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Floh

vor 1 Jahr

(85)

Nachdem ich die Leseprobe zum Fantasy-Auftakt „Die Farbe der Dunkelheit“ der mystischen Antiquerra-Saga der deutschen Fantasy-Autorin Angela Mackert regelrecht verschlungen habe, lies mich die Vorstellung, dieses Buch komplett und ganz zu lesen und in dieser sagenhaften Welt und dem Epos einzutauchen, nicht mehr los. Der erste Eindruck, die erste Berührung mit dem Buch und dem Cover versprach ein Werk von großer Atmosphäre, Mystik, Sagen, Romantik, Flair und größten Emotionen und Gefahren…
Erschienen bei Verlag Books on Demand (http://www.bod.de/endlich-ihr-eigenes-buch.html?gclid=CI2ZrqHJ5MoCFUyeGwod_5ABzg)

Inhalt:
„Die ewigen Königinnen Alyssa und Tahereh regieren über Leben und Tod, das Licht und den Schatten. Aus Eifersucht will Tahereh alle lebenserhaltenden Kräfte zerstören. Nur die sechzehnjährige Lena kann sie aufhalten. Sie öffnet das Tor zwischen den Welten und begibt sich auf den gefährlichen Weg ins Schattenreich. Begleitet wird sie von einer bunt gemischten Gruppe aus Feenkriegern, Lichtmagiern und Alraunen. Als völlig unerwartet Vampire auftauchen, wird es kritisch, und zu allem Überfluss scheint Lenas Führer Niven ein dunkles Geheimnis zu hüten.“

Zur Antiquerra-Saga:
„Begleiten Sie die Halbfee Lena und ihre Gefährten auf die gefährliche Reise durch die Schattenwelt und begegnen Sie göttlichen Königinnen, mutigen Feen, Lichtmagiern, Alraunen und Vampiren. Erleben Sie den Verlauf von Jahrzehnten und lassen Sie sich berühren von Mut, Freundschaft und Liebe.“

Meine Meinung:
Wenn man eine Geschichte beendet und im selben Atemzug das Gefühl von Verlust und das dringende Bedürfnis hat, einfach nur weiterlesen zu können, kann das nur für die Tatsache sprechen, dass dieses Buch durchweg fantastisch war. Wobei fantastisch noch nicht annähernd das beschreibt, was dieses Buch in einem auslösen kann, wenn man erst einmal Zugang zur Welt gefunden hat. Denn zuerst heißt es für den Leser Hürden zu nehmen. Die Autorin lässt uns nicht ganz so schnell an ihrem Werk teilhaben. Das ist aber sicherlich eine Geschmacksfrage und Leseeigenschaftseinstellung. Man könnte fast annehmen, dass die Autorin mit Details und Ausformungen geizt. Hier erkennt der erfahrene Fantasyleser, der schon unzählige Welten beschritten, durchreist und erkämpft hat, dass in dieser Saga enormes Potential und Facette steckt. Es braucht zugegeben schon mehr als 150 Seiten Aufwärmphase, bis man mit dem Stil, der zunächst etwas abgestellt und minimalistisch in Bezug auf Wortspielereien, Ausschmückungen und Sinnbilder wirkt, seine ganze Wortgewalt und Phantasie des Lesers entblättert und sich im besonderen Licht darstellt. Lange Rede kurzer Sinn: einfach weiterlesen, bis der famose Kern zum Vorschein kommt!!! Nicht ärgern lassen und durchboxen!!!! Dieser Fantasyauftakt entführt den Leser dennoch an grandiose Kulissen, bringt ihm alte Rituale und eine längst vergessene Magie nahe, Mythen und Sagen, Gefahr und Heimat. Wenn man sich während des Lesens dieser Fantasygeschichte außerdem immer wieder kopfschüttelnd wundert, wie es einer einzigen Autorin gelingt, eine solch facettenreiche Emotionsvielfalt mit wunderbar gezeichneten Charakteren und deren Geheimnisse und Bestimmungen zu erschaffen und authentisch rüberzubringen, dann kann man schlussendlich nur den Hut vor dieser gelungenen Leistung ziehen. "Die Farbe der Dunkelheit" hat einen ganz bestimmten Sog, dem man sich kaum entziehen kann, da die anfängliche Zurückhaltung auf den Leser einen bestimmten Reiz ausübt. Bleibt man am Ball, wird man auch belohnt. Aber vielleicht wäre es annehmlicher gewesen, diesen Glanz schon von Beginn an zu präsentieren. Die Autorin braucht sich nicht hinter Zurückhaltung zu verstecken! Da will, nein, da muss was raus…. Wir Leser begleiten die 16 jährige Lena, die es in der Realwelt alles andere als einfach hat. Hänseleien, Schikane und Ausgrenzung: Modern wird es Mobbing benannt. Lena hat nur schleierhafte Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter, ein Tor war immer wieder zur Sprache gebracht worden, ein Tor zu einer anderen Welt…. „ANTIQUERRA“, so magisch dieser Name des Ortes auch klingt, so magisch sind auch all die Begebenheiten dort. Ein Ort, der Heimat, Antworten, Wurzeln und bedrohliche Ausmaße und Gefahren mit sich bringt. Ein dunkles Geheimnis wirft Schatten über die Vergangenheit und Gegenwart. Kleinere Schwäche in Form von einigen längeren Passagen und ein Ränkespiel der Anziehungskräfte und von Gut und Böse verzeiht man diesem sonst so beinahe makellosen Buch mit Freude, nur um endlich zu wissen, was als nächstes geschieht. Ja, sogar die Tatsache, dass die Geschichte um Lena und ihrer Bestimmung im Verlauf immer viel mehr Fragen stellt, als diese zu beantworten, kann ich verzeihen - wenn auch mit einiger Ungeduld. Dabei verwebt die Autorin Angela Mackert geschickt viele verschiedene Handlungsstränge miteinander und schafft schließlich ein vollgepacktes Netz voller Abenteuer, Geschichten und dem Gefühl den Charakteren ganz nahe sein zu wollen…

Schreibstil:
Die ambitionierte Autorin Angela Mackert hat eine bestimmte Leidenschaft zur Esoterik und mystischen Facetten. Das spürt man auch in ihrem Roman, der vor Magie und Zwischenwelt nur so strahlt, auch wenn er düster erscheint und von Dunkelheit spricht… Angela Mackert macht es ihren Lesern aber auch nicht gerade leicht mit ihrem Werk. Ihr Schreibstil ist zwar sehr frisch, modern, positiv-klischeehaft, locker und leicht. Es fehlt jedoch eine gewisse Zeit an Tiefe und genutztes Potential. Es war ein Auf und Ab. Der Anfang hat mich mit seiner Vorgeschichte sofort gepackt und neugierig gemacht. Auch der Verlauf der Handlung ist großartig, bildhaft und fantastisch. Ganz großes Kopfkino. Doch es ist eine Lücke da. Das ganze Konzept bietet so viel Potential und man kann sich vielleicht ärgern, warum es nicht genutzt wird, bzw. wann es endlich genutzt und ausgeschöpft wird. Zunächst wird die Saat in seinen Anfängen gesetzt. Dann passiert lange nur Oberflächlich etwas, bis die Früchte nun endlich geerntet werden dürfen und zuvor eine Blute der Fantasywelt erscheint! Ja, so verhält es sich mit diesem Auftakt. Für diese strenge Kritik von mir ziehe ich leider doch einen Stern ab. Später dann, it ihrem mitreißenden, fesselnden, phantastischen und bildhaften Erzählstil ist es ein Leichtes, sich einfach in die Buchstaben fallen und dann treiben zu lassen. Man geht mit der Geschichte, ohne wirklich zu wissen, wohin sie führen wird, und das ist eines der Dinge, die ich an dem Buch so beeindruckend und unvergleichlich finde. Einen roten Faden, in dem Sinn, dass man immer zumindest eine Ahnung hat, was als nächstes geschehen könnte, gibt es eher nicht. Vielmehr steht man permanent vor einem schwarzen Abgrund und hofft, dass Lena und ihre Gefährten ihn sehen… Es geht um Liebe, Anziehung und Bestimmung. Dass dieses Buch dadurch nicht ein einziges Chaos, sondern umso authentischer und komplexer ist, ist schlicht beeindruckend - und vor allen Dingen fesselnd. Angela Mackert wirkt sehr aufgeräumt und klar. Sie nutzt wenige Spielereien und wirkt trotzdem verwunschen und labyrinthartig. Das ist selten so zu finden, das könnte ihr Wiedererkennungswert sein… Ich bin auf die Fortsetzungen daher mehr als gespannt!

Charaktere:
Nicht nur eine atemberaubende Atmosphäre und stilistische Kulissen profitieren von Autorin Mackerts Schreibkunst, sondern auch die Charaktere. Allen voran ist da natürlich die Protagonistin Lena, mit der man sich schnell identifizieren kann, zumindest ihre Lage und Gefühlsebene verstehen kann. Es ist weiterhin faszinierend zu beobachten, wie Lena, die Halbfee, auch Fata genannt, sich entwickelt und was sie erlebt und fühlt, zumal ihr Tun und Handeln und ihre Erlebnisse immer irgendwelche Konsequenzen haben. Diese Verstrickungen führen nur dazu, dass man Lena noch lieber hat und sie so manches Mal gerne schütteln würde, weil sie durch ihre Worte mal wieder irgendetwas in die falsche Richtung gelenkt hat oder sich wieder einmal in große Gefahr begibt. Man sollte meinen, dass ein solch komplexer Charakter wie sie keinen Platz für spannende Nebenfiguren übrig lässt, aber das wäre eine völlig falsche Annahme, denn selbst die Randfiguren haben unfassbar viele Reize. Der geheimnisvolle Nevin, der Gefährte Finley, Cora, die magischen Wesen, das Reich der Alraunen, die düsteren Vampire…. Lenas Jugendliebe, wächst zu einer großen Rolle für den Plot heran. Man schließt die Charaktere derart ins Herz, das es schwer fällt, die Geschichte loszulassen, wenn man sie erst einmal aufgenommen hat.

Die Autorin:
„Die Autorin Angela Mackert, geboren im Jahr 1952 in Karlsruhe, lebt und arbeitet in Ettlingen. Nach einer Karriere als Geschäftsführerin eines Einzelhandelsbetriebs erfüllte sie sich einen ihrer Lebensträume und gründete eine eigene Schule für Astrologie und Tarot. Die Expertin für Esoterik veröffentlicht gefragte Fachbücher. Daneben gilt ihre Liebe der belletristischen Literatur. Ihre Geschichten und Fantasy-Romane sind oft von einem mystischen und geheimnisvollen Flair durchzogen. Mehr über die Autorin unter: www.angela-mackert.de Mehr über die Antiquerra-Saga unter: www.erlebe-magie-und-abenteuer.de“

Fazit:
Liebe Angela Mackert, bitte beglücke uns schon bald mit einem Folgeband dieser Fantasy. Die Geschichte um Lena und dem Feenreich und Antiquerra und der Saga mit den beschwerlichen Reisen und Begebenheiten hat mich nach einer zähen Aufwärmphase doch sehr gefangen genommen und nicht mehr losgelassen und ich glaube, ich kann diesen Fängen erst entkommen, wenn ich weiß, wie diese Geschichte enden wird. 4 Sterne durften es dann doch noch werden!

Autor: Angela Mackert
Buch: Die Farbe der Dunkelheit

Nayla

vor 1 Jahr

Tolle Rezi, sehr ausführlich und gut getroffen.

Avirem

vor 1 Jahr

Klingt ansprechend. Danke für die Vorstellung!

clary999

vor 1 Jahr

Du weckst mal wieder meine Neugierde :) Sehr schöne Rezi :)

louella2209

vor 1 Jahr

Mich hat das Buch auch sehr faszinieren können. Wieder mal eine tolle Rezension von dir!

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