Wilhelm Genazino Die Kassiererinnen

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Inhaltsangabe zu „Die Kassiererinnen“ von Wilhelm Genazino

„Ein wunderbares Buch“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Ein Mann durchstreift die Innenstadt von Frankfurt. Seine Frau hat er vor zwei Jahren verloren, und auch sonst scheint ihn wenig am ziellosen Wandern durch den Alltag zu hindern. An Imbissbuden, in der Postfiliale und der Straßenbahn nimmt er interessiert seine Umwelt auf, bis ihm mit einem Mal bewusst wird, dass auch er selbst Gegenstand der Beobachtung ist. Wie etwa durch die Kassiererinnen im Prezzoprezzo-Supermarkt, die über seinen Einkaufswagen kichern, in dem sich nichts als eine kleine Tafel Schokolade befindet.

„Dieser Roman ist eine kleine literarische Sensation: Die Rückkehr des entgeisterten Blickes in die entgeisterten Metropolen der Republik.“ (Spiegel Kultur)

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  • Rezension zu "Die Kassiererinnen" von Wilhelm Genazino

    Die Kassiererinnen

    Odonata

    14. September 2009 um 19:18

    Lächerlich ist jeder von uns. Der eine mehr, der andere weniger. Und jeder auf einer anderen Ebene, in anderen Bereichen. Wobei: Lächerlichkeit liegt ja in den Augen des Betrachters. Was der eine als lächerliches Verhalten deklariert, ist für den anderen normal – und umgekehrt. Da wären wir auch schon beim Kernpunkt der Lächerlichkeit: Sie ist subjektiv. Und da sie subjektiv ist und in den Augen des Betrachters liegt, kommt es sicherlich auch vor, dass Menschen Lächerlichkeit an sich selbst nicht wahrnehmen. Ob sie damit nun besser oder schlechter dran sind als Menschen, die Lächerlichkeit erkennen können, sei dahingestellt. Fest steht: Lächerlichkeit durchzieht unser Leben. Man kann sich an dieser Lächerlichkeit erfreuen, man kann sich in dieser Lächerlichkeit aber auch verlieren, die Lächerlichkeit kann unser Leben bestimmen, uns sogar in Isolation treiben und unser ganzes Leben in Frage stellen. An dieser Schnittstelle steht der Protagonist, der sich eines Tages bewusst wird, dass er auf andere lächerlich wirkt oder wirken könnte. Auf diesen Gedanken erstmal eingelassen, dreht sich das Denken und Fühlen des Protagonisten immer wieder um die Frage der Lächerlichkeit, immer wieder entwickelt er aus Alltagsbeobachtungen (Fremd- und Selbstbeobachtungen) Definitionen für Lächerlichkeit. Eine von ihm gemachte Unterscheidung gefiel mir besonders: „Ich trennte Außenlächerlichkeit (wenn andere über mich lachten) von der Innenlächerlichkeit (wenn nur ich über mich lachte). Mit der Innenlächerlichkeit würde ich leben können, mit der Außenlächerlichkeit nicht.“ (S.78) Ja, und auch hier tritt der subjektive Charakter, das subjektive Empfinden des Lächerlichen wieder zum Vorschein, denn ich bin dieser Einteilung zwar nicht abgeneigt, meine persönliche Bewertung bezüglich der Außen- und Innenlächerlichkeit ist allerdings konträr. Ich kann mit Außenlächerlichkeit gut umgehen, denn mich interessiert es meist wenig, was andere Menschen über mich denken bzw. ob sie mich lächerlich finden oder nicht, damit kann ich also recht gut leben, schwieriger wird es da mit der Innenlächerlichkeit. Mit der kann ich – im Gegensatz zum Protagonisten dieses schönen Buches – weniger gut leben. Natürlich lache ich auch oft über mich selber, über meine Idiotien, denke manchmal, ach herrje wie lächerlich du mal wieder bist. Aber manchmal kommt die Innenlächerlichkeit auch in ganz großen Schritten auf mich zu und dann kann ich nicht mehr über mich lachen. Und ist Lächerlichkeit dann nicht mehr mit Lachen verbunden, dann wird sie zum Gradmesser der eigenen Aushaltbarkeit. Und ist dies der Fall, dann gilt für mich Folgendes: „Mit der Außenlächerlichkeit würde ich leben können, mit der Innenlächerlichkeit eher nicht.“ Jetzt muss ich doch über mich lachen, denn mir fällt gerade auf wie lächerlich doch meine Zeilen, meine Gedanken, meine Aussagen hier sind. Aber ich weiß ja, lächerlich ist jeder von uns. Der eine mehr, der andere weniger. Und jeder auf einer anderen Ebene, in anderen Bereichen. Aber es ist wie es ist oder auch so wie Genazino es am Ende treffend zusammenfasst: „ Wer lebt … musste sich von Zeit zu Zeit ein paar lächerliche Gedanken machen. Und einige von ihnen auch aussprechen.“ (S.155) Ja, so ist das. Und ob diese Rezension nun lächerlich ist oder nicht bzw. ob ich mich damit nun lächerlich mache oder nicht, das lasse ich dahingestellt sein, das mag jeder individuell und subjektiv für sich bewerten.

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