Lisa Warnecke

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Lisa WarneckeDas Geheimnis der Winterschläfer
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Das Geheimnis der Winterschläfer
Das Geheimnis der Winterschläfer
 (4)
Erschienen am 29.08.2017

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Igelmanu66s avatar

Rezension zu "Das Geheimnis der Winterschläfer" von Lisa Warnecke

Faszinierender Energiesparmodus – zum neidisch werden!
Igelmanu66vor einem Jahr

»Schon lange fasziniert der Winterschlaf die Wissenschaft – doch noch immer geben uns viele Vorgänge Rätsel auf: Wie schaffen Tiere es nur, sechs Monate des Jahres kalt und fast bewegungslos zu verbringen, ohne Schäden davonzutragen? Welche Vorgänge laufen dabei im Körper ab und welche Tiere nutzen weltweit Winterschlaf? Geht es dabei wirklich nur um die Einsparung von Energie?«

 

Ein Buch über Winterschläfer! Es wäre ein Wunder gewesen, wenn ich da hätte widerstehen können! Und mir wäre auch wirklich viel entgangen!

 

Lisa Warnecke ist promovierte Biologin und Trägerin des Forschungspreises der Deutschen Wildtier Stiftung. Auch für dieses Buch hat sie umfangreiche Untersuchungen betrieben, der Leser kann sich auf eine Reise durch vier Kontinente freuen und dabei bekannte und weniger bekannte Winterschläfer kennenlernen. Wir treffen auf Igel in Hamburg, Fledermäuse in Kanada, Beuteltiere in Australien und Lemuren auf Madagaskar.

Moment! Madagaskar? Winterschlaf?

Das wird interessant!

 

Das Buch startet mit ordentlichen Grundlagen. Was genau versteht man eigentlich unter Winterschlaf? Da wird zunächst einmal mit einigen Irrtümern aufgeräumt. Wer weiß zum Beispiel, dass Tiere im Winterschlaf überhaupt nicht schlafen? Dass es sich bei dem sogenannten Winterschlaf um einen faszinierenden Energiesparmodus, genannt Torpor, handelt? Dass die Dauer des Torpors artspezifisch ist, manchmal nur einen Tag dauert? Und dass die Tiere, die ihn beherrschen, besonders erfolgreich im Überlebenskampf sind?

 

Winterschlafforschung gibt es seit über 150 Jahren, erste Untersuchungen wurden 1938 publiziert. Trotzdem sind noch nicht alle Fragen beantwortet, was auch daran liegt, dass die Freilandforschung besonders kompliziert ist. Eine Herausforderung, die die Autorin angenommen hat!

Sehr lebendig schreibt sie über ihre Arbeit, erklärt ausführlich die Methoden und die besonderen Umstände des jeweiligen Lebensraumes. Sie staunt über die Wunder der Natur, erfreut sich daran. Da wird zwischendurch auch schon mal ein Wal vor der australischen Küste bewundert.

Im Mittelpunkt steht aber letztlich immer ihr Forschungsprojekt. Welche Anpassungsleistungen muss beispielsweise ein Igel an das Leben in der Großstadt aufbringen? Wie kann ihm der Winterschlaf dabei helfen? Und wie kann der Mensch in der Stadt wiederum den Igel unterstützen?

Und was muss man sich unter Winterschlaf in den Tropen vorstellen?

 

Das Thema ist wirklich hochinteressant und viel umfangreicher, als ich zunächst vermutet hatte. Schwer beeindruckt las ich, wie die Tiere ihre Körpertemperatur selbst regulieren. Ein Igel kann sich bis auf 4° runterkühlen, einzelne Tiere schaffen sogar Temperaturen unter 0°! Unglaublich! Ich staune immer wieder, welche großartigen Leistungen die Natur vollbringt.

 

Die Winterschlafforschung wird auch nicht nur von Tierfreunden beobachtet. Nicht wenige träumen davon, den Zustand des Winterschlafs für Menschen anwendbar zu machen, beispielsweise für medizinische Zwecke oder in der Raumfahrt. Die großen Weltraumorganisationen zeigen seit Jahrzehnten hohes Interesse an der Torporforschung.

 

Das Buch ist unterteilt in zwei große Abschnitte: Einschlummern und Aufwachen. Wie in jedem Buch, das sich ernsthaft mit der Tierwelt befasst, gibt es wunderschöne Abschnitte und herrliche Fotos, aber ebenfalls traurige Passagen. Die Einflüsse der Umwelt machen das Überleben schwer, ganz zu schweigen von menschlichem Einfluss, Krankheiten und der Zerstörung von Lebensräumen. Daher ist es umso wichtiger, möglichst viel über die Tiere (hier die faszinierenden Winterschläfer) zu erfahren.
»Wir können nur schützen, was wir kennen.«

 

Fazit: Ein hochinteressantes Thema und ein Muss für jeden Tierfreund.  

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Buchraettins avatar

Rezension zu "Das Geheimnis der Winterschläfer" von Lisa Warnecke

Informativ- ein gelungener Stil- macht neugierig, nachdenklich und liest sich auch durchaus spannend
Buchraettinvor einem Jahr

Torpor- das ist das wissenschaftliche Fachwort zu dem physiologischen Vorgang, den ich bisher als Winterschlaf gekannt habe. Dieses wirklich gelungene Sachbuch nimmt den Leser mit, auf eine Reise in die Tierwelt und es bietet dem Leser eine unterhaltsame Einführung in die wissenschaftliche Arbeit einer Biologin.
Gut gefallen hat mir das Vorwort. Sie gibt mir als Leser eine kurze Einführung in das Buch. Ich finde, die Daten, die hier schon auftauchen, dass der Energiebedarf eines Tieres im Torpor 99 % weniger beträgt als der aktive Zustand, fand ich sehr erstaunlich.
Details, die mir hier gefallen haben, sind das es einerseits lat. Fachbegriffe verwendet werden, auch auf wissenschaftliche Methoden eingegangen wird, aber dennoch wird alles so erklärt, das auch Laien die Themen und Vorgehensweise verstehen können.
Die Autorin gibt auch immer wieder kurze Einschübe und erklärt Themen wie die Abstammungsgeschichte, die evolutionäre Entwicklung der Säugetiere und bietet dem Leser auch einen kompletten Überblick, ohne dass ich mich als Leser und Laie in der Biologie überfordert fühle. Gut gefallen haben mir auch kleine Anekdoten zu ihrem Privatleben, die immer mal aufblitzen und alles auflockern.
Zum Inhalt. Das Buch unterteilt sich in mehrere Abschnitte. Es gibt 2 Teile- Einschlummern, Aufwachen und dann einen Anhang mit Danksagung, Literaturverzeichnis , Bildnachweisen und Register der genannten Tierarten. Das Literaturverzeichnis ist sehr umfangreich und bietet auch Links zu PDF Dateien, das finde ich gerade, weil ich mir das Buch auch gut bei einer Facharbeit in der Oberstufe oder im Studium vorstellen kann, sehr gelungen.
Ich war begeistert beim Lesen. Die Autorin nimmt mich mit nach Hamburg in die Parks auf der Suche nach Igeln. Ich begleite sie in den Winter nach Kanada, begegne Bären und suche mit ihr nach Fledermäusen. In Australien erlebe ich Beuteltiere und erfahre zudem von der Arbeit einer Kollegin in Madagaskar.
Der Stil ist anschaulich, spannend, humorvoll, wird von Anekdoten aufgelockert und informiert mit vielen Daten über die aktuellen Forschungen. Die wissenschaftliche Vorgehensweise wir hier auch am Beispiel der Igel in Hamburg ausführlich beschrieben. Gerade für Gartenbesitzer gibt sie auch Anregungen in Bezug auf die Wildtiere in der Stadt, besonders der Igel.
Sie schafft es Neugier zu wecken. Interesse an der Wissenschaft, der Forschung. Interessant waren für mich die Ausblicke auf evtl. Forschungen in Bezug auf Medizin und Raumfahrt – wird es vielleicht mal möglich sein, dass auch Menschen einen Torpor Zustand erlangen?
Mir haben auch die vielen Erzählungen zu anderen Tierarten, wie z.B. auch Affen gefallen, die verschiedenen Torporzustände, die auch in der Wüste auftreten können.
Abgerundet wird das Buch von vielen im Text verteilten Schwarz- Weiß – Fotographien.
Informativ- ein gelungener Stil- macht neugierig, nachdenklich und liest sich auch durchaus spannend.
Ein gelungenes Sachbuch mit vielen Fotos und spannenden Informationen rund um das Thema Torpor.

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Das Geheimnis der Winterschläfer" von Lisa Warnecke

‚Doch der Begriff ist denkbar irreführend.'
sabatayn76vor einem Jahr

‚Doch der Begriff ist denkbar irreführend. Denn erstens schlafen Tiere während dieser Zeit gar nicht und zweitens muss sie nicht zwingend im Winter liegen.‘

In ‚Das Geheimnis der Winterschläfer‘ erzählt die promovierte Biologin Lisa Warnecke von dem Zustand, der in der Allgemeinbevölkerung als ‚Winterschlaf‘ bekannt ist, von Biologen jedoch ‚Torpor‘ genannt wird und zu dem nur Vögel und Säugetiere fähig sind, die so ihren Energiebedarf um 99 Prozent senken. Im Torpor werden lebenserhaltende Funktionen wie der Stoffwechsel, der Herzschlag und die Körpertemperatur stark heruntergefahren, so dass die Tiere leblos erscheinen, obwohl sie den Zustand selbst stark regulieren und aus eigener Kraft wieder verlassen können.

Zum Thema Torpor wurde bereits viel geforscht, aber nichtsdestotrotz ist unser Wissen über das Phänomen noch immer lückenhaft, und Torpor gibt Forschern noch immer Rätsel auf:

‚Wie schaffen Tiere es nur, sechs Monate des Jahres kalt und fast bewegungslos zu verbringen, ohne Schäden davonzutragen? Welche Vorgänge laufen dabei im Körper ab und welche Tiere nutzen weltweit Winterschlaf? Geht es dabei wirklich nur um die Einsparung von Energie?‘

Warnecke geht dem Rätsel um den Torpor nach und berichtet von ihren Forschungstätigkeiten zum Thema. Sie erzählt in ‚Das Geheimnis der Winterschläfer‘ von Hamburger Igeln, kanadischen Fledermäusen, australischen Beuteltieren und madagassischen Lemuren. Dabei beschreibt sie im ersten Teil ihres Buches, wie sich die Tiere auf den Winterschlaf vorbereiten und wie die ersten Winterschlafmonate ablaufen. Im zweiten Teil geht sie näher auf die Vorgänge während des Torpor bis zum Beginn der nächsten Aktivitätsperiode ein.

Warnecke hat sich intensiv mit dem Thema Torpor beschäftigt, zeigt eine große Faszination für den Winterschlaf, ist neugierig und respektvoll gegenüber den Tieren, und sie steckt den Leser mit ihrer Begeisterung an, lässt ihn staunen und einen einzigartigen Blick auf Winterschläfer werfen.

Neben den Informationen über die Tiere und den Torpor im Allgemeinen bietet Warnecke zudem Einblicke in ihren Forschungsalltag: Sie nimmt den Leser mit zu ihren Ausflügen und erläutert Begriffe aus Biologie und Wissenschaft, z.B. Feld- versus Laborstudien, Sympathikus versus Parasympathikus, vegetatives versus somatisches Nervensystem. Dadurch behält auch ein Laie den Überblick und lernt nebenbei an praktischen Beispielen, wie Wissenschaft ‚funktioniert‘, wie die Tätigkeiten eines Wissenschaftlers aussehen, wie der Weg zu Forschungsergebnissen abläuft.

Doch auch Fortgeschrittene in Sachen Wissenschaft, Biologie und Torpor können hier bisher unbekannte, erstaunliche Informationen lesen und so Neues entdecken.

Das Buch wird ergänzt durch s/w-Abbildungen und ein ausführliches Literaturverzeichnis.

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