Wallace Stegner Zeit der Geborgenheit

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Inhaltsangabe zu „Zeit der Geborgenheit“ von Wallace Stegner

Roman über Liebe, Ehe und Freundschaft »In gewisser Weise ist es schön, jung und knapp dran zu sein. Mit der richtigen Frau, und die hatte ich, wurde die Armut zum Abenteuer.«Als Larry Morgan und seine Frau Sally das Ehepaar Charity und Sid Lang in den dreißiger Jahren kennenlernen, kann der Unterschied zwischen ihnen nicht größer sein: Larry kommt aus dem Westen und hat keinerlei Beziehungen; doch die Liebe zu Sally gibt ihm das Gefühl, reich zu sein. Sid besitzt alles: Ostküstenadel, Vermögen, Einfluss, Reputation. Trotz der Gegensätze fühlen sich die Paare zueinander hingezogen - im Laufe der Jahre wachsen tiefste Zuneigung und Zusammengehörigkeit.Wallace Stegner erzählt die berührende Geschichte dieser Freundschaft im Rückblick: Als die Paare an Charitys Sterbebett zusammentreffen, gibt dies Larry die Gelegenheit zu einem melancholischen Blick auf die gemeinsam durchlebten Jahre. Eine Wiederentdeckung von Weltrang »In der Dichtung sollten wir, denke ich, keinen Vorsatz außer dem haben, die Wahrheit zu erzählen.« Wallace Stegner»Im amerikanischen Westen, wo seine Wurzeln lagen, war er nicht weniger als eine Ikone«, schreibt T. H. Watkins im Nachwort für ›Zeit der Geborgenheit‹ über Wallace Stegner. Tatsächlich wird mit dieser deutschen Erstausgabe ein Autor von Weltrang wiederentdeckt. »Wenn ich an Wallace Stegner denke, dann denke ich an einen Mann, der seinen Hunger nach Gerechtigkeit und seine Liebe für das Mögliche mit uns teilt.« Terry Tempest WilliamsWallace Stegner wurde am 18. Februar 1909 in Iowa geboren und wuchs in den weiten Ebenen von Saskatchewan und Montana und in den Bergen von Utah auf. Aus armen und zerrütteten Verhältnissen stammend, darf er als die bedeutendste literarische Stimme des amerikanischen Westens im 20. Jahrhundert gelten. Stegner, der sich auch als Biograf, Kritiker, Essayist, und Historiker einen Namen machte, zählt zu den Wegbereitern des modernen Umweltschutzes. 1960 schrieb er den berühmten Wilderness Letter, der später den ersten Gesetzesentwurf des National Wilderness Preservation Systems einleitete. »Wir brauchen einfach die Wildnis... Als Teil einer Geographie der Hoffnung hilft sie, uns unserer Kreatürlichkeit zu vergewissern.« Wallace Stegner, Wilderness Letter 1960»Es gibt nur wenige Erzähler, deren Schaffen so tief in die Naturlandschaften eingebettet ist« schreibt T. H. Watkins, »das Verlangen danach, seinen Platz zu kennen, in der Natur wie in der Gesellschaft, schärfte seinen Blick.« In seiner Dichtung lotet Stegner die Tiefe menschlicher Beziehungen aus, seine Texte über Ehe, Freundschaft, Familie und die Suche nach der eigenen Identität brauchen den Vergleich mit Tschechovs Werk nicht zu scheuen. Stegner unterrichtete an verschiedenen Universitäten, unter anderem in Stanford. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Pulitzer-Preis (1972) und der National Book Award (1977) belegen seinen Rang als Klassiker der amerikanischen Moderne. ›Zeit der Geborgenheit‹ war sein letzter Roman und zählt zu den wichtigsten und beliebtesten amerikanischen Werken des 20. Jahrhunderts. Er ist, wie viele seiner Romane und Erzählungen, in der Gegend um Greensboro, Vermont angesiedelt, wo der Autor die Sommermonate mit seiner Frau verbrachte. Wallace Stegner starb am 13. April 1993. »Seine Literatur - ganz zweifellos dieser elegante Roman - ist Teil seiner ›Geographie der Hoffnung‹, an die er glaubte und für die er sich einsetzte.« Terry Tempest Williams

Ein unerwartet schönes Buch - mit kluger Beobachtungsgabe wird die lebenslange Freundschaft zweier ungleicher Paare geschildert.

— wiebeke
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  • Rezension zu "Zeit der Geborgenheit" von Wallace Stegner

    Zeit der Geborgenheit
    lokoschade

    lokoschade

    06. October 2009 um 17:41

    Eine ganz unaufgeregte Ehegeschichte, ohne Skandale, Seitensprünge und dergleichen. Und trotzdem oder gerade deswegen wunderschön zu lesen.

  • Rezension zu "Zeit der Geborgenheit" von Wallace Stegner

    Zeit der Geborgenheit
    HeikeG

    HeikeG

    29. August 2009 um 19:49

    Totentanz oder Auf der Suche nach der "verlorenen" Zeit . "Du hast doch eine Menge Bücher geschrieben, Larry. Aber eins schreit noch danach, geschrieben zu werden. / - Man kann nicht über seine Freunde schreiben. (...) Was du in den Büchern findest, sind keine Menschen, sondern Konstrukte. Ob Roman oder Biografie, das ist kein Unterschied, Ich könnte den echten Sid und die echte Charity nicht beschreiben geschweige denn erklären, und wenn ich sie erfinden würde, wäre das eine Verfälschung von etwas, was ich nicht verfälschen will." . Diesen Dialog führt im letzten Roman des Pulitzerpreisträgers Wallace Stegner (1909-1993) sein Ich-Erzähler Larry Morgan - Stegners Alter Ego - mit der Tochter seines besten Freundes Sid. Und trotzdem beginnt er zu schreiben. Obwohl er sich nachdenklich fragt, wie man ein viel gelesenes Buch aus Gestalten, deren Leben so still verläuft wie bei diesen, machen soll. Entstanden ist ein Klassiker der amerikanischen Moderne, der wundervolle Roman "Zeit der Geborgenheit", die facettenreiche Beschreibung einer fast lebenslangen und grundehrlichen Freundschaft zwischen zwei Paaren. . Larry und Sally Morgan, aus dem Westen der USA, verschlägt es während der großen Depression in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Madison, Wisconsin, wo sich Larry als Dozent am College seine Sporen verdienen will. Dort treffen sie auf die Langs. Die beiden Harvard-Absolventen Sid und Charity stellen genau das Gegenteil der ehrgeizigen, aber mittellosen Morgans dar. Sie sind wohlhabend und genießen gesellschaftliche Anerkennung. Doch von Anfang an empfinden beide Paare tiefe gegenseitige Sympathie und Neugier aufeinander, so dass ihre großen Unterschiede, was Herkunft, Status und Charakter angeht, nahezu spurlos verschwinden. Fortan sind ihre Lebensläufe mehrfach miteinander verschränkt. "Wir, ein Asteroidenpärchen, wanderten in ihr geordnetes newtonsches Universum ein, wurden von ihrer Gravitation aufgesaugt und kreisten fortan als Monde um ihr Gestirn." . 1972, nach knapp dreißig Jahren, treffen die beiden Paare erneut zusammen, auch wenn der Anlass ein äußerst trauriger ist, denn die ehemals rastlose und tatkräftige Charity Lang liegt im Sterben. Die resolute Freundin hat noch einmal auf ihren Landsitz Battell Pond, in Vermont, geladen ("Hier war und ist der Ort, wo in der schönsten Zeit unseres Lebens die Freundschaft zu Hause war und das Glück regierte"), um ihren Geburtstag zu feiern. Larry lässt dort die gemeinsame Freundschaft bruchstückhaft Revue passieren. Es sind Gedanken und Erinnerungen an glückliche, aber auch schwierige Jahre von vier Menschen, die miteinander Freude, Schicksal, Hoffnungen und Niederlagen geteilt haben, an denen jedoch alle vier - jeder auf seine Weise - gewachsen sind. Larry, der nur kurz im akademischen Getriebe gefangen ist, wird zum namhaften Schriftsteller, während der naturverbundene und ebenfalls lyrisch veranlagte Sid an der Universität und der Leine seiner Frau verharrt, anstatt es seinem Freund gleich zu tun. Sally wiederum, die Verständnisvolle und Einfühlsame, meistert nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag - sie erkrankt an Kinderlähmung - resolut ihr Leben als Körperbehinderte. Charitys letzter Wunsch lässt die bereits melancholische Stimmung nahezu emotional eskalieren. . In einfacher Sprache, mit kurzen, direkten Sätzen, schildert Wallace Stegner eine komplexe Freundschaft und zwei Ehen, die von Anstand, Loyalität und stiller Aufopferung geprägt sind. Der Roman offenbart großartige Charakterstudien der vier Protagonisten. Die fein austarierten Dialoge zeugen von großer Tiefe. Sie lassen nachdenken oder regen zum Hinterfragen an. Zudem offenbart der Autor leise und malerische Beobachtungen der Natur und gewährt nebenbei einen nuancenreichen und vielschichtigen Einblick in die jüngste Vergangenheit Amerikas und die Annäherung ihrer westlichen und östlichen Bewohner. . Die Schriftstellerei muss vor allem frei sein, sinniert Stegners Alter Ego Larry, "sie muss ihren eigenen Vorgaben gehorchen, nicht den äußeren Einflüsterungen. Die Begabung hat ihre Rechtfertigung in sich selbst, und es kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden, ob das Produkt, abgesehen von der Berufung auf die Nachwelt, wirklich einen Wert hat oder ob es nur der kurzlebige Ausdruck einer Mode ist, die Befolgung eines vorgegebenen Musters." "Zeit der Geborgenheit" zeugt auf jeden Fall von Wallace Stegners Begabung. Chris Hirte hat den unnachahmlichen Duktus großartig ins Deutsche übertragen. . Fazit: Pathetisch, aber niemals kitschig, ist der stille und unaufgeregte Roman des leider viel zu wenig bekannten Autors des amerikanischen Westens, großes und meisterhaftes "Gefühlskino". Ein Buch, nach dessen Lektüre man über das Wort Freundschaft neu nachdenkt. "Zeit der Geborgenheit" sollte und wird seine Lesefreunde bei Liebhabern amerikanischer Literatur finden. Zeit wird es, an diesen wunderbaren Schriftsteller zu erinnern.

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  • Rezension zu "Zeit der Geborgenheit" von Wallace Stegner

    Zeit der Geborgenheit
    Boris

    Boris

    01. August 2009 um 10:37

    Ich mag die vier Hauptcharaktere nicht! So kultiviert, so freundlich. Natürlich thematisiert Wallace Stegner dieses Problem des Romans - er ist ja auch ein kluger, kultivierter Autor - entgeht aber trotzdem nicht der Gefahr (mich!) zu langweilen. Es gibt Krankheit und Tod, aber auch das muß "richtig" gemacht werden, um mit Charity Lang zu sprechen. Der widerlichsten Figur des Romans. Immer ein Gedichtzitat eines Klassikers auf den Lippen gehen die beiden lebenslang befreundeten Paare ihren Lebensweg zwischen Universität, Sommerhaus und Bildungsreise (natürlich Florenz, wo sonst)! Man (Ich!) möchte eine Bombe zünden um soviel Selbstgenügsamkeit zu erschüttern. Nicht meine Welt!

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  • Rezension zu "Zeit der Geborgenheit" von Wallace Stegner

    Zeit der Geborgenheit
    goldfisch

    goldfisch

    02. June 2009 um 10:17

    Das ist eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Es kommt so still daher,ohne Gewalt und Glitzerwelt. Sally und Larry Morgan besuchen ihre Freunde,das Ehepaar Sid und Charity. Charity liegt im Sterben und der Erzähler, Larry, hält Rückschau auf das Leben, beider Paare. Er tut das sanft,kritisch,liebevoll und auch humorvoll. Er beschreibt die Zeit,in der sich die Paare kennengelernt haben und beschreibt nebenbei auch die Jahre der Wirtschaftskrise und der Armut. Er schreibt über Stundes des Glücks und kleine Streitereien. Er zeichnet den Weg der Personen durch die Krise hin bis zum Wohlstand, der Zeit, in der sich die Paare gemeinsam einen langen Aufenthalt in Italien leisten können . Wallace Stegner hat ein sehr schönes Buch über die Freundschaft verfasst, die er mit alles Höhen und Tiefen in eine wunderbare Sprache gebettet hat. .

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  • Rezension zu "Zeit der Geborgenheit" von Wallace Stegner

    Zeit der Geborgenheit
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 10:02

    Ein fesselndes Buch eines zu entdeckenden großen Schriftstellers Ich muss zugeben, mir war Wallace Stegner bis jetzt leider unbekannt. Eher zufällig bin ich auf den Roman "Zeit der Geborgenheit" (orig. "Crossing To Safety") gestoßen. Ein Roman, der sich der Freundschaft zweier Paare (Charity und Sid Lang, Sally and Larry Morgan) widmet. An Krebs sterbend, ruft Charity die Freunde zu einer letzten Zusammenkunft. Larry (der erfolgreiche Schriftsteller) lässt die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren und überlegt sogar, von Charity's Tochter gebeten, ein Buch über ihre Freundschaft zu schreiben; "Wie kann man ein Buch über vier so ruhige Leben schreiben, das jemand lesen will?". Wunderbar, wie Wallace Stegner die Antwort selbst gibt; mit großartiger Figurenzeichnung und Erzählkunst "par excellence". Er verzichtet praktisch ganz auf die große Geste, auf Brutalität, auf Sexszenen, auf Untreue. Ich war von der ersten Seite an gefesselt von diesem leisen, bewegenden und einfach faszinierenden Buch. Eine Sogwirkung, die nicht nur aus dem "Was" (also Storyline), sondern vor allem aus dem "Wie" entsteht. Schade nur, dass nicht mehr Bücher von Wallace Stegner in deutscher Sprache (nicht mehr) erhältlich sind...

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