Urs Mannhart Bergsteigen im Flachland

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Inhaltsangabe zu „Bergsteigen im Flachland“ von Urs Mannhart

Reporter Thomas Steinhövel bereist Europa an all seinen Wundern und Wunden, von seinem Wohnort in der Schweiz aus nach Skandinavien, wo das Blut der Fische heller ist und Frauen anders lieben, in die Wälder der Karpaten, wo ein uralter Berg Gold birgt, viel Gold, die Bewohner aber, um Geld zu verdienen, zum Erdbeerpflücken nach Spanien gehen oder nach Norwegen auf eine Bohrinsel. Er ist dabei, wie im tieferen Südosten in einem Land, das den jüngsten Krieg in Europa erlitt, gemordet wird, einfach weil Menschen eben so sind, wie sie sind, oder weil sie aussagen wollen in Den Haag, um die Kriegsverbrecher und Mörder anzuklagen. Urs Mannhart, der Autor, verliert nie die Menschen aus dem Blick. Er verbindet mit lakonisch genauer Sprache Geschichten voller Leben, aufgeladen durch die politischen und sozialen Spannungen in Europa, er zieht die Fäden zwischen all diesen Schicksalen, den verschiedenen Arten zu lieben, zu lachen, den schönen und den furchtbaren Erlebnissen, dem Mut wie der Hoffnung, der Chancenlosigkeit wie dem zarten, fragilen Glück.Urs Mannhart stellt durch seinen packenden Roman die Frage nach Recht und Gerechtigkeit in Europa und konfrontiert uns mit einer zersplitterten, einer widersprüchlichen Identität unseres Kontinents.

Hätte sich Mannhart 100 - 200 Seiten kürzer gehalten - das Buch wäre wunderbar gewesen.

— Jari
Jari

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  • Urs Mannhart - Bergsteigen im Flachland

    Bergsteigen im Flachland
    Jari

    Jari

    10. April 2017 um 21:46

    Auf Urs Mannhart wurde ich aufmerksam, da er den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2016 erhalten hat, ein renommierter Preis, der junge Künstler und Gelehrte fördert. Neugierig gemacht, holte ich mir das Buch aus der Bibliothek. Die ersten 200 - 300 Seiten lesen sich wirklich angenehm. Mannhart bedient sich einer zarten, fliegenden Sprache, die im Gegensatz steht zu der harten Realität des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. So verzaubert der Autor mit seiner Wortwahl und seinem angenehmen Erzähltempo, während vor den Augen des Lesers Menschen entführt, gefoltert und getötet werden. Ich fand dies äusserst eindrücklich und bewegend, sodass ich all diesen vielen Charakteren gespannt folgte und mich wunderte, wohin es sie verschlagen würde. Doch danach nahm für mich die Faszination rapide ab. Hätte sich Mannhart 100 - 200 Seiten kürzer gehalten - das Buch wäre wunderbar gewesen. Ein Plädoyer für die Menschlichkeit und gegenseitige Unterstützung, doch leider zieht der Autor alles in die Länge. Die vielen Charaktere begegnen sich zwar immer mal wieder (mittendrin Steinhövel), aber irgendwann verliert man den Überblick. Es passiert viel und trotzdem nichts. Man reist mehrfach von Osten nach Westen, von Norden nach Süden und wieder zurück - fast wie ein irregeleiteter Bienenschwarm. Ausserdem wurden mit Thomas und seine Schwester zunehmen unsympathisch. Beide gehören zu einem Schlag Mensch, mit dem ich persönlich wenig anfangen kann und -ich gebe es zu- bei mir mit sehr vielen Vorurteilen behaftet ist. Leider schafft es das Buch nicht, diese Vorurteile zu zerstreuen. Ganz im Gegenteil: sie werden sogar noch untermauert! Auch verzettelt sich der gute Ansatz vom Anfang mehr und mehr. Zu Beginn steht noch die klare Aussage des Pazifismus' und der Autor führt uns vor Augen, was Krieg alles anrichten kann. Doch je länger je mehr reisst dies auseinander und zu einem hohlen Pamphlet, das bloss nachplappert, was man schon x-Male gehört hat. Eine wirkliche Lösung kann Mannhart auch nicht vorweisen und so endet die Geschichte dann auch äusserst belanglos. Man schlägt das Buch mit einem faden Nachgeschmack zu. Da hätte doch noch mehr kommen müssen, das trotz der vielen Seiten nicht eingetreten ist. Ich will nicht sagen, dass ich Urs Mannhart von meiner Liste streichen, denn schriftstellerisch hat er einiges vorzuweisen. Vielleicht wird das nächste Buch die hier gemachten Fehler etwas ausmerzen, denn erzählerisches Talent ist mehr als genung vorhanden.

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