Wolf Wagner Tatort Universität

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Inhaltsangabe zu „Tatort Universität“ von Wolf Wagner

Wie lassen sich die Hochschulen neu aufstellen? Gegen den Zeitgeist denken, auf Ideensuche gehen, mit Innovationen überraschen: So müsste die Zukunft der Hochschule aussehen.
Denn Deutschlands einziger Bodenschatz sind kreative Köpfe. Aber die haben es an den deutschen Hochschulen besonders schwer. Sie denken anders, gelegentlich ver-rückt, wollen aber ihre Ideen verwirklichen und sich der wissenschaftlichen Kritik aussetzen.
Diese Chancen haben innovative Köpfe im Bologna-Studium noch nicht. Stoffhuberei und Prüfungswahn gehören zu den Zutaten der Ver-Bildung an den deutschen Hochschulen.
Wolf Wagner macht den Gegenvorschlag: ein Kreativjahr in das Studium einbetten. Der Erfolgsautor von »Uni-Bluff« und ehemaliger Rektor der Fachhochschule Erfurt bringt sein Plädoyer für die kreative Hochschule in »Zehn Regeln« auf den Punkt.

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  • Aufschlussreich, aber nicht konsequent zu Ende gedacht

    Tatort Universität

    R_Manthey

    29. June 2015 um 11:01

    Im internationalen Vergleich ist das einstmals berühmte deutsche Bildungssystem leider nur noch Mittelmaß. Zwar wird ständig davon geredet, dass man in Bildung investieren will. Doch wenn man sich die Zahlen vornimmt, dann erscheinen all diese schon vor Jahren gemachten Ankündigungen wie ein Hohn. Der Tatort dieser Schande im Bereich der höheren Bildung ist jedoch nicht die Universität, sondern die Welt der politischen Entscheider. Ihnen fehlen Mut, Tatkraft und Weitsicht zu wirklichen innovativen und tragfähigen Reformen. Der Autor dieses Buches versucht zunächst die Lage zu beschreiben und dann Ansätze für Veränderungen herauszuarbeiten. Zuerst fasst er das Versagen der deutschen Hochschulen wie folgt zusammen: Sie würden (1) bei der Bildungsbeteiligung der Bevölkerung weit hinter anderen Industrieländern zurückbleiben, (2) sie weigern sich in weiten Bereichen die wissenschaftliche Berufsausbildung zu übernehmen und gefährden damit das Kreativpotential der deutschen Wirtschaft und sie neigen (3) zu einer Selbstbezüglichkeit, die sie zunehmend von der gesellschaftlichen Wirklichkeit entfremdet. Nachdem der Autor dies begründet hat, befasst er sich in den folgenden Kapiteln mit den verschiedenen Arten des Denkens, weil nach seiner Meinung an deutschen Universitäten zu wenig kreativ gedacht wird. Nun kann man über die Frage, ob das wirklich so ist, sicher trefflich streiten. Und vielleicht auch darüber, ob der Autor tatsächlich über all die Prozesse richtig informiert ist, auf die er in seinem Buch eingeht. Doch letztlich sind das nicht die entscheidenden Fragen, denn leider steckt hinter den Ausführungen in diesem Buch immer die Hoffnung des Autors, die deutschen Hochschulen könnten gewissermaßen von innen und durch sich selbst auf einen Weg finden, der die oben aufgezählten Probleme aus der Welt schafft. Wenn das so wäre, warum ist es dann nicht schon längst geschehen? Das Verwirrende an diesem an sich sehr aufschlussreichen und informativen Buch ist, dass es allgemeine Probleme der Wissenschaften, die folglich global existieren, mit konkreten Strukturproblemen des deutschen Hochschulwesens vermischt und auf diese Weise Letztere nicht wirklich sichtbar macht. Entsprechend halbherzig und inkonsequent sind dann auch die Lösungsvorschläge. Ein deutscher Universitätsprofessor wird sich bei der Konzipierung seiner Ausbildungsleistung am Stand seiner Wissenschaft im Allgemeinen und in höheren Semestern an seinem Spezialgebiet orientieren. Die Interessen der Abnehmer seiner Studenten interessieren ihn viel weniger als die Spezialausbildung seines zukünftigen wissenschaftlichen Nachwuchses, der allerdings nur einen Bruchteil an der Gesamtzahl der Studenten ausmacht. Die Lehre wird, weil sie nirgendwo in der Karriere eines Hochschullehrers eine wirklich bedeutende Rolle spielt, auch entsprechend geringschätzig behandelt. Was dagegen zählt, sind die Anzahl und die Qualität seiner wissenschaftlichen Publikationen in bedeutenden wissenschaftlichen Zeitschriften, die Anzahl und die Qualität seiner Schüler sowie seine Rolle im wissenschaftlichen Netzwerk. Genau diese Zusammenhänge arbeitet der Autor heraus. Eine Änderung dieses Zustandes kann man nicht durch Appelle erreichen, sondern nur über ein anderes Bewertungssystem der tatsächlichen Leistung deutscher Hochschullehrer. Darauf geht der Autor in der zweiten Hälfte seines Buches ein. Er beschreibt die dabei auftretenden Schwierigkeiten. Beispielsweise hat der Versuch, Professoren anders zu bezahlen, lediglich dazu geführt, dass das neue System am Ende so umgebaut wurde, dass es das alte, nicht leistungsorientierte einfach nachbildete und der geplante Effekt völlig verpuffte. Der Autor geht dann auch auf Beispiele anderer Systeme ein und beschreibt dabei natürlich das besonders hierzulande gescholtene Bildungssystem der USA, das bei näherer Betrachtung jedoch viel effektiver zu sein scheint. Allerdings verschweigt er dabei, dass die herausragenden amerikanischen Universitäten ein ganz anderes Finanzierungsmodell besitzen. Dort zahlen Studenten (sehr oft gesponsert) erhebliche Semesterbeiträge. Doch damit haben sie auch ganz andere Rechte. Auch die US-Wirtschaft beteiligt sich ebenso wie Privatpersonen an der Finanzierung dieser Universitäten. Wenn eine Universität also an diese Geldquellen kommen möchte, dann muss sie mit Leistungen überzeugen, also hervorragende Absolventen ausbilden. Erst dadurch kommt ein Kreislauf in Gang, den es in Deutschland kaum gibt. Leider geht der Autor auf diesen Teil der Geschichte, der die wirklichen Ursachen der deutschen Misere offenbart, nicht ein. Denn das ist bei aller vom Autor ständig geforderten Kreativität auch für ihn Tabu-Land. Fazit. Ein wirklich interessantes und aufschlussreiches Buch, das die viele Schwachstellen des deutschen Hochschulwesens deutlich benennt, aber dann am Ende vor der Wahrheit kneift. Denn die Wahrheit ist: Solange deutsche Hochschulen quasi im "Privatbesitz der Hochschullehrer" sind, wie der Autor mehrfach schreibt, und solange keine mit wirtschaftlichen Zwängen verbundene tatsächliche Integration deutscher Hochschulen in den gesellschaftlichen und ökonomischen Kreislauf existiert, wird sich an der Misere nichts ändern.

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