Anita Augustin Der Zwerg reinigt den Kittel

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Inhaltsangabe zu „Der Zwerg reinigt den Kittel“ von Anita Augustin

Sitzen vier Omas im Knast. Klingt wie ein Witz, aber Humor haben die Damen gerade keinen, dafür ein Problem. Schwere Körperverletzung, wahrscheinlich mit Todesfolge. Ursprünglich war das anders gedacht: Ferien für immer im Altenheim. Die Idee war gut, die Wirklichkeit nicht so. Club Tropicana hat zwar keine erwartet, aber diese Endlagerstätte für senile Altlasten auch nicht: talentfreie Zivis, verrückte Mitinsassen, sadistische Oberschwestern – irgendwann reicht’s. Die vier Alten schlagen zurück, und das klingt schon wieder wie ein Witz, ist aber keiner.

Schrill & abgefahren - das pralle (Rentner-)Leben ...

— knacks1965
knacks1965

Was für durchgeknallte Omis...

— Seelenbrecher
Seelenbrecher

Leichte amüsante Lektüre für zwischendurch mit teilweise trockenem Humor.

— SaintGermain
SaintGermain

Anders als erwartet - nicht "klug, witzig und ganz schön fies" sondern tragisch und total verworren! Klappentext passt null zum Inhalt!

— Kleines91
Kleines91

So ein schlechtes Buch habe ich noch nie gelesen! Habe es nach 90 Seiten abgebrochen...habe mir u. d. Klappentext etwas Anderes vorgestellt

— moccabohne
moccabohne

habe es abgebrochen,war zu fad und hat mich keineswegs irgendwie interessieren können,schade ,der Titel klingt gut

— Moorteufel
Moorteufel

Das Buch hat mich absolut nicht überzeugt. Ich hatte nach dem Klappentext mehr erwartet..

— _Jassi
_Jassi

Nur das Ende reißt noch einen 2. Stern raus. Ansonsten weist der Klappentext keine Übereinstimmung mit dem Inhalt überein. Krimi Fehlanzeige

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Es war nicht schlecht, aber irgendwie hatte ich mir da mehr erwartet... Wahrscheinlich lese ich sonst einfach zu viel Fantasy ;)

— Darkmoon81
Darkmoon81

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  • Einer flog über das Kuckucksnest in der Geriatriehölle

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    awogfli

    awogfli

    01. July 2016 um 09:09

    Ein Paradebeispiel für innovative, österreichische Literatur abseits der großen Stars ist dieses Buch von Anita Augustin. Die Autorin und ihren schrägen übel-anarchischen Erzählstil lernte ich bereits vor drei Jahren auf der Buch-Wien kennen und lieben, als mir ein Verlagsmitarbeiter Alles Amok regelrecht aufdrängte. Diese Geschichte ist fast noch besser und bei weitem fürchterlicher. Es geht ums Altern - und zwar nicht dieses von der Werbung propagierte vor Fitness strotzende, Nordic-walkende, alle dritten Zähne inkludierende, geistig in Topform befindliche, mit sozialen Beziehungen ausgestattete Altern, das uns immer bilderbuchmäßig vorgegaukelt wird, sondern das einsame, Paranoia behaftete, sabbernde Altern, dahinsiechend in der Aufbewahrungsanstalt für geistig und körperlich nicht mehr brauchbaren Menschenschrott. Dabei wird von der Autorin aber kein mitleidheischender Problemroman konzipiert, sondern ein völlig groteskes anarchisches Stück à la „Einer flog über das Kuckucksnest“ in der Geriatriehölle, genannt RESIDENZ. Der wesentliche Unterschied zum erwähnten Film von Milos Forman ist aber, dass nicht nur das Pflegepersonal abgrundtief widerlich und böse ist, sondern auch die Senioreninsassen, die sich auch ausgiebig gegenseitig quälen. „Der Krieg ist das einzig Existenzielle im Leben des Menschen. Ohne Krieg bist du kein Mensch, sondern etwas anderes, zum Beispiel ein Pazifist. Aber wenn du ein Mensch sein willst, dann musst du Krieg führen, und wenn gerade kein Krieg in der Gegend herumliegt, dann musst du dir einen suchen, und wenn du keinen findest, weil du keine Lust auf Fernreisen in irgendwelche Krisengebiete hast, dann musst du ihn dir selber machen.“ Das ist so in etwa das Motto der Senioren. Die einzige Figur, mit der ich wirklich Mitleid hatte, war der 18-jährige unerfahrene Zivildienstleistende, der schon vier Mal bei seiner ersten Ganzkörperwäsche die Achselhöhle säubert, weil ihm vor dem alten Busen gar so graust und der dann auch noch von der Pflegeaufsicht zur Schnecke gemacht wird. Manchmal hatte ich das Gefühl, sofort einen jungen unschuldigen Menschen zu verpflichten, er möge mir doch kurz und schmerzlos eine Kugel in den Kopf jagen, wenn es denn bei mir so weit ist, dann wieder hatte ich arge Aggressionen gegen dieses System und zum Schluss musste ich auch noch lachen. Was war das? Galgenhumor? Witzig ist das Buch übrigens nicht, sondern eher wie ein gemeiner schauderhafter Autounfall, bei dem man einfach nicht wegschauen kann. Das Ende übertrifft übrigens die anarchische Bosheit des restlichen Romans noch – sowas habe ich nicht erwartet. Traumhaft! Fazit: Absolute Leseempfehlung von mir mit meinem bösartigen morbiden Humor – aber bitte nicht für jedermann - seid gewarnt :-)

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    • 7
  • Trockener Humor

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    SaintGermain

    SaintGermain

    26. October 2015 um 04:40

    Sitzen vier Omas im Knast. Klingt wie ein Witz, aber Humor haben die Damen gerade keinen, dafür ein Problem. Schwere Körperverletzung, wahrscheinlich mit Todesfolge. Ursprünglich war das anders gedacht: Ferien für immer im Altenheim. Die Idee war gut, die Wirklichkeit nicht so. Club Tropicana hat zwar keine erwartet, aber diese Endlagerstätte für senile Altlasten auch nicht: talentfreie Zivis, verrückte Mitinsassen, sadistische Oberschwestern – irgendwann reicht’s. Die vier Alten schlagen zurück, und das klingt schon wieder wie ein Witz, ist aber keiner. Ein böser Spaß für alle, denen Einer flog übers Kuckucksnest eine Spur zu sozialromantisch war. Leichte amüsante Lektüre für zwischendurch mit teilweise trockenem Humor.

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    Kleines91

    Kleines91

    20. August 2015 um 11:13

    Klappentext Sitzen vier Omas im Knast. Klingt wie ein Witz, aber Humor haben die Damen gerade keinen, dafür ein Problem. Schwere Körperverletzung, wahrscheinlich mit Todesfolge. Ursprünglich war das anders gedacht: Ferien für immer im Altenheim. Die Idee war gut, die Wirklichkeit nicht so. Club Tropicana hat zwar keine erwartet, aber diese Endlagerstätte für senile Altlasten auch nicht: talentfreie Zivis, verrückte Mitinsassen, sadistische Oberschwestern - irgendwann reicht's. Die vier Alten schlagen zurück, und das klingt schon wieder wie ein Witz, ist aber keiner. Meine Meinung Ich hatte mir das Buch gekauft, weil ich, zuerst einmal, das Cover genial fand. War in einem Neonpink. Dann den Titel gelesen. "Hach. Klingt ja witzig". Klappentext gelesen. "Klingt vielversprechend." Kurzbewertungen hintendrauf gelesen "Klingt ja nach nem Buch für mich." - Also. Gekauft.  Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll ... Ich glaube, das einzige, was ich im Nachhinein noch gut fand, ist das Cover. Pink halt. Der Titel. Nunja ... Das ist einmal ein Satz im Buch und fertig. Nichtmal ein wirklich wichtiger. Und der Inhalt? - Komisch. Verworren. "Krank". Und definitiv nicht zum Klappentext passend. Wie ich in meiner Kurzmeinung schon gesagt habe, handelt es sich,  meiner Meinung nach, hier nicht um ein witziges, kluges oder fieses Buch, sondern um die tragische Geschichte einer älteren Frau. Leider kann ich hier nicht mehr dazu sagen, da ich sonst den Schluss verraten würde bzw. den "Sinn", wenn man es mal so nennen will. Ich verstehe echt nicht, wie man so ein Buch so extrem loben kann. Ich war verwirrt und enttäuscht und in gewisser Weise auch "abgestoßen". Schrecklich. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es nicht gekauft. Den dritten Stern bekam es auch nur, weil man schon eine gewisse Hochachtung vor der Autorin und ihrer, wenn auch kranken und abstrusen Idee haben muss.

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  • Der Zwerg reinigt den Kittel

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Humor ist, wenn man TROTZDEM lacht. Wie wahr, wie wahr. "Frau mit Rentenschock und echten Zähnen sucht Gleichgesinnte(n). Bin Kettenraucherin und depressiv. Leide seit vierzig Jahren unter einer schweren Schlafstörung. Hobby: Gewaltphantasien. Zuschriften unter …” Allein dieser Satz sagt alles. Der Zwerg reinigt den Kittel ist ein Buch, in dem rabenschwarzer, knochentrockener Humor an vorderster Stelle steht. Die Ausdrucksweise der Autorin ist rotzfrech und trotz ihrer Garstigkeit belustigend. Vier Omas sitzen im Knast. Das klingt wie ein Witz, ist aber keiner. Eher ein Problem, nämlich schwere Körperverletzung, vielleicht sogar mit Todesfolge. Da lief also einiges anders, als es geplant war. Die älteren Damen wollten sich in ihren letzten Jahren einfach nur noch ein schönes Leben machen und dann sowas. Sie landen in einem Heim, einer „Endlagerstätte für senile Altlasten”, wo sie von rabiaten Oberschwestern, dementen Mitinsassen und Zivis mit null Ahnung umgeben sind. Aber die Damen schlagen sich durch, im wahrsten Sinne des Wortes. Und deshalb machen sie jetzt Urlaub auf Staatskosten und werden von einem Psychiater traktiert, der mitunter an den Rand der Verzweiflung gerät und auch sein „Fett weg bekommt”. Mal was ganz anderes. Reichlich makaber. Trotzdem einfach gut. Eine absolute Leseempfehlung von mir.

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    • 2
    kattii

    kattii

    19. November 2014 um 00:01
  • Der Zwerg reinigt den Kittel

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    Angel10

    Angel10

    20. August 2014 um 08:44

    Schwarzer Humor im Pflegeheim, makaber aber mit einem Fünkchen Wahrheit. Geschildert wird der Altag in der "Residenz", einem Seniorenheim. Almut und ihre Freundinnen haben nach 40 Jahren Arbeit eine Minirente. Deshalb beschließen sie, Pflegestufe II zu erschwindeln und einen netten Lebensabend in der "Residenz" zu verbringen. Wie so viele Menschen haben sie sich aber mit dem Thema nicht auseinandergesetzt und können nun alles live erleben.

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    rudi_nussbaumer

    rudi_nussbaumer

    10. January 2013 um 09:10

    Vier Freundinnen machen Urlaub. 40 Jahre danach planen sie wieder einen Urlaub diesmal aber auf Staatskosten. Am Ende kommt es aber anders als man denkt. Morbides Buch über den Rentenschock, das Alleinsein und das Altsein(übers Altwerden gibts schon einige), voll mit schwarzen Humor. Leider baut sich im ganzen Buch nicht wirklich ein Spannungsbogen auf, trotzdem fällt es schwer Lesepausen einzulegen.

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    rotwaldi

    rotwaldi

    14. November 2012 um 08:06

    Die Geschichte: Vier ältere Damen, seit langem befreundet, sitzen zusammen in einer Zelle im Gefängnis. So startet das Buch. Nach und nach erfährt man, wie es dazu kommen konnte, denn die vier Damen hatten sich das Leben im Altenheim ganz anders vorgestellt. Eigentlich sollte es eine Art WG-Leben mit Hotelcharakter sein, bekommt man doch sein Essen gekocht und putzen muss man schließlich auch nicht selbst. Leider entwickelt sich das Leben im Heim doch nicht wie gewünscht und einiges geht darüber hinaus auch richtig schief. Das Buch: Erzählt wird die Geschichte der vier Damen aus der Sicht von Alma, einem Viertel des Senioren-Quartetts. Da sie an ausgeprägten Gewaltfantasien, Depressionen und 40jähriger Schlaflosigkeit leidet ist sie nicht gerade der „Liebe-Oma-Typ“ und berichtet deshalb ziemlich böse und trocken von den gemeinsamen Erlebnissen. Das Buch beginnt mit den Damen im Knast und die Geschichte wird dann durch Rückblenden und Erinnerungen erzählt. Der Humor ist mitunter ziemlich bösartig und manchmal, gegen Ende immer öfter bleibt das Lachen auch im Hals stecken. Denn es geht ja auch um ein ernstes Thema: Um das Altern, bzw. wie in unserer Gesellschaft mit dem alten Menschen umgegangen wird. Dazu kommt eine ziemlich überraschende, aber nicht unlogische Wende gegen Ende des Buchs. Meine Meinung: Der Zwerg reinigt den Kittel ist ein lustiges Buch (wenn man trockenen, teils leicht bösartigen Humor mag), aber auch ein Buch, das nachdenklich stimmt, dazu trägt vor allem das Ende bei. Es kann sein, dass durch die Erzählstruktur mit ihren Rückblenden das ins Buch Finden zunächst nicht ganz einfach ist, mich allerdings hat es gepackt und ich wollte unbedingt wissen, wie das Quartett in den Knast kam.

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    Sarlascht

    Sarlascht

    23. October 2012 um 15:09

    Inhalt: Vier Omas sitzen im Knast – Grund ist eine schwere Körperverletzung, mit vermutlicher Todesfolge. Klingt schon mal außergewöhnlich, wird aber noch um eine Spur verrückter. Almut, eine der vier Damen, wird zum Gefängnispsychologen geschickt und soll erzählen, was wirklich war und so erzählt sie. Einerseits von ihrer seit vierzig Jahren anhaltenden Schlaflosigkeit, Gewaltphantasien, die sie immer mal wieder hat, andererseits aber auch von dem Plan, denn die Freundinnen hatten. Nach einem langen Arbeitsleben, steht die Rente vor der Tür, an ihrer Seite die Einsamkeit. Was soll man mit so viel Zeit anfangen? Im Bett liegen, rauchen, still und heimlich sterben? Klingt nicht sehr verlockend und so entschließen sich die Freundinnen auch dazu, ihren Lebensabend in einer Seniorenresidenz zu verbringen. Klingt nett, gemeinsam basteln, Karten spielen und Tee trinken, aber nichts da, diese Damen sind aus einem anderen Holz geschnitzt, sie haben ihren Spaß daran, Pfleger zu verschrecken, Altersgebrechlichkeit vorzuspielen (damit sie überhaupt im Heim sein dürfen) und die Tage rauchend wie ein Schornstein zu verbringen. . Meine Meinung: Almut ist die Person, an deren Seite man durch das Buch wandert. Ist die Geschichte alleine schon sehr skurril, bleiben es doch die vier Damen, die absolut bestechen. Mürrisch, gepaart mit einem zynischen und trockenen Humor, schließt man sie schnell ins Herz, möchte allerdings hoffentlich nie etwas mit ihnen zu tun haben. Jede von ihnen hat ihre Eigenheiten, doch zusammen ergeben sie ein brandgefährliches Pulverfass. . Die Geschichte startet damit, dass sich die Freundinnen nach langer Zeit wieder sehen. Alle sind in Rente, alle langweilen sich und so entsteht wieder ein Kontakt unter ihnen, mit fatalen Folgen. Körperverletzung, mit vermutlicher Todesfolge. Kein Kavaliersdelikt und so landen sie letztlich im Gefängnis. Kleines Manko: man erfährt nicht, wie und was tatsächlich bei dem Verbrechen vorgefallen ist, man weiß nur, dass eine andere Dame darin verwickelt war und aus. Macht die Situationen ein bisschen undurchsichtig, aber ist auch eigentlich nur eine Nebensituation. Im Gefängnis angekommen, wir Almut als Anführerin der „Band“ schließlich zum Gefängnispsychologen geschickt, damit dieser beurteilen kann, wie gefährlich die Damen sind. Hier beginnt dann auch die eigentliche Geschichte. . Das Buch wechselt zwischen den Perspektiven hin und her. Einmal befindet man sich im Altersheim, erfährt, was da alles so vor sich ging und dann wieder, findet man sich mit Almut beim Gefängnispsychologen wieder. Diese Erzählweise kann manchmal ein bisschen verwirrend sein, aber man gewöhnt sich relativ zügig daran, so dass man irgendwann deutlich unterscheiden kann, an welchen Ort man sich tatsächlich befindet. Die Zeit im Altersheim ist amüsant erzählt, weil eben die alten, gebrechlichen Damen nicht immer so lieb und nett sind, wie man vielleicht zuerst denkt. Es wird allerdings auch nicht an Kritik gegenüber dem Gesundheitssystem gespart, so dass es eine ausgewogene Mischung zwischen ernst und lustig wird. . Das Schicksal ist ein diskreter Kellner. Und er kommt nicht mit Kindstod und Autounfall, er kommt mit der Rechnung. Da steht: 1 x falsche Entscheidung mit Pommes. Und dann zahlst du. In bar. In Jahren. Das ist die Währung: Lebensjahre. Viele, viele Jahre deines Lebens, vielleicht alle, die du noch hast nach der einen falschen Entscheidung. (Seite 116) . Man könnte jetzt meinen – schöne Satire, lässt sich locker leicht lesen, stimmt irgendwie auch, aber das Ende des Buches, meine Herren, dass ist mal eine ganz andere Hausnummer. Wo man vorher noch lachte, bleibt einem dort der Lacher im Halse stecken und es breitet sich eine unglaubliche Schwere über einen aus, die man auch nach der Beendigung des Buche nicht mal so locker abschüttelt. Warum? Selber lesen! . Tipp von meiner Seite: Eventuell die Leseprobe zu dem Buch lesen und schauen, ob man mit dem Humor und Erzählstil etwas anfangen kann, da beides doch sehr eigen ist und sicherlich nicht jedermann zusagt. . Fazit: Zerstört wird das Bild von den lieben, alten Damen, was man vielleicht vor dem Buch im Kopf hatte, dafür lernt man eine Welt, gebaut aus Skurrilität, kennen, die zumindest meinen Humor punktgenau getroffen hat und zwischendrin immer wieder vor Tiefgründigkeit strotzt.

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    FallenAngel11

    FallenAngel11

    01. October 2012 um 12:08

    "Frau mit Rentenschock und echten Zähnen sucht gleichgesinnte(n). Bin Kettenraucherin und Depressiv. Leide seit vierzig Jahren unter einer schweren Schlafstörung. Hobby: Gewaltphantasien. Zuschriften unter............" So steht es im inneren Klappentext am Anfang. Die Frau mit dem Rentenschock heißt Almut Block. Almut kommt nach jahrelanger Arbeit ( als Ankleiderin in einem mittelmäßigem Theater) endlich in Rente. Aber was macht man? Sie liegt im Bett und raucht und das auch noch Nachts da sie ja unter Schlafstörungen leidet. Nach einigen Tagen bekommt sie ein Kuvert mit der Post von der Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ist ja ne tolle Sache so ein Ding und was dort alles den angehenden Senioren so für Optionen offen stehen, wo sie sich ehrenamtlich betätigen können!! Dazu auch noch einige Seiten für Gehirnjogging!! Leider hat Almut in ihrem Unmut vergessen das Telefonkabel rauszureißen, und nach ein paar Tagen kommt eine Nachricht auf ihren AB von ihrer alten Freundin Karlotta, die sich seit 40 Jahren nicht mehr gesehen haben. Zusammengetrommelt werden auch Marlen und Suzanna. Die 4 waren mal sehr eng befreundet, haben sich aber nach dem letzten gemeinsamen Urlaub 1983 dann aus den Augen verloren und es war 40 Jahre Funkstille. Sie beschließen es sich in einem Altersheim gemütlich zu machen,die 180 Pflegeminuten pro Tag raus zu reißen um Pflegestufe 2 zu erreichen, damit der Lebensabend im Altersheim gesichert ist. Und wenn da mal mitten in der Nacht eine Dose Thunfisch gefuttert wird, um ein paar Minuten für Zahnpflege raus zu bekommen. Tja und nun sitzen die 4 Damen im Knast!! Warum? Schwere Körperverletzung und vielleicht auch noch Todschlag wenn das Opfer nicht überlebt. Einer ist Schuld einer muss gerade stehen, und die einzige Chance ist der Gerichtspsychiater Doktor Norbert Klupp. Es besteht die Chance auf Minderung der Straftat und es wird beschlossen das Almut mit diesem Psychiater sprechen muss da sie ja sowieso schon unter massiven Schlafstörungen leidet. Und so beginnt die Geschichte.............. Meine Meinung: Ich bin eigentlich immer eine Person die auch Bücher hinterfragt und sich erkundigt. Dieses mal war es eine Bekannte die auch in der Altenpflege tätig ist. Mit ziemlich bissigem und Schwarzem Humor wird der Alltag eines Pflegeheims beschrieben. Es müssen nicht alle Pflegeheime so sein aber es gibt sie wirklich diese Zustände (leider). Meine Bekannte hat leider in so einem gearbeitet dessen Name ich hier aber besser nicht nennen soll. Positive Nachricht ein paar Hausnummern weiter ist bei mir in der Straße ein Heim speziell für Demenz, Alzheimer und Depression und das ist aber erste Adresse!! Dem Leser wird es wahrscheinlich auffallen. Der letzte Urlaub der Freundinnen war 1983 und sie haben sich 40 Jahre nicht gesehen. Also spielt das ganze in einer auch für uns nicht mehr weit entfernten Zukunft. Die positive Nachricht ist in dem Buch sind wieder die Zivilisten eingeführt. Die Erzählungen springen nur so förmlich und manchmal musste ich sogar nachblättern wo ich bin. In einem Gespräch von Almut und Doktor Klopp, oder im Altersheim Alltag? Trotz allem dieses Buch ist Krass, komisch und tieftraurig wenn man es zu ende gelesen hat. Mein letztes Wort " Ehrt auch die alten Mensch. Die haben auch noch einiges auf dem Kasten auch wenn es manchmal nicht den Eindruck macht" Volle 5 Sterne von mir!!

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    PiaZiefle

    PiaZiefle

    Almut Block, die schlaflose Protagonistin, vermeintliche Mörderin, verwegene Lebensabendgestalterin, sitzt ihrer letzte Rettung gegenüber: ihrem Psychiater Dr. Klupp. Dem soll sie jetzt alles erklären. Mehr kann ich leider von der Handlung nicht verraten, denn Anita Augustin hat hier einen Plot wie freeclimbing am Überhang ohne Sicherung – er jagt von einer Wendung zur nächsten, jede kommt hinterrücks, für jede gibts nur eine Kugel im Lauf – und jede sitzt. Es geht ums Altwerden, darum wie man behandelt, betrachtet, abgefertigt wird im Alter. Es geht aber auch darum, dass vor dem Alter ein Leben gewesen sein muss, das nicht immer, wahrscheinlich sogar äußerst selten so hübsch komponiert abgelaufen ist, wie die Seniorenprospektdesigner aus dem Familienministerium sich das erhoffen. Almut Block jedenfalls hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit kettenrauchend genau die Abzweigung im Leben genommen, die mehr Nonkonformismus (und mehr Ärger) versprach. Hier ist nichts mit Bildungsbügeridylle und der gütigen Großmuter im Lehnstuhl am Fenster. Nichts mit netten älteren Menschen in Reisebussen an der ligurischen Küste und Erbarmen gibts auch nirgendwo welches, jedenfalls nicht von Almut Block. Vor allem dann nicht, wenn man sich aus Mangel an Alternativen (und zur besseren Orientierung für diejenigen Heimbewohner, denen Buchstaben nichts mehr sagen), für das Türschild am Zimmer “mit einem Regenwurm” identifizieren muss – eine der vielen genial erzählten Szenen in diesem Buch. Nämlich nicht das Was ist der Punkt hier, sondern das Wie. Knochentrocken, zuweilen bizarr, bitterböse, und immer schmerzhaft treffend – doch niemals übt Anita Augustin Verrat an ihren Figuren. Unbedingte Leseempfehlung

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  • Rezension zu "Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

    Der Zwerg reinigt den Kittel
    fcbfrosch

    fcbfrosch

    23. August 2012 um 12:50

    Zum Inhalt: Dass vier Omas im Knast sitzen, ist an sich schon verrückt genug. Dass der Grund dafür in schwerer Körperverletzung zu suchen ist, vielleicht sogar Todesfolge, ist noch eine Spur verrückter. Das reicht aber noch nicht. Eine von den vier Damen hat nämlich auch noch ausgeprägte Gewaltphantasien, raucht wie ein Schornstein, und kann seit vierzig Jahren nicht schlafen. Das ist Almut und Almut erzählt diese Geschichte von sich und ihren drei Freundinnen. Die Rente ist da, die Einsamkeit auch. Almut hat die Wahl: entweder im Bett alleine sterben, mit der Zigarette noch in der Hand, oder sich mit den Freundinnen in der Seniorenresidenz einen netten Lebensabend machen? Der Unterhaltsamkeit zuträglich ist, dass sie sich für die zweite Möglichkeit entscheidet. Das ist vor allem für die vier Hauptfiguren ein Vergnügen. Während sich also Almut und Co. einen Spaß daraus machen, schüchterne Pfleger mit nackter, dem Tode naher Haut uralter Damen zu belästigen, werden sie vom korrupten Heimleiter vor allem als Kostenfaktor betrachtet. Der investiert lieber, statt in ordentlich ausgebildetes Personal, in den regelmäßig auf 3cm Länge gestutzten Rasen. Betreten natürlich verboten. Meine Meinung: Die kurze Inhaltsangabe klingt sehr aufregend und skurril. Das ist es zum einen, was mir an der Geschichte gut gefallen hat. Man stellt sich alte Menschen nicht vor wie Verbrecher, eigentlich stellt man sie sich sehr selten überhaupt vor - wie viele Romanfiguren gibt es denn, die in der Rente sind und über das Ende ihrer Lebenszeit berichten? Eine vielversprechende Idee ist nicht alles, die Umsetzung muss auch stimmen. Und die stimmt. Die Charaktere der vier Omis sind wunderbar: Almut ist besonders mürrisch und glänzt durch ihrem trockenen, bösen, mitunter auch fast zynischen Humor. Sie erzählt die Geschichte und ist wirklich perfekt dafür. So erfährt man von den Zuständen im Heim, von den Pflegekräften, und von dem Leben, dass sich die vier Damen erhoffen - auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise. Und weil Almut dazu auch noch etwas gemein ist, verschont sie einen auch davor, Mitleid mit ihr und den Freundinnen zu bekommen. Sie haben es alle faustdick hinter den Ohren. Während also die Idee und der bitterböse Humor allein schon eine gute Unterhaltung bescheren, geht Anita Augustin weiter und hat keinen oberflächlichen Roman geschrieben, der vor allem zu belustigen weiß. Ihre Figuren haben alle ihre Funktion, das merkt man erst zum Schluss bei der Auflösung, die sehr unerwartet ausfällt. Besonders die Hauptfigur Almut verbirgt mehr Tiefgründigkeit, als es der erste Blick erlaubt. Ab und zu streut sie zwischen ihre Erzählung geheimnisvolle Kommentare, die sich erst am Ende zu einem stimmigen Bild fügen. Zugleich kann man auch zwischen den Zeilen Kritisches über den Umgang mit unserem demografischen Problem der Überalterung der Gesellschaft und dem Leben in Altenheimen lesen. Daran mag viel fiktiv sein, aber nach meinen Erfahrungen nicht ganz so weit von der Realität entfernt. Einziges Manko: Es fiel mir anfangs schwer, in den Roman hineinzufinden, da es viele Unterbrechungen in der Erzählung von Almut gab und man sich ersteinmal zurechtfinden musste in der Geschichte, die sie zu erzählen gedachte. Als die kurzen Abschnitte dann aber länger wurden und man dann alles einordnen konnte, hat der Roman richtig viel Spaß gemacht. Mein Fazit: Wer noch ein lustiges Buch für den Urlaub braucht, der macht mit "Der Zwerg reinigt den Kittel" auf jeden Fall keinen Fehler. Einzige Voraussetzung: Man sollte bösen Humor verstehen können. Der zieht sich wunderbar durch die ganze Geschichte, deren Idee und Umsetzung wirklich sehr gut gelungen sind. Das beste: neben einem überraschenden Ende verbirgt der Roman Denkanstöße über den Umgang mit Altenheimen und der Lösung des demografischen Problems der Überalterung. Also: Sehr unterhaltsam und darüber hinaus auch noch mit einem Wert nach dem Lesen verbunden. Super!

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