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MelE

vor 2 Jahren

(16)

Meine Tochter ist fasziniert von Malalas Geschichte und ich habe in den letzten Tagen einige Kapitel des Buches vorgelesen, allerdings erst, nachdem ich selbst das Buch beendet hatte. Durch Medien und Schule war Malala meinem Kind nicht unbekannt und sie sprach immer wieder von ihr. Wir bekamen "Malala. Meine Geschichte" vor einigen Tagen geschenkt und als meine Tochter das Buch sah, war sie völlig aus dem Häuschen vor Freude. "Mama, wenn ich mal ausziehe, dann möchte ich das Buch mitnehmen, um es auch meinen Kindern vorzulesen!" Ich muss dazu sagen, dass mein Kind 7 Jahre alt ist und es mir ehrlich gesagt sehr viel Freude macht, durch Malalas Geschichte ihr das nicht ganz so leichte Leben in Pakistan nahezubringen. Mädchen zu sein ist in Pakistan nicht einfach. Ein Beispiel wäre die Freude der Familie nach der Geburt eines Sohnes. Ein Fest wird gefeiert und der Junge wird reich beschenkt, wobei die Geburt eines Mädchen die Familien nur dazu veranlasst ihr Beileid auszusprechen. Selbst im Familienbuch bekommt ein Mädchen keinen Platz, wobei es bei Malala anders ist, denn ihr Vater hat ein Fest gefeiert und Malala einen Platz im Familienbuch gegeben. Diese Geste zeigt, wie anders Malalas Vater tickt, obwohl sie sich auch an ihrer Religion festhalten, diese nur nicht so krass ausleben, wie die Taliban es von ihnen erwartet. Dadurch gerät die Familie in den Fokus der Taliban. Malala selbst spricht offen darüber, dass Mädchen das Recht auf Bildung haben und soll von der Taliban ausgeschaltet werden. Was für eine grausame Organisation, die selbst nicht vor Kindern Halt macht? Der Anschlag auf Malala misslingt und gerade dadurch wird Malala berühmt, denn nun ist sie das Mädchen, der die Taliban in den Kopf geschossen hat. Mein Mann ist der Meinung, dass dies alles nur noch Medienrummel ist, aber für mich ist ganz klar, dass Malala ihre Berühmtheit nutzt, um das Geschehen in Pakistan für uns zu erzählen und nicht um sich zu profilieren und sollte es doch so sein, wäre es mir egal, denn ich habe durch sie ein ganz neues Bewusstsein bekommen. Mir war es zumindest zuvor nicht bewusst, wie wenig Menschen Bildung bekommen und zum Teil im Müll wühlen, um die Familie zu unterstützen. Malalas Gebete gehen oft in die Richtung, dass sie nur überlebt hat, um andere darauf aufmerksam zu machen, wie ihr Volk in Pakistan unterdrückt wird und es oftmals die Mädchen sind, die auf Bildung verzichten müssen. Die offenen Worte über die Taliban hat mir öfters einen echten Grusel beschert, da sie grausam morden, um ihre Grundsätze / Erkenntnisse durchzusetzen. Da Gott, egal in welcher Religion niemals so grausam sein kann, habe ich eher Angst als Ehrfurcht. Ich bin überzeugt davon, dass Gott manchmal auch durch Kinder / Jugendliche sprechen möchte und ich nehme Malala ab, dass sie es ernst meint, mit dem was sie im Buch aussagt. Malala ist ein normales junges Mädchen, die den Wunsch hegt zur Schule gehen zu dürfen und in ihrem Wissensdurst nicht gebremst zu werden. Letztendlich treten wir eine Reise nach Pakistan an, die durch Gewalteinwirkungen seitens der Taliban in Birmingham endet. Malala hat viel Aufmerksamkeit bekommen, aber vielleicht war es genauso geplant? Malala jedenfalls ist tief gläubig und es fließt immer wieder in die Lebensgeschichte mit ein und da ihr Gott nicht Allah genannt wird, könnte es auch den Gott betreffen an den ich glaube.

Dadurch, das auch einige Bilder enthalten sind, kann sich meine Tochter Malala noch um einiges besser vorstellen. Es macht Spaß gemeinsam mit meinem Kind zu lesen und ihre Fragen zu beantworten. Danke Malala für die Offenheit, die dich als ganz normales Mädchen darstellt, das aber auf der anderen Seite eine Vision verfolgt. Dafür wünschen wir dir weiterhin alles, alles Gute.  Vielleicht hat Gott dich tatsächlich überleben lassen, damit du das Mädchen werden kannst, welches für Bildung kämpft?

Autor: Malala Yousafzai
Buch: Malala - Meine Geschichte
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