detaillierten Beschreibungen kann man sich sowohl die Handlungsorte, als auch die agierenden Personen lebhaft vorstellen und dadurch in die damalige Zeit eintauchen. Die Industriealisierung, der beginnende Antisemitismus, das Aufbegehren der einfachen Arbeiter, die für bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne eintreten, Einblicke in die Modewelt, die Fabrikation und Vermarktung der Kleidungsstücke bilden eine lebendige Kulisse für Rikas Suche nach dem unbekannten Maler. Ganz nebenbei lässt die Autorin außerdem in die Handlung einfließen, dass Männer den Ton in der Gesellschaft angeben und dass Frauen ihre Wünsche zurückstellen und sich dem starken Geschlecht unterordnen müssen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Die Protagonisten sind sehr unterschiedlich, doch sie alle wirken lebendig, da sie Stärken und Schwächen haben. Einige wirken auf Anhieb sympathisch und andere kann man zunächst nur schwer einschätzen. Im Verlauf der Handlung gibt es auch noch den ein oder anderen Charakterzug zu entdecken. Die Figuren wirken dadurch sehr authentisch, sodass man regelrecht mit ihnen mitfiebert. Die Handlung selbst ist durchgehend interessant, sodass man förmlich über die Seiten fliegt, um gemeinsam mit Rika die Identität des geheimnisvollen Malers zu lüften. Dabei kommt es zu einigen unvorhergesehenen Ereignissen. Eine allzu romantische Liebesgeschichte braucht man hier nicht zu befürchten, denn dieser Teil der Geschichte ist zwar durchaus zwischen den Zeilen spürbar, drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund. Insgesamt gesehen habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Lebendige, facettenreiche Charaktere und eine interessante Handlung konnten mich von diesem historischen Roman überzeugen.

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    • 3

    Ani

    12. August 2012 um 07:34
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Kaira

    Inhalt Friederike Hesse ist die Witwe eines großen Fabrikanten. Nach ihrer Trauerzeit bekommt sie ein Gemälde geschenkt, auf dem Personen abgebildet, sind, deren Gesichter man nicht erkennen kann. Sie beschließt, den Künstler ausfindig zu machen. Dann findet Rika Anthonis und macht sih zur Aufgabe, sein Geheimnis zu lüften und ihm nicht nur wegen der Kunst nahe zu sein. Zur Geschichte Nicht nur Rika, sondern auch alle anderen Charaktere, und mögen sie noch so kurz auftreten, sind wirklich tiefgründig, vielseitig und gut ausgearbeitet. Wenn man zu Anfang dachte, dass eine bestimmte Figur nur Gutes im Sinn hat, so merkt man später, dass sie doch egoistisch und eigensinnig ist und jede Hinterhältigkeit eingehen würde, um ans Ziel zu kommen. Aber auch bei Figuren, die zuerst seltsam wirkten passiert es, dass diese sich als Verbündete herausstellen. Somit kann man nie sagen, was passieren wird, da die Charaktere nicht durchschaubar sind. Aber auch die Handlung lässt sich nicht vorhersagen, sondern man kann nur spekulieren. Dadurch wird einem nie langweilig, was sehr wichtig ist. Leider ist es aber auch nie wirklich spannend, was aber zu verzeihen ist, da man trotzallem tief in die Welt des Berlin 1876 eintaucht. Gefühle, Stimmungen, aber auch Situationen werden sehr realistisch dargestellt und übertragen sich so sehr gut auf den Leser, sodass man sich wirklich in die Geschichte hineinversetzten kann. Man ist zornig, aufgeregt, fröhlich und alles, was die Figuren im Buch sind. Auch durch den flüssig und gut zu lesenden Schreibstil der Autorin wird das In-die-Geschichte-hineinversetzten erleichtert. Das Ende ist wirklich schön gestaltet, aber nicht kitschig, was auch sehr positiv ist. Es kommt nicht, wie man denkt, daher ist es umso besser. Meinung Dieser Roman ist nichts für Zwischendurch. Man sollte sich Zeit nehmen und sich mitreißen lassen von den Gegebenheiten dieser Zeit und sich so in die Geschichte mit hineinziehen lassen. Leider hat mir das gewisse Etwas gefehlt und auch wenigstens ein bisschen Spannung.

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    • 2
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Mann der Gesichter Zum Inhalt: Berlin im Jahre 1876. Rika versucht ihr Leben neu zu ordnen, nachdem ihr wohlhabender, aber auch wesentlich älterer Ehemann gestorben ist. Als ihr Stiefsohn Alexander ihr nach der Trauerzeit ein Gemälde schenkt, ist die junge Frau völlig fasziniert von dem außergewöhnlichen Bild, dass tief in ihr drinnen etwas zum schwingen bringt. Sie ist entschlossen den Maler ausfindig zu machen, auch wenn das kein einfaches Vorhaben ist, zumal es keine Anhaltspunkte über dessen Indentität gibt. Doch schließlich gelingt es Rika, durch einige Recherche, den Künstler ausfindig zu machen. Sie trifft auf den rätselhaften Anthonis. Schnell wird ihr klar, dass dieser ein Geheimniss birgt und nicht der zu sein scheint, der er vorgibt zu sein... Trotzdem fühlen sich die beiden zu einander hingezogen und fühlen, dass sie etwas verbindet. Aber auch Alexander hat einen Blick auf Rika geworfen und will nicht zu lassen, dass ein andere Mann sie ihm wegnimmt. Um das zu verhindern, ist ihm jedes Mittel recht... Und nicht nur hier will Rikas Stiefsohn die absolute Kontrolle, auch mit Anna, seiner kleinen Schwester, hat er Pläne... Das diese sich ausgerechnet in einen jungen Juden verliebt, ist ihm von daher ein absoluter Dorn im Auge. Und Rika kann ihrer gelibeten Stievtochter Anna nicht ständig beistehen, ist sie doch selbst völlig eingenommen, von der Suche nach der geheimnissvollen Vergangenheit von Anthonis, an den sie mehr und mehr ihr Herz verliert. Meine Meinung: Ich lese sehr gerne historische Romaneund mich hat der Klappentext von "Die Sprache der Schatten" sofort angesprochen. Glücklicherweise hat sich mein erster positiver Eindruck bestätigt. Als Leser verfolgt man in diesem Roman, mehere Handlungsstränge gleichzeitig. Das sorgt dafür, dass die Spannung das ganze Buch über konstant bleibt. Außerdem ermöglicht es einem, dass man die einzelnen Figuren besser kennenlernt und mehr über ihre Gedanken und Gefühle erfährt. Ich finde Susanne Goga hat die Charaktere allesamt sehr schönund stimmig ausgearbeitet. Besonders Rika, als starke und selbständige Hauptfigur, hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und fand es gut, wie sie für sich und die, die ihr lieb sind, eingetreten ist. Gerade in der Zeit war das bei Frauen ja keine Selbstversändlichkeit. Wo wir auch schon bei einem weiteren positiven Aspekt wären. Die Autorin schafft es mit Leichtigkeit, die Bilder Berlins im 19. Jahrhundet einzufangen und das Gefühl der Zeit wiederzugeben. Dabei scheut sie es aber auch nicht, auf damalige soziale Missstände aufmerksam zu machen oder z.B. anzusprechen, dass auch damals Antisemitismus schon ein Thema war. Diese Dinge baut Susanne Goga allerdings so geschickt in die Geschichte ein, dass es nie, wie ein Wink mit dem Zeigefinger wirkt. Wie man denke ich schon an meiner Inhaltsangabe merkt, gibt es zwar eine große Liebesgeschichte, diese ist aber nur ein Teil der Geschichte und nicht DIE ausschließliche Grundlage des Romans, sondern fügt sich gut in das gesamte Konzept ein. Mir hätte es an der ein oder anderen Stelle aber auch gerne noch etwas romantischer zugehen können, wobei das vielleicht auch gar nicht so passend gewesen wäre. Mein Fazit: Mir hat "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga wirklich gut gefallen. Es lässt sich sehr flüssig weglesen, wirkt dabei aber nie oberflächlich. Ich kann es guten Gewissen weiter empfehlen, an alle, die gerne authentische historische Romane lesen und das noch in Verbindung mit einer schönen Liebesgeschichte. Von mir gibt es dafür glatte vier Sterne. :)

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    • 2
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    venwar_newroly

    Die Sprache der Schatten Inhalt: Susanne Goga führt die Leser ihres Buches in das ausgehende 19.Jahrhundert nach Berlin. Dort begegnet man zwei verschiedene Welten. Die aufgeschlossene Gesellschaft und die Anonymität der Großstadt. Und in genau dieser zwiespaltigen Welt lebt die junge Witwe Rika, die bemüht ist nach dem Tod ihres Mannes, ihre Familie zusammenzuhalten. Und doch sehnt sie sich danach ihren eigenen Weg zu gehen, denn das kann es für sie nicht gewesen sein. ZU der Geschichte von Rika kommen die Gefühle, die ihr Stiefsohn für sie hegt. Außerdem verliebt sich Anna Alexanders Schwester in einen Juden und das bedeutet in diesem Zeitalter nichts Gutes. Da ist auch noch Stephan, der sich den Reizen der Frauen ausliefert und Anthonis, der sich seinen Lebensunterhalt mit Scherenschnitten verdient und nebenbei ungewöhliche Bilder malt. Außerdem leidet Anthonis an der damals noch unbekannten Prosopagnosie. Meinung: In diesem historischen Roman treffen viele Themen aufeinander: die Industrialisierung in Berlin, das Leben einfacher Arbeiter, das Sehnen nach beruflichem Aufstieg, Kunst, Probleme zwischen Juden und Christen, und noch Weiteres. Zwar sind es viele Themen, die in diesem Buch aufeinander treffen, dennoch findet man keinen zusammengewürfelten Salat vor, sondern eine durchdachte und zusammenpassende Geschichte. Insgesamt: Ein harmonisches Zeitbild des damaligen Berlin. Besonders gefallen hat mir außerdem, dass alle Charaktere ein gewisses Bild hatten. Das hat besonders zum Buch gepasst, denn Anthonis zeichnet in Buch auch Charaktere. Durch diese Tiefe der Charaktere konnte ich mich sehr leicht in das damalige Berlin versetzen und habe das Lesen des Buches sehr genossen. Fazit: Sehr lesenswert auch für Leser, die nicht gerne historische Romane lesen.

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    • 2
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    irismaria

    1876 in Berlin. Beim Tod des Textilfabrikanten Hesse bleibt seine Familie zurück: die sehr junge Witwe Rika, eine Näherin aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, und die erwachsenen Kinder aus erster Ehe Alexander und seine jüngere Schwester Anna. Alexander übernimmt die Rolle als Familien- und Firmenoberhaupt. Er möchte seine Schwester gerne mit einem Mann von Adel verheiraten, aber Anna hat sich in den Juden David Löwenstein verliebt. Alexander selbst würde gerne seine Stiefmutter Rika heiraten, beide sind fast gleich alt und er verehrt Rika seit langem. Weil er weiß, dass sie Kunst schätzt, schenkt Alexander Rika ein Bild. Fasziniert von dem Gemälde, das Menschen aber nicht ihre Gesichter zeigt, begibt sich Rika auf Spurensuche nach dem unbekannten Maler und seinem Leben und wird schließlich von ihm in Bann gezogen. 'Die Sprache der Schatten' hat mir sehr gefallen, denn der Roman fängt den Geist der Zeit, das Leben in Berlin und im Ruhrgebiet wunderbar ein und thematisiert zudem die Liebe zur Kunst und die Textilindustrie zur damaligen Zeit. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen verschiedenen Szenen und Personen und man bekommt einen Einblick in die verschiedenen Denkweisen und Pläne der Charaktere, wodurch der Schwerpunkt der Geschichte nicht nur auf einer Person liegt. Eine schöne Familiengeschichte mit Liebe, Tragik, Geheimnissen, geschrieben in einer sehr gut lesbaren Sprache. Mein erstes, aber sicher nicht letztes Buch von Susanne Goga.

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    • 2
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    xpurpledawn

    Im Vordergrund des Buches steht Rika Hesse, welche in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen ist, ihre Mutter in jungen Jahren verloren und in eine wohlhabende Familie eingeheiratet hat. Ihr verstorbener Ehemann war gut zwei Jahrzehnte älter als sie, was besonders bei ihrem nun neuen Stiefsohn Alexander auf Abneigung stieß. Nun nach dem Tod seines Vaters verspürt Alexander das Bedürfniss, trotz anfänglicher Spannungen, seine Stiefmutter zu heiraten. Jeoch ist der Umgang mit Alexanders herrischer, bestimmender Art, ganz besonders seiner jüngeren Schwester Anna gegenüber, alles andere als leicht und somit besteht das ganze Buch aus Konflikten, welche am Ende zur Beruhigung des Lesers alle gelöst werden. Um nicht zu viel vorweg zu nehmen verrate ich nur, dass die Liebe mal wieder im Vordergrund steht. Anna muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, der wahren Liebe und einem von ihrem Bruder ausgewählten wohlhabenden Mann. Auch Rika trifft auf ihren Seelenverwandten, den Maler Anthonis, welcher unter eben diesem Synonym ein neues Leben in Berlin begangen hat und dessen Vergangenheit nach für nach geheimnisvoll gelüftet wird. Das Buch ist mit sehr viel Liebe zum Detail geschrieben. Auch die schriftliche Verwendung des Berliner Akzentes trägt dazu bei, dass sich der Lehrer wirklich als Beobachter in die Story integriert fühlt. Generell gefällt mir der Schreibstil Gogas sehr gut, das Buch ist flüssig lesbar, nicht langartmig und teilweise sogar humoristisch gestaltet. Der geheimnisvolle Anthonis verleiht dem Buch genau das richtige Maß an Spannung. Besonders ab Mitte des Buches gelang es mir nicht, das Buch nach Beendigung eines kapitels erstmal aus der Hand zu legen, da sich die Ereignisse an diesem Punkt häufen und der Leser immer mehr Eindrücke und "AHAAA-Momente" wahrnimmt. Den einzigen "negativen" Kritikpunkt, der Grund weshalb das Buch von mir 4 anstatt 5 Sternen bekommt, besteht darin, dass ich mich als Leser am Ende gefühlt habe, als wäre ich abrupt aus der Geschichte rausgeschmissen wurden. Von einer Seite auf die Andere wurden nahezu im Zeitraffer die kommenden Ereignisse abgearbeitet und ich war noch gar nicht darauf eingestellt, dass das Buch so abrupt, wenn auch ohne offene Fragen, endet. Dennoch, ein wirklich gelungenes Buch, für Fans historischer Romane sehr empfehlenswert. Auch ich werde demnächst Ausschau nach weiteren Büchern dieser Gattung halten! (War mein erster Historik-Roman)

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    • 2

    aba

    11. August 2012 um 23:32
  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    irishlady

    Eine Spurensuche in Berlin des späten 19. Jahrhunderts - so könnte der Untertiel des Buches "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga lauten. In dem Roman geht es um die junge Rika, Witwe eines Fabrikanten für Mäntel, die auf der Suche nach einem Künstler ist, dessen Werk sie besonders faszinierte. Warum haben die gemalten Personen keine Gesichter? Wie schafft der Künstler es, dennoch die Aura von Personen einzufangen und warum kennt niemand den Maler und die Gründe, warum er keine Gesichter malt? Rika will dieses Geheimnis lüften und begibt sich auf die Suche nach dem mysteriösen Maler und nach seiner Lebensgeschichte und findet letztendlich mehr als sie gedacht hatte. Ihre Stiefkinder Anna und Alexander erinnern sie - und auch den Leser - dabei immer wieder an die gesellschaftlichen Konventionen jener vergangener Zeit. So wird Anna eine Liebe zu einem jüdischen Tuchhändler zu Gunsten einer angestrebten arrangierten Vernunftehe verwehrt und dem männlichen Erben geht es eher um das gesellschaftliche Ansehen, um Ruhm und um Macht und missbilligt Rika in jeder Form. Susanne Goga entführt die Leser ins alte Berlin. Mit Rika kann der Leser in Droschken fahren, das alter Berliner Schloss sich anschauen und auf den Straßen mit schönen Kleidern entlangflanieren. Frau Goga schafft es auch neben dem Evozieren bestimmter Bilder, ebenfalls auch die Sprache an die Zeit anzupassen, sodass der Leser in die Welt des 19. Jahrhundert eintauchen kann. Schnell kann man Verbindungen zu den Protagonisten aufbauen und sie vor dem geistigen Augen entstehen und leben lassen. Über die Geschichte um den mysteriösen Maler und Rika hinaus, lässt die Autorin noch weitere Themen einfließen. So steht die Geschichte und die Entwicklungen der Konfektionshäuser und der Modeindustrie mit im Vordergrund wie aber auch weitere politische Themen, u.a. der Beginn des Antisemitsmus gegenüber Juden, Homosexualität im Kaiserreich oder auch der Beginn der Arbeiterbewegung, die im Roman angesprochen werden. In einem Buch vielleicht zu viele "Problematiken", die daher auch nur kurz und oberflächlich angerissen werden können, aber dennoch der Geschichte interessante Nebensächlichkeiten liefern. Bei dem Buch handelt es sich um einen Roman, der Spannungsmomente bereithält und sich leicht lesen lässt. Liebe, Intrigen und Macht dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Ich bin mit diesem Buch und der Geschichte schnell vertraut geworden und muss sagen, dass ich das Rätsel um den Maler als gelungene Idee halte, wie man einen Roman ebenfalls gestalten kann. Die Vielschichtigkeit gefällt mir besonders, auch wenn einige Themen wirklich nur angerissen werden konnten. Für mich ist es kein typischer Liebesroman, sondern eine kleine Rätselgeschichte, die Spannungsmomente bietet, ein Bild Berlins zu Zeiten des 19. Jh. zeichnet und etwas fürs Herz bereithält. Ich kann es empfehlen.

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  • Rezension zu "Die Sprache der Schatten" von Susanne Goga

    Die Sprache der Schatten

    Sophie333

    Rika Hesse, junge Witwe aus Berlin bekommt von ihrem Stiefsohn Alexander ein Gemälde geschenkt, welches sie von Anfang an fasziniert. Sie versucht soviel wie möglich über diesen mysteriösen Maler herauszufinden. Warum malt er keine Gesichter?! Und warum kennt niemand diesen Mann?! Ihre Suche führt sie durch die verschiedensten Ecken Berlins und sogar darüber hinaus. Ihre Erkenntnisse bringen sie bald an einem Scheideweg, indem sie sich für ihre Familie oder eine neue Zukunft entscheiden muss. "Die Sprache der Schatten" ist ein Roman, der im Berlin des 19.Jahrhunderts spielt. Die gesellschaftlichen Gepflogenheiten und die unterschiedenlichen und streng unterteilten Rollen von Frau und Mann wurden realistisch beschrieben. Auch die Charaktere wirken der Zeit angemessen, wobei verständlicherweise nicht jeder mit der ihr aufdiktierten Rolle einverstanden ist. Neben der Prosopagnosie - eine mir bis dato gänzlich unbekannte Krankheit - wurden auch der anfängliche Judenhass, die Stellung der Sozialdemokraten und Homosexualität thematisiert. Ohne jedoch zu aufdringlich zu werden. Die Entwicklung der Textilindustrie, in Berlin und Mönchengladbach fand ich sehr gut beschrieben. Man hat nebenbei etwas über beide Städte gelernt, ohne sich an einen alten Reiseführer erinnert zu fühlen. Man konnte durch ihre Beschreibungen wunderbar in das Geschehen eintauchen und hatte sofort ein Bild vor Augen. Und um Bilder ging es ja auch schließlich. Man mag zwar mit manchen Handlungsweisen der Protagonisten nicht einverstanden sein. Nur sollte man immer bedenken, in welcher Zeit der Roman spielt. Realistisch und nachvollziehbar waren sie für mich alle auf jeden Fall, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick. Kurzum ein Buch welches ein ziemlich unbekanntes Thema behandelt, bei dem aber auch trotz häufiger Vernunftehen in dieser Zeit, die Liebe nicht zu kurz kommt. Jedoch ohne Kitsch.

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    aba

    11. August 2012 um 23:27
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